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Samstag, 23.10.2021
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 18. August 2021

Belarus geht gegen Nachrichtenagentur vor

In Belarus sind die Behörden mit einer Razzia gegen die unabhängige Nachrichtenagentur Belapan vorgegangen. Es habe am Mittwoch Durchsuchungen bei mehreren Journalisten und Mitarbeitern gegeben, teilte das Menschenrechtszentrum Wesna in der Hauptstadt Minsk mit. Die Chefredakteurin Irina Lewschina sei zu einem Verhör in das Ermittlungskomitee gebracht worden. Eine Buchhalterin kam den Menschenrechtlern zufolge in ein Untersuchungsgefängnis. Die Internetseite der Agentur war zunächst nicht mehr zu erreichen. Seit der weithin als gefälscht geltenden Präsidentenwahl vor einem Jahr geht der Machtapparat gegen unabhängige Medien, Menschenrechtler und Oppositionelle vor.

Köck erhält den Hörspielpreis der Kriegsblinden

Der Hörspielpreis der Kriegsblinden geht in diesem Jahr an Thomas Köck. Der österreichische Autor und Dramatiker hat die undotierte Auszeichnung für sein Hörspiel "Atlas" heute in Köln erhalten, wie die Film- und Medienstiftung NRW in Düsseldorf mitteilte. In dem Stück, das vom MDR produziert wurde, erzählt Köck eine vietnamesische Familiengeschichte, die in der DDR wie in der Bundesrepublik ihre Spuren hinterlassen hat. Der Hörspielpreis wurde in diesem Jahr zum 70. Mal verliehen und ist einer der ältesten Kulturpreise Deutschlands. Seit 1952 wird damit jährlich ein für einen deutschsprachigen Sender konzipiertes Original-Hörspiel geehrt.

Prozess gegen Ex-Popstar R.Kelly beginnt

Im Prozess gegen den früheren Pop-Superstar R. Kelly unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger beginnen heute in New York die Auftaktplädoyers. Kelly muss sich laut Anklageschrift unter anderem wegen Erpressung und sexueller Ausbeutung Minderjähriger verantworten. Gemeinsam mit einem Team von Angestellten soll er jahrelang Mädchen und Frauen zum Sex gezwungen haben. Der seit seiner Festnahme im Sommer 2019 im Gefängnis sitzende Musiker hat alle Vorwürfe immer wieder zurückgewiesen und seinen Kritikern eine Rufmord-Kampagne vorgeworfen. Sollte er verurteilt werden droht ihm eine jahrzehntelange Haftstrafe.

Musik-Produzent hat Südkoreas höchstes Gehalt

Die weltweiten Erfolge der K-Pop-Band BTS machen sich auch im Portemonnaie ihres Produzenten bemerkbar: Kang Hyo-won verdiente von Januar bis Juli umgerechnet 29 Millionen Euro - das ist mehr als jeder andere Beschäftigte eines an der Börse notierten südkoreanischen Unternehmens. Das Gehalt des 37-Jährigen ergebe sich auch aus Aktienoptionen und Erfolgszuschlägen, heißt es in den veröffentlichten Unterlagen. Der auch als "Pdogg" bekannte Produzent steht hinter BTS-Megahits wie "DNA" und "Idol". Die Boygroup ist für ihre minutiös einstudierten Tanzchoreografien bekannt und Südkoreas erfolgreichster Musikexport. Sie singt vor allem in ihrer Muttersprache, hat aber Millionen Fans auf der ganzen Welt.

Zentrum für Jüdische Gelehrsamkeit ist eröffnet

An der Universität Potsdam ist das Europäische Zentrum Jüdischer Gelehrsamkeit mitsamt einer Synagoge eröffnet worden. Bundespräsident Steinmeier würdigte die neue Einrichtung als "Geschenk für unser Land" und als "Ausbildungsstätte, die weit über die Grenzen" ausstrahle. Das "weit geöffnete Haus jüdischen Lebens" werde auch Menschen anderen Glaubens anziehen und neugierig auf Begegnungen machen, sagte er bei der Eröffnung vor rund 250 Gästen aus Politik, Religion und Gesellschaft. Die neue Bildungsstätte umfasst das Institut für Jüdische Theologie sowie zwei Rabbinerseminare. Eingeschrieben sind derzeit rund 80 Studierende. Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Klein, würdigte die Einrichtung als eine neue "wesentliche Säule" der deutschen Bildungslandschaft. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Bedford-Strohm, bezeichnete das Zentrum als "europaweit einmalig". Eine öffentliche Theologie des Judentums verspreche, einen unverzichtbaren Beitrag zum gesellschaftlichen Leben in Deutschland zu geben.

Tanzhaus NRW mit neuer Intendantin

Die Tanzwissenschaftlerin, Dramaturgin und Kuratorin Ingrida Gerbutaviciute übernimmt ab der Spielzeit 2022/23 die Intendanz am renommierten Tanzhaus NRW in Düsseldorf. Sie tritt die Nachfolge von Bettina Masuch an, die das Tanzhaus seit 2014 leitet. Mit Gerbutaviciute gewinne die Düsseldorfer Kulturinstitution eine international versierte Tanzexpertin, teilte das Tanzhaus mit. Die gebürtige Litauerin ist derzeit Chefdramaturgin beim Tanzkongress 2022, der von der Kulturstiftung des Bundes und dem Staatstheater Mainz veranstaltet wird. Das Tanzhaus NRW ist ein internationales Zentrum für zeitgenössischen Tanz - 2017 erhielt es unter Bettina Masuch den Theaterpreis des Bundes.

Philsophie-Festival Phil.Cologne stellt Programm vor

Die neunte Ausgabe des Philosophie-Festivals Phil.Cologne findet vom 2. bis zum 8. September in Köln statt. Zu den Gästen gehören unter anderem Luisa Neubauer, Michel Friedman und Richard David Precht. 17 von 44 Veranstaltungen seien speziell für Schülerinnen und Schüler vorgesehen, teilten die Veranstalter mit. Aus dem Ausland wird Gaspard Koenig teilnehmen - er gilt als Shootingstar der französischen Philosophie. Diskutiert werden soll, wie Gesellschaften beschaffen sein müssen, um im Umgang mit Krisen - etwa in der Corona-Pandemie - besonders wiederstandfähig zu sein. Weitere Themenschwerpunkte drehen sich um Klimaschutz, Heimat, Identitätspolitik, künstliche Intelligenz und neuen Feminismus. Das Festival wird unter anderem von der Staatsministerin für Kultur und Medien und der Bundeszentrale für politische Bildung unterstützt.

Kongolesische Rumba soll Weltkulturerbe werden

Die kongolesische Rumba soll Weltkulturerbe werden. In Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, wurde jetzt eine Kampagne dafür gestartet - der Tanz gilt als ein wichtiger Stil der afrikanischen Musik. Noch sei man in der Promotions- und Lobbyphase für die Eingabe an die UNESCO, sagte der Präsident des Bewerbungskommitees, André Yoka Lye Mudaba, der Tageszeitung "Le Potentiel". In Radio- und Fernsehprogrammen werde der Bevölkerung die bedeutende Geschichte der Rumba als Teil eines Ritus' bewusst gemacht. Der Tanz gehöre zur kulturellen Identität Afrikas. Die kubanische Version der Rumba wurde bereits 2016 von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt.

Sachsen bleibt Musterschüler im Bildungsvergleich

Sachsen liegt beim jährlichen Vergleich der Bildungssysteme in Deutschland an der Spitze. Das ist das Ergebnis einer Studie der "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft", INSM. Wie in den Vorjahren kommt Sachsen im Bildungsmonitor auf Platz eins, vor Bayern, Hamburg und Thüringen. Am Ende der Rangliste ist Bremen, hinter Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Berlin. Bei der Bewertung geht es unter anderem darum, ob die Bildungssysteme zur Fachkräftesicherung beitragen. Ein weiterer Aspekt ist Bildungsgerechtigkeit, also der Zugang zu Bildung. Vergleichstests von Schülern, wieviel Geld ein Land pro Schüler ausgibt und wie hoch der Anteil jüngerer Lehrer ist, wurde ebenfalls bewertet. Sachsen wird für sein gutes Ganztagsangebot gelobt, für viele gut ausgebildete Kita-Beschäftigte mit Hochschulabschluss, für eine starke Forschungsorientierung und für Bestwerte von Schülern in Mathematik und Naturwissenschaften.

ZERO-Künstler Mack spendet für junge Kunst

ZERO-Künstler Heinz Mack (90) hat 100.000 Euro für die Förderung junger Künstlerinnen und Künstler in Corona-Zeiten gestiftet. Gemeinsam mit der Düsseldorfer Galerie Breckner spendete Mack dem Kunstpalast Einnahmen aus dem Verkauf seiner Jubiläumsedition «Terzett», wie das Museum in Düsseldorf mitteilte. Das Geld wurde für den Ankauf von Werken junger Kunstschaffender zur Verfügung gestellt. Der Generaldirektor des Kunstpalastes, Felix Krämer sagte, das Engagement zeige, wie viel auch zu Coronazeiten bewegt werden könne. Erworben wurden für das Museum mehr als 20 Arbeiten von sieben Künstlern und Künstlerinnen. Sie reichen von Malerei und Fotografie bis zu Raum- und Klanginstallationen und computergestützten Werken im virtuellen Raum.

Entwürfe für Pina-Bausch-Zentrum bis 2022

Die Planungen für das Pina-Bausch-Zentrum in Wuppertal gehen in die nächste Phase. Die Stadtverwaltung teilte heute mit, dass das Dortmunder Planungsbüro «Post Welters + Partner» die Betreuung des Architekturwettbewerbs übernimmt.
Ziel sei es, die Entwürfe Ende 2022 der Öffentlichkeit vorzustellen. Das Pina-Bausch-Zentrum soll im ehemaligen Schauspielhaus Wuppertal entstehen. Dazu will die Stadt auch einen benachbarten Pavillon nutzen. Das Konzept des Zentrums, das das künstlerische Erbe der weltbekannten Tänzerin und Choreografin bewahren soll, steht auf vier Säulen: dem Tanztheater Wuppertal Pina Bausch, der Pina Bausch Foundation, einem internationalen Produktionszentrum und dem Projektlabor «Forum Wupperbogen». Die Kosten werden derzeit auf etwa 80 Millionen Euro beziffert.

Appell für Schutz afghanischer Archäologen

Mit Deutschland verbundene Archäologen in Afghanistan sind nach Einschätzung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und zahlreicher Archäologie-Verbände "in äußerster Gefahr". In einem gemeinsamen Appell an Kanzlerin Merkel und Außenminister Maas setzen sich die sieben Kultur-Organisationen ein für ihre "Kollegen in Afghanistan, die sich jahrelang mit Unterstützung der Bundesregierung um den Erhalt des Kulturerbes Afghanistans bemüht haben". Erinnert wurde an die Sprengung der großen Buddha-Statuen im Jahre 2001 in Bamiyan. "Damals wurde der Hass der Taliban auf alle vorislamischen Altertümer offenbar, aber auch auf diejenigen, die sich solcher Monumente und Orte annehmen", heißt es in dem Brief an Merkel und Maas. Einige unter ihnen hätten schon Drohbriefe erhalten. Auch ihre Familien seien bedroht.

Deutsch-Hebräischer Übersetzerpreis vergeben

Der mit 10.000 Euro dotierte Deutsch-Hebräische Übersetzerpreis geht an Markus Lemke für seine Übersetzung des Romans «Über uns» von Eshkol Nevo. Die israelische Autorin Liora Heidecker bekam den Preis für ihre Übertragung von Else Lasker-Schülers «Der Prinz von Theben» zusammen mit Yahin Onah für dessen Übersetzung der Biografie «Goebbels» von Peter Longerich. Der Preis ist eine gemeinsame Initiative von Kulturstaatsministerin Monika Grütters und dem israelischen Kulturministerium. Er wurde erstmals 2015 verliehen - zum 50-jährigen Bestehen der diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern.

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