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Kulturnachrichten

Dienstag, 2. September 2014

Regisseur Dehler verlässt Störtebeker-Festspiele

Entscheidung fällt schweren Herzens

Die Störtebeker-Festspiele auf Rügen müssen auf Suche nach einem neuen Regisseur gehen. Peter Dehler, der in diesem Jahr das Stück "Gottes Freund" inszenierte, hört nach nur einer Saison auf. Er habe die Entscheidung schweren Herzens getroffen, sagte Dehler am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Er begründete dies mit der hohen Arbeitsbelastung.
Als Schauspieldirektor in Schwerin könne er nicht sechs Wochen am Stück für Proben in Ralswiek sein, sagte Dehler. Dazu kämen noch zwei bis drei Monate, in denen er sich parallel zur laufenden Arbeit in Schwerin auf die Festspiele vorbereiten müsse. Eine Entscheidung über einen Nachfolger als Störtebeker-Regisseur werde voraussichtlich bis Weihnachten getroffen, sagte Intendant Peter Hick.

Michael Blumenthal als Direktor des Jüdischen Museums in Berlin verabschiedet

Eines der größten jüdischen Museen in Europa bekommt neuen Direktor

Michael Blumenthal wird heute als Direktor des Jüdischen Museums Berlin offiziell verabschiedet. Der 88jährige stand seit 1997 an der Spitze des Museums, dessen Gründungsdirektor er war. Unter seiner Leitung entwickelte sich das von Daniel Libeskind entworfene Haus zu einem der größten jüdischen Museen Europas. Es hat jährlich 700 000 Besucher. Blumenthals Nachfolger ist der Judaist Peter Schäfer (71). Er lehrte an den Universitäten Tübingen und Köln sowie der Freien Universität Berlin. Von 2005 bis 2013 war der Leibniz-Preisträger Direktor des Studienprogramms Judaistik an der amerikanischen Universität Princeton. Schäfer kündigte an, dass er die Dauerausstellung zur deutsch-jüdischen Geschichte umgestalten wolle. Das Museum werde sich künftig außerdem stärker dem Thema Antisemitismus widmen.

Tölzer Knabenchor nach Zerwürfnis ohne künstlerischen Leiter auf China Tournee

Gründer wirft Nachfolger hinaus

Mitten in einer China-Tournee steht der weltberühmte Tölzer Knabenchor ohne künstlerischen Leiter da. Chorgründer Gerhard Schmidt-Gaden, der noch immer die Fäden in der Hand hält, hat seinem Nachfolger Ralf Ludewig herausgeworfen. Peter Schulz vom Chorbüro nannte "unterschiedliche Vorstellungen über die Entwicklung des Chores für die Zukunft" am Dienstag als Grund für das Zerwürfnis.
Die "Süddeutsche Zeitung" zitiert heute aus einem Brief des 77 Jahre alten Chorgründers an Eltern, Mitarbeiter und die erwachsenen Sänger. Darin berichtet Schmidt-Gaden von Differenzen "bezüglich der künstlerischen Leitung und Führung des Chores sowie in der Personalführung". Die Meinungsverschiedenheiten seien "schwerwiegend und unüberbrückbar".
Nach den Worten von Schulz wird eine "einvernehmliche Lösung angestrebt". Ein Nachfolger für Ludewig sei noch nicht gefunden. In jedem Fall solle der neue künstlerische Leiter nicht mehr zugleich Geschäftsführer sein. Vielmehr solle die Professionalität des Chores wieder stärker in den Vordergrund rücken. In dem Brief wünscht sich Schmidt-Gaden eine Lösung, die sein "Lebenswerk überdauern soll".
Der von ihm 1956 gegründete Chor gastiert in der ganzen Welt.

Gedenkort für Opfer der NS-"Euthanasie" in Berlin eröffnet

Über 300000 Menschen fielen dem Nazi-Wahn zum Opfer

In Berlin erinnert seit Dienstag ein Denkmal an die Opfer der sogenannten Euthanasie-Morde in der NS-Zeit. Dazu wurde am ehemaligen Standort der Dienststelle in der Tiergartenstraße, die den Mord an schätzungsweise 300.000 Insassen von Heil- und Pflegeanstalten organisierte, eine Glaswand enthüllt. Sie ist transparent und 24 Meter lang. Die Freiluftausstellung nahe der Berliner Philharmonie informiert über die Geschichte der NS-«Euthanasie»-Morde und ihre Auswirkungen bis in die Gegenwart.
An der Einweihung des Denkmals nahmen unter anderem Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne), Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Miltärbischof Martin Dutzmann teil. Kulturstaatsministerin Grütters erinnerte an die "unfassbar menschenverachtende Unterscheidung zwischen 'lebenswertem' und 'lebensunwertem' Leben" durch die Nazis. Von dem Ort Tiergartenstraße gehe die Botschaft aus, dass jedes menschliche Leben es wert sei, gelebt zu werden.

Möbeldesigner Sergio Rodrigues gestorben

Sessel "Mole" bekanntester Entwurf

Brasiliens berühmter Möbeldesigner Sergio Rodrigues ist tot. Der 86-Jährige starb am Montag in seiner Wohnung in Botafogo, im Süden von Rio de Janeiro, wie die Zeitung «Folha de São Paulo» online berichtete. Der Star-Architekt Oscar Niemeyer (1907-2012) übernahm 1960 zahlreiche Möbel von Rodrigues zur Ausstattung der neuen Regierungsgebäude in Brasília.
Weltruhm erlangte Rodrigues mit seinem Sessel "Mole" ("Sheriff" auf Englisch) von 1957, der in Italien die Internationale Möbel-Biennale von Cantù gewann. Nach Auffassung der Jury vereinte Rodrigues in Stil und Materialien den zeitgenössischen Geist mit der indianischen Tradition Brasiliens. Das Werk aus Holz und Leder gehört heute zur ständigen Ausstellung des New Yorker Museum of Modern Art (MoMA).

