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Kulturnachrichten

Samstag, 10. September 2016

Goldener Löwe für philippinisches Drama

Paula Beer als beste Nachwuchsdarstellerin geehrt

Das philippinische Drama "The Woman Who Left" des Regisseurs Lav Diaz hat den Goldenen Löwen der 73. Internationalen Filmfestspiele Venedig gewonnen. Es ist der erste Hauptpreis des Festivals, der an das asiatische Land geht. Als beste Nachwuchsdarstellerin wurde die Deutsche Paula Beer ausgezeichnet. Die 21-Jährige erhielt den Preis für ihre Rolle in dem Drama "Frantz" des Franzosen François Ozon. Es ist erst der dritte Preis für eine deutsche Schauspielerin in Venedig. Der Große Preis der Jury, die zweitwichtigste Auszeichnung des Festivals, ging an den Thriller "Nocturnal Animals" des US-Modedesigners Tom Ford. Als beste Schauspieler wurden die US-Amerikanerin Emma Stone und der Argentinier Oscar Martínez ausgezeichnet. Stone spielt in dem Musical "La La Land" von Damien Chazelle mit; Martínez wurde für seinen Part in der Tragikomödie "El ciudadano ilustre" geehrt. Den Preis für die beste Regie teilten sich der Mexikaner Amat Escalante für "La Región Salvaje (The Untamed)" und der Russe Andrej Kontschalowski für "Paradise". Beides sind deutsche Koproduktionen. Im Wettbewerb hatten 20 Beiträge um die Preise konkurriert. Das Filmfest Venedig ist das älteste der Welt.

Roth kritisiert Kulturstaatsministerin

Museumschef stören Pläne für das Berliner Stadtschloss

Der scheidende Chef des Londoner Victoria and Albert Museums, Martin Roth , will sich politisch stärker engagieren. Dem Spiegel sagte er über seine Zukunftspläne: "Das Thema offene Gesellschaft wird mich beschäftigen, auch und gerade in Deutschland." Er wolle nicht parteipolitisch aktiv werden, "aber doch politischer, als das in meinem angestammten Beruf möglich ist". Roth hatte vor einer Woche überraschend bekanntgegeben, dass er seinen Posten an dem renommierten britischen Museum für Kunst und Design nach fünf Jahren Amtszeit aufgeben will. Die Frage, ob ein besserer Job auf ihn warte, verneinte er. Zugleich holte er zu einem Seitenhieb auf Kulturstaatsministerin Monika Grütters aus: Er selbst "würde den Job sicher deutlich besser machen als die jetzige Amtsinhaberin", sagte er. "Ein sogenanntes Humboldt-Forum einzurichten und die Welt ganz sophisticated mit den Augen Alexander von Humboldts zu betrachten, also aus dem Blickwinkel des 19. Jahrhunderts, reicht momentan nicht mehr aus."

Türkei: Ex-Chefredakteur festgenommen

Eine von zahlreichen Festnahmen seit Putschversuch

Knapp zwei Monate nach dem Putschversuch in der Türkei sind der prominente Journalist Ahmet Altan und sein Bruder, Professor Mehmet Altan, festgenommen worden. Zu den Festnahmen in Istanbul sei es im Zuge der Ermittlungen gegen die Bewegung des Predigers Fethullah Gülen gekommen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Beide seien am 14. Juli in einer Live-Fernsehsendung aufgetreten, wo sie "unterschwellige Botschaften" über den am Tag darauf bevorstehenden Putschversuch verbreitet hätten, für den die Türkei Gülen verantwortlich macht. Die Sendung lief im Gülen-nahen Kanal Can Erzincan TV, der nach dem Putschversuch per Dekret gemeinsam mit Dutzenden anderen Medien wegen angeblicher Verbindungen zu Gülen geschlossen wurde. An der Sendung nahm auch die regierungskritische Journalistin Nazli Ilicak teil, die Ende Juli festgenommen wurde. Sie sitzt inzwischen in Untersuchungshaft und weist jede Verbindung zu Gülen zurück. Ahmet Altan war bis Ende 2012 Chefredakteur der von ihm mitbegründeten Zeitung "Taraf", die Ende Juli ebenfalls per Regierungsdekret geschlossen wurde. Nach dem Putschversuch am 15. Juli wurden zahlreiche Journalisten festgenommen, denen Nähe zu Gülen vorgeworfen wird.

