Seit 04:05 Uhr Tonart

Sonntag, 08.12.2019
 
Seit 04:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Mittwoch, 28. September 2016

Wim-Wenders-Stipendium vergeben

Vier Projekte werden gefördert

In Düsseldorf ist am Abend zum dritten Mal das mit 100.000 Euro dotierte Wim-Wenders-Stipendium für junge Filmschaffende aus Deutschland verliehen worden. Die Jury unter dem Vorsitz des Regisseurs Wim Wenders entschied sich für vier Projekte junger Filmemacher aus Köln, Berlin und dem niedersächsischen Achim, teilte die Film- und Medienstiftung NRW mit. Sie zeichneten sich durch eine "originäre Vision und eine eigene Handschrift" aus. 30.000 Euro erhält Bettina Blümner für die Realisierung des Spielfilms "Hello my friend", eine Coming-of-Age-Geschichte dreier deutscher Studenten in Kuba. 28.000 Euro gehen an Tim Großkurth, der unter dem Titel "Ein Liebesfilm" einen Experimentalfilm plant. 22.000 Euro erkannte die Jury Kai Gero Lenke für den dokumentarisch-fiktionalen Science-Fiction-Film "Stella Nova" zu. Die gleiche Summe erhält Sascha Hilpert für sein Dokumentarfilmprojekt "Formen moderner Erschöpfung". Das 2014 erstmals vergebene Wim-Wenders-Stipendium soll innovative filmische Erzählkunst junger Filmemacher und Videokünstler fördern.

Draesner und Meyerhoff mit Born-Literaturpreis geehrt

Auszeichnung für Die Autoren erhielten am Abend die Auszeichnung

Die Berliner Schriftstellerin Ulrike Draesner (54) ist mit dem 20.000 Euro dotierten Nicolas-Born-Preis des Landes Niedersachsen ausgezeichnet worden. Zudem wurde der Schauspieler und Schriftsteller Joachim Meyerhoff mit dem Nicolas-Born-Debütpreis und 10.000 Euro geehrt. Draesner und Meyerhoff gingen in ihrem Werk und mit ihrem Stil ganz eigene Wege, heißt es von der Jury. "Dies macht sie zu würdigen Trägern der nach Nicolas Born benannten Preise, denn der Autor war einer der vielschichtigsten Schriftsteller seiner Zeit." Die Auszeichnung ist nach dem Schriftsteller Nicolas Born (1937-1979) benannt, der sich Anfang der 1970er Jahre ins niedersächsische Wendland zurückgezogen hatte. Dort schrieb er seinen bekanntesten Roman "Die Fälschung". Ulrike Draesner schreibt Lyrik, Romane, Essays und Reisebücher. Sie lebt zur Zeit in Oxford. Der 1967 geborene Joachim Meyerhoff wird mit Blick auf sein mittlerweile dreibändiges autobiografisches Romanprojekt geehrt.

Dirigent Bruno Weil erhält Duisburger Musikpreis

Auszeichnung mit 10.000 Euro dotiert

Der Dirigent Bruno Weil erhält den Duisburger Musikpreis. Weil verbinde die Souveränität des erfahrenen Kapellmeisters mit dem wachen Geist des musikalischen Aufklärers, heißt es in der Begründung der Jury. Bei seinen ebenso informativen wie unterhaltsamen Gesprächskonzerten spüre Weil beispielsweise in Haydn-Sinfonien Zitate alpenländischer Bauernmusik und kroatischer Kinderlieder auf, lobt die Jury. Die europäische Musiktradition habe in ihm einen leidenschaftlichen, klugen und beredten Anwalt. Er gelte zudem als einer der international gefragtesten Spezialisten für die Musik der Aufklärungsepoche. Der Musikpreis Duisburg wird seit 1990 jährlich von der Stadt gemeinsam mit der Köhler-Osbahr-Stiftung vergeben. Unter den bisherigen Preisträgern sind die Sopranistin Nina Stemme, der Geiger Yehudi Menuhin und die Tänzerin und Ballettdirektorin Pina Bausch. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 20. November verliehen.

