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Kulturnachrichten

Montag, 19. September 2016

Jo Fabian wird neuer Schauspieldirektor in Cottbus

Der Regisseur soll sein Engagement am Staatstheater im August 2017 beginnen

Theaterregisseur Jo Fabian wird neuer Schauspieldirektor am Staatstheater Cottbus. Der Stiftungsrat der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus stimmte dem Intendantenvorschlag zu, teilte das Staatstheater mit. Fabians Engagement soll im August 2017 beginnen. Er löst den Schauspieldirektor Mario Holetzeck ab, dessen Vertrag ausläuft. Intendant Martin Schüler erhofft sich nach eigenen Angaben mit Fabian einen positiven "Schub" in der Schauspiel-Sparte. Der Choreograph und Regisseur Fabian wurde 1960 in Ost-Berlin geboren. Bevor er in den 1980er Jahren in der DDR zu inszenieren begann, arbeitete er als Schauspieler. Das Theater in Cottbus ist das einzige Staatstheater in Brandenburg.

Erste Pläne für Berliner Staatsballett ab 2019 bekannt

Zuvor hatten die Tänzer ein geplantes Treffen mit Sasha Waltz und Johannes Öhman abgesagt

Nach der Absage eines für Dienstag vorgesehenen Treffens mit Vertretern des Ballett-Ensembles veröffentlichten die künftigen Ko-Intendanten ein Schreiben an die Tänzer mit ersten konzeptionellen Vorstellungen ab Sommer 2019: Ihr Ziel sei es, das klassische Erbe zu pflegen und "gleichzeitig Neukreationen der besten heutigen Choreographen" zu erarbeiten. Außerdem warben die designierten Intendanten Sasha Waltz und Johannes Öhmann für einen offenen und konstruktiven Dialog mit dem Ensemble. "Wir finden es bedauernswert, dass der aktuelle Ton, der aggressive Diskurs und die Verbreitung von Desinformation das Ansehen der Institution Staatsballett schädigt", heißt es in dem Schreiben weiter. Gegen die Ernennung von Waltz und Öhmann protestiert das Ballettensemble unter anderem mit einer Online-Petition.

Autor und Illustrator Kleist erhält Heinemann-Preis

Reinhard Kleist wird für seine Graphic Novel "Der Traum von Olympia" ausgezeichnet

Der Berliner Autor und Illustrator Reinhard Kleist ist mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher 2016 ausgezeichnet worden. Kleist erhielt den mit 7.500 Euro dotierten Preis in Köln für seine Graphic Novel "Der Traum von Olympia". Das Buch erzählt die Geschichte der somalischen Sprinterin und Olympia-Teilnehmerin Samia Yusuf Omar, die im Alter von 21 Jahren auf der Flucht nach Europa vor der Küste Maltas ertrank. NRW-Kulturministerin Christina Kampmann überreichte die Auszeichnung im Deutschen Sport- und Olympiamuseum in Köln. Kleists Buch berühre zutiefst, würdigte Kampmann den Preisträger. Durch den Comicstil gelinge es dem Autor, Jugendlichen die Geschichte von Samia einfühlsam, diskret und zugleich ungemein eindrücklich nahe zu bringen. Der Gustav-Heinemann-Friedenspreis gilt als eine der wichtigsten friedenspolitischen Auszeichnungen für Kinder- und Jugendbücher. Die Ehrung wird seit 1983 von der nordrhein-westfälischen Landesregierung vergeben und erinnert an den ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann (1899-1976).

