Seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Mittwoch, 11.12.2019
 
Seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Kulturnachrichten

Freitag, 2. September 2016

Glasbrücke in China vorübergehend gesperrt

Probleme bei Software und Hardware nach Besucheransturm

Die weltweit höchste und längste Glasbrücke in China ist nach nicht einmal zwei Wochen wegen zu hohen Touristenandrangs vorübergehend geschlossen worden. Statt der erlaubten 8000 Besucher seien täglich mehr als 10 000 gekommen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf die Betreiber der Brücke. Das habe Probleme bei Software und Hardware verursacht. Das Bauwerk bleibe daher vorübergehend gesperrt. In der Zwischenzeit werde ein System-Upgrade vorgenommen. Die 430 Meter lange und sechs Meter breite Brücke mit Bodenplatten aus durchsichtigem Glas war erst am 20. August eröffnet worden. Sie hängt 300 Meter über einem Canyon im Nationalpark Zhangjiajie in der südchinesischen Hunan-Provinz.

Jüdisches Museum Frankfurt weicht auf Schiff aus

Sechs Wochen lang ein "Pop Up Boat" des Erweiterungsbaus

Das Jüdische Museum Frankfurt am Main, das derzeit wegen Sanierung und Erweiterung geschlossen ist, beschreitet einen ungewöhnlichen Weg, um mit Interessierten ins Gespräch zu kommen. In Anlehnung an die jüdische Tradition des Zeltes oder der Laubhütte, die an die israelitische Wüstenwanderung erinnert, beziehe das Museum ein Schiff neben dem Eisernen Steg auf dem Main, wie Direktorin Mirjam Wenzel sagte. Es werde sechs Wochen lang zum "Pop Up Boat" des Erweiterungsbaus, der Ende 2018 eröffnet werden soll. An Bord finden Lesungen, Filmvorführungen, Konzerte, Performances, Gespräche und Podiumsdiskussionen statt. Das Schiff öffnet am 4. September, dem Europäischen Tag der Jüdischen Kultur, und schließt zu Beginn des Laubhüttenfestes (Sukkot) am Sonntag, 16. Oktober.

Bushido-Album als jugendgefährdend eingestuft

Bundesprüfstelle hatte "Sonny Black" auf den Index gesetzt

Das Verwaltungsgericht Köln hat die Indizierung eines Bushido-Albums durch die Bundesprüfstelle als gerechtfertigt eingestuft. Die Bonner Behörde hatte das 2014 erschienene Album "Sonny Black" auf die Liste der jugendgefährdenden Medien gesetzt.Die Prüfstelle stufte die Liedtexte als verrohend, gewaltverherrlichend und diskriminierend ein. Dagegen klagte der Rapper. Das Verwaltungsgericht wies die Klage jedoch ab. Bushido, der nicht selbst im Gericht erschien, kann gegen die Entscheidung Berufung beim Oberverwaltungsgericht Münster einlegen.

Jackie Chan bekommt Oscar für Lebenswerk

Verleihung im November

Der Schauspieler Jackie Chan (62, "Rush Hour") erhält einen Oscar für sein Lebenswerk. Das teilte die Academy mit. Chan steht seit seinem achten Lebensjahr vor der Kamera und wirkte in mehr als 150 Filmen mit. Mit dem sogenannten Govenors Award werden in diesem Jahr auch Cutterin Anne V. Coates, Casting-Direktorin Lynn Stalmaster und der Dokumentarfilmer Frederick Wiseman geehrt. Die Ehrenpreise werden im November zum achten Mal verliehen. In der Vergangenheit ehrte die Academy unter anderem den Regisseur Francis Ford Coppola, die TV-Moderatorin Oprah Winfrey und Schauspielerin Angelina Jolie mit dem Govenors Award.

