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Kulturnachrichten

Samstag, 26. September 2015

Banksys Vergnügungspark bringt Kleinstadt Millionen

Wirtschaftsaufschwung durch Kunst

Ein anarchischer Vergnügungspark des Künstlers Banksy hat einem ehemals beliebten Urlaubsort an der britischen Küste einen Wirtschaftsaufschwung beschert. Die Ausstellung "Dismaland" in Weston-Super-Mare habe der Region 20 Millionen Pfund (27 Millionen Euro) eingebracht, teilte der Tourismusverband Visit Somerset vor der planmäßigen Schließung des Parks am Sonntag mit. Banksy hatte in Weston-Super-Mare in einem verfallenen ehemaligen Freibad eine makabre Parodie eines Vergnügungsparks geschaffen. Die ferngesteuerten Boote sind voller Flüchtlinge, Cinderella hängt tot aus ihrer Kutsche während Paparazzi Fotos schießen, und der Sensenmann fährt Autoscooter. In den fünf Wochen seit der Eröffnung sind mehr als 150 000 Menschen aus aller Welt in die 75 000-Einwohner-Stadt gekommen, um Banksys Park zu sehen.

Lutherhaus wiedereröffnet

Neues Museum nach zweijähriger Sanierung

Das "Lutherhaus" in Eisenach ist nach zweijähriger Sanierung am Mittag wiedereröffnet worden. Die mitteldeutsche Landesbischöfin Ilse Junckermann verwies darauf, dass das neue Museum auch dunkle Seiten protestantischer Geschichte thematisiere, wie das während der NS-Zeit von 13 evangelischen Landeskirchen in Eisenach gegründete "Entjudungs-Institut". Thüringens Ministerpräsident Ramelow würdigte das "Lutherhaus" als wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum 500-Jahr-Gedenken der Reformation 2017. Das Lutherhaus aus dem 14. Jahrhundert ist eines der wichtigsten touristischen Anziehungspunkte in Thüringen. Luther verbrachte dort von 1498 bis 1501 seine Schulzeit. Der Umbau zu einem modernen Museum kostete rund vier Millionen Euro.

Hochschulen beklagen Sanierungsstau

Kritik von Universitäten in Berlin und Sachsen-Anhalt

Allein an der Freien Universität in Berlin betrage der aktuelle Finanzierungsbedarf circa 500 Millionen Euro, sagte ein FU-Sprecher. Auch an der Technischen Universität Berlin reichten die Mittel nicht aus, um den Werterhalt des Gebäudestandes zu sichern. Mit 21 Millionen Euro sei der Bau-Etat seit Jahren nahezu unverändert, heißt es von der TU. Auch das Land Sachsen-Anhalt kommt bei der Sanierung der Hochschulen nicht mehr hinterher. Zwar ist das Geld für den Bauunterhalt - laut Finanzministerium - von 5,2 Millionen Euro im Jahr 2014 auf jeweils 10,3 Millionen Euro in diesem und im kommenden Jahr nahezu verdoppelt worden. Der von den Hochschulen ermittelte jährliche Bedarf liege jedoch bei zirka 13,4 Millionen Euro. Auch Brandennburg beklagt die Situation an seinen Hochschulen. Kritisiert werden allerdings eher personelle Missstände wie zum Beispiel befristete Stellen.

Münchner Theater-Projekt stößt auf Kritik

Unionspolitiker empören sich über "Schleusertagung"

Ein satirisch-politisches Kunstprojekt der Münchner Kammerspiele über Schleuser hat bei Unionspolitikern für großen Missmut gesorgt. Nach einem Bericht des "Spiegel" kritisieren sie die "Internationalen Schlepper- und Schleusertagung", die das Theater Mitte Oktober ausrichten will. Das auch von der EU geförderte Satire-Projekt biete eine "Image-Aufwertung" für Fluchthelfer, heißt es. Die Veranstaltung sei "zynisch und konterkariert Maßnahmen, diesen Banden das Handwerk zu legen", kritisierte der CSU-Politiker Hans-Peter Uhl. Ansgar Heveling, Vorsitzender des Innenausschusses, sagte, Schleuser seien "Kriminelle, die die Not anderer Menschen ausnutzen". Matthias Lilienthal, Intendant der Münchner Kammerspiele, verteidigte, dass man mit dem Projekt eine "ernsthafte politische Diskussion" führen wolle wie "unsere Gesellschaft mit Schleppern und Schleusern umgehen sollte". Schlepper würden pauschal kriminalisiert, dabei könnten Flüchtlinge ohne sie kaum nach Europa gelangen.