Profiler: Mord an Ötzi war "heimtückisch"

Aus banalen Motive wie heute

Ötzi wurde vermutlich aus "heimtückischen" Motiven umgebracht. Grund sei eine "persönliche Konfliktsituation" gewesen, sagte der Münchner Profiler und Hauptkommissar Alexander Horn in Bozen zum 25. Jahrestag der Entdeckung der Gletschermumie. "Es ist wahrscheinlich, dass er (der Mord an Ötzi) ähnlich banal ablief wie andere Morde heutzutage auch." Neid, Zurückweisung oder Kränkung könnten ein Motiv der Tat gewesen sein. Ob eine Beziehungstat oder gar eine Frau hinter der Tötung steckt, sei nicht zu sagen. "Dazu müsste man das Opferumfeld befragen, und das gibt es ja in diesem Fall nicht." Der Mann aus dem Eis wurde am 19. September vor 25 Jahren in der italienisch-österreichischen Grenzregion in den Alpen gefunden. Er ist etwa 5300 Jahre alt. Zum Jubiläum läuft in Bozen, wo Ötzi im Archäologiemuseum ausgestellt ist, ein Mumienkongress.

Weitere Sanierung von Wasserschloss Großkmehlen

Das Baudenkmal erhält weitere Fördergelder aus dem EU-Programm Leader

Das Wasserschloss Großkmehlen (Oberspreewald-Lausitz) wird bis 2018 weiter saniert. Für verschiedene Baumaßnahmen erhält die Deutsche Stiftung Denkmalschutz rund 960 000 Euro aus Mitteln des EU-Programms Leader, wie das Brandenburger Umweltministerium mitteilte. Damit werden Umbauten im Umfang von rund 1,1 Millionen Euro unterstützt. Das Mitte des 16. Jahrhunderts errichtete dreigeschossige Schloss gehörte bis nach dem Zweiten Weltkrieg der fürstlichen Familie Lynar. Nach der Enteignung in der DDR diente das Bauwerk als Pflege- und Altersheim. Ab 1993 stand es leer, 1997 wurde der Landkreis Eigentümer. Im Jahr 2000 übernahm es die Brandenburgische Schlösser GmbH, deren Hauptgesellschafter die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist. Bislang flossen rund zwölf Millionen Euro in die Sanierung des Baudenkmals; davon stammen fünf Millionen Euro aus dem Programm Leader.

Deutscher Kulturrat fordert Kultursenator für Berlin

Berlin brauche ein eigenständiges Kulturressort

Der Deutsche Kulturrat hat nach der Berlin-Wahl einen eigenen Kultursenator für die Hauptstadt gefordert. "Das wäre ein Gewinn für die Stadt und ein positives Signal für das ganze Land, dass Kulturpolitik wirklich wichtig genommen wird", sagte Verbandsgeschäftsführer Olaf Zimmermann der Deutschen Presse-Agentur. Seit 2006 ist in Berlin der Regierende Bürgermeister zugleich Kultursenator. "Das ist der Aufgabe nicht zuträglich", so Zimmermann, "nicht, weil der Regierende Bürgermeister das nicht kann, sondern weil er naturgemäß nicht genügend Zeit dafür hat." Die Voraussetzungen sind nach Ansicht des Kulturrats gut, nachdem durch eine Verfassungsänderung 2014 die Zahl der möglichen Senatorenposten von acht auf zehn erhöht wurde. "Wir erwarten, dass die neue Regierung diese Chance für ein eigenständiges Kulturressort nutzt", sagte Zimmermann. Der Deutsche Kulturrat ist die Vertretung von mehr als 200 Bundeskulturverbänden.

Schriftsteller Abbas Khider wird Mainzer Stadtschreiber

Der Stadtschreiber-Literaturpreis von ZDF, 3SAT und der Stadt Mainz ist mit 12.500 Euro dotiert

Der deutsch-irakische Schriftsteller Abbas Khider ist zum Mainzer Stadtschreiber für das Jahr 2017 gewählt worden. Der Autor erzähle "in einer musikalischen und schlanken Sprache" anrührende Geschichten von Menschen, die unter Verfolgung und Vertreibung leiden müssen, begründete die Jury des Literaturpreises in Mainz ihre Wahl: "Er verleiht mit Sensibilität, Humor und Sympathie den Heimatlosen eine authentische, unüberhörbare Stimme." In seinem ersten Roman "Der falsche Inder" thematisierte der Autor seine eigene jahrelange Flucht. In dem Buch "Die Orangen des Präsidenten" schildert er den Irak seiner Jugendzeit. Khiders jüngstes Werk "Ohrfeige" erschien 2016. Für seine Arbeiten erhielt er bereits mehrere Literaturpreise. Als 33. Mainzer Stadtschreiber wird der in Berlin lebende Abbas Khider Nachfolger von Clemens Meyer.

