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Kulturnachrichten

Donnerstag, 26. August 2021

Belarussischer Dichter Ales Rasanau gestorben

Er galt als einer der bedeutensten belarussischen Dichter: Ales Rasanau ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Das meldet die "Neue Zürcher Zeitung". Er wuchs auf dem Land auf und zog erst für sein Philologiestudium nach Minsk, wo er zu einem der Wortführer der Bewegung wurde, die sich ab 1980 für die belarussische Sprache und Kultur einsetzte. Für die jüngere Dichtergeneration war er eine Art poetische Vaterfigur.  Dabei nannte ihn seine slowakisch-schweizerische Schriftstellerkollegin Ilma Rakusa einen Dichter „von der stillen Sorte". Schon sein Vater schrieb Gedichte – in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Mauthausen. Er selbst verfasste seine ersten Texte schon als Schüler. Rasanau arbeitete lange als Dorflehrer. Später war er Zeitschriftenredakteur und Verlagslektor. Er übersetzte außerdem Gedichte aus zahlreichen osteuropäischen Sprachen. Seine eigenwilligen und formexperimentellen Gedichte beziehen sich nicht selten auf Mythen und Legenden und beschreiben die belarussische Natur. Seit 2001 verbrachte Rasanau viele Jahre in Deutschland, schrieb auch Gedichte auf Deutsch und wurde so zum „Mittler zwischen Ost und West".

Axel Springer übernimmt „Politico“

Der Axel Springer-Konzern übernimmt das US-Medienunternehmen „Politico“. Wie Springer mitteilte, wurde mit Politico-Gründer Robert Allbritton eine Vereinbarung zum vollständigen Erwerb unterzeichnet. Der Kauf soll bis zum Jahresende abgeschlossen werden. Den Angaben zufolge handelt es sich um die größte Unternehmensübernahme der Firmengeschichte. Springer-Chef Döpfner sprach im Handelsblatt von einer „Rekordsumme“, ohne weitere Details zu nennen. Flaggschiff der US-Mediengruppe ist die gleichnamige digitale journalistische Marke „Politico“. Hinzu kommt die auf den Technologiesektor spezialisierte Nachrichtenseite „Protocol“. Springer übernimmt zudem die weiteren 50 Prozent von Politico Europe. Hier hatten die Firmen bisher ein Joint Venture. Allbritton bleibt den Plänen zufolge Verleger von Politico und Protocol. Politico wurde 2007 gegründet und liefert Politiknachrichten aus aller Welt. In den USA erscheint Politico online und als Tageszeitung. Der europäische Ableger wird wöchentlich als gedruckte Ausgabe veröffentlicht. Dazu kommen der Internetauftritt und Newsletter. Das Unternehmen hat rund 700 Beschäftigte.

Opus Klassik für Lang Lang und Sonya Yoncheva

Der chinesische Pianist Lang Lang wird für seine Einspielung der Goldberg-Variationen mit einem Opus Klassik geehrt. Er gewann den Titel in der Kategorie Bestseller des Jahres, wie die Veranstalter am Donnerstag mitteilten. Unter den 48 Preisträgern sind die bulgarische Sopranistin Sonya Yoncheva (Sängerin des Jahres) und der polnische Tenor Piotr Beczala (Sänger des Jahres). Die ägyptische Sopranistin Fatma Said gewann den Preis als Nachwuchskünstlerin des Jahres. Auch der Dirigent Marc Albrecht und die Komponistin Olga Neuwirth werden geehrt. Die Gala mit vielen Stars der Klassikwelt am 10. Oktober im Berliner Konzerthaus wird im ZDF ausgestrahlt. Der zum vierten Mal verliehene Preis war im Zuge der Abschaffung der Echo-Preise von Plattenfirmen, Konzertveranstaltern und Musikverlagen aus der Klassikbranche ins Leben gerufen worden. Neu als Medienpartner ist die Videoplattform Tiktok, die ein Kammermusikkonzert am 9. Oktober überträgt.

Nelly-Sachs-Preis für Katerina Poladjan

Der Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund geht in diesem Jahre an die Berliner Autorin Katerina Poladjan. In der Begründung der Jury heißt es, Poladjan sei eine Schriftstellerin, die Buch für Buch ihren eigenen Weg gehe. Sie schreibe sehr zurückhaltend, fast nüchtern und mit vielen Auslassungen, trotzdem entwickelten ihre Romane einen Zauber. Katerina Poladjan wurde 1971 in Moskau geboren und kam 1977 mit ihrer Familie nach Deutschland. Sie schreibt Romane, Theatertexte und Essays, außerdem arbeitet sie als Schauspielerin und Hörspielsprecherin. Der mit 15.000 Euro dotierte Literaturpreis soll am 12. Dezember in einem Festakt im Orchesterzentrum Dortmund verliehen werden.

