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Kulturnachrichten

Donnerstag, 29. September 2016

Philipp Demandt übernimmt Frankfurter Museen

Städel, Schirn und Liebieghaus in einer Hand

Der Kunsthistoriker Philipp Demandt übernimmt am 1. Oktober als Nachfolger des erfolgreichen Max Hollein das Frankfurter Dreigestirn aus Städel, Schirn und Liebieghaus. Demandt war zuvor Direktor der Alten Nationalgalerie und Dezernent bei der Kulturstiftung der Länder. Künftig hat er es nun mit der starken Bürgerschaft in Frankfurt zu tun, denn das Städel wird von einer Stiftung getragen. Im Deutschlandradio Kultur sagte Demandt: "Ein Museum, das von einer Stiftung getragen werde, ist oft schneller, freier und agiler in der Art und Weise, wie es Entscheidungen treffen kann." Im Städel hat er sich zum Ziel gesetzt, den gesamten Bestand auch online zugänglich zu machen. Die Kunsthalle Schirn, die keine eigene Sammlung besitzt, soll weiter vom großen Städelbestand profitieren. Und das Liebieghaus liegt Demandt persönlich besonders am Herzen, da er nicht nur Spezialist für das 19. Jahrhundert ist, sondern auch für Skulpturen.

Centre Pompidou plant Filiale in Brüssel

Das wurde auf einer Pressekonferenz in Paris bekanntgegeben

Das Centre Pompidou in Paris plant, in der belgischen Hauptstadt Brüssel einen Museum für moderne und zeitgenössische Kunst und Architektur. Es soll 2020 in einer Jugendstil-Villa eröffnet werden. Entsprechend äußerten sich Rudi Vervoort, Ministerpräsident der Region Brüssel-Hauptstadt, und Serge Lasvignes, Präsident des Centre Pompidou. Das Brüsseler Centre Pompidou soll Werke aus der Sammlung des Pariser Mutterhauses zeigen. Außerdem soll in dem neuen Museum ein Kunstzentrum eingerichtet werden, um die örtliche Kunstszene zu fördern. Das 16.000 Quadratmeter große Haus wird derzeit noch vom französischen Autohersteller Citroën genutzt. Die Region Brüssel hat es aber bereits 2014 für 20 Millionen Euro erworben. Brüssel wird nach Metz (seit 2010) und Málaga (seit 2015) die dritte Stadt, in der das Centre Pompidou einen dauerhaften Ableger einrichtet.

Alfred Brendel erhält Echo für sein Lebenswerk

Die Preisgala ist am 9. Oktober in Berlin

Der österreichische Pianist Alfred Brendel wird für sein Lebenswerk mit dem Echo-Klassik geehrt. "Seine Interpretationen des klassisch-romantischen Repertoires gelten seit den 1950er Jahren als stilprägend und haben zahlreiche jüngere Künstler nachhaltig beeinflusst", teilten die Veranstalter mit. Die Auszeichnung wird von der Deutschen Phono-Akademie und dem Kulturinstitut des Bundesverbandes Musikindustrie vergeben. Brendel war der erste Pianist, der Beethovens gesamtes Klavierwerk aufnahm.

Jugend-"funk" von ARD und ZDF ab Samstag

Die Federführung des Internet-Angebots hat der SWR

Unter dem Namen "funk" starten die öfftenlich-rechtlichen Sender ein neues gemeinsames Jugendangebot im Internet. Zielgruppe sind die 14- bis 29-Jährigen. Das neue Programm von ARD und ZDF, wird ausschließlich auf Online-Plattformen wie YouTube, Facebook, Instagram, Snapchat sowie über eine eigene Websites angeboten. Geplant ist zudem eine Smartphone/Tablet-App, über die sich die Nutzer ins Programm einbringen können. Die Programmgeschäftsführer Florian Hager und Sophie Burkhardt erläuterten, die Formate versuchten, die klassischen Bedürfnisse junger Menschen zu befriedigen: Information, Orientierung und Unterhaltung. Hager unterstrich, dass "funk" mit "originärem Content im Netz aktiv" sein wird. Der Jugendsender verfügt ab 2017 über ein Budget von rund 45 Millionen Euro pro Jahr. Im Gegenzug werden die Digitalkanäle ZDFkultur und EinsPlus zum Monatswechsel eingestellt.

Deutschland verhandelt schon länger über den nun sicheren Kauf der Mann-Villa

Bernd Fabritius erläutert Deutschlandradio Kultur die Hintergründe

Die Bundesregierung hatte schon vor einiger Zeit das "nachdrückliche Interesse" Deutschlands am Kauf angemeldet. Es war bislang aber "öffentlich möglichst geheim gehalten worden", solange die Verkaufsverhandlungen "offen waren". Das erläuterte der Vorsitzende im Unterausschuss für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik. "Es wäre der strategisch völlig falsche Ansatz gewesen, in Konkurrenz zu anderen Bietern den Eindruck zu erwecken, dass wir das Haus unbedingt haben wollen", so Fabritius. Dies hätte den Preis unnötig in die Höhe getrieben. Das wäre kein verantwortlicher Umgang mit Mitteln der Steuerzahler gewesen, so der CSU-Politiker. Die Villa in Pacific Palisades, die Thomas Mann bauen ließ und von 1942 bis 1951 mit seiner Familie bewohnte, werde nach amerikanischem Recht verkauft. Dass Deutschland "first in line" sei, so Fabritius, bedeute ein "erstes Zugriffsrecht". Auch der Kaufpreis sei damit festgeschrieben. Das habe ihm das Auswärtige Amt bestätigt.

Stuttgart ist Opernhaus des Jahres 2016

50 Kritiker zeichnen exzellente Repertoirepflege aus|

Die Stuttgarter Oper ist zum sechsten Mal zum Opernhaus des Jahres gewählt worden. Im Auftrag der Zeitschrift "Opernwelt" setzten 50 unabhängige Kritikerinnen und Kritiker aus Europa und den USA das Stuttgarter Haus in dieser Spielzeit an die Spitze im deutschsprachigen Raum. Mit Raritäten und Uraufführungen sowie exzellenter Repertoirepflege und hoher Ensemblekultur habe die Stuttgarter Oper bereits zum sechsten Mal die beste Gesamtleistung geboten, hieß es zur Begründung.

Weitere Auszeichungen:
"Aufführung des Jahres" wurde Karlheinz Stockhausens "Donnerstag aus "Licht" am Theater Basel. Als "Regisseur des Jahres" wurde Barrie Kosky gemeinsam mit dem "Dirigenten des Jahres" Theodor Currentzis für ihren gemeinsamen "Macbeth" am Opernhaus Zürich gewürdigt. Ebenfalls am Opernhaus Zürich wurde der Bariton Christian Gerhaher für die Titelpartie in Alban Bergs "Wozzeck" ausgezeichnet. Die Sopranistin Elsa Dreisig "Nachwuchskünstlerin des Jahres". Anna Viebrock kann sich zum dritten Mal über den Titel der besten Bühnen- und Kostümbildnerin freuen. "Orchester des Jahres" wurde das Bayerische Staatsorchester mit seinem Chefdirigenten Kirill Petrenko. Der Österreicher Georg Friedrich Haas wird für sein Stück "Koma" als "Uraufführung des Jahres" gewürdigt.

Besonders ärgerlich sind nach Meinung der Kritiker Chaos, Missmanagement und explodierende Kosten an diversen Theaterbaustellen: Genannt werden die Berliner Staatsoper und die Oper Köln.

RBB reformiert sein TV-Programm

Das kündigte die neue Intendantin Patricia Schlesinger an

"Wir haben mit dem Fernsehen zuletzt eine Durststrecke erlebt. Die möchten wir überwinden". Mit diesen Worten hat die Chefin des Rundfunks Berlin-Brandenburg, Schlesinger, den Grund für die Änderung des Fernsehprogramms formuliert. Ab Frühjahr nächsten Jahres solle "mit neuen Akzenten am Hauptabend unser Profil" geschärft werden. Programmdirektorin Claudia Nothelle erläuterte, dass dazu "zwei völlig neue Sendungen" produziert und im Laufe des nächsten Jahres acht weitere Formate überarbeitet würden. Die Kosten bezifferte der RBB mit fünf Millionen Euro. Außerdem will der Sender zusätzlich rund 1,7 Millionen Euro ins TV-Programm investieren. Dass das regionale Fernsehprogramm zwischen der Metropole Berlin und dem ländlichen Brandenburg Probleme hat, ist schon länger bekannt. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg liegt im Vergleich der Marktanteile mit den anderen Dritten auf dem letzten Platz.