Insolvenz einer koreanischen Reederei betrifft Buchmarkt

Auch Deutsche Bücher kommen nicht an

Die Insolvenz einer koreanischen Reederei hat Auswirkungen auf den deutschen Buchmarkt. Weil viele Verlage aus Kostengründen in Asien drucken lassen, sind auch sie betroffen. Verlage, große wie kleine, lassen Bände mit aufwendigen Abbildungen und Kinderbücher aus Kostengründen gerne in Asien drucken – die Reederei Hanjin ist der Transporteur. Zahlreiche Bücher kommen wohl nicht rechtzeitig zu Weihnachten an. Insgesamt erreichen – laut Frankfurter Allgemeine Zeitung – Waren im Wert von rund zwölf Milliarden Euro die Adressaten nicht, weil die Schiffe von der Reederei Hanjin Häfen nicht mehr anlaufen dürfen – sie können die Liegekosten nicht mehr bezahlen. Den deutschen Buchmarkt trifft dies mit Blick auf die bevorstehende Frankfurter Buchmesse und den Verkauf des Herbstprogramms, berichtet der Branchendienst buchmarkt.de.

Kontroverse über Muslimin mit Kopftuch im "Playboy"

US-Journalistin erscheint in Artikel über mutige Frauen und Männer

Das Männermagazin "Playboy" war lange berühmt für seine "Bunnys" und Nacktfotos - nun zeigt es zum ersten Mal eine Muslimin mit Kopftuch. In einer Artikelserie über Frauen und Männer, die "alles riskiert haben, um das zu tun, was sie lieben", erscheint die US-Journalistin Noor Tagouri in Turnschuhen, Jeans, schwarzer Lederjacke und Hidschab. Die Premiere in der US-Oktoberausgabe erhielt Lob, aber auch Kritik. Zwar wurde der Auftritt der jungen Frau im "Playboy" vielfach als Durchbruch gefeiert. Doch gab es auch harsche Kritik. Das Magazin sei "Synonym für Pornographie", kommentierte etwa das Onlinemagazin "The Muslim Vibe". Die von Hugh Hefner gegründete Zeitschrift degradiere seit Jahrzehnten Frauen zu Objekten, verwandele sie in Ware und sexualisiere sie. "Wir können nicht anfangen, mit dieser Plattform zusammenzuarbeiten, nur weil ihr Image weicher geworden ist." Die Bloggerin Nishaat Ismail kritisierte in einer Kolumne, Tagouri habe sich mit einem Unternehmen zusammengetan, das auf der "Vergegenständlichung von Frauen" gründe.

Archäologen finden in Japan alte Römische Münzen

Wissenschaftler rätseln über Weg des Geldes

In Japan haben Archäologen erstmals Münzen aus dem Römischen Reich entdeckt. Zehn Bronze- und Kupfermünzen, von denen die ältesten aus der Zeit von 300 bis 400 nach Christus stammen, kamen bei einer Ausgrabung im südlichen Okinawa zum Vorschein. Eine Röntgen-Untersuchung der Münzen ergab, dass diese mit römischen Buchstaben geprägt waren und möglicherweise das Bild des früheren Kaisers Konstantin I. und einen Soldaten mit einem Speer zeigten. Andere Münzen wurden hingegen dem späteren Osmanischen Reich zugeordnet. Darüber, wie die Münzen in das tausende von Kilometern entfernte Okinawa gelangt sein können, rätseln die Wissenschaftler nun. Der Fundort, die Katsuren-Burg, wurde im späten 13. oder frühen 14. Jahrhundert errichtet und etwa 200 Jahre später verlassen. Die heute zum Unesco-Welterbe gehörende Burg war einst die Residenz eines Feudalherrn, von dem bislang jedoch nicht bekannt war, dass er womöglich Handel mit Europa trieb.

