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Kulturnachrichten

Dienstag, 31. August 2021

Kritik an Öffnung der Berliner Clubs

In Berlin dürfen Clubs und Diskotheken für Geimpfte und Genesene wieder öffnen. Das hat der Berliner Senat beschlossen und so eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts umgesetzt. Damit darf voraussichtlich ab Samstag wieder getanzt werden. Dennoch gibt es Kritik: Der Berliner Clubcommission etwa geht die Regelung nicht weit genug. Sie hätte sich auch eine Option für PCR-Getestete gewünscht. Außerdem werden Forderungen laut, die Regelung müsse auch für Konzerthallen gelten. Dort gilt zur Zeit die 3G-Regelung, allerdings mit Abstand und festen Sitzplätzen.

Darstellung von Juden einseitig als Opfer

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat sich gegen eine einseitige Darstellung von Juden beispielsweise in Schulbüchern ausgesprochen. Die Opferrolle von Juden habe sich verfestigt, etwa als Opfer von Pogromen im Mittelalter oder der Schoah unter den Nationalsozialisten, sagte Schuster bei einer Veranstaltung in Berlin. Was Juden aber über die Jahrhunderte zum Geistesleben beigetragen hätten, komme im Schulunterricht zu kurz. Der Zentralrat arbeite deswegen mit der Kultusministerkonferenz und Schulbuchverlagen zusammen, um dies sowie "zweifelhafte Darstellungen" des Judentums zu verhindern. Schuster erinnerte daran, dass Stereotypen oft über Generationen weitervermittelt würden.

Bundeskanzlerin erhält Buber-Rosenzweig-Medaille

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist die Buber-Rosenzweig-Medaille überreicht worden. Diese wird an Persönlichkeiten oder Organisationen verliehen, die sich im christlich-jüdischen Dialog außerordentliche Verdienste erworben haben. Wegen der Corona-Pandemie fand die Verleihung im kleinen Rahmen im Kanzleramt statt. Die Laudatio hielt der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster. Er hob Merkels "Standfestigkeit" bei der Verteidigung jüdischen Lebens hervor. Die Bundeskanzlerin selbst forderte einen entschlossenen Einsatz gegen Rassismus und Antisemitismus. Dagegen müsse "mit allen Mitteln und der ganzen Konsequenz unseres Rechtsstaates" vorgegangen werden. Sie betonte dabei die immerwährende Verantwortung Deutschlands, die Erinnerung an den nationalsozialistischen Massenmord an den europäischen Juden wach zu halten.

Ausschussbericht zur Absetzung von Hubertus Knabe

Der Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses, der die Absetzung des ehemaligen Leiters der Stasi-Opfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, beleuchten sollte, hat nach 20 Sitzungen seinen Bericht vorgelegt. Geprüft wurde, ob Knabe nicht entschieden genug gegen sexuelle Belästigung von Mitarbeiterinnen durch seinen Stellvertreter vorgegangen sei. Er selbst hatte das stets bestritten. Die Opposition vermutete, Knabe habe aus politischen Gründen gehen müssen. Die Mehrheit des Untersuchungsausschusses sieht jedoch keine Belege dafür, dass die Kündigung Knabes politisch motiviert gewesen sei. Stattdessen weist der Bericht Knabe mannigfaltige Gesetzesverstöße nach. Zum Beispiel seien Vorgaben aus dem Landesgleichstellungsgesetz und dem Gleichbehandlungsgesetz nicht erfüllt worden.

Goldener Löwe der Architekturbiennale nach Berlin

Das Berliner Architekten-Kollektiv Raumlaborberlin ist bei der Architekturbiennale in Venedig mit einem Goldenen Löwen ausgezeichnet worden. Die Jury verlieh den neun Männern und Frauen den Preis in der Kategorie "Bester Teilnehmer" für ihre Installation "Instances of Urban Practice" - auf Deutsch: "Beispiele städtischer Praxis". Sie bezieht sich unter anderem auf die schwimmende Universität am Regenwassersammelbecken des ehemaligen Flughafens Tempelhof, die das Kollektiv vor drei Jahren als Experiment zum gemeinsamen Lernen geschaffen hatte. Laut Biennale stehe das Projekt, für "einfallsreiche städtische Wiederbelegung". Die Architekturbiennale in der italienischen Lagunenstadt gilt als wichtigste Präsentation zur Baukunst weltweit.

Nachlass Max Stern: Düsseldorf entschuldigt sich

Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller hat den kanadischen Nachlassverwaltern des jüdischen Kunsthändlers Max Stern neue Gespräche angeboten. Der CDU-Politiker entschuldigte sich bei der Vorstellung der Ausstellung "Entrechtet und beraubt. Der Kunsthändler Max Stern" für die einseitige Absage der Schau vor vier Jahren durch seinen Vorgänger Thomas Geisel von der SPD. Die daraus entstandene Kontroverse sei "bedauerlich" und habe als Affront wahrgenommen werden müssen. Nach mehrfacher Verschiebung wird die umstrittene Ausstellung zu Max Stern ab Donnerstag in Düsseldorf erstmals gezeigt. Die Absage hatte Geisel damals mit Auskunfts- und Restitutionsgesuchen begründet. Die kanadischen Stern-Experten fühlten sich dadurch persönlich und fachlich brüskiert.