Kunstpreis "junger westen" für Jeewi Lee

Der 38. Kunstpreis "junger westen" geht an die in Berlin lebende südkoreanisch-deutsche Künstlerin Jeewi Lee. Sie soll die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung am 4. Dezember in der Kunsthalle Recklinghausen entgegennehmen, wie Museumsdirektor Nico Anklam mitteilte. Zugleich werde die Ausstellung zum Kunstpreis eröffnet, die bis zum 30. Januar neben Arbeiten der Preisträgerin auch Werke von 15 weiteren von der Jury ausgewählten Künstlerinnen und Künstlern präsentiert. Jeewi Lee wurde 1987 in Seoul geboren. Sie studierte Malerei an der Universität der Künste Berlin und an dem Hunter College der City University in New York. In ihren Installationen, Videos und Malerei-Serien beschäftigte sie sich mit Spuren als Überbleibseln der Vergangenheit, hieß es. Der Kunstpreis "junger westen" war der erste Förderpreis für Bildende Kunst, den eine deutsche Kommune nach 1945 auslobte. Vergeben wird er alle zwei Jahre von der Stadt Recklinghausen.

Bund stockt Hilfen für Bibliotheken auf dem Land auf

Bibliotheken auf dem Land können auf weitere Unterstützung des Bundes hoffen. Der Umfang eines Soforthilfeprogramms wird für dieses Jahr von 1,5 auf 2,85 Millionen Euro fast verdoppelt, wie der Deutsche Bibliotheksverband am Donnerstag in Berlin mitteilte. Büchereien in Kommunen mit bis zu 20.000 Einwohnern können aus den Mitteln bis zu 25.000 Euro für ihre Modernisierung bekommen. Bis Ende Juli sind in diesem Jahr bereits 174 Bibliotheken über das Programm "Vor Ort für Alle" unterstützt worden.

Baby-Grab aus der Zeit der Himmelsscheibe entdeckt

In Friedrichsschwerz (Saalekreis) bei Halle haben Wissenschaftler das Grab eines Babys aus der Zeit der Himmelsscheibe von Nebra entdeckt. Das Kind sei schätzungsweise im Alter von höchstens einem halben Jahr gestorben, sagte Projektleiterin Susanne Friederich am Donnerstag. Der Leichnam wurde vor 4.000 bis 3.550 Jahren beerdigt und stammte vermutlich aus einer Familie der gehobenen Gesellschaft. Das Grab sei eine außergewöhnliche Bestattung aus der Zeit der frühbronzezeitlichen Aunjetitzer Kultur, der Epoche der Himmelsscheibe, so Friedrich. Möglicherweise wäre das Kind ein künftiger Herrscher geworden, darauf "deuten die Beigaben von zwei bronzenen Armspiralen mit jeweils zehn Windungen und mit einem Durchmesser von rund sechs Zentimetern hin". Die Grabungen an der Autobahn 143 laufen mit Unterbrechungen seit Ende 2019 und werden im Mai 2022 zum Abschluss kommen. Auf dem über 50 Hektar großen Gelände gibt es bislang 20 Fundstellen mit zahlreichen Funden unterschiedlichster Zeitepochen.

Deutscher Radiopreis für Radio Wuppertal

Der Lokalsender Radio Wuppertal erhält für seine Berichterstattung zur Hochwasserkatastrophe im Juli einen Sonderpreis des Deutschen Radiopreises. Das teilte der federführende Norddeutsche Rundfunk am Donnerstag in Hamburg mit. Der Beirat zeichne den privaten Sender damit für seinen "herausragenden Einsatz in der Nacht der Flutkatastrophe" aus. "Radio Wuppertal entschied in dieser Flut-Nacht, so lang es geht auf Sendung zu bleiben, bis im Studio buchstäblich die Lichter ausgingen", sagte die Beirats-Vorsitzende Katja Marx. "Das besondere Engagement der Kolleginnen und Kollegen verdeutlicht die große Nähe und Aktualität des Mediums Radio für die Menschen in seiner Region - und es steht für die Leidenschaft und Aktualität einer gesamten Branche." Der Deutsche Radiopreis 2021 wird am 2. September bei einer Gala in Hamburg verliehen. Stifter sind die Hörfunkprogramme der ARD, Deutschlandradio und die privaten Radiosender in Deutschland.

Kinderbuchautorin Gunilla Bergström ist gestorben

Die Erfinderin von Willi Willberg, die schwedische Kinderbuchautorin Gunilla Bergström, ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Das teilte ihr Verlag mit. Bergström ist vor allem für ihre Serie um den Jungen Willi Wiberg, der allein mit seinem Vater lebt, bekannt. Die 26 Bände wurden in mehr als 35 Sprachen übersetzt und waren auch als Zeichentrickserie im Fernsehen ein großer Erfolg. "Sie wollte nie eine Märchentante sein", heißt es auf der Webseite des Verlages. "Sie hat sich mehr dafür interessiert, was im Inneren passiert, wenn man jemanden schlägt, der kleiner ist, wenn man seinen besten Freund im Stich lässt oder einsam ist." Willi Wiberg heißt im schwedischen Original Alfons Åberg.