Zwei angebliche Goya-Werke gestohlen

Kunstraub in Spanien

Unbekannte haben in der Nähe von Madrid zwei Kunstwerke gestohlen, die dem spanischen Meister Francisco de Goya (1746-1828) zugeschrieben werden. Wie aus Polizeikreisen verlautete, waren das Ölgemälde "Traum des Heiligen Josef" und die Zeichnung "Karikaturen von Köpfen" am 1. September aus einem Wohnhaus in der Ortschaft Villanueva de la Cañada entwendet worden. Ihr Wert werde auf bis zu fünf Millionen Euro geschätzt, berichtete die Zeitung "El País". Die Einbrecher waren nach diesen Informationen in das Haus eingedrungen, als die Bewohner nicht zu Hause waren. Es gelang ihnen offensichtlich, die Alarmanlage auszuschalten und einen Tresor aufzubrechen. Ermittler vermuten, dass die Einbrecher es auf Bargeld und Schmuck abgesehen hatten und nur zufällig auf die Kunstwerke gestoßen sind.

Anti-Mafia-Autor Saviano weist Plagiatsvorwürfe zurück

Verteidigung von "ZeroZeroZero - Wie Kokain die Welt beherrscht"

Der mit seinem Buch "Gomorrha" bekanntgewordene italienische Autor Roberto Saviano hat Plagiatsvorwürfe gegen ein neueres Buch zurückgewiesen. In einem Leitartikel in der Tageszeitung "La Repubblica" verteidigte Saviano sein 2013 (deutsch 2014) erschienenes Werk "ZeroZeroZero - Wie Kokain die Welt beherrscht". Der Blog "The Daily Beast" hatte Saviano vorgeworfen, ein "erstaunlich unaufrichtiges Buch" veröffentlicht und bei weniger bekannten Journalisten schamlos abgeschrieben zu haben. Saviano hielt dem entgegen, sein "literarischer Stil" sei missverstanden worden. Wenn man über Fakten schreibe, dann sei es unvermeidlich, dass sich Schilderungen ähnelten, vor allem, wenn man auf die gleichen Quellen zurückgreife. In seinem Welterfolg "Gomorrha" beschreibt Saviano die Umtriebe der Camorra, der neapolitanischen Form der Mafia.

Weiterer "Charlie Hebdo"-Mitarbeiter verlässt Zeitung

Satire-Magazin verliert Kolumnist

Ein weiterer Mitarbeiter der französischen Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" wird die Redaktion verlassen. Der Notarzt Patrick Pelloux, der seit zwölf Jahren eine Kolumne bei "Charlie Hebdo" hatte, kündigte heute an, sich Anfang des Jahres zurückzuziehen. "Wenn ich beschlossen habe, nicht länger für 'Charlie Hebdo' zu schreiben, dann weil etwas vorbei ist", sagte Pelloux. Er habe "nicht länger den Mut, jede Woche weiterzumachen". Erst am Mittwoch hatte der Zeichner Luz angekündigt, die Redaktion zu verlassen. Der 43-Jährige hatte das Titelblatt der ersten Ausgabe nach dem Anschlag gezeichnet. Eine Mitarbeiterin verwies auf Spannungen innerhalb der Redaktion wegen finanzieller, redaktioneller und Entscheidungs Fragen. Bei dem islamistischen Angriff auf die Redaktion in Paris waren am 7. Januar zwölf Menschen getötet worden.

Viel Applaus bei Uraufführung von "Kruso"

DDR-Aussteigerroman erfolgreich am Magdeburger Theater

Der DDR-Aussteigerroman "Kruso" von Lutz Seiler ist am Theater Magdeburg mit viel Zustimmung uraufgeführt worden. Die 200 Zuschauer feierten die Inszenierung von Schauspieldirektorin Cornelia Crombholz am Freitagabend mit langanhaltendem Applaus. In der Aufführung wechselten ernste Szenen teils sehr abrupt mit absurd-komischen. Auch Autor Lutz Seiler war im Publikum. Seilers Roman "Kruso" war im vergangenen Jahr mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet worden. Er erzählt die Geschichte von Freiheitssuchenden unterschiedlicher Art. Vereint werden sie in der Zwischenstation Hiddensee.