Schauspieler Keanu Reeves wird 50

Ein Leben voller Höhen und Tiefen

Er wurde in Beirut geboren, wuchs im kanadischen Toronto auf und ging mit gerade mal 17 Jahren von der Schule ab und machte sich auf nach Hollywood. Keanu Reeves hatte seinen Durchbruch in der Rolle des trotteligen Teenagers Ted in dem Film Bill&Teds verrückte Reise durch die Zeit . Er spielte neben Sandra Bullock in Speed und wurde schließlich in der Rolle des Hackers Neo in der Matrix-Trilogie zu einem der bestbezahlten Schauspieler Hollywoods. Auch sein Privatleben beherrschte immer wieder die Schlagzeilen. Ob der frühe Tod seines besten Freundes River Phoenix oder das Drama um seine tot geborene Tochter, der Schauspieler hatte schon einige Schicksalsschläge zu verkraften.
Heute feiert er seinen 50. Geburtstag.

Kunstsammlung Essl durch Industriellen Haselsteiner gerettet

Größte private Sammlung Europas für Zeitgenössische Kunst

Die Stiftung des Industriellen Hans Peter
Haselsteiner übernimmt 60 Prozent der Kunstsammlung des österrreichischen Baumax-Gründers Karlheinz Essl. Der Kaufpreis für die gesamte Sammlung beträgt über 100 Mio. Euro, die zur Gänze in die Rettung der schwer angeschlagenen Baumax-Kette fließen sollen.
Karlheinz Essl begann ab den 1970er Jahren gemeinsam mit seiner Frau Agneszeitgenössische Kunst zu sammeln. Werke von Friedensreich Hundertwasser und Kurt Moldovan markieren den Beginn ihrer Sammlertätigkeit. Schwerpunkt der sammlung ist österreichische Kunst ab 1945.

Grande Dame der Fotografie feiert Geburtstag

Hilla Becher wird heute 80 Jahre alt

Bis heute werden Bernd und Hilla Becher in einem Atemzug genannt. Hunderte Hochöfen, Wasser-, Förder- und Kühltürme, Silos und Fabrikhallen in Europa und den USA fotografierte das Paar gemeinsam über Jahrzehnte. Wie Naturwissenschaftler im 19.
Jahrhundert sammelten sie die Aufnahmen und erstellten Typologien der architektonischen Industrie-Dinosaurier. Menschenleer, emotionslos, sachlich und kühl sind die Schwarz-Weiß-Serien, mit denen das Ehepaar weltberühmt wurde.
Seit Bernd Becher 2007 starb, führt die in Düsseldorf lebende Hilla Becher das Werk fort, als wären sie noch das «Miniteam» wie früher. Kurz vor ihrem heutigen 80. Geburtstag wurde die am 2. September 1934 in Potsdam geborene Fotografin mit dem hoch dotierten Großen Rheinischen Kulturpreis ausgezeichnet. Viele Preise, vom Goldenen Löwen der Biennale in Venedig bis zum Goslarer Kaiserring, hatten die Bechers in den vergangenen Jahrzehnten gemeinsam entgegengenommen.

Survivor-Sänger Jimi Jamison mit 63 Jahren gestorben

"Eye of the Tiger" Sänger starb an einem Herzinfarkt

«Die ganze Survivor-Familie ist sehr geschockt und traurig über den Tod unseres Bruders Jimi Jamison», hieß es in einem Statement auf der offiziellen Facebook-Seite der Band. Jamison stieß 1984 zur Band, nachdem diese mit «Eye Of The Tiger» aus dem Film «Rocky 3» einen Welt-Erfolg feierte. Er sang Hits wie «Burning Heart» und «The Search Is Over». Nach einer mehrjährigen Auszeit, in der Jamison als Solokünstler den «Baywatch»-Titelsong «I'm Always Here» aufnahm, stieß er 2011 wieder zur Band. Die Rocker sind derzeit auf Tournee und planen im Oktober auch Konzerte in Karlsruhe und Köln. Ob diese nach dem Tod des Sängers abgesagt werden, war zunächst nicht bekannt.

Dok-Leipzig-Chef verlässt internationales Filmfest

Zehn Jahre leitete Claas Danielsen das Leipziger Dokumentarfilm-Festival

«In den zehn Jahren haben wir die meisten Ziele, die ich mir gesetzt hatte, erreicht. Das war eine sehr intensive und erfüllende Zeit mit extrem wenig Privatleben», sagt Danielsen. Im neuen Jahr wolle er sich eine mehrmonatige Auszeit nehmen, um neue Ideen und Projekte in Ruhe zu sortieren. «Ich kann das Festival jetzt mit Freude übergeben, es steht international sehr gut da», sagt der gebürtige Hamburger, der auch gern nach seinem Abschied vom Festival in Leipzig wohnen bleiben möchte. Das Dok Leipzig ist mittlerweile neben Amsterdam eines der angesehensten und ältesten Dokumentarfilmfestivals der Welt. Im vorigen Jahr erreichte das Filmfest mit 41 500 Gästen einen Besucherrekord.
In diesem Jahr zeigt das Dok Leipzig (27. Oktober bis 2. November) rund 350 Filme.

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