Der Bund will die Games-Branche weiter fördern

Nach dem feierlichen Auftakt am Mittwochabend ist die weltgrößte digitale Spielemesse Gamescom am Donnerstagvormittag politisch eröffnet worden. Bundesdigital- und verkehrsminister Andreas Scheuer sagte, sein Ziel sei, diese dynamische Branche und den Standort Deutschland weiter voranzutreiben. Der Games-Markt ist in der Corona-Pandemie gewachsen, deutsche Entwickler profitieren davon aber kaum: 2020 setzte die Spielebranche in Deutschland nach Angaben des Branchenverbandes Game rund 8,7 Milliarden Euro um, nach 6,6 Milliarden Euro 2019. Der Umsatzanteil von Spielen aus Deutschland sank in der Heimat aber sogar leicht - von 4,9 auf 4,2 Prozent. Die Zahl der Unternehmensgründungen in der Branche stieg demnach aber innerhalb eines Jahres zum Mai 2021 um 20 Prozent auf 749 Firmen. Die Zahl der Beschäftigten bei Entwicklern und Publishern stieg nach Angaben des Verbands im gleichen Zeitraum um 8 Prozent auf 27 000. Die Spielemesse findet pandemiebedingt nicht in den Kölner Messehallen statt, sondern als rein digitale Veranstaltung.

"Theater heute" kürt Theatermacher des Jahres

Der Corona-Krise zum Trotz wählten im Jahrbuch des Fachmagazins "Theater heute" 38 Kritiker und Kritikerinnen ihre Theater-Höhepunkte des Jahres. Auf die Wahl zum Theater des Jahres habe man in diesem Jahr bewusst verzichtet, sagte Franz Wille, der zuständige Redakteur von "Theater heute", bei Deutschlandfunk Kultur. Auf die Umfrage an sich habe man nicht verzichten wollen. Die Frage sei gewesen, ob man aus Respekt vor den vielen trotzdem bemerkenswerten Leistungen auf die gesamte Umfrage verzichten solle, so Wille. Die KritikerInnen hätten sich für die Umfrage entschieden. Im Schauspielhaus Zürich wurde aus Sicht der Befragten mit dem Theaterstück "Juste la fin du monde" die Inszenzierung des Jahres aufgeführt. Das Stück des Jahres ist "Und sicher ist mit mir die Welt verschwunden" von der deutsch-schweizerischen Autorin Sibylle Berg. Schauspielerin des Jahres wurde die unter anderem aus der Fernsehserie "Stromberg" bekannte Maja Beckmann. Benjamin Lilie wurde zum Schauspieler des Jahres gekürt.

"Bad Habits" von Ed Sheeran ist Sommerhit 2021

Der Dance-Pop-Song "Bad Habits" des britischen Musikers Ed Sheeran (30) ist zu Deutschlands Sommerhit 2021 gekürt worden. Das teilte das Marktforschungsunternehmen GfK Entertainment mit. "Kein Lied war in den vergangenen Wochen hierzulande erfolgreicher als der energiegeladene Ohrwurm, der bislang vier Mal die Offiziellen Deutschen Single-Charts angeführt hat", hieß es. Auch in Australien, Großbritannien, Kanada, Österreich und anderen Ländern stand der Song bereits ganz oben in den Charts. "Bad Habits" (auf Deutsch etwa: Schlechte Angewohnheiten) bringe "den diesjährigen, wechselhaften Sommer exakt auf den Punkt", so GfK Entertainment. In einer Zeit, "in der viele ihre Angewohnheiten selbst hinterfragen - oder vielleicht auch wieder bewusst ausleben möchten - kommt das Lied anscheinend gerade richtig".

Das diesjährige Kunstfest in Weimar ist eröffnet

Einer der Schwerpunkte des zweiwöchigen Festivals ist die Klimakrise. Außerdem wartet das Kunstfest mit einer Nachinszenierung des NSU-Prozesses am Oberlandesgericht München auf. Mittwochabend war der erste von insgesamt 17 Teilen zu sehen, die Regisseur Nuran David Çalis rund um die rechtsextreme Terrorgruppe vor Gericht spannt. An den Aufführungen wirken auch Laiendarsteller mit, darunter Angehörige von NSU-Opfern, deren Anwälte und Politiker. Die Terrorzelle hatte zwischen September 2000 und April 2007 acht türkischstämmige und einen griechischstämmigen Kleinunternehmer sowie eine Polizistin ermordet.

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