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Kulturnachrichten

Montag, 22. September 2014

Else Beitz mutige Frau des Krupp-Chefs gestorben

Else Beitz, die Ehefrau des langjährigen Krupp-Stiftungschefs Berthold Beitz, ist im Alter von 94 Jahren in Essen gestorben.

Die mutige und kluge Frau hat zusammen mit ihrem Mann mehreren hundert verfolgten Juden das Leben gerettet, indem sie sie aus den Todeszügen der SS gezogen und zu unabkömmlichen Raffineriearbeitern erklärt hatten. Außerdem versteckten sie unter Lebensgefahr jüdische Kinder im gemeinsamen Haus, wenn Razzien der Nazis anstanden.Nach dem Krieg bemühte sich Else Beitz zusammen mit ihrem Mann aktiv um die Versöhnung mit Israel. 2008 erhielt sie für ihren Mut und ihre Entschlossenheit die selten an Deutsche verliehene Auszeichnung «Gerechte unter den Völkern» in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.2012 bekam Else Beitz das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik. Die gebürtige Hamburgerin hatte zusammen mit ihrem Mann drei Töchter und zahlreiche Enkel. Mit 58 Jahren holte sie das Abitur nach, studierte Erziehungswissenschaften und promovierte mit 73 Jahren mit Auszeichnung über ein Krupp-Thema.

Trauerfeier für Joachim Fuchsberger

Freunde, Kollegen und Angehörige haben in München Abschied von dem Schauspieler und Moderator genommen.

Die Trauerfeier fand im August-Everding-Saal im Grünwalder Freizeitpark statt. Sie stand unter dem Motto "Von Freunden für einen Freund". Gekommen waren 200 geladene Gäste, unter ihnen viele Kollegen aus Film und Fernsehen. Die Trauerreden wurden unter anderem von dem Schauspieler Ralf Bauer, dem Kabarettisten Oliver Kalkofe und Münchens ehemaligen Oberbürgermeister Christian Ude gehalten. Auf dem Grünwalder Waldfriedhof soll Fuchsberger auch seine letzte Ruhe finden. Die Beisetzung ist erst später im engsten Familienkreis geplant. Fuchsberger war am 11. September im Alter von 87 Jahren gestorben.

Peter Handke gibt Preisgeld weg - als Faschist beschimpft

Der österreichische Schriftsteller will das mit dem Ibsenpreis verbundene Preisgeld nicht selbst nutzen.

Der 71-Jährige war bei der Preisverleihung gestern in Oslo wegen seiner Pro-Serbien-Haltung von zahlreichen Demonstranten ausgebuht und als Faschist bezeichnet worden. Handke sei von dem Empfang sehr betroffen gewesen, sagte Jurymitglied Per Boye Hansen. Die Sprecherin des Ibsenpreises, Anne Berentsen, sagte der dpa heute, Handke werde einen Teil des Preisgeldes von 2,5 Millionen norwegischer Kronen (306 000 Euro) für den Bau eines Kinderschwimmbads im Kosovo stiften. Was übrig bleibt, wolle er an den norwegischen Staat zurückgeben. Handke war für seine Haltung im Balkan-Konflikt schon häufig stark kritisiert worden. 2006 hatte er auf der Beerdigung des jugoslawischen Ex-Diktators Slobodan Milosevic eine Rede gehalten. In seinem 1999 in Wien aufgeführten Stück "Die Fahrt im Einbaum oder Das Stück zum Film vom Krieg" hatte er die Nato-Aktionen gegen Serbien verurteilt.

Riccardo Muti verlässt Roms Oper

Roms Ehrendirigent auf Lebenszeit, Riccardo Muti, sieht keine Grundlage mehr für eine erfolgreiche und ruhige Arbeit an dem Theater.

Das erklärte Muti heute in einem Brief an das Opernhaus, den die italienischen Medien veröffentlichten. Am 27. November sollte er die Saison mit Verdis «Aida» eröffnen. Im Mai und Juni 2015 stand er mit «Figaros Hochzeit» von Wolfgang Amadeus Mozart auf dem Programm. Die beiden Produktionen werde er nicht übernehmen. Er habe sich nach «langen und quälenden Überlegungen» zu diesem Schritt entschlossen», schrieb der 73-Jährige.Er wolle sich nun, neben seiner Arbeit als Chefdirigent des Chicago Symphony Orchestra, stärker dem von ihm gegründeten Orchestra Cherubini widmen. Italiens Kulturminister Dario Franceschini bedauerte den Schritt. Mutis Entscheidung sollte ein Alarmruf für jene sein, die die Arbeit an dem Opernhaus behindert hätten. Das notorisch unterfinanzierte Opernhaus war in den vergangenen Monaten immer wieder von Streiks lahmgelegt worden.