Verleumdungsprozess gegen "Rolling Stone"-Magazin

Musikmagazin hatte falsch recherchiert

Das US-Magazin "Rolling Stone" muss sich wegen seines Berichts über eine angebliche Gruppenvergewaltigung einem Verleumdungsprozess stellen. Ein Richter im Bundesstaat Virginia lehnte den Antrag des Magazins ab, die Verleumdungsklage einer Studentenverbindung über 25 Millionen Dollar (22,3 Millionen Euro) zurückzuweisen. "Rolling Stone" hatte im November 2014 über die angebliche Vergewaltigung einer Frau in der Burschenschaft der Universität von Virginia berichtet, die mit einem vorübergehenden Verbot der Studentenverbindungen reagierte. Ermittlungen der Polizei erbrachten jedoch keinerlei Beweise für eine Vergewaltigung. Die einzige wesentliche Quelle des Magazins war das angebliche Opfer, das sich aber weigerte, mit der Polizei zu sprechen. Das Magazin zog seinen Bericht schließlich zurück und bat um Entschuldigung.

Expertentagung zu Clara und Robert Schumann

22. Treffen der Schumannforschung in Zwickau

In Robert Schumanns Zwickauer Geburtshaus diskutieren Wissenschaftler über das berühmte Künstlerehepaar Clara und Robert Schumann (1810-1856). Zwölf Experten aus ganz Deutschland werden bis Sonntag neue Erkenntnisse und Ansichten vorstellen, sagte Schumannhaus-Leiter Thomas Synofzik der dpa. Dabei gehe es beispielsweise um unterschiedliche Auffassungen des Paares, welche Klavierwerke Roberts durch Clara aufgeführt werden sollten. Möglich werde das durch die Korrespondenz zwischen den Eheleuten, die seit 2015 erstmals vollständig im Rahmen der Schumann-Briefedition vorliegt. Seit 1976 treffen sich in Zwickau regelmäßig Fachleute der Schumann-Forschung. Die 22. Arbeitstagung ist öffentlich. Der Eintritt zu allen Vorträgen sowie zu einem Konzert am Samstagabend mit der koreanischen Pianistin Daeun Song ist kostenfrei.

Neues "Jugendwort des Jahres" gesucht

Ganz vorn liegt "Tintling" als Bezeichnung für einen Tätowierten

Der Langenscheidt-Verlag sucht wieder nach dem "Jugendwort des Jahres". In einer Online-Abstimmung stehen 30 verschiedene Begriffe zur Wahl - darunter "Hopfensmoothie" als Bezeichnung für Bier, "Tindergarten" für eine Sammlung von Onlinedating-Kontakten, "Vollpfostenantenne" für einen Selfiestick und "Banalverkehr" für eine belanglose Kommunikation im Chat. Mit großem Abstand vorne lag einen Tag nach dem Start das Wort "Tintling" als Bezeichnung für einen Tätowierten. Die Abstimmung läuft bis zum 31. Oktober - die endgültige Entscheidung trifft aber eine Jury. Im vergangenen Jahr kürte sie mit "Smombie" ein Kunstwort aus Smartphone und Zombie, das jemanden beschreibt, der von seiner Umwelt nichts mehr mitbekommt, weil er nur noch auf sein Smartphone starrt.

Athen vergibt TV-Lizenzen

Reeder und Bauunternehmer wieder dran

Nach einem fast 66-stündigen Auktionsmarathon hat die Regierung in Athen vier TV-Lizenzen für zehn Jahre an private Unternehmen vergeben. Dies teilte ein Regierungssprecher am frühen Morgen mit. Der griechische Staat soll insgesamt 246 Millionen Euro für die neuen Lizenzen erhalten. Die Gewinner der neuen Lizenzen sind drei Reeder und ein Bauunternehmer. Die gesamte Opposition und der Journalistenverband kritisierten die Reduzierung der Zahl der Lizenzen von bislang sieben auf vier. Wegen der Schließung einiger Sender werden Hunderte arbeitslos bleiben, hieß es. Über die Rechstmäßigkeit dieses Verfahrens berät nach mehreren Klagen der höchste griechische Gerichtshof. Die Regierung ist dagegen der Ansicht, der griechische TV-Markt sei wegen des Rückgangs der Werbung im Zuge der Finanzkrise nicht in der Lage, alle bisherigen Privatsender zu finanzieren. Regierungschef Alexis Tsipras hat den Besitzern der Privatsender außerdem wiederholt vorgehalten, Teil des etablierten Vetternwirtschaftssystems zu sein.