"Die drei ???"-Ausstellung in Hannover

Das Wilhelm-Busch-Museum für Karikatur und Zeichenkunst in Hannover thematisiert in einer Ausstellung die Entstehung der Jugendbuchserie "Die drei ???". Die Schau werde von Mitte September bis Mitte Januar gezeigt, teilte das Museum mit. Ein Schwerpunkt sind Zeichnungen der Grafikerin und Malerin Aiga Rasch, die zwischen 1970 und 1999 mehr als 100 Cover der Reihe illustrierte und das unverwechselbare Design schuf. "Die drei ???" stehen für die Detektive Justus, Peter und Bob, die einen Kriminalfall nach dem anderen lösen. Die Serie stammt ursprünglich aus den USA. Seit dem Start 1968 in Deutschland wurden mehr als 16 Millionen Bücher und 45 Millionen Tonträger verkauft.

Mallwitz wird Chefdirigentin am Konzerthaus

Joana Mallwitz wird Chefdirigentin am Konzerthaus Berlin. Sie ist damit die erste Frau in dieser Position. Die 34-Jährige wird die künstlerische Leitung des Orchesters in zwei Jahren für zunächst fünf Spielzeiten übernehmen, teilten Konzerthaus und die Berliner Kulturverwaltung mit. 2014 war Mallwitz die damals jüngste Generalmusikdirektorin Europas am Theater Erfurt geworden, im vergangenen Jahr hatte sie als erste Frau bei den Salzburger Festspielen einen großen Premierenzyklus geleitet. 2019 war sie von der Zeitschrift "Opernwelt" zur Dirigentin des Jahres gekürt worden. Seit drei Jahren ist sie als Generalmusikdirektorin am Staatstheater Nürnberg tätig.

Iron Maiden verzichten auf eigenes Flugzeug

Die Heavy-Metal-Band Iron Maiden will keinen eigenen Tourjumbo mehr nutzen. Er sei schon seit 2016 ausrangiert, sagte Sänger Bruce Dickinson der Augsburger Allgemeinen. "Weil er beschädigt war, wegen der Umwelt - und auch, weil es unpraktisch ist, immer ein Flugzeug an der Backe zu haben", so der Brite. Man brauche keinen Jumbo, um von Paris nach Zürich zu fliegen. Am Flughafen Zürich war 2016 ein Foto entstanden, das den vergleichsweise kleinen Regierungsflieger von Bundeskanzlerin Angela Merkel neben dem als "Ed Force One" bezeichneten Iron-Maiden-Jumbo zeigte. "Verdammt cool" sei das gewesen, sagte Dickinson. "Aber nun ist 'Ed Force One' Geschichte." Die nächste Tour im kommenden Jahr wolle Iron Maiden ohne eigenen Flieger bestreiten.

Israel beschließt Corona-Vorgaben für Klagemauer

Das Corona-Kabinett in Israel hat Versammlungsvorgaben für die Klagemauer in Jerusalem erlassen. Grund sind die hohen Infektionszahlen und das jüdische Neujahrsfest in einer Woche. Demnach dürfen maximal 8.000 Gläubige gleichzeitig auf dem Platz vor der Klagemauer zusammenkommen, der in 18 kleinere Bereiche unterteilt wird. Alle Personen müssen Maske tragen. Vor und am jüdischen Neujahrsfest werden Zehntausende religiöse Juden zu Gebeten an der Klagemauer erwartet. Sie befindet sich in der Altstadt, ist der Überrest eines jüdischen Tempels, der im Jahr 70 von den Römern zerstört wurde, und gilt als wichtigstes Heiligtum von Juden weltweit.

Duran Duran bei Deutschem Radiopreis

Das Musikprogramm für die Verleihung des Deutschen Radiopreises am Donnerstagabend in Hamburg steht fest: Neben Revolverheld, Nathan Evans, Johannes Oerding und Wincent Weiss werden auch die Musiker der britischen Gruppe Duran Duran auf der Bühne stehen. Der Radiopreis wird in zehn Kategorien vergeben, darunter beste Reportage, beste Comedy, bester Podcast und beste Moderation. Die Preise sind undotiert. Der Preis wird zum zwölften Mal verliehen und gilt als wichtigste Auszeichnung der Radiobranche.

Academy-Museum ehrt Sidney Poitier

Das neue Academy-Museum in Los Angeles will seine riesige Eingangshalle nach dem legendären Schauspieler Sidney Poitier benennen. Es sei eine "unglaubliche Ehre", Sir Sidney Poitier als Namensgeber für die Lobby zu haben, sagte Museums-Direktor Bill Kramer laut einer Mitteilung. Poitiers humanitäre Verdienste und sein bahnbrechendes künstlerisches Schaffen seien für alle eine Inspiration.
Der in ärmsten Verhältnissen auf den Bahamas aufgewachsene Bauernsohn wurde 1964 für den Film "Lilien auf dem Felde" als erster Schwarzer mit dem Oscar zum besten Hauptdarsteller gekürt. Die Eröffnung des Museums der Filmakademie, die alljährlich die Oscars verleiht, ist für den 30. September geplant. Auf knapp 30 000 Quadratmetern soll die Sammlung der Oscar-Akademie zu sehen sein, darunter Filme, Drehbücher, Requisiten und Kostüme. Stars wie Steven Spielberg, Barbra Streisand und George Lucas, aber auch Filmstudios und Firmen spendeten Millionen für die Einrichtung.

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