Lamya Kaddor hat sich beurlauben lassen

Die islamische Religionspädagogin erhielt Morddrohungen

"Als Schutzmaßnahme für mich, aber auch für die Schülerinnen und Schüler, für die Lehrerinnen und Lehrer": So hat Lamya Kaddor der "Welt" den Grund für ihre Beurlaubung vom Schuldienst erklärt. Weil es allgemein bekannt sei, an welcher Schule sie unterrichte, war ihr die Situation "dann doch zu heikel" geworden. Drohungen hätten seit der Veröffentlichung ihres letzten Buches über Fremdenfeindlichkeit stark zugenommen, so Kaddor. Die Beurlaubung auf eigenen Wunsch gelte bis nach den Sommerferien 2017. Der Abschied falle ihr schwer, sagte die Islamwissenschaftlerin und Vorsitzende des Liberal-Islamischen Bunds.

Gagen-Gefälle beim ARD-Tatort

Die "Rheinische Post" berichtet über Forderungen von Liefers und Prahl|

Die beiden Männer im Tatort-Team aus Münster fordern eine Verdopplung ihrer Gage, meldet die Tageszeitung. Derzeit erhielten Jan Josef Liefers als Professor Boerne und Axel Prahl als Kommissar Thiel für ihre Rollen pro Folge jeweils maximal 120.000 Euro. Nach der erfolgreichsten Tatort-Ausstrahlung seit fast 25 Jahren, mit fast 14 Millionen Fernsehzuschauern, beanspruchten sie mit 250.000 Euro nun mehr als das doppelte. Die beiden Schauspieler äußerten sich auf Anfrage der RP nicht zu dem Vorgang, heißt es. Der WDR erklärte, dass man "weder zu laufenden Verträgen noch Vertragsverhandlungen, noch Vertragskonditionen" Auskunft geben dürfe. Zum Vergleich berichtet die "Rheinische Post", dass die dritte im Team, Christine Urspruch, pro Folge rund 4000 Euro je nach Drehtagen erhalte.

Martin Mosebach kritisiert twitternden Papst

Der Schriftsteller sprach mit dem Magazin "Cicero"

Martin Mosebach findet, Papst Franziskus sollte "nicht in Interjektionen sprechen". Der Pontifex sei Gesetzgeber der Kirche und müsse als solcher "die ganze Fülle ihrer Lehre und Tradition darstellen". Die Twitter-Form erlaube aber keine komplexen Gedanken, erklärte der Büchner-Preisträger. Es brauche, so Mosebach, "auch eine Instanz, die nicht wie aus der Pistole geschossen kommentiert, eine Instanz, die die Dinge ruhen lässt, bis sie sich in das große Bild einordnen." Für spontane und direkte Antworten gebe es weltweit Hunderttausende Priester.

Londoner Plastik soll Optimismus verbreiten

"Really good" - Kommentar zum Brexit?

Die neue Skulptur auf dem Londoner Trafalgar Square zeigt eine geballte Faust mit einem sieben Meter hohen Daumen. Heute wurde sie von Londons Bürgermeister Sadiq Khan enthüllt. "Really Good" ist eine Arbeit des britischen Bildhauers David Shrigley. Bis März 2018 ziert sie den vierten Sockel auf dem zentralen Platz im Schatten der Nelson-Säule. Nach dem Brexit soll die Statue aller Welt zeigen, dass "London offen ist", sagte Khan bei der Enthüllung. Auch für Shrigley erhält das Bronzewerk mit dunkler Patina, das er 2013 erstmals vorschlug, aktuelle Relevanz. "Wenn man Dinge als 'gut' identifiziert, können sie zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden", sagte der 48-jährige Künstler. Die Überlänge des Daumens solle zugleich den satirischen Ton seiner Botschaft unterstreichen. Zu den bisherigen elf "Sockel-Künstlern" gehören auch die deutschen Vertreter Thomas Schütte, Katharina Fritsch und Hans Haacke.

Bundesärztekammer gründet Orchester

Gründungskonzert am 3. Oktober

Die Bundesärztekammer hat ein Philharmonisches Orchester mit rund 70 Mitgliedern gegründet. Diese sind im Hauptberuf Ärzte und Ärztinnen. Das Gründungskonzert findet am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, in der Hamburger Laeiszhalle statt. Zu hören sind Werke von Alberic Magnard, Marko Mihevc und Jean Sibelius. Der Erlös wird für "Ärzte ohne Grenzen" gespendet. Schirmherr ist der Präsident der Bundesärztekammer, Frank-Ulrich Montgomery.