Deutscher Kabarett-Preis für Alfred Dorfer

Österreichischer Kabarettist ausgezeichnet

Der österreichische Kabarettist Alfred Dorfer (54) erhält den diesjährigen Deutschen Kabarett-Preis. Dorfers Themen seien politisch und gingen gleichzeitig weit über die Tagesaktualität hinaus, teilte das Nürnberger Burgtheater mit. Dorfer präsentiere seine philosophischen Betrachtungen "fast beiläufig und federleicht". Der mit 6000 Euro dotierte Preis wird von der Stadt Nürnberg gestiftet und jährlich vom Nürnberger Burgtheater vergeben. Mit dem Förderpreis - dotiert mit 4000 Euro - wird der vom Bodensee stammende Kabarettist René Sydow (Jahrgang 1980) ausgezeichnet. "In einer faszinierenden Kombination aus bitterer Ironie, überschäumend-kreativer Sprache und poetisch-literarischen Texten entsteht junges, aktuelles Kabarett, das keine Wünsche offen lässt", urteilte die Jury. Die Auszeichnungen werden am 14. Januar 2017 in Nürnberg überreicht.

Künstler lebt auf meterhoher Plattform in Paris

Fünf Tage verbringt der Franzose in 20 Meter Höhe

Ein französischer Künstler verbringt fünf Tage auf einer 20 Meter hohen Plattform vor dem Pariser Bahnhof Gare de Lyon. "Ich bin neugierig zu sehen, wie dieser Ort in Paris funktioniert", sagte Abraham Poincheval der Gratiszeitung "20 Minutes". "Ich bin eine Art sensible Videoüberwachungskamera." Seit Montag sitzt er auf der 160 mal 90 Zentimeter kleinen Plattform. Am Samstagabend steigt er zum Beginn der Nuit Blanche wieder herunter, einer jährlichen Aktionsnacht für zeitgenössische Kunst. "Sinnbildlich wache ich darüber, dass die Nuit Blanche beginnt", so Poincheval.

DiCaprios Klima-Film in Kinos und Fernsehen

"Before the Flood" - Dokumentation über Klimawandel

Am 21. Oktober kommt Leonardo DiCaprios Dokumentation "Before the Flood" in die US-Kinos. Neun Tage später, am 30. Oktober, strahlt der TV-Sender National Geographic den Film in 171 Ländern in 45 Sprachen aus, auch auf Deutsch. Damit könnten DiCaprios Bilder von den schlimmen Folgen des Klimawandels noch genug Aufmerksamkeit erringen, um am Oscar-Rennen teilnehmen zu dürfen. Ein Trailer für die Doku ist jetzt im Internet zu sehen, wie "Entertainment Weekly" berichtet. Dabei will der Hollywoodstar und Umweltaktivist DiCaprio (41) nicht schwarzmalen, sondern wissen, ob die Zerstörung von Umwelt und Arten noch aufzuhalten ist. Der Oscar-Gewinner von 2016 ("The Revenant") führt als Erzähler durch den Film. Für die Regie holte er Oscarpreisträger Fisher Stevens ("Die Bucht", 2009) an Bord.

Trotz IS: Irak eröffnet Museum der Antike in Basra

Aus Geldmangel zeigt bislang nur eine Halle Exponate

Ungeachtet der Präsenz der Terrormiliz Islamischer Staat und innenpolitischer Spannungen hat der Irak in der Stadt Basra ein Museum mit mehr als 2000 Jahre alten Objekten eröffnet. Aus Geldmangel sei bisher nur eine Halle mit Töpfereien, Münzen und anderen Gegenständen aus der Antike zugänglich, sagte Museumsdirektor Kahtan al-Obaid telefonisch der Nachrichtenagentur AP. Die Ausstellung erzähle die Geschichte der ölreichen Region am Persischen Golf. Das Museum südirakischen Basra ist in einem früheren Palast des 2003 von den USA gestürzten Diktators Saddam Hussein untergebracht. Eine britische Wohltätigkeitsorganisation hat einen Teil der Finanzierung übernommen. Der Ölkonzern BP, der in Basra tätig ist, steuerte 500 000 Dollar der bisher benötigten 750 000 Dollar bei. Ein weiterer Flügel solle demnächst hinzukommen, sobald die Finanzierung stehe, sagte Al-Obaid.

