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Kulturnachrichten

Samstag, 3. September 2016

Can Dündars Ehefrau Ausreise verweigert

Polizei erklärt Pass für ungültig

Der Ehefrau von Can Dündar, des ehemaligen Chefredakteurs der regierungskritischen türkischen Zeitung "Cumhuriyet", ist die Ausreise aus der Türkei verwehrt worden. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, die Polizei habe am Istanbuler Atatürk-Flughafen den Reisepass von Dilek Dündar eingezogen, als sie nach Berlin fliegen wollte. Dilek Dündar habe den Flughafen daraufhin wieder verlassen. Ex-Chefredakteur Can Dündar kritisierte auf Twitter: "Sie haben meine Frau als Geisel genommen." Der Journalist sprach vom "Gesetz des Dschungels", das inzwischen in der Türkei herrsche. "Cumhuriyet" berichtete am Samstag, Dilek Dündars Reisepass sei von der Polizei am 22. August für ungültig erklärt worden. Can Dündar hatte einige Tage zuvor während einer Europareise mitgeteilt, er trete von seinem Posten als Chefredakteur zurück und werde nicht in die Türkei zurückkehren, solange der dort nach dem Putschversuch verhängte Ausnahmezustand gilt. Als Grund nannte er unter anderem, dass er das Vertrauen in die türkische Justiz verloren habe.

Abschied von Sänger Juan Gabriel

Trauerfeier für Mexikos Musik-Legende

Mehrere Zehntausend Menschen haben im mexikanischen Ciudad Juárez Abschied von dem beliebten Sänger und Komponisten Juan Gabriel genommen. Sie legten vor seinem Haus Blumen nieder, sangen und tanzten. Der Künstler war am vergangenen Sonntag im Alter von 66 Jahren in den USA nach einem Herzinfarkt gestorben. Nach einer privaten Zeremonie der Familie, einer Messe und einem Konzert soll die Asche des Sängers nach Mexiko-Stadt gebracht werden. Dort ist morgen eine Hommage im Palast der Schönen Künste geplant. Gabriel war einer der beliebtesten Künstler Lateinamerikas. Sein Repertoire reichte von Boleros bis zu Mariachi-Musik. Zu seinen bekanntesten Stücken zählen "Amor eterno" , "Hasta que te conocí" oder "Se me olvidó otra vez".

John le Carré: Erfolg dank schwerer Kindheit

Autobiografie jetzt veröffentlicht

John le Carré ("Der Spion, der aus der Kälte kam") führt seinen Erfolg als Schriftsteller teilweise auch auf seine schwere Kindheit zurück. Das geht aus der Autobiografie des 84-jährigen Briten hervor, die in der kommenden Woche auch in Deutschland erscheint und nun in Auszügen vom britischen Guardian veröffentlicht wurde. In "The Pigeon Tunnel: Stories from my Life" ("Der Taubentunnel: Geschichten aus meinem Leben", Ullstein) gesteht le Carré, dass er in seiner Kindheit "keine Zuneigung empfand, außer für seinen älteren Bruder", der zeitweise sein einziger Elternersatz gewesen sei. Seine Mutter Olive habe die Familie verlassen, als le Carré fünf Jahre alt war. Vater Ronnie sei ein gewalttätiger, notorischer Hochstapler gewesen, der mehrfach im Gefängnis saß. Doch genau diesen Umständen will le Carré die Inspiration für seine Karriere als Schriftsteller verdanken. Wenn die Kindheit das Guthabenkonto für einen Autor sei, "dann wurde ich als Millionär geboren", schreibt le Carré.

Schauspieler Jon Polito ist tot

Schauspieler war bekannt aus Filmen der Coen-Brüder

Der US-Schauspieler Jon Polito ist tot. Er starb im Alter von 65 Jahren an Krebs, wie seine Managerin mitteilte. Während seiner mehr als 35-jährigen Karriere wirkte Polito an mehr als 100 Filmen und dutzenden Serien und Broadway-Shows mit. Oft wurde er als Gangster oder Polizist besetzt. Sein Markenzeichen war sein dünner Schnauzbart. Bekannt war er vor allem aus Filmen der Coen-Brüder, unter anderem aus "Miller's Crossing", "The Big Lebowski" und "The Man Who Wasn't There".