Pakistanischer Medienunternehmer entführt

Das bestätigte die Polizei in Peshawar

Abid Abdullah, Direktor eines der größten unabhängigen Medienunternehmen Pakistans, wurde von Unbekannten gekidnappt, als er in der Nacht eine Druckerei verließ. Sein Fahrer wurde später freigelassen und berichtete, die Entführer seien in Richtung der Stammesgebiete nahe der afghanischen Grenze gefahren. Diese gelten als Zuflucht extremistischer Gruppen, vor allem der pakistanischen Taliban. Bisher hat sich keine Gruppe zu der Tat bekannt. Abid Abdullah leitet die Gruppe "Jang", zu der eine gleichnamige Zeitung und der Sender Geo TV gehören. Beide Medien sind bekannt für ihre kritische Berichterstattung nicht nur über die Vielzahl pakistanischer Islamisten, sondern auch über die Regierung und das Militär. In Pakistan sind in den vergangenen 15 Jahren mehr als 50 Journalisten ermordet worden.

Restaurierung des Augustus-Mausoleums in Rom gefährdet

Das meldet der "Corriere della Sera"

Wegen Verfahrensstreitigkeiten sind sechs Millionen Euro Sponsorengelder für die Restaurierung des Augustus-Mausoleums in Gefahr. Laut Zeitungsbericht hatte die italienische Telecom-Stiftung die Summe im vergangenen Jahr mit der Auflage bereitgestellt, dass die Arbeiten an dem im Jahr 28 vor Christus errichteten Kaisergrab spätestens am 31. Oktober 2016 beginnen. Vertreter der Stadtverwaltung hätten nun die Ausschreibung angezweifelt, so dass die Angebote aller 25 beteiligten Firmen neu geprüft werden müssten, heißt es. Ende der 1920er Jahre ausgegraben, wurde die Grabstätte Ende der 30er Jahre für Besucher geöffnet. Seit acht Jahren ist die Ausgrabungsstelle jedoch wieder geschlossen. Bei einer versuchten Neueröffnung 2014 zum 2.000. Todesjahr von Augustus verursachte ein Wasserrohrbruch schwere Schäden.

New Yorker Museum gibt NS-Raubkunst zurück

"Neue Galerie" kauft Bild umgehend zurück

Die New Yorker "Neue Galerie" hat das von den Nationalsozialisten geraubte Bild "Nude" von Karl Schmidt Rottluff den Erben der ursprünglichen Eigentümer zurückgegeben - und es ihnen dann wieder abgekauft. Das Museum habe das 1914 entstandene Werk den in Großbritannien lebenden Nachfahren von Alfred und Tekla Hess zurückgegeben, berichtete die "New York Times" am Mittwoch. Danach habe die Neue Galerie das Werk nach eigenen Angaben zu einem fairen Marktpreis zurückerworben. Eine Summe wurde zunächst nicht bekannt. Das Bild war aus einem Lager verschwunden, nachdem Tekla Hess, die Witwe des Schuhherstellers und Kunstsammlers Alfred Hess, 1939 vor den Nationalsozialisten nach Großbritannien geflohen war. In den 90er Jahren war es bei einer Auktion in Berlin wieder aufgetaucht. Die 2001 eröffnete Neue Galerie an der New Yorker Museumsmeile auf der Fifth Avenue am Central Park ist auf Kunst aus dem deutschsprachigen Raum spezialisiert und beherbergt vor allem die Sammlung des Unternehmers Ronald Lauder.

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Kompressor

70 Jahre FSK Was Kinder sehen dürfen
Ein Filmausschnitt aus "Gier nach Liebe" (1955), mit dem "zu" tiefen Dekolletee von Brigit Bardot und der dazugehörigen Zurückweisung der FSK (Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft). Aufgenommen am 10.09.2011 im Deutschen Filmhaus in Wiesbaden. Das Deutsche Filmhaus in Wiesbaden zeigte vom 20. September bis zum 31. Oktober 2011 unter dem Motto "Die erotischen 50er" Filmplakate, Ausschnitte und Werbematerial von "Skandalfilmen" aus den 50er Jahren. Viele der Filme lösten zum Teil politische Debatten über Erotik und Moral aus.  (dpa / Fredrik von Erichsen)

Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, die Altersempfehlungen für Filme vergibt, feiert Geburtstag. Als erstes prüfte die FSK vor genau 70 Jahren den Film "Intimitäten". Wie der Prüfalltag heute aussieht, berichtet die Gutachterin Annette Lohse.Mehr

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