"La La Land" gewinnt Toronto Filmfestival

Das Musical von Damien Chazelle wurde vom Publikum als Sieger gekürt

Das Musical "La La Land" von US-Regisseur Damien Chazelle hat das 41. Toronto International Film Festival (TIFF) gewonnen. Die "La La Land"-Hauptdarsteller Emma Stone und Ryan Gosling begeisterten in der beschwingten Romanze singend und tanzend das Publikum der kanadischen Metropole, das traditionell an Stelle einer Jury den Gewinnerfilm wählt. "La La Land" erzählt die Liebesgeschichte eines Jazz-Enthusiasten und einer jungen Schauspielerin. Beim elftägigen Festival wurden in diesem Jahr 397 Filme, darunter 36 deutsche Produktionen und Koproduktionen, aus insgesamt 83 Ländern präsentiert. Unter anderem hatte der deutsche Beitrag "Marie Curie" von Regisseurin Marie Noëlle Weltpremiere gefeiert.

"Game of Thrones" erneut beste Drama-Serie

Fantasy-Serie ist neuer Rekordgewinner der Emmy-Awards

Bei der Emmy-Verleihung in Los Angeles hat "Game of Thrones" einen neuen Rekord aufgestellt. Die Fantasy-Serie hat jetzt insgesamt 38 Emmys gewonnen, so viele wie keine andere Serie zuvor. In diesem Jahr wurde sie wie im Vorjahr als beste Drama-Serie ausgezeichnet. Außerdem gewann sie die Preise für die beste Regie und das beste Drehbuch im Bereich Drama. Als beste Comedy-Serie wurde die Politiksatire „Veep" geehrt. Beste Hauptdarsteller in Drama-Serien wurden Rami Malek für seine Rolle in "Mr. Robot" und Tatiana Maslany für ihre Rolle in "Orphan Black". Vier Preise bekam "The People v. O.J. Simpson: American Crime Story", eine Miniserie über den Prozess gegen den früheren Footballstar.

Neue Suche nach Grab von Dichter Lorca in Andalusien

Seit 80 Jahren bleibt der Leichnam des Dichters verschwunden

Ein Expertenteam hat in der spanischen Region Andalusien die Suche nach dem Grab des Dichters Federico García Lorca (1898-1936) wieder aufgenommen. Der Verbleib des Leichnams gilt als eines der großen Geheimnisse aus der Zeit des spanischen Bürgerkriegs. Die Grabungen hätten am frühen Sonntagmorgen in der Nähe der Stadt Granada begonnen, zitierte die Nachrichtenagentur efe den Archäologen Javier Navarro, der die Suche leitet. "Das ist, als würde man eine Nadel im Heuhaufen suchen", sagte er im Vorfeld der Grabungen der Deutschen Presse-Agentur. Die genaue Stelle ist bis heute unbekannt und bleibt ein Mysterium, das Wissenschaftler schon lange zu lüften versuchen. Suchaktionen in den Jahren 2009 und 2014 waren ergebnislos geblieben. Nach neuen Hinweisen gräbt Navarros Team nun etwa 500 Meter von der Stelle entfernt, an der 2009 gesucht worden war. Lorca war vor fast genau 80 Jahren zu Beginn des spanischen Bürgerkrieges von Schergen des späteren Diktators Franco kaltblütig erschossen worden und in einem Massengrab verscharrt. Lorca gilt bis heute als der meistübersetzte spanische Lyriker.