Jennifer Rostock wehren sich gegen Drohungen

Band hatte mit Anti-AfD-Song einen Netzhit gelandet

Nach der Veröffentlichung eines AfD-kritischen Liedes will sich die Band Jennifer Rostock juristisch gegen Drohungen wehren. "Das ist nicht unser erster Shitstorm und sicherlich auch nicht unser letzter. Wenn Jennifer in ihrem Briefkasten Drohungen auffindet, ist das allerdings etwas anderes. Alles, was strafrechtlich relevant ist, wird von uns deshalb verfolgt", sagten Bandmitglieder dem Spiegel. Die Sängerin der Band, Jennifer Weist, hatte zuvor einen beleidigenden Brief, der an sie adressiert war, im Internet veröffentlicht. Jennifer Rostock hat mit ihrem Anti-AfD-Song einen Netzhit gelandet. Darin warnt die Band, bei den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin für die rechtspopulistische AfD zu stimmen. Das Video wurde bislang mehr als 12 Millionen Mal geklickt.

Geheimnisvolles Voynich-Manuskript wird reproduziert

Das Buch aus dem 15. Jahrhundert kann keiner lesen

Der kleine spanische Verlag Siloé hat angekündigt, das Voynich-Manuskript, eines der rätselhaftesten Schriftstücke der Welt, zu verlegen. Benannt ist die Schrift nach dem Antiquar Wilfrid Voynich. Es umfasst mehr als 200 eng beschriebene Seiten in einer unbekannten oder verschlüsselten Sprache, mit ausklappbaren Karten, Zeichnungen von Pflanzen, nackten Frauen und Sternen. Die Schrift wurde nie entschlüsselt, die abgebildeten Pflanzen wurden nirgendwo gesichtet, und die astronomischen Tafeln ergeben keinen Sinn. Die jahrhundertealten Pergamentseiten werden von der Beinecke-Bibliothek der Yale-Universität in den USA verwahrt. Zehn Jahre lang bemühte sich der auf alte Schriften spezialisierte Siloé-Verlag aus dem nordspanischen Burgos, eine Kopie des Manuskripts anfertigen zu dürfen. Nun hat er die Erlaubnis dafür bekommen. Siloé will das erste Faksimile in eineinhalb Jahren fertig haben, insgesamt wird es 898 Kopien zu einem Preis von je 7000 bis 8000 Euro geben. Fast 300 Exemplare sind schon vorbestellt.

Matthias Brandt: Elternhaus überbewertet

Buch über Kindheit des Schauspielers erschienen

Für den Schauspieler Matthias Brandt (54) war es nichts Besonderes, als Sohn von Bundeskanzler Willy Brandt aufzuwachsen. "Die Besonderheit wird ja von außen herangetragen. Mir ging das eher auf die Nerven, so herausgehoben zu werden aufgrund einer Tatsache, für die ich nichts konnte", sagte er ("Polizeiruf 110") der Süddeutschen Zeitung. Die angebliche Besonderheit, als Kind eines bekannten Politikers aufzuwachsen, sei auch überbewertet. "Wäre ich in eine andere Umgebung hineingeboren, wäre ich letztlich genauso geworden." Brandt hat ein Buch ("Raumpatrouille") über seine Kindheit in Bonn geschrieben, das jetzt erschienen ist. Darin spielt der berühmte Vater eher eine Nebenrolle: "Es ist ja kein Buch über meinen Vater." Es gehe um kindliche Wahrnehmung - "und in der kommt in meinem Fall unter anderem Willy Brandt vor".

Deutsches Kinderwagenmuseum öffnet nach Umbau

200 000 Euro kostete die Modernisierung

Nach knapp einjähriger Umbaupause ist das Deutsche Kinderwagenmuseum in Zeitz offiziell neu eröffnet worden. Rund 200 000 Euro vom Land Sachsen-Anhalt, dem Burgenlandkreis und der Stadt Zeitz flossen in die Umgestaltung und Modernisierung der Ausstellung. Auf rund 600 Quadratmetern sind etwa 600 der mehr als 1000 Sammlungsstücke zu sehen, digitale Tafeln sowie Fotos und Videos ergänzen die Schau. Nach der offiziellen Eröffnung ist das Museum ab Sonntag für alle Besucher zugänglich. Im ersten Teil der Schau wird der Kinderwagenbau in Zeitz von 1846 bis 1946 beleuchtet. Ein zweiter Teil soll nach Angaben der Organisatoren im kommenden Jahr folgen. Zeitz gilt als Deutschlands ältestes und bedeutendstes Zentrum der Kinderwagenproduktion. Als Geburtsland des modernen Kinderwagens gilt England.