Bestsellerautor Forsyth entgingen für den "Schakal" Millionen

Erlösbeteiligung hätte mehr gebracht als erwartet

Dem britischen Bestsellerautor Frederick Forsyth sind bei der Vermarktung seines ersten Romans "Der Schakal" nach eigener Darstellung Millionen entgangen. "Ich habe die Filmrechte und die internationalen Buchrechte jeweils für eine fixe Summe verkauft und somit darauf verzichtet, an den Erlösen beteiligt zu werden", sagte er dem "Spiegel". Aus damaliger Sicht sei das "gar nicht so blöd" gewesen, denn das Werk hätte auch rasch aus den Regalen verschwinden können. Das 1971 veröffentlichte Buch um einen Profikiller wurde jedoch ein Welterfolg. "Es wird heute, nach fast 45 Jahren, immer noch verkauft. Ich habe, grob gerechnet, auf fünf Millionen Pfund (6,8 Mio Euro) verzichtet." Kürzlich hat Forsyth unter dem Titel "Outsider" seine Memoiren veröffentlicht.

Frankreich und Niederlande streiten um Gemälde

Kunst-Zwist um zwei Rembrandt-Bilder hört nicht auf

Der Streit zwischen den Niederlanden und Frankreich wegen zwei Rembrandt-Gemälden geht weiter. Die niederländische Kulturministerin Bussemaker sagte am Freitag im niederländischen Fernsehen, sie gehe fest davon aus, dass die Bilder an die Niederlande verkauft würden. Bussemaker erklärte, die Rothschilds wollten, dass die Gemälde an das Amsterdamer Rijksmuseum gingen. Ursprünglich hätten die beiden Porträts in einem niederländisch-französischen Deal erworben werden sollen. Dabei sollten der Louvre und das Rijksmuseum die Kaufsumme jeweils zur Hälfte übernehmen. Anfang der Woche gaben die niederländische Regierung und das Amsterdamer Museum jedoch bekannt, dass sie beide Werke kaufen wollen. Der Alleingang der Niederlande stieß in Frankreich auf heftige Kritik. Rembrandt malte die sogenannten Hochzeitsporträts 1634 lebensgroß. Die Familie Rothschild als Eigentümer bietet die Bilder nun für 160 Millionen Euro zum Kauf an.

Frühe Zeichen für drohende Mehrkosten

Aussagen vor dem Untersuchungsausschuss der Staatsoper

Schon früh vor Beginn der Sanierung der Staatsoper Unter den Linden haben sich nach Aussagen eines Beteiligten Zeitverzögerungen und hohe Mehrkosten abgezeichnet. "Die Alarmglocken haben bei uns immer wieder geläutet", sagte der Technische Direktor der Staatsoper, Hans Hoffmann, am Freitag im Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses zum Bauskandal an der Lindenoper. Allerdings habe ihn die Senatsbauverwaltung weder an wichtigen Entscheidungen noch an Beratungen über Kosten und Termine beteiligt. Auch der ehemalige Generaldirektor der Stiftung Oper in Berlin, Michael Schindhelm, sprach von großen Hindernissen und dem "dramatisch" schlechten Bauzustand der Staatsoper im Vorfeld der Sanierung. Wegen Planungspannen, Schwierigkeiten mit dem morastigen Grund und der maroden Bausubstanz sind die ursprünglichen Kosten von 239 auf inzwischen mehr als 400 Millionen Euro gestiegen. Die Wiedereröffnung verschob sich auf Herbst 2017.

Achenbach muss erneut Schadensersatz zahlen

Bei einem weiteren Prozess ist der Kunstberater erneut verurteilt worden

Der inhaftierte Kunstberater Helge Achenbach ist erneut zu einem Millionen-Schadensersatz verurteilt worden. Der 63-Jährige muss dem Unternehmer Bernd Viehof rund 1,2 Millionen Euro wegen überhöhter Rechnungen und nicht abgesprochener Provisionen bei Kunstverkäufen zahlen. Das entschied das Landgericht Düsseldorf in einem Zivilverfahren. Der Kunstberater hatte seinem Geschäftspartner Viehof 58 Papierarbeiten und sieben Ölgemälde von Georg Baselitz sowie eine Skulptur von Tony Cragg verkauft. Außerdem muss Achenbach Viehof ein Darlehen in Höhe von 1,75 Millionen Euro zurückzahlen. Achenbach war zusammen mit Viehof Mitgesellschafter der renommierten Kunstsammlung "Rheingold".

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