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Kulturnachrichten

Montag, 30. August 2021

Lille eröffnet erste Serien-Filmschule

In der französischen Stadt Lille gibt es nun eine Filmschule speziell für Serien. Gegründet wurde die Einrichtung von den Veranstaltern des Serien-Festivals "Séries Mania" zusammen mit den Fernsehsendern "France Télévisions" und TF1. Ziel ist es ihnen zufolge, Lille zur Hauptstadt der europäischen Serien zu machen. Die Serienindustrie befinde sich in einem tiefgreifenden Wandel, der sich darin widerspiegele, dass die Grenzen der Fiktion dank der digitalen Technologie allmählich verschwinden würden. Die Filmschule bietet drei verschiedene Studiengänge, die zum Teil kostenpflichtig sind.

Taliban töten offenbar afghanischen Volkssänger

In der afghanischen Provinz Baghlan soll ein Taliban den Volkssänger Fauad Andarabi erschossen haben. Das gab Andarabis Familie bekannt. Die genauen Umstände sind unklar. Andarabi war populär für seine Begleitung der Lieder seiner Heimat mit einer Laute mit Bogen. Die UN-Sonderberichterstatterin für kulturelle Rechte, Karima Bennoune, äußerte sich auf Twitter besorgt. Sie rief die Regierungen weltweit dazu auf, von den Taliban die Einhaltung der Menschenrechte von Künstlern einzufordern. Außerdem sollten sichere Wege für Kulturschaffende gefunden werden, um aus Afghanistan auszureisen. Ein Taliban-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur AP, dass der Zwischenfall untersucht werde.

Theaterstück zu Dachauer Prozessen

Die Wissenschaftliche Abteilung der KZ-Gedenkstätte Dachau erarbeitet eine Sonderausstellung zu den Dachauer Prozessen. Sie soll am 29. April 2022, dem 77. Jahrestag der Befreiung, eröffnet werden. Parallel dazu entsteht der Gedenkstätte zufolge ein Theaterstück, das die Prozesse in Szene setzen soll. Regie führten Victor Perillo und Milka Mircic Martinovic. Das Buch dazu berufe sich unter anderem auf bisher unveröffentlichte Mitschriften eines Richters der Dachauer Prozesse. Die Gerichtsverhandlungen gehören laut Mitteilung zu den bedeutendsten Kriegsverbrecher-Prozessen der Alliierten. In den drei Jahren ab 1945 mussten sich beinahe 2.000 Angeklagte für ihre Taten während der NS-Zeit rechtfertigen.

Regisseur Buck über seinen Film "Felix Krull"

In dem Thomas-Mann-Klassiker "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" ist für Regisseur Detlev Buck vor allem ein Thema wichtig: die Angst vor Verarmung. Diese Angst sei ein sehr modernes, heutiges Thema, weil wir die Schere zwischen Arm und Reich immer spürten, sagte Buck im Deutschlandfunk. Jeder müsse sich entscheiden zwischen der Karriere und dem Geschäft oder dem persönlichen Glück. Detlev Bucks neue Verfilmung des Klassikers kommt am Donnerstag in die Kinos. Als Drehbuchautor fungierte Bestsellerautor Daniel Kehlmann, Rollen übernahmen unter anderen Maria Furtwängler und Joachim Król.

Traumschiff-Schauspielerin Heide Keller ist tot

Die aus der ZDF-Serie "Das Traumschiff" bekannte Schauspielerin Heide Keller ist tot. Sie starb im Alter von 81 Jahren, teilte der Sender in Mainz mit. Keller hatte im "Traumschiff" 38 Jahre lang die Rolle der Chefhostess Beatrice gespielt. Die stellvertretende ZDF-Programmdirektorin Hempel erklärte, keine Schauspielerin habe so lange eine vergleichbare Serienrolle verkörpert wie die gebürtige Düsseldorferin. Seit 1981 hatte Keller in der Serie mitgespielt. 2018 war sie in der 80. Folge zum letzten Mal zu sehen. Nach ihrer Schauspielausbildung hatte Keller zunächst Theater gespielt, bevor sie zum Fernsehen kam.