Gedenktafel für David Bowie zerstört

Scherben auf dem Gehweg

Die erst vor vier Wochen in Berlin enthüllte Gedenktafel für den im Januar verstorbenen Musiker David Bowie ist weg. Auf dem Gehweg fanden sich nur noch ein paar Scherben der weißen Porzellantafel. Unklar war demnach, ob versucht wurde, die Tafel zu stehlen. Laut Polizei gab es zunächst auch keine Hinweise, ob die Tafel mutwillig zerstört wurde. Es wird wegen des Verdachts der Sachbeschädigung ermittelt. Die Gedenktafel war erst Ende August am früheren Wohnhaus von Bowie in Berlin-Schöneberg enthüllt worden, wo die britische Pop-Ikone zeitweise in den 70er Jahren lebte.

Islamexperte warnt vor Dschihadismus in Europa

Gilles Kepel: Sie wollen Bürgerkrieg und Zerstörung

Der französische Sozialwissenschaftler, Gilles Kepel, hat in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" vor "Dschihadismus der dritten Generation" gewarnt. Seiner Ansicht nach habe sich der Terror-Mechanismus "radikal verändert", was "weder die Geheimdienste noch die Politiker verstanden" hätten. "Zum ersten Mal ist es schwer, die Tatsachen zu ignorieren, was lange, zu lange getan wurde", so Kepel. Der Islamexperte erinnert an den Aufruf des Anführers des globalen Dschihad, al-Suri, zu "autonomen Attacken im unmittelbaren Umfeld, gerne auch mit einfachen Mitteln": "Als Zielscheibe designiert al-Suri Europa, den 'weichen Bauch' des Okzidents", betonte Kepel. "Dieser Terrorismus aus der Mitte heraus werde zu gewaltsamen Reaktionen der Gesellschaft führen, wodurch die Muslime sich noch stärker ausgegrenzt fühlen und sich deshalb hinter den Radikalen versammeln würden", so Kepel weiter unter der Berufung auf al-Suri. Das Endziel dieses "Dschihadismus der dritten Generation" sei "der Bürgerkrieg und die Zerstörung Europas, auf dessen Ruinen man dann das Kalifat erreichen könnte", unterstrich der Islamexperte.

Star-Architekt Kollhoff beklagt Verfall der Baukunst

Wiederaufbau des Berliner Schlosses als positiv bewertet

Der Architekt Hans Kollhoff (70) sieht schwarz für die Zukunft des Städtebaus in Deutschland. Man habe hierzulande die Architektur in zwei Schritten "abgeschafft", beklagte Kollhoff in der "Welt am Sonntag". Die erste Phase sei mit dem Namen des französischen Architekten Le Corbusier (1887-1965) verbunden, dessen Ideen das "Gegenteil von traditioneller Architektur" gewesen seien. Der zweite Schritt "kam nach dem Dritten Reich, als das architektonische Kompendium entsorgt wurde, weil es als kontaminiert galt. Davon haben wir uns noch nicht wieder erholt", sagte Kollhoff. Erschwerend komme "die Angst vieler meiner Kollegen, kein moderner Architekt mehr zu sein". Im Hinblick auf den umstrittenen Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses zeigte sich Kollhoff optimistisch. "Wir haben heute überhaupt nicht die Voraussetzungen, anstelle des Schlosses etwas anderes dorthin zu setzen, was auch vernünftig wäre", sagte der Architekt. "Ein modernistischer Entwurf" wäre seiner Ansicht nach "in die Hose gegangen". Man müsse zur Kenntnis nehmen, dass sich das Schloss in eine Jahrhunderte währende städtebauliche Entwicklung eingefügt und den dort vorhanden Raum sinnvoll besetzt habe, betonte Kollhoff. Inwieweit der Bau seines Kollegen Franco Stella den Ansprüchen genüge, "muss man sehen, wenn es fertig ist".

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