Rekordverkauf für Adeles Album "25" in den USA

Britische Sängerin verkaufte "25" seit November mehr als 10 Millionen Mal

Die britische Sängerin Adele hat einen neuen Rekord aufgestellt: Ihr erst im vergangenen November herausgebrachtes Album "25" wurde in den USA mehr als zehn Millionen Mal verkauft. Wie ihr Pressesprecher mitteilte, verlieh der Verband der Musikindustrie in Amerika (RIAA) Adele dafür eine Diamant-Schallplatte bei einer Zeremonie in der New Yorker Mehrzweckarena Madison Square Garden, wo sie gerade sechs ausverkaufte Konzerte absolvierte. Die Recording Industry Association of America bescheinigte Adele zudem, dass sich ihr Album "21" in den USA, dem weltweit größten Musikmarkt 14 Millionen Mal verkauft habe. Die Sängerin hatte sich in einem ungewöhnlichen Schritt zunächst geweigert, das Album auf Streamingdienste wie Spotify zu stellen. Dort erschien das Studioalbum - Adeles drittes und das erstes seit mehr als vier Jahren - erst im Juni.

Rechtsstreit um Gurlitt-Erbe zieht sich hin

Neuer Termin im Oktober

Der jahrelange Rechtsstreit um das Erbe des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt zieht sich weiter hin. Das Oberlandesgericht München setzte einen weiteren Verhandlungstermin für Mitte Oktober an. Am Dienstag hatte das Gericht zwei Zeugen und einen gerichtlichen Sachverständigen gehört. Gurlitt hatte seine millionenschwere Sammlung dem Kunstmuseum Bern hinterlassen. Seine Cousine Uta Werner ficht das Testament aber an, weil sie glaubt, dass Gurlitt nicht testierfähig war. 2013 war bekannt geworden, dass in Gurlitts Schwabinger Wohnung mehr als 1200 Kunstwerke gefunden wurden. Viele davon standen - und stehen auch heute noch - im Verdacht, Nazi-Raubkunst zu sein. Gurlitt starb im Mai 2014.

Sotheby's versteigert Werke von Ernst Ludwig Kirchner

"Zwei Frauen" für 157 300 Euro

In London sind bedeutende Werke des deutschen Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) versteigert worden. Im Rahmen der Auktion "Prints and Multiples" verkaufte das Aktionshaus Sotheby's fünf Druckarbeiten Kirchners für rund 460 000 Euro. Unter ihnen waren die seltenen Werke "Zwei Frauen" und "Promenade vor dem Café", die für je 157 300 Euro den Besitzer wechselten. Ein weiteres, "Segelboote bei Fehmarn", verkaufte sich für 21 500 Euro. Es stammt aus dem Besitz des Westdeutschen Rundfunks Köln. Auch drei Werke des norwegischen Künstlers Edvard Munch (1863-1944) kamen unter den Hammer bei Sotheby's. Das Gemälde "Two Human Beings. The Lonely Ones" ging für rund 1,8 Millionen Euro an einen europäischen Käufer. Damit ist es eines der fünf am teuersten verkauften Werke Munchs. Weitere Highlights der Auktion waren Arbeiten von Andy Warhol, Pablo Picasso, Salvador Dali und Joseph Beuys.

Kulturnachrichten hören

September 2016
MO DI MI DO FR SA SO
29 30 31 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 1 2

Fazit

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur