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Donnerstag, 17.10.2019
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 17. Oktober 2019

Banksy betreibt eigenen Online-Shop

Eine Weste, ein Grabstein und eine Einkaufstasche: Unter anderem das preist der Graffiti-Künstler Banksy in seinem eigenen online-shop an. Kaufen kann allerdings nicht jeder: Um Interessierte von kommerziellen Händler unterscheiden zu können, muss eine Frage beantwortet werden, die erklärt, warum ein Objekt den Besitzer wechseln soll. "Bitte kaufen Sie ein Stück, weil es Ihnen gefällt, nicht weil Sie denken, dass es eine gute Investition ist", heißt es zur Begründung. Die BBC zitiert den Kunst-Juristen Mark Stephens: "Banksy ist in einer schwierigen Situation, weil er kein eigenes Merchandising seiner Produkte betreibt. Aber die Gesetzeslage ist eindeutig: Wenn ein Händler seine Marke nicht nutzt, kann sie von jemand anderem übernommen werden."

Politik will mit Wissenschaft über Umgang mit Kolonialobjekten sprechen

Der Brief von Wissenschaftlern und Kulturschaffenden, in dem "unbeschränkter und unkontrollierter Zugang" zu den Bestandsverzeichnissen der Museen gefordert wird, um sich "ernsthaft" mit dem Kolonialismus auseinandersetzen zu können, ist heute öffentlich geworden. Prompt hat die Politik reagiert: Die Initiatoren des Appells sollten in die Arbeitsgemeinschaft von Bund und Ländern eingeladen werden, sagte der Vorsitzende der Kulturministerkonferenz, Hamburgs Kultursenator Brosda. "Dann kann im direkten Gespräch geklärt werden, wie wir möglichst gut und schnell vorankommen." Dies gehe am besten, wenn Politik, Wissenschaft, Museen und Zivilgesellschaft in Deutschland mit den Herkunftsgesellschaften zusammenarbeiteten, so der Sozialdemokrat. Gestern war unter Leitung von Kulturstaatsministerin Grütters beschlossen worden, ab 2020 eine Kontaktstelle für Anfragen und Informationen zu sogenannten Kolonial-Objekten einzurichten.

Netflix meldet überraschend viele Neukunden

Im kommenden Monat gegen Walt Disney und Apple mit eigenen Streamingdiensten an den Start. Heute meldet Netflix im dritten Quartal des Jahres 6,8 Millionen neue Abonnenten. Zu verdanken sei dies vor allem der dritten Staffel der Mystery-Serie "Stranger Things" und "13 Reasons Why." Im zweiten Quartal 2019 hatte das US-amerikanische Unternehmen 2,7 Millionen Neukunden geworben. In geldwerten Vorteilen bedeutet die aktuelle Quartalsbilanz einen Gewinn um 65 Prozent oder 665 Millionen Dollar.

Bernd Lucke gibt wieder Uni-Seminar

Einen Tag nach lautstarkem Protest, hat AfD-Mitbegründer Bernd Lucke wieder ein Seminar an der Universität Hamburg gegeben. Zwischen 15 und 20 Studenten sollen daran teilgenommen haben. Zwei Frauen, die nicht angemeldet waren, wurden von Professor Lucke mit dem Hinweis, er kenne sie vom Vortag, nicht zugelassen. Hunderte Studenten hatten die geplante Vorlesung des Ökonomen gestern gestört. Lucke war wegen seines politischen Mandats im Europäischen Parlament seit 2014 beurlaubt.

Prozess gegen Deniz Yücel in der Türkei vertagt

Es ist nicht das erste Mal: dass die Anklage wegen angeblicher Terrorpropaganda und Volksaufwiegelung gegen Deniz Yücel in Istanbul vertagt wurde. Grund ist nun der Antrag der türkischen Staatsanwaltschaft, die für Vorbereitung ihres Plädoyers mehr Zeit veranschlagt. Der ehemalige Reporter der "Welt" war im Februar 2017 festgenommen worden und saß ein Jahr in Untersuchungshaft. Yücels Anwalt hatte erwartet, dass die Staatsanwaltschaft heute ihren Schlussvortrag hält, weil die in Deutschland gemachte Aussage von Yücel dem Gericht vorläge. Darin erhebe der Journalist den Vorwurf, im Gefängnis körperlich und geistig gefoltert worden zu sein. Ihm drohen bis zu 18 Jahre Haft.

Klage gegen Soderbergh-Film über Panama Papers

Der US-Verleiher des neuen Films von Steven Soderbergh über die "Panama Papers" ist verklagt worden. Die Rechtsanwälte Jürgen Mossack und Ramon Fonseca, die maßgeblich in das Geschäft aus Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Bestechung verwickelt sein sollen, wehren sich damit gegen die Darstellung in der "Geldwäscherei", als "rücksichtslose, gleichgültige" Juristen, heißt es in der Klageschrift. Die "Panama Papers" sind vertrauliche Unterlagen, die 2016 einem internationalen Recherchenetzwerk zugespielt worden waren. Die Kanzlei Mossack und Fonseca war 2018 geschlossen worden.

Späte Ehrung für Selman Selmanagic

Eine Gedenktafel in Berlin, für einen der "bedeutendsten Designer der DDR": Die erhält der
Architekt Selman Selmanagic. Das teilte die Senatskulturverwaltung mit. Der 1986 verstorbene Selmanagic studierte am Bauhaus in Dessau und entwarf die ersten Sitzmöbel aus gepresstem Holzfurnier. Bis 1970 war er Professor für Bau- und Raumgestaltung an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee. Angebracht wird die Gedenktafel, die am 23. Oktober enthüllt wird, an dem von Selmanagic entworfenen Anbau der Kunsthochschule an einer ehemaligen Schokoladenfabrik.

"Jugendwort des Jahres" vorerst eingestellt

In diesem Jahr gibt es kein "Jugendwort des Jahres". Das bestätigte der Leiter des Pons-Verlags, Erhard Schmidt. Ob es die Wahl zukünftig überhaupt noch geben wird, sei noch nicht entschieden. Hintergrund ist, dass der bisherige Ausrichter Langenscheidt im Frühjahr von der Klett-Gruppe übernommen wurde, zu der auch der Pons-Verlag gehört. Auch das begleitend vom Langenscheidt-Verlag herausgegebene Lexikon "100 Prozent Jugendsprache" findet nicht Schmidts Gefallen.

Jonas Kaufmann über Opern-"Besetzungscouch"

"Ein dunkles Kapitel": So hat Tenor Jonas Kaufmann in der "Augsburger Allgemeinen" die "berühmt-berüchtigte Besetzungscouch" genannt, die es über Jahrzehnte in "manchem Büro" des Opern- und Klassik-Metiers gegeben habe. Die durch die Metoo-Bewegung viel diskutierte sexuelle Belästigung in der Kunst- und Kulturszene mache es für Regisseure "komplizierter, Liebesszenen zu inszenieren", so der 50-Jährige. Es sei ein sehr schmaler Grat, was ein Regisseur vermitteln dürfe, ohne seine Darsteller zu Anzüglichkeiten zu verleiten. "Wenn früher einer zu weit gegangen ist, wurde das vielleicht dadurch geregelt, dass er in der Probe eine Ohrfeige bekommen hat. Jetzt muss ein Regisseur extrem viel darüber nachdenken".

Patricia Nickel-Dönicke geht nach Luzern

Die derzeitige Chefdramaturgin des Theaters Oberhausen, Patricia Nickel-Dönicke, wird zur Spielzeit 2021/22 Schauspieldirektorin am Luzerner Theater. Das bestätigte die Intendanz gegenüber nachtkritik.de. Nickel-Dönicke, 1979 in Potsdam geboren, hat in Darmstadt, Osnabrück, Halle und Mainz gearbeitet und war von 2011-2013 am Theater Heidelberg für das Programm des Stückemarktes zuständig. In diesem Jahr gehörte sie der Preisjury der Mülheimer Theatertage an und erhielt den Förderpreis bei den NRW-Künstlerinnenpreisen.