Afghanische Medienschaffende bitten um Schutz

Journalistinnen und Journalisten in Afghanistan bitten die internationale Gemeinschaft um Schutz. Wie der afghanische Fernsehsender "Tolo News" berichtete, appellierten 150 Medienschaffende in einem Offenen Brief, ihr Leben und das ihrer Angehörigen zu retten. Wörtlich hieß es: "Wir leben in Unsicherheit. Wir wissen nicht, was mit uns und unserer Zukunft passieren wird". Derweil verließ die Tolo-Moderatorin Beheshta Arghand Medienberichten zufolge das Land. Sie hatte direkt nach der Machtübernahme der Taliban vor etwas mehr als zwei Wochen einen hochrangigen Anführer der radikalislamischen Gruppe interviewt. Zuletzt war es ihr nach eigenen Angaben nicht mehr möglich, zu arbeiten.

Roberto Benigni: Mehr Hilfe für Afghanen

Der Schauspieler und Oscar-Preisträger Roberto Benigni verlangt ein stärkeres Engagement für afghanische Geflüchtete. Wörtlich sagte er bei einer Preisverleihung im italienischen Viareggio: "Wir können nicht anders, wir müssen diesen Menschen helfen. Aber wir brauchen auch den Mut der Hoffnung". Was derzeit aus Kabul berichtet werde, sei etwas Unerhörtes. Das könne man - anders als seine fiktive Geschichte der Schoah in "Das Leben ist schön" noch nicht ironisch erzählen, zitiert ihn die Zeitung "La Nazione Toscana" weiter. Benigni wird beim Filmfestival in Venedig für sein Lebenswerk geehrt. Das älteste Filmfest der Welt beginnt am Mittwoch.

Auma Obama hält Laudatio für Friedenspreisträgerin

Die Laudatio auf die diesjährige Friedenspreisträgerin Tsitsi Dangarembga hält Auma Obama. Die kenianische Germanistin und Soziologin sei durch ihr gesellschaftliches Engagement und freundschaftlich mit der Preisträgerin verbunden, gab der Börsenverein des deutschen Buchhandels bekannt. Die Halbschwester des früheren US-Präsidenten Barack Obama hat in Deutschland studiert und promoviert und war 2007 in ihre Heimat Kenia zurückgekehrt, wo sie ihre eigene Stiftung gründete. Die simbabwische Autorin und Filmemacherin Dangarembga erhält den Friedenspreis am 24. Oktober in der Frankfurter Paulskirche. Die Jury bezeichnete sie als eine der wichtigsten Künstlerinnen Simbabwes, aber auch als weithin hörbare Stimme Afrikas in der Gegenwartsliteratur.

Mehr als 100.000 Besucher im Humboldt Forum

Seit Eröffnung des Humboldt Forums im Juli haben das Zentrum für Kunst, Kultur und Wissenschaft in Berlin über 100.000 Menschen besucht. Damit betrage die Auslastung rund 97 Prozent, teilte ein Sprecher der Stiftung Humboldt Forum mit. Aktuell können coronabedingt nur etwa 2.400 Tickets pro Tag gebucht werden. Bis zum 12. November sind noch alle Bereiche ohne Eintritt zugänglich. Anschließend müssen die Tickets für Sonderausstellungen sowie den Berlin-Bereich bezahlt werden, ständige Ausstellungen bleiben als Test zunächst gratis. Das 680 Millionen Euro teure Humboldt Forum war nach jahrelangen Diskussionen und einigen Verzögerungen eröffnet worden.

