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Kulturnachrichten

Donnerstag, 17. September 2015

Kulturmanager Parzinger: "Baut Palmyra wieder auf!"

Bedrohte Kulturgüter vorübergehend außer Landes bringen

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, fordert, Palmyra wiederaufzubauen. In einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" schreibt er, es gehe dabei um "ein sichtbares Zeichen, dass man nicht gewillt ist, sich Kultur und Identität rauben zu lassen". Syrien werde solche Symbole des Respekts zwischen den Kulturen und den Religionen brauchen, um den Fundamentalismus zu besiegen. Parzinger verlangte außerdem, bedrohte Kulturgüter vorübergehend außer Landes zu bringen. Darüber müsse mit Syrien Einvernehmen erzielt werden. Parzinger beklagte die finanziellen Schwierigkeiten der Weltkulturorganisation Unesco, die unter einem Beitragsboykott der USA und Israels leide. Vor vier Jahren hatte die UN-Kulturorganisation Palästina als Vollmitglied aufgenommen.

Architekturpreis für klimaschonendes Bauen an Landschaftsarchitektin

"Maßgebliche Impulse für den nachhaltigen Städtebau"

Der geht Gottfried-Semper-Architekturpreis 2015 geht an die Landschaftsarchitektin Undine Giseke. Von ihren innovativen ökologischen Projekten gingen "maßgebliche Impulse für den nachhaltigen Städtebau und die benachbarten Disziplinen aus", sagte der Präsident der Sächsischen Akademie der Künste, Wilfried Krätzschmar, in Dresden. Der Preis ist mit 25 000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre für klima-, ressourcen- und flächenschonendes Bauen gemeinsam mit der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt vergeben. Giseke wurde 1956 in Minden (Westfalen) geboren und studierte unter anderem Landschaftsplanung und -architektur an der TU Berlin.

Syrische Flüchtlinge gründen Exil-Orchester

"Syrian Expat Philharmonic Orchestra" probt in Bremen

Der Kontrabassist Raed Jazbeh hat ein Exil-Orchester mit syrischen Musikern gegründet. Er wolle damit ein anderes Bild von seiner Heimat zeigen - ein Syrien fern ab von Krieg und IS-Terror. "Syrien ist ein Land der Musik und der Kultur", sagt der in Bremen lebende Musiker. Über Facebook machte er die aus Syrien geflüchteten Musiker ausfindig, jetzt trifft man sich erstmals zu einer Probenphase in der Hansestadt. Ein Konzert mit Liedern aus der syrischen Heimat und klassischem Repertoire wird am 22. September in Bremen stattfinden. Das Ensemble soll zukünftig aus 50 syrischen Musikern bestehen, für die erste Arbeitsphase in Bremen werden aber erst rund 30 Musiker nach Bremen reisen können. In Syrien kann man nur in Damaskus Musik studieren, darum kennen sich die meisten Musiker des zukünftigen Ensembles. Trotzdem sei das Exil-Orchester ein großes Experiment, sagt Raed Jazbeh. Einnahmen haben die Profi-Musiker noch nicht und das Ensemble ist bisher auf Spenden angewiesen.

Fall Gurlitt kommt in Berlin auf die Bühne

Oscar-Preisträger hat Theaterstück geschrieben

Der weltweit aufsehenerregende Fall des Münchner Kunstsammlers Cornelius Gurlitt kommt auf die Bühne. Der britische Dramatiker und Oscar-Preisträger Ronald Harwood ("Der Pianist") hat die Geschichte um den milliardenschweren Kunstfund zu einem Theaterstück verarbeitet. Unter dem Titel "Entartete Kunst" feiert es am 4. Oktober im Berliner Renaissance-Theater Premiere. Die Hauptrolle spielt Udo Samel. Unter der Regie von Torsten Fischer stehen auch Anika Mauer, Boris Aljinovic und Ralph Morgenstern auf der Bühne des Berliner Privattheaters . Bayerische Ermittler hatten im Februar 2012 in der Schwabinger Wohnung des inzwischen verstorbenen Cornelius Gurlitt rund 1280 Kunstwerke entdeckt. Sein Vater war Kunsthändler der Nazis gewesen. Im November 2013 wurde der Fall öffentlich und löste eine Raubkunst-Debatte aus.

Salman Rushdie sieht Meinungsfreiheit in Gefahr

Britischer Schriftsteller: "Es ist wichtig, dass wir Stellung beziehen."

Salman Rushdie, Autor des Romans "Die satanischen Verse", sieht die Meinungsfreiheit in Europa in Gefahr. "Wir leben in einer Zeit, in der wir Gefahr laufen, beim Eintreten für die Meinungsfreiheit zurückzufallen", schreibt Rushdie in einem Gastbeitrag für die Tageszeitung "Die Welt". Deshalb sei es wichtig, "diese Werte gerade jetzt noch einmal zu betonen. Es ist wichtig, dass wir Stellung beziehen. Dass wir standhaft sind. Dass wir sagen: Dies ist die Welt, in der wir leben möchten." Rushdie zählt zu den bekanntesten zeitgenössischen Autoren weltweit. Nach dem Erscheinen der "Satanischen Verse" hatte der iranische Revolutionsführer Ayatollah Khomeini 1989 per "Fatwa" ein Todesurteil über Rushdie verhängt. Zehn Jahre lang musste sich der Schriftsteller verstecken. Auch heute noch erhält er Todesdrohungen.