Gericht gibt Ausleihe von Leonardo-Werk an Louvre frei

Ein italienisches Gericht hat die Leihgabe einer berühmten Zeichnung von Leonardo da Vinci ans Pariser Louvre-Museum genehmigt. Der Entscheidung war ein Streit um da Vincis Werk "Der vitruvianische Mensch" vorausgegangen. Die italienische Justiz hatte zunächst dem Kläger Recht gegeben, wonach die Zeichnung zu fragil sei, um sie nach Paris zu transportieren. Das Verwaltungsgericht in Venedig entschied nun, dass sie wie geplant Ende des Monats zusammen mit weiteren Werken da Vincis in einer Ausstellung im Louvre gezeigt werden kann. Anlass ist der 500. Todestag des Renaissance-Künstlers. Viele Italiener sehen die Leihgabe an das Louvre skeptisch, da überhaupt nur noch 20 Gemälde da Vincis existieren. Fünf davon hängen im Louvre, genauso wie 22 Zeichnungen. Im Tausch für die Werke da Vincis werden Gemälde und Zeichnungen des italienischen Renaissance-Malers Raffael an Rom verliehen - für eine Ausstellung im kommenden März.

Neuer Sender für Brexit-genervte Briten

Der britische Nachrichtenkanal Sky News hat für Brexit-müde Briten einen neuen Sender ins Leben gerufen. Eine Studie habe gezeigt, dass ein Drittel der Befragten die Nachrichten gänzlich meide. Mehr als 70 Prozent gaben demnach den Brexit als Grund an. Sky News Brexit-Free geht heute erstmals auf Sendung und wird alle Themen rund um den EU-Austritt Großbritanniens aussparen. Der neue Sender sei ein "gewagter Ansatz", so John Ryley, der Chef von Sky News. Doch er sei überzeugt, dass die Zuschauer ihn nützlich finden werden. Der Hauptsender Sky News wird auch weiterhin über den EU-Austritt Großbritanniens berichten.

Spiegel-Verlag stellt "bento" neu auf

Der Spiegel-Verlag stellt seinen Ableger für die junge Generation "bento" neu auf. Eine überarbeitete Version der Internetseite bento.de ist ab sofort online. Wie das Verlagshaus mitteilte, werde sie sich weiterhin auf die junge Perspektive fokussieren, setze aber auf längere, tiefer recherchierte Stücke mit Magazincharakter. Darüber hinaus wird es "bento" im nächsten Jahr auch gedruckt geben. "bento Start" werde künftig den "Uni-Spiegel" ersetzen und solle der "Spiegel"-Printausgabe vier Mal im Jahr beigelegt sowie an Universitäten verteilt werden, hieß es. "bento" war Ende 2015 als "Nachrichtenseite für junge Leute zwischen 18 und 30 Jahren" gestartet.

Filmtrophäe für Andreas Dresen in den USA

Der Regisseur Andreas Dresen ist in San Francisco mit einem Ehrenpreis für seine Filmkarriere ausgezeichnet worden. Er wurde ihm im Rahmen von "Berlin & Beyond", dem größten deutschsprachigen Filmfestival in den USA, überreicht, wo auch sein Film "Gundermann" gezeigt wurde. Zuvor hatte der Film das "German Currents Film Festival" in Los Angeles eröffnet. Im Mai gewann Dresen für sein Porträt über den DDR-Liedermacher Gerhard Gundermann sechs Lolas beim Deutschen Filmpreis.

Kerkeling zählt zu den "Männern des Jahres"

Der Entertainer Hape Kerkeling gehört für die Zeitschrift "GQ Gentlemen's Quarterly" zu den "Männern des Jahres 2019". Er werde für seine außergewöhnliche Karriere als Komiker, Moderator, Schauspieler und Autor geehrt, teilte das Stilmagazin in München mit. "Hape Kerkeling ist ein Ausnahme-Talent und aus dem deutschen Showbusiness nicht wegzudenken", hieß es. Der Preis in der Kategorie "Entertainment" soll Hape Kerkeling bei der Gala am 7. November in der Komischen Oper in Berlin überreicht werden. "GQ" zeichnet dann zum 21. Mal "herausragende Persönlichkeiten" aus dem Show- und Musikgeschäft sowie aus Gesellschaft, Sport, Politik und Mode mit den "GQ Men of the Year"-Awards aus.

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