Fatih Akin: Zuschlag für "Tschick" war Schicksal

Ursprünglich sollte jemand anderes das Buch verfilmen

Regisseur Fatih Akin ("Soul Kitchen") hat sich nach eigenen Worten monatelang um die Verfilmung des Bestsellers "Tschick" bemüht. Vor dem Kinostart des Films am kommenden Donnerstag sagte der 43-Jährige in der "NDR Talk Show", er habe jeden Monat beim Verlag Rowohlt angerufen. Ursprünglich sollte David Wnendt ("Feuchtgebiete") die Regie übernehmen. Kurz vor dem Drehstart entschieden sich Wnendt und Produzent Marco Mehlitz aber, nicht mehr gemeinsam an dem Projekt zu arbeiten. Als Akin den Zuschlag bekam, habe er sich gesagt: "Ich wollte den Film unbedingt machen, jetzt schenkt mir das Leben das zurück." Eine Herausforderung: "Drehstart sollte in sieben Wochen sein, normal bereitest du einen Film mindestens sechs Monate, eigentlich ein Jahr lang vor", sagte er im NDR. "Dann habe ich das Drehbuch gelesen und... nun, es war nicht beschissen, aber es war eben auch nicht so, dass man sagt: Lass uns loslegen!" Das Roadmovie "Tschick" basiert auf dem preisgekrönten gleichnamigen Roman von Wolfgang Herrndorf, der 2013 im Alter von 48 Jahren starb.

Grütters will Millionenfonds für Kunstankauf

Anlass für den Vorstoß ist das neue Kulturgutschutzgesetz

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat sich für einen Fonds zum Ankauf national wertvoller Kunst ausgesprochen. "Allerdings sollte das nicht nur eine Sache von Bund und Ländern sein", sagte die CDU-Politikerin in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. "Auch die deutsche Wirtschaft, die ja ein großer und gewichtiger Teil des gesellschaftlichen Gefüges ist, sollte sich darin engagieren." Anlass für den Vorstoß ist das neue Kulturgutschutzgesetz, das besonders bedeutende Werke vor der Abwanderung ins Ausland schützen soll. Grütters hat eigenen Angaben zufolge schon in ihrer Zeit als Vorsitzende des Kulturausschusses im Bundestag für einen solchen Fonds "Nationales Gedächtnis" geworben. "Ich könnte mir vorstellen, dass der Bund zum Beispiel mit 20 Millionen Euro einen Grundstock finanziert. Die Wirtschaft könnte dann über eine Art Beirat abgeflossene Gelder immer wieder auch von der privaten Seite einwerben."

Salzburger Festspiele suchen Präsidenten

Ausschreibung aber wohl nur Formsache

Die Salzburger Festspiele haben die Stelle ihres Präsidenten offiziell ausgeschrieben. Das Kuratorium des Salzburger Festspielfonds veröffentlichte im Amtsblatt der "Wiener Zeitung" eine entsprechende Anzeige. Die Ausschreibung dürfte aber nur Formsache sein, da die noch bis September 2017 amtierende Präsidentin Helga Rabl-Stadler bereits angekündigt hat, sich erneut zu bewerben. Sie ist bereits seit 1995 Präsidentin des weltweit bedeutendsten Theater- und Musikfestivals und hatte zunächst mit einer weiteren Kandidatur gezögert. Im Juli erklärte sie dann, sie komme der einstimmigen Aufforderung des Kuratoriums sowie der Bitte des künftigen Intendanten Markus Hinterhäuser nach.

Lollapalooza-Festival zum zweiten Mal in Berlin

Anwohner hatten sich vergeblich gewehrt

Das amerikanische Festival Lollapalooza kommt an diesem Wochenende zum zweiten Mal nach Berlin. Als Headliner steht am Samstag die Rockband Kings of Leon auf der Bühne, die erst am Freitag ihre neue Single "Waste a Moment" veröffentlicht hat. Zuvor spielen Paul Kalkbrenner und die Kaiser Chiefs, Philipp Poisel gibt sein einziges Konzert in diesem Jahr. Erwartet werden 70 000 Gäste. Im Vorfeld hatte es heftige Anwohnerproteste gegeben, unter anderem weil das Festival im gerade sanierten Treptower Park stattfindet. Anwohner waren sogar vor Gericht gezogen - hatten aber verloren. Am Sonntag geht das Lollapalooza weiter, dann unter anderem mit dem einzigen Deutschlandkonzert der britischen Band Radiohead in diesem Jahr.

Mehr ältere Erwachsene an Berliner Musikschulen

Musikschulen werden zu Orten des lebenslangen Lernens

In Berliner Musikschulen nehmen immer mehr Erwachsene am Unterricht teil. Vor allem die Anzahl der über 60-Jährigen steigt, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Laut der Statistik des Verbandes deutscher Musikschulen (VdM) besuchten im vergangenen Jahr 1299 Menschen im Alter über 60 den Musikunterricht. Zum Vergleich: 2010 waren es nur 891, im Jahr 2005 sogar nur 549. Mit dem Anteil an erwachsenen Schülern im Unterricht belegt Berlin im bundesweiten Vergleich laut VdM-Statistik Platz eins. Knapp 22 Prozent der Musikschüler sind 19 Jahre und älter. Bei der Anzahl von Musikschülern gemessen an der Gesamtbevölkerung belegt Berlin im Jahr 2015 Platz drei. 51 931 Schüler besuchten laut der VdM-Statistik die zwölf städtischen Musikschulen der Hauptstadt. Davor liegen nur die größeren Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern.

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