Dokumentarfilm über Edward Snowden eröffnet DOK Leipzig

Ein Film über die Enthüllungen des sogenannten "Whistleblowers" soll am Anfang des 57. Internationalen Leipziger Dokumentarfilmfestivals stehen.

"Citizenfour" von Laura Poitras thematisiere mit dem NSA-Skandal, wie sich der sogenannte Krieg gegen den Terror auch gegen die eigene Bevölkerung richte, teilte DOK Leipzig mit. Der Film ist der letzte Teil der 9/11-Trilogie von Poitras. "Citizenfour ist einer der ganz wichtigen Dokumentarfilme, die nicht nur politisch hoch brisant sind, sondern auch als Kunstwerk tief beeindrucken", erklärte Festivaldirektor Claas Danielsen. Der Film werde in Leipzig Deutschlandpremiere feiern und am 6. November 2014 in die Kinos kommen. Er ist beim DOK Leipzig (27. Oktober bis 2. November 2014) im Wettbewerb um die Goldene Taube in der Kategorie "International" nominiert. Regisseurin Laura Poitras war bereits mit anderen Filmen erfolgreich. Mit "The Oath" (2010) gewann sie beim Edinburgh Film Festival.

Wiederaufführung Webers verschollenes Waldmärchen

Carl Maria von Webers Jugendoper «Das Waldmädchen» kehrt an den Ort seiner Uraufführung zurück.

Er hatte es als erst 14-Jähriger in Freiberg komponiert. Am 18.November 1800 wurde es am dortigen Theater zum ersten Mal gespielt und galt später lange als verschollen. Im Jahr 2000 wurde es in St.Petersburg wiederentdeckt. 215 Jahre und 2 Tage nach seiner Uraufführung wolle man es im kommenden Jahr am Mittelsächsischen Theater mit dem eigenen Ensemble wiederaufführen. Das teilte Ralf-Peter Schulze, der Intendant heute in Freiberg mit. Allerdings nicht szenisch, sondern nur musikalisch.Geplant sind vier Konzerte. Das erste am 20. November 2015. Anlass ist das 250. Jubiläum der TU Bergakademie Freiberg.

Jeder Dritte fordert Gesetz gegen vorzeitige Weihnachten

Lebkuchen, Glühwein und Weihnachtsmänner sind schon jetzt im Handel zu finden.

Gut drei Monate vor Heiligabend ist die große Mehrheit der Menschen in Deutschland gegen ein solches Weihnachtsangebot in den Läden vor einem bestimmten Stichtag im Jahr. Das ergab eine Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa. Demnach befürworten 31 Prozent eine gesetzliche Regelung gegen frühzeitige Weihnachtsangebote. 59 Prozent sind gegen ein Verbot. Allerdings sind fast zwei Drittel (63 Prozent) genervt von Festtagsgebäck und -naschereien schon im September, 34 Prozent stört es nicht. Fragt man die Bürger, wann Ihrer Meinung nach die Vorweihnachtszeit mit Weihnachtsmärkten, festlicher Dekoration und dem passenden Warenangebot beginnen sollte, gibt es eine klare Tendenz: nicht vor November. 45 Prozent halten Mitte November für einen guten Starttermin, 40 Prozent den Ersten Advent - dieses Jahr ist das der 30. November. Nur 6 Prozent würden schon an diesem Dienstag, dem kalendarischen Herbstanfang (23. September), den Startschuss geben. "Ruhig schon nach den Sommerferien", sagten gerade mal 3 Prozent.

Hanser startet Digitalverlag

Der Münchner Verlag startet Anfang Oktober einen digitalen Ableger.

Erscheinen sollen dort künftig kurze, bisher unveröffentlichte Texte bekannter Autoren ausschließlich als E-Book. "Hanser Box" soll das neue Format heißen. "Wir wollen selbst die Initiative behalten und uns nicht von irgendwelchen Leuten, die sich im Digitalen immer mehr tummeln, vor sich her treiben lassen", sagte Hanser-Chef Jo Lendle. Bei den Texten handelt es sich nach Verlagsangaben um literarische Erzählungen, Essays, kürzere Sachbücher oder ausführliche Reportagen. Jede "Hanser Box" hat einen Umfang zwischen 20 und 100 Seiten und kostet zwischen 1,99 und 4,99 Euro. Zehn Titel sollen zum 1. Oktober erscheinen: Dabei sind Kurzgeschichten und Essays von berühmten Autoren wie Henning Mankell, Javier Marías, Roberto Saviano oder Ilija Trojanow. Der Schriftsteller T.C. Boyle steuert den Text "Tod in Kitchawank" bei. Danach folgt, jeweils mittwochs, ein Titel pro Woche. Lendles Vorgänger Michael Krüger, der jahrzehntelang an der Spitze des Verlages stand, hatte für E-Books noch sehr wenig übrig gehabt und war der vielleicht letzte Verlagschef in Deutschland, der nicht wusste, wie man E-Books bedient.

Plagiatverfahren gegen Urs Mannhart

Der Zürcher Secession Verlag hat die Auslieferung des Buchs «Bergsteigen im Flachland» des Schweizer Schriftstellers gestoppt.

Vorausgegangen war eine Entscheidung des Handelsgerichts Zürich, die Klage eines österreichischen Journalisten wegen Plagiatsvorwürfen zuzulassen. Für das Buch dürfe auch nicht mehr geworben werden, und Mannhart dürfe keine Lesungen daraus halten, teilte der Verlag weiter mit. Der Kläger Thomas Brunnsteiner wirft Mannhart vor, für das Buch "Bergsteigen im Flachland" bei insgesamt 114 Textstellen Material aus seinen Reportagen verwendet zu haben. Mit der Entscheidung, verkenne das Gericht, dass es sich bei dem Buch um ein "fiktionales Werk handelt, das wie fast jedes andere fiktionale Buch auch Material und Fakten aus nichtfiktionalen Werken" aufnehme, kritisierte dagegen der Verlag. Mannhart selbst erklärte, er lebe vom Honorar für Lesungen. Das Verbot sei eine "haarsträubende Unverhältnismäßigkeit" und ein Angriff auf die Literatur. Der 39 Jahre alte Mannhart hatte mit seinem 2004 erschienene Romandebüt «Luchs» einen Bestseller in der Schweiz gelandet. 2006 war er Stipendiat des Literarischen Colloquiums Berlin.

Besucherbilanz bei Kunstmesse abc

Die Berliner Kunstmesse Art Berlin Contemporary (abc) hat rund 28 000 Besucher angelockt.

Die Galeristen seien mit Besuchern und Verkäufen zufrieden gewesen, teilte die Messe mit. "Für uns war die abc eine wichtige Gelegenheit um Jonathan Meese wieder in Berlin mit einer Solopräsentation zu zeigen", zitierten die Veranstalter beispielsweise den Wiener Galeristen Thomas Krinzinger. In den Hallen des früheren Postbahnhofs in Kreuzberg waren 111 Galerien vertreten, darunter sowohl junge als auch etablierte, nationale und internationale aus Südamerika, Nordamerika und Asien. Die Messe wurde Donnerstag eröffnet und war Teil der Berliner Art Week.

Pilgerstätte in Hebron soll für Muslime gesperrt werden

Die sogenannten Patriarchengräber sollen während des jüdischen Neujahrsfests «Rosch Haschana» für muslimische Beter geschlossen bleiben.

Dies berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur "Maan" unter Berufung auf einen Moscheevertreter. An den Festtagen - Donnerstag und Freitag - sollen ausschließlich jüdische Beter zu der als Grablege der drei biblischen Erzväter Abraham, Isaak und Jakob sowie ihrer Frauen Sara, Rebekka und Lea verehrten Stätte Zugang erhalten. Die nahe der Hebroner Altstadt gelegene Höhle Machpela zählt zu den heiligsten Stätten des Judentums, wird aber auch von Muslimen und Christen verehrt. Die auf israelisch kontrollierter Enklave liegende biblische Grabstätte, die in eine Synagoge und eine Moschee aufgeteilt ist, sorgte in der Vergangenheit wiederholt für Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern. Zuletzt hatte die islamische Wakf-Behörde in Hebron israelische Maßnahmen wie einen neuen Überwachungsraum am Haupteingang der Moschee als Verletzung internationaler Abkommen und des Rechts auf Religionsfreiheit kritisiert.

Pariser Orangerie zeigt Émile Bernard

Mit über 100 Gemälden und Papierarbeiten widmet die Ausstellung dem Maler, Grafiker und Romanautor erstmals eine umfassende Werkschau.

Émile Bernard (1868-1941) gilt als einer der innovativsten Maler zu Beginn der Moderne. Er hatte zusammen mit Paul Gauguin die sogenannte Malerschule von Pont-Aven ins Leben gerufen, die dem Post-Impressionismus zuzurechnen ist. Die Orangerie will den Künstler damit rehabilitieren. Denn Bernard stand als Impulsgeber im Schatten Gauguins. "Bernard ist zeitlebens verkannt worden", sagte der Kurator Rodolphe Rapetti. Bernard, der mit Gauguin brach, ließ sich für mehrere Jahre in Ägypten nieder. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich im Jahr 1904 fand er an die Pariser Avantgarde keinen Anschluss mehr. Die Schau ist in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Bremen entstanden und dauert bis zum 5. Januar. Sie ist anschließend unter dem Titel «Émile Bernard -Am Puls der Moderne» in der Kunsthalle Bremen zu sehen.

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