Til Schweiger stellt Stiftung für Kinder und Jugendliche vor

Möglichkeit zu Bildung und sozialer Teilhabe

Gestern kam er vom Tatort-Dreh in Moskau zurück, stellte Til Schweiger seine Stiftung für benachteiligte Kinder und Jugendliche in Berlin vor. Mit seiner Foundation will Schweiger jungen Menschen Möglichkeiten zur Bildung und zu sozialer Teilhabe geben. Über 1000 Sprachlernbücher hätten sie schon bestellt, sagte Schweiger vor versammelter Presse, in Hamburg würden sie sich um die Einrichtung von W-Lan kümmern und sie seien auf der Suche nach Räumen für Unterricht. Mindestens 400.000 Euro habe die Stiftung bislang eingesammelt. Mit Thomas D von den Fantastischen Vier, Schauspieler Jan-Josef Liefers und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat Schweiger prominente Unterstützer.

Uwe Kolbe wird Sylter Inselschreiber 2016

Lyriker gewann mit Beitrag "Das Meer in uns"

Uwe Kolbe (57), in Hamburg lebender Lyriker ("Gegenreden"), Romanautor ("Die Lüge") und Übersetzer, wird Sylter Inselschreiber 2016. Er gewann den Wettbewerb mit einer Prosaskizze und einem Gedicht zum Thema "Das Meer in uns". Das seit 2001 von der Sylt Foundation vergebene Stipendium umfasst einen zweimonatigen Insel-Aufenthalt sowie 3.000 Euro Preisgeld. Neu ist für 2016, dass Kolbe dank einer Kooperation mit dem Literaturhaus La Marelle in Marseille und dem Goethe-Institut zusätzlich für einen Monat nach Marseille reisen darf. Im Gegenzug wird ein französischer Autor für einen Monat zeitgleich mit Kolbe Gast auf Sylt sein. Uwe Kolbe wurde 1957 in Ostberlin geboren. Seinen ersten Gedichtband veröffentlichte er 1980. 1988 siedelte er nach Hamburg über, 1997 bis 2004 war er Leiter des Studio Literatur und Theater der Universität Tübingen. Er wurde mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, darunter der Friedrich-Hölderlin-Preis Tübingen 1993, der Heinrich-Mann-Preis 2012 sowie der Lyrikpreis Meran 2012.

Martin-Luther-Platz für Rom in Nähe des Kolosseums

Evangelischer Pfarrer: "Zeichen eines weltoffenen Rom"

Zwei Jahre vor dem Reformationsjubiläum hat Italiens Hauptstadt Martin Luther einen Platz gewidmet. Am Mittwoch taufte Bürgermeister Ignazio Marino einen Platz in einem Park auf den Reformator aus Wittenberg: "Piazza Martin Lutero" heißt der Flecken auf dem Hügel Oppio nun. Als "Zeichen eines weltoffenen Rom" und "Ausdruck gelebter Ökumene" würdigte der Pfarrer der evangelisch-lutherischen Gemeinde, Jens-Martin Kruse, die Entscheidung der Stadt in seiner Ansprache. Seine Gemeinde hatte dem Stadtrat 2009 vorgeschlagen, einen Platz oder ein Straße nach dem deutschen Reformator zu benennen. Martin Luther lebte von 1483 bis 1546 und soll Rom als Mönch besucht haben. Der Martin-Luther-Platz ist geteert, in seiner Mitte steht ein großer Brunnen, der außer Betrieb ist. Auf der ihn umgebenden Steinmauer stehen Nachbildungen antiker Amphoren.

ARD sagt Hauptstadttreff wegen Flüchtlingsgipfels ab

"Dieser Tag verlangt andere Prioritäten"

Die ARD hat wegen des Flüchtlingsgipfels am Donnerstag ihren für denselben Tag geplanten Hauptstadttreff abgesagt. Der Termin habe sich als denkbar ungünstig herausgestellt, erklärten die Veranstalter in Berlin. "Wir denken, dieser 24. September verlangt andere Prioritäten", hieß es in dem Schreiben der Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB), Dagmar Reim, des Programmdirektors des Ersten Deutschen Fernsehens, Volker Herres, und der Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios, Tina Hassel. Das Erste werde am Donnerstagabend in einem Programmschwerpunkt über das Sondertreffen des Bundes mit den Ländern zum Thema Flüchtlinge berichten, so die ARD weiter. Beim ARD-Hauptstadttreff kommen jedes Jahr mehrere Hundert Gäste aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Medien im Hauptstadtstudio zusammen.

Neues Rolling-Stones-Album geplant

Erste Veröffentlichung seit 2005

Keith Richards hat ein neues Album der Rolling Stones für 2016 angekündigt. Bei einem Interview mit dem Internet-Radiosenders "iHeartRadio" sagte der Gitarrist der legendären Band: "Ich habe mich gerade mit den Jungs getroffen, und es wird ein neues Album geben". Geplant sei mit der Rockband nach einer Südamerika-Tour Anfang nächsten Jahres ins Studio gehen. Die Band hat bisher 22 Alben veröffentlich, die letzte Platte der Rolling Stones, "A Bigger Bang", erschien vor zehn Jahren.

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Fazit

Zum Tod von Sigmund JähnDer Kosmonaut der Herzen
Sigmund Jähn, früherer Kosmonaut und erster Deutscher im Weltall, steht im Kosmonautenzentrum in Chemnitz vor dem Modell des Raumschiffes Mir. Jähn besuchte die Einrichtung aus Anlass des 40. Jahrestages der Namensgebung Kosmonautenzentrum "Sigmund Jähn". (Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa)

"Ein unglaublicher Brückenbauer" sei Sigmund Jähn gewesen, sagt Raumfahrt-Experte Dirk Lorenzen über den deutschen Raumfahrt-Pionier, der nun im Alter von 82 Jahren gestorben ist. In der Bundesrepublik hätte Jähn mehr gewürdigt werden müssen.Mehr

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