Greenpeace feiert 50. Geburtstag

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat einem Protestforscher zufolge seit ihrer Gründung den Weg für viele andere Bewegungen geebnet. Die Organisation habe eine Pionierrolle, wenn es darum gehe, Protest öffentlichkeitswirksam zu inszenieren, sagte der Wissenschaftler Teune vom Potsdamer Institut für Protest- und Bewegungsforschung der Deutschen Presse-Agentur. Heute liege der Fokus der Nichtregierungsorganisaton eher darauf, Expertise und Wissen in die Öffentlichkeit zu tragen. Greenpeace feiert am Abend in Stralsund das 50-jährige Bestehen. Zu der Veranstaltung im Ozeaneum wird unter anderen auch Bundeskanzlerin Merkel erwartet. Greenpeace ist eine der größten Umweltschutzorganisationen der Welt und hat weltweit rund drei Millionen Unterstützerinnen und Unterstützer.

Musiker Lee "Scratch" Perry gestorben

Der jamaikanischer Musikproduzent und Musiker Lee "Scratch" Perry ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Perry galt als Philosoph und Clown, Dichter und Paradiesvogel, Guru und Hofnarr in einer Person. Er prägte den Sound des jungen Bob Marley und gilt als Erfinder und Wegbereiter des Dub, einer Produktionsmethode, bei der durch das Auseinanderschneiden und Verfremden einzelner Tonspuren völlig neue Klänge entstehen. Die Beastie Boys schrieben auf Twitter, sie seien dankbar für die Zusammenarbeit mit dieser "wahren Legende". Die amerikanische Indie-Rock-Band "The Mountain Goats" bezeichnete Perry als einen der wichtigsten Musiker des 20. Jahrhunderts. Der Premierminister seines Heimatlandes, Holness, sagte, Jamaika habe den Rhythmus und die Seele einer produktiven Musikikone verloren.

Werben für Europäisches Holocaust-Museum

Der frühere Bundesbildungsminister Rüttgers hat ein Europäisches Holocaust-Museum vorgeschlagen. Die Menschen in Europa bräuchten eine gemeinsame europäische Erinnerungskultur, schreibt Rüttgers als Kuratoriumsvorsitzender des Vereins "1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" in einer Sonderpublikation zum Jubiläum. Ein Europäisches Holocaust-Museum könne die Geschichte der NS-Diktatur erzählen und Zentrum der Holocaust-Forschung und -Pädagogik sein. So könne eine gemeinsame Zukunft entstehen. Der langjährige CDU-Politiker und Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens betonte: Die Frage nach den Zukunftsperspektiven der Erinnerungskultur sei relevant, weil Shoa-Überlebende nicht mehr lange als Zeitzeugen zur Verfügung stünden.

Komponist Siegfried Matthus tot

Der Komponist Siegfried Matthus ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Das teilte der Freundeskreis der Kammeroper Schloss Rheinsberg im Auftrag der Familie mit. Matthus schuf mehr als 600 Musikwerke aller Gattungen, die ihn zu einem der bekanntesten Komponisten der DDR machten. An der Komischen Oper Berlin war er über Jahre hinweg Berater für zeitgenössische Musik. 1990 gründete Matthus die Kammeroper Schloss Rheinsberg, die er bis 2014 künstlerisch leitete. Der Musiker erhielt etliche Auszeichnungen, unter anderem den Preis des Verbandes deutscher Kritiker und das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

Umfassende Bildungsreform in China

China dämmt im Zuge einer umfassenden Bildungsreform Prüfungen an Schulen deutlich ein. So verbot die Regierung beispielsweise schriftliche Prüfungen für Sechs- und Siebenjährige. Zur Begründung hieß es in den neuen Leitlinien, großer Druck auf Schulkinder bereits in einem jungen Alter schade ihrer geistigen und körperlichen Gesundheit. Die Neuregelungen sehen auch eine Beschränkung der Prüfungen bei älteren Schülern vor. Bereits Ende Juli hatte Peking festgelegt, dass private Nachhilfe-Schulen keinen Gewinn mehr erzielen dürfen und dies mit mehr Bildungsgerechtigkeit begründet. Eltern in China gaben teils bis zu 10.000 Euro pro Jahr für außerschulische Angebote aus - in der Hoffnung, dass ihre Kinder später an einer der renommiertesten Hochschulen des Landes aufgenommen werden.

