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Samstag, 23.10.2021
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 29. August 2021

Musiker Lee "Scratch" Perry gestorben

Der jamaikanischer Musikproduzent und Musiker Lee "Scratch" Perry ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Perry galt als Philosoph und Clown, Dichter und Paradiesvogel, Guru und Hofnarr in einer Person. Er prägte den Sound des jungen Bob Marley und gilt als Erfinder und Wegbereiter des Dub, einer Produktionsmethode, bei der durch das Auseinanderschneiden und Verfremden einzelner Tonspuren völlig neue Klänge entstehen.

"Lou Grant"-Schauspieler Ed Asner gestorben

Der US-Schauspieler Ed Asner ist mit 91 Jahren gestorben. Sein Sprecher teilte mit, Asner sei am Sonntag im Kreise seiner Familie gestorben. Asner galt als vielseitiger Schauspieler, der in den 70er und 80er Jahren vor allem in der Rolle des Lou Grant und mit der gleichnamigen Serie bekannt wurde. Dort spielte er einen rauen Journalisten, der ein Herz aus Gold hat.Die Rolle seines Lebens brachte Asner die meisten seiner Emmy-Fernsehpreise und seiner Golden Globes der Hollywood-Auslandspresse. Von 1981 bis 1985 war Asner zudem Präsident der einflussreichen US-Schauspielergewerkschaft Screen Actors Guild.

Lasker-Berlin erhält Hermann-Sudermann-Preis

Die Dramatikerin Amanda Lasker-Berlin erhält den mit 5.000 EUR dotierten Hermann-Sudermann-Preis für Dramatik für ihr Stück "Ich, Wunderwerk und how much I love Disturbing Content". In der Begründung der Jury heißt es, Lasker-Berlin befrage in einer weitausholenden Geste die Omnipräsenz medialer Bilder im privaten wie im öffentlichen Raum. Der handelnde Mensch werde durch den Konsumenten von Nachrichten und Emotionen abgelöst. Dem ewigen Flimmern der Bilder scheine der homo sapiens nur noch wenig entgegenzusetzen zu haben. Darin liege die Brisanz und die Preiswürdigkeit dieses Stückes begründet. Neben dem Hauptpreis geht der Anerkennungspreis für Dramatik in Höhe von 3.000 EUR an die Autorin Milena Michalek für ihr Stück "Das hier". Die Preise sollen am 5. September in Berlin verliehen werden.

Spike Lee kürzt Serie über 9/11 nach Kritik ein

Der Regisseur Spike Lee hat nach Kritik die letzte Episode seiner vierteiligen Doku-Serie über New York City "NYC Epicenters 9/11 - 2021 1/2" eingekürzt. Das berichtet die "New York Times". In der vierten Folge hatten Verschwörungstheoretiker behauptet, die Türme des World Trade Centers seien durch eine kontrollierte Sprengung eingestürzt. Diese Aussagen hatten genauso viel Sendezeit bekommen wie die von Forschern, die jahrelang die Anschläge untersucht hatten. Kritik an der noch nicht beim Streamingdienst HBO Max ausgestrahlten Episode kam von verschiedenen US-Medienvertretern, die die Folge vorab sehen konnten.

Polizei in Russland geht gegen Festival vor

Die Polizei in Russland ist gegen ein Musikfestival vorgegangen, auf dem auch Rammstein-Sänger Till Lindemann auftreten sollte. Nachdem die Beamten bereits die Proben blockiert hätten, habe ein Großteil der für Sonntag geplanten Veranstaltung abgesagt werden müssen, teilte Organisator Maxim Larin mit. Das Festival-Gelände in der Stadt Twer rund 160 Kilometer nordwestlich von Moskau sei nun weitgehend abgesperrt. Lindemann solle aber dennoch im Rahmen einer Online-Übertragung auftreten. Medienberichten zufolge stand das Vorgehen der russischen Behörden offiziell im Zusammenhang mit Corona-Beschränkungen für Großveranstaltungen. Auch Lindemann selbst war in der Nacht zum Samstag von Polizisten aufgesucht worden. Dabei wurde ihm der Agentur Interfax zufolge eine Mahnung überbracht, bei seinem Auftritt entsprechende Auflagen einzuhalten. Veranstalter Larin hingegen brachte die Probleme für seine Musik-Veranstaltung mit den bevorstehenden Wahlen in Russland in Verbindung. Der Geschäftsmann kandidiert im September bei der Wahl zum Regionalparlament für eine Oppositionspartei.

Bundesministerium für Kultur und Medien gefordert

Der Deutsche Kulturrat fordert von der künftigen Bundesregierung die Einrichtung eines Bundesministeriums für Kultur und Medien. Damit werde dem Umstand Rechnung getragen, "Kulturpolitik in seiner Verschränkung mit anderen Politikfeldern zu begreifen", erklärte der Kulturrat am Sonntag in Berlin. Die Einrichtung eines Ministeriums wäre demnach eine "konsequente Weiterentwicklung" der bisherigen Struktur mit einer Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Auch würde damit die Bedeutung, die Kulturpolitik für das Zusammenleben in Deutschland, für die Künste und für die Entwicklung der Medienlandschaft habe, unterstrichen. Zudem seien "Impulse für kulturelle Bildung" seitens der Bundeskulturpolitik unverzichtbar. Der Deutsche Kulturrat forderte auch die Verankerung des Staatsziels Kultur im Grundgesetz mit dem Wortlaut: "Der Staat schützt und fördert die Kultur".

70 Jahre deutsches Micky-Maus-Heft

Vor 70 Jahren, am 29. August 1951, kam das erste deutsche Micky-Maus-Heft auf den Markt. Übersetzerin und Chefredakteurin der deutschen Ausgabe war die Kunsthistorikerin Erika Fuchs. Sie wurde im Impressum ausdrücklich mit ihrem Doktortitel genannt, um bei den Eltern Vertrauen zu schaffen, da es damals Befürchtungen gab, dass Comics Kindern schaden könnten und sie nicht mehr lesen, sondern nur noch Bilder angucken würden. Berühmt wurde Fuchs für ihr Stilmittel des Inflektivs - ihr zu Ehren auch "Erikativ" genannt. "Grübel, Grübel" oder "Ächz, Stöhn" - die Verkürzung von Verben auf ihren Stamm gibt es in der deutschen Grammatik eigentlich nicht. Heute gehört sie zur Alltagssprache.

Revolver für 6 Millionen Dollar versteigert

Die Waffe, mit der Sheriff Pat Garrett 1881 die Westernlegende Billy the Kid erschoss, hat für 6 Millionen Dollar (5,1 Millionen Euro) den Eigentümer gewechselt. Es sei die höchste Summe, die jemals für eine Feuerwaffe bezahlt wurde, teilte das Auktionshaus Bonhams nach der Versteigerung mit. Der Colt "Single Action Revolver" aus der Kollektion von Jim und Theresa Earle sei zuvor auf 2 bis 3 Millionen Dollar geschätzt worden. Bieter aus aller Welt hätten an der Auktion teilgenommen. Wer den Zuschlag bekam, teilte Bonhams nicht mit. Garrett hatte Billy the Kid, dem seine Feinde zahlreiche Morde nachsagten, gejagt und am 14. Juli 1881 in New Mexico erschossen. Um seine Person und seinen Tod sowie um Garretts Jagd auf ihn ranken sich bis heute Legenden.

Rachel Salamander erhält Heine-Preis

Die Publizistin und Buchhändlerin Rachel Salamander wird heute mit dem Heine-Preis der Stadt Düsseldorf ausgezeichnet. Die Laudatio auf die Literaturwissenschaftlerin hält Bundespräsident Steinmeier. Salamander habe maßgeblich zum Wiederaufbau des jüdischen intellektuellen Lebens nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland beigetragen, hatte es in der Begründung der Jury geheißen. Mit ihren Buchhandlungen habe Salamander die jüdischen Autoren, deren Bücher einst verbrannt worden waren, in den Kanon deutscher Literatur zurückgeholt. Die in München lebende Salamander eröffnete in der bayerischen Landeshauptstadt 1982 unter dem Namen "Literaturhandlung" eine Fachbuchhandlung für Literatur zum Judentum. Mittlerweile gibt es Zweigstellen in mehreren deutschen Städten. Das Stammhaus ist inzwischen in das Jüdische Museum München gezogen.

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