Deutsch-kubanisches Kulturabkommen droht zu scheitern

Kubanische Regierung lehnt Goethe-Institut in Havanna ab

Das geplante Kulturabkommen zwischen Deutschland und Kuba droht nach Angaben des CSU-Politikers Bernd Fabritius zu scheitern. Entgegen früherer Zusagen wolle die kubanische Regierung nun doch kein Goethe-Institut in Havanna zulassen, sagte der Vorsitzende des Unterausschusses für Auswärtige Kulturpolitik Deutschlandradio Kultur. Ein entkerntes Abkommen werde es aber nicht geben, so Fabritius. "Entweder unterzeichnen wir ein Abkommen, in dem selbstverständlich auch ein Kulturinstitut zugelassen wird, oder wir machen kein Abkommen", sagte er. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) war im Sommer vergangenen Jahres nach Kuba gereist. Beim Gegenbesuch seines kubanischen Kollegen Bruno Rodriguez Parilla im Mai verkündete Steinmeier, das Kulturabkommen könne voraussichtlich noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Das Auswärtige Amt wollte sich laut Deutschlandradio zu den laufenden Verhandlungen nicht äußern.

Gericht untersagt Versandgebühr für Online-Tickets

Landgericht Bremen gibt Verbraucherschützern Recht

Onlineportale für Veranstaltungstickets dürfen nur Versandgebühren verlangen, wenn dafür tatsächlich Kosten entstehen. Wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf mitteilte, erklärte das Landgericht Bremen Versandgebühren für unzulässig, wenn Kunden sich die Tickets selbst ausdrucken. Laut Verbraucherzentrale unterlag damit der Marktführer Eventim. Kunden können sich die Karten zuschicken lassen oder auch direkt selbst ausdrucken. Neben der üblichen Bearbeitungs- und Vorverkaufsgebühr verlangte Eventim für den Selbstausdruck eine "Servicegebühr" von 2,50 Euro. Überhöhte Versandgebühren im Fall der Welttournee 2015 von AC/DC müsse Eventim zurückerstatten. Wegen ähnlicher Praktiken mahnte die Verbraucherzentrale NRW auch andere Internetportale ab.

Buchpreisbindung für E-Books

Am 1.September ist sie in Kraft getreten

Die Buchpreisbindung gilt ab dem 1. September auch für E-Books. "Dies entspricht dem veränderten Leseverhalten der Bürger und stärkt das Kulturgut Buch in seiner Vielfältigkeit und überragenden Bedeutung für unsere Gesellschaft", erklärte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel heute. Nach Angaben des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels sind im vergangenen Jahr etwa neun Prozent mehr elektronische Bücher verkauft worden als im Vorjahr. Der Anteil der E-Books am Büchermarkt lag 2015 bei 4,5 Prozent. Das Buchpreisbindungsgesetz verpflichtet Verlage dazu, für ihre Neuerscheinungen verbindliche Ladenpreise festzusetzen. Dadurch zahlt der Kunde für ein Buch überall denselben Preis - ganz gleich, ob er es nun in einer kleinen Sortimentsbuchhandlung, einem Buchkaufhaus oder über das Internet kauft.

Britischer Künstler gestaltet ARD-Teletext

Dan Farrimond erster "Artist in Residence"

Der britische Künstler Dan Farrimond gestaltet vier Wochen lang Teletext-Kunst für die ARD. Farrimond sei als erster "Artist in Residence" für den Videotext ausgewählt worden, teilte der Senderverbund mit. Er werde im September die Zuschauerinnen und Zuschauer täglich mit neuen Kunstwerken überraschen. Das Werk des Briten umfasse Tausende von Teletext-Bildern. In den vergangenen vier Jahren hatte die ARD jeweils im Sommer ein Teletext-Kunstfestival veranstaltet. 2014 war Farrimond Preisträger des Festivals. Im September werden seine Arbeiten auch im Teletext des Kulturkanals Arte zu sehen sein.

Kulturnachrichten hören

September 2016
MO DI MI DO FR SA SO
29 30 31 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 1 2

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur