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Kulturnachrichten

Samstag, 13. September 2014

25 Jahre ZKM: Kunstzentrum feiert mit Kraftwerk

Wo heute digitale Kunst präsentiert wird, mussten im Zweiten Weltkrieg Zwangsarbeiter Munition produzieren

Mit einem Auftritt der Elektropop-Band Kraftwerk hat das Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Die Einrichtung versteht sich als Ort für Antworten der Kunst auf Fragen der digitalen Gesellschaft. Kraftwerk erwies dem ZKM am Freitagabend seine Referenz, indem dessen Fassade in eine 3D-Video-Installation zum Stück «Spacelab» integriert wurde, so dass ein Raumschiff sachte durch die Straßen von Karlsruhe schwebt. Der Stiftungsratsvorsitzende Frank Mentrup sagte in seiner Ansprache, das Zentrum sei weltweit bekannter als in Deutschland. Es sei "in Karlsruhe daheim und in der Welt zu Hause, aber dazwischen fehlt manchmal die Zugkraft, die wir uns wünschen würden". Das ZKM wurde 1989 als öffentliche Stiftung der Stadt Karlsruhe und des Landes Baden-Württemberg gegründet. 1997 zog das Zentrum in die Halle einer ehemaligen Rüstungsfabrik aus dem Ersten Weltkrieg ein.

"Jersey Boys"- und "Lady Marmalade"-Schöpfer Bob Crewe gestorben

Crewe wurde 83 Jahre alt

Der Sänger, Komponist und Produzent Bob Crewe ist tot. Der Musiker starb bereits am Donnerstag in Scarborough in Maine an den Folgen eines Sturzes, wie sein Management bestätigte. Crewe hatte gesungen, geschrieben und produziert, seine größten Hits machte er aber für andere. Dazu gehören "Big Girls Don't Cry", "Walk Like a Man" und "Silence is Golden". Diese Songs für The Four Seasons wurden in den letzten Jahren durch das Crewes Musical "Jersey Boys" wieder populärer. Crewe steckt aber auch hinter "Lady Marmelade" ("Voulez-vous coucher avec moi ce soir?"), mit dem Patti LaBelle ihren Durchbruch hatte. Crewe hatte sich zurückgezogen, war zuletzt durch die Verfilmung von "Jersey Boys" aber noch einmal ins Rampenlicht gekommen. Im Gegensatz zum gefeierten Musical war der Film von Clint Eastwood aber ein Misserfolg.

Hildegard von Bingen-Preis für Denis Scheck

Scheck erhält ein Preisgeld von 10.000 Euro

Denis Scheck (49), Literaturkritiker, hat den Hildegard-von-Bingen-Preis für Publizistik 2014 erhalten. Die von der Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz vergebene Auszeichnung wurde dem Moderator des ARD-Literaturmagazins "Druckfrisch" am Samstag in Mainz überreicht. Das Kuratorium betonte, Scheck lehne mit Überzeugung das Langweilige und Geschwätzige ab. Mit wacher, sprachfroher Literaturkritik empfehle er die gelungene Erzählung, den unterhaltsamen oder beeindruckenden Roman und das fundierte Sachbuch. Zu den bisherigen Trägern des nach der heiligen Hildegard von Bingen (1098-1179) benannten Preises gehören etwa Sandra Maischberger, Harald Schmidt und Peter Scholl-Latour.

EU-Parlamentspräsident will digitale Grundrechte festschreiben

Es gebe eine Grenze, "was Unternehmen, aber auch was der Staat über Menschen wissen darf"

Mit Blick auf die Marktmacht von Internetkonzernen wie Google oder Facebook hat sich der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz (SPD), für eine digitale Grundrechte-Charta ausgesprochen. Die persönlichen Daten von Menschen seien eine der wichtigsten Ressourcen der Zukunft, sagte er beim Potsdamer Medienkongress M 100. Sie dürften sich "nicht in der Hand von wenigen privaten Unternehmen konzentrieren". Die "totale Kontrolle von wenigen über unsere gesamten Daten" sei in freiheitlichen Gesellschaften systemwidrig. Auch entspreche die Marktbeherrschung bei Schlüsseltechnologien nicht der Wirtschaftsordnung des freien Wettbewerbs, fügte der SPD-Politiker hinzu. Bei dem Potsdamer Kongress treffen sich jedes Jahr rund 100 führende Vertreter der Medienbranche, um über Strategien zum Schutz der Meinungsfreiheit weltweit zu sprechen.

Rheingau-Musik-Festival: Nach durchwachsenem Sommer positive Bilanz

Zum Abschluss gab es die "Feuerwerksmusik" und die "Wassermusik" von Georg Friedrich Händel

Das Rheingau-Musik-Festival zieht trotz eines durchwachsenen Sommers eine positive Bilanz. Für 159 Konzerte und Veranstaltungen seien 113 700 Karten verkauft worden, teilten die Veranstalter heute in Oestrich-Winkel mit. Die Überschwemmung des Wiesbadener Kurhauses Anfang Juli habe das Festival getroffen, sagte Intendant Michael Herrmann. Die Spielstätte großer Orchesterkonzerte war über Wochen nicht nutzbar, weil bei einem Unwetter ein Bach den Keller unter Wasser gesetzt hatte. Zwar seien die Konzerte alle in andere Säle verlegt worden. Doch wegen der Verunsicherung sei die Nachfrage nach Kurhauskonzerten gesunken. Die Auslastung des Rheingau-Musikfestes lag mit 90,24 Prozent niedriger als in den vergangenen Jahren (2013: 92 Prozent). Die 27. Ausgabe des Festivals war mit elf Wochen länger als üblich.

Der Münsteraner Theologe Herbert Vorgimmler ist tot

Vorgrimler lehrte von 1972 bis 1994 Dogmatik und Dogmengeschichte an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster

Herbert Vorgrimler, international renommierter katholischer Theologe, ist gestern im Alter von 85 Jahren in Münster gestorben. Dies wurde der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) heute aus Freundes- und Kollegenkreisen mitgeteilt. Zu Vorgrimlers bekanntesten Werken gehören das "Neue Theologische Wörterbuch", das "Kleine Konzilskompendium" und das "Handbuch der Dogmengeschichte". Sein zentrales Anliegen war es, die Gottesfrage in einer für die heutigen Menschen verständlichen und überzeugenden Sprache zu erörtern. Seit seiner Emeritierung hatte er sich vor allem in der Krankenhausseelsorge engagiert. Vorgrimler wurde am 4. Januar 1929 in Freiburg geboren und 1953 zum Priester geweiht. Er promovierte 1958 bei Karl Rahner (1904-1984) und war einer dessen Mitarbeiter bei der Herausgabe des zehnbändigen "Lexikons für Theologie und Kirche" (LThK). Mit Rahner war er zudem Herausgeber der "Internationalen Dialog-Zeitschrift", die sich zu einem wichtigen Forum für das kritische Gespräch zwischen Christentum und Marxismus, Philosophie, Soziologie und Politologie entwickelte. Viele Jahre war Vorgrimler Berater des früheren vatikanischen Sekretariats für die Nichtglaubenden.

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Fazit

Nach dem SPD-ParteitagFortgesetzte Selbstverzwergung
Ein Schkoladen-Nikolaus steht auf einem Tisch beim SPD-Parteitag (picture alliance/Michael Kappeler/dpa)

Der SPD-Parteitag sollte der Partei Aufwind geben. Aber ist die Sozialdemokratie gerettet? SPIEGEL-Journalist Nils Minkmar hat Zweifel. Die Genossen müssten internationaler denken, die Intellektuellen zurückgewinnen und die Selbstzweifel bekämpfen. Mehr

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