Religionskritiker Dawkins: keine Angst vor dem Tod

Der Biologe freut sich aber auch nicht auf das Sterben

Richard Dawkins, britischer Evolutionsbiologe und Religionskritiker, hat laut eigener Aussage keine Angst vor dem Tod. Allerdings freue er sich nicht auf das Sterben, räumte Dawkins in der Süddeutschen Zeitung ein. "Aber wenn man dann tot ist, ist das auch nicht schlimmer, als es zur Zeit der Dinosaurier war. Da ist einfach nichts." Auf die Frage, was er als bekennender Atheist Gott sagen würde, wenn es ihn denn doch gebe und er ihn nach dem Tode treffen würde, antwortete Dawkins: "Welcher Gott bist du? Bist du Apollo? Thor? Oder Baal? Und dann würde ich ihn bitten, mir etwas wirklich Spannendes über Physik zu erzählen."

Band Beginner wünscht Kindern Langeweile

Jan Delay sieht aber keinen Generationenkonflikt

Die Mitglieder der Hamburger Band Beginner sind froh, nicht heute aufwachsen zu müssen. "Wenn ich Kinder hätte, würde ich ihnen die Langeweile wünschen, die ich ab und an hatte", sagt Guido Weiß alias DJ Mad der Bielefelder Zeitung Neue Westfälische. Denn in dieser Ruhe der Langeweile habe er diese "spackigen Ideen entwickelt, wie an Samplern rumzufrickeln". Bandkollege Jan Delay will aber keinen Generationenkonflikt herbeireden: "Es gibt immer, egal in welche Generation man schaut, Konflikte mit dem Neuen." Nach 13 Jahren stehen Beginner wieder an der Spitze der deutschen Charts. Ihr neues Album "Advanced Chemistry" ist Ende August erschienen.

Karel Gott wieder gesund

Ende 2015 war bei dem Sänger Lymphkrebs festgestellt worden

Dem tschechischen Schlagerstar Karel Gott geht es besser. "Mein Krebs ist ausgeheilt", sagte der 77-Jährige bei einem Besuch in Berlin der Bild-Zeitung. "Dafür tut mir jetzt jeden Tag eine andere Stelle meines Körpers weh, was in meinem Alter normal ist", so der Sänger. Das sei der Beweis, dass er gesund sei. Der Tscheche, bei dem Ende 2015 ein Lymphkrebs festgestellt worden war, denkt bereits wieder ans Auftreten: "Ohne großen Rummel möchte ich zurück auf die Bühne", sagte der beliebte Tenor. Für den Anfang wünsche er sich eine Clubatmosphäre - "ohne großes Feuerwerk". Seit seinem ersten Auftritt in einem Prager Tanzcafé 1958 hat Karel Gott ein Millionenpublikum für sich gewonnen. Er sang Hits wie "Lady Carneval", "Fang das Licht" und "Für immer jung".

Rockduo Hall & Oates auf "Walk of Fame"

US-Musiker haben mehr als 80 Millionen Tonträger verkauft

Das Rock-Duo Hall & Oates ist auf dem "Walk of Fame" mit einem Stern geehrt worden. Dies sei eine große Ehre, für ihn, sagte John Oates bei der Zeremonie am Freitagabend in Hollywood. Seit 1972 haben John Oates und Daryl Hall 21 Alben aufgenommen, die sich insgesamt mehr als 80 Millionen mal verkauften. Zu ihren großen Hits zählen "Maneater" und "Out of Touch". Das Duo tritt bis heute gemeinsam bei Konzerten auf. 1987 wurden Hall & Oates vom Verband der US-Plattenindustrie zum bestverkauften Duo aller Zeiten erklärt - eine Einstufung, an der sich bis heute nichts geändert hat.

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Fazit

Margaret Atwood wird 80Humanistin und hellsichtige Mahnerin
Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood (picture alliance / AP / Invision / Arthur Mola)

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