"Lou Grant"-Schauspieler Ed Asner gestorben

Der US-Schauspieler Ed Asner ist mit 91 Jahren gestorben. Sein Sprecher teilte mit, Asner sei am Sonntag im Kreise seiner Familie gestorben. Asner galt als vielseitiger Schauspieler, der in den 70er und 80er Jahren vor allem in der Rolle des Lou Grant und mit der gleichnamigen Serie bekannt wurde. Dort spielte er einen rauen Journalisten, der ein Herz aus Gold hat.Die Rolle seines Lebens brachte Asner die meisten seiner Emmy-Fernsehpreise und seiner Golden Globes der Hollywood-Auslandspresse. Von 1981 bis 1985 war Asner zudem Präsident der einflussreichen US-Schauspielergewerkschaft Screen Actors Guild.

Lasker-Berlin erhält Hermann-Sudermann-Preis

Die Dramatikerin Amanda Lasker-Berlin erhält den mit 5.000 EUR dotierten Hermann-Sudermann-Preis für Dramatik für ihr Stück "Ich, Wunderwerk und how much I love Disturbing Content". In der Begründung der Jury heißt es, Lasker-Berlin befrage in einer weitausholenden Geste die Omnipräsenz medialer Bilder im privaten wie im öffentlichen Raum. Der handelnde Mensch werde durch den Konsumenten von Nachrichten und Emotionen abgelöst. Dem ewigen Flimmern der Bilder scheine der homo sapiens nur noch wenig entgegenzusetzen zu haben. Darin liege die Brisanz und die Preiswürdigkeit dieses Stückes begründet. Neben dem Hauptpreis geht der Anerkennungspreis für Dramatik in Höhe von 3.000 EUR an die Autorin Milena Michalek für ihr Stück "Das hier". Die Preise sollen am 5. September in Berlin verliehen werden.

Spike Lee kürzt Serie über 9/11 nach Kritik ein

Der Regisseur Spike Lee hat nach Kritik die letzte Episode seiner vierteiligen Doku-Serie über New York City "NYC Epicenters 9/11 - 2021 1/2" eingekürzt. Das berichtet die "New York Times". In der vierten Folge hatten Verschwörungstheoretiker behauptet, die Türme des World Trade Centers seien durch eine kontrollierte Sprengung eingestürzt. Diese Aussagen hatten genauso viel Sendezeit bekommen wie die von Forschern, die jahrelang die Anschläge untersucht hatten. Kritik an der noch nicht beim Streamingdienst HBO Max ausgestrahlten Episode kam von verschiedenen US-Medienvertretern, die die Folge vorab sehen konnten.

Heine-Preis für Rachel Salamander

Die Publizistin und Buchhändlerin Rachel Salamander wurde am Sonntag mit dem Heine-Preis der Stadt Düsseldorf ausgezeichnet. Salamander habe maßgeblich zum Wiederaufbau des jüdischen intellektuellen Lebens nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland beigetragen, hatte es in der Begründung der Jury geheißen. Mit ihren Buchhandlungen habe Salamander die jüdischen Autoren, deren Bücher einst verbrannt worden waren, in den Kanon deutscher Literatur zurückgeholt. Die in München lebende Salamander eröffnete in der bayerischen Landeshauptstadt 1982 unter dem Namen "Literaturhandlung" eine Fachbuchhandlung für Literatur zum Judentum. Mittlerweile gibt es Zweigstellen in mehreren deutschen Städten. Das Stammhaus ist inzwischen in das Jüdische Museum München gezogen.

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