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Samstag, 23.10.2021
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 15. August 2021

Medien fordern Visa für afghanische Mitarbeiter

In einem offenen Brief haben mehrere deutsche Verlage, Medienhäuser, Sender und Redaktionen die Bundesregierung um Hilfe für ihre einheimischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Afghanistan gebeten. Sie forderten in einem am Sonntag veröffentlichten Hilferuf an Bundeskanzlerin Merkel und Außenminister Maas ein Visa-Notprogramm angesichts des Vordringens der Taliban. Das Leben dieser freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei akut gefährdet. "Unsere Berichterstattung, die die deutsche Öffentlichkeit und Politik mit Analysen, Erkenntnissen und Eindrücken aus dem Land versorgt hat, war nicht denkbar ohne den Einsatz und den Mut der afghanischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die uns vor Ort unterstützt haben", heißt es in dem Appell. In dem Schreiben wird auch darauf hingewiesen, dass die Zahl der Betroffenen überschaubar sei. Es handele sich um einige wenige Dutzend Menschen, einschließlich ihrer Familien. Der Offene Brief ist eine gemeinsame Initiative von Arte, Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger, Der Spiegel, Deutsche Welle, Deutschlandradio, Die Zeit, Deutsche Presse-Agentur, Frankfurter Allgemeine Zeitung, n-tv, Reporter ohne Grenzen, RTL, Stern, Süddeutsche Zeitung und taz.

Polen baut von Deutschen zerstörte Schlösser auf

Polen will zwei Barockschlösser in Warschau wieder aufbauen, die im Zweiten Weltkrieg von den deutschen Besatzern zerstört worden sind. Der nationalkonservative Präsident Andrzej Duda unterzeichnete am Sonntag ein entsprechendes Gesetz. Das Sächsische Palais und das Brühlsche Palais waren nach dem Warschauer Aufstand 1944 von der Wehrmacht gesprengt worden. Das eine hatte in der Zwischenkriegszeit als Sitz des polnischen Generalstabs gedient, das andere das Außenministerium beherbergt. Nach dem Wiederaufbau sollen Parlaments- und Regierungsinstitutionen einziehen. Die beiden Palais seien "Wahrzeichen Warschaus" gewesen, sagte Duda in einer Ansprache. Polen baue diese Gebäude mit Staatsmitteln wieder auf, hebe damit Warschau aus den Trümmern und vollende symbolisch den Wiederaufbau der Stadt.

Brandenburgischer Kunstpreis an Barbara Raetsch

Fünf Brandenburger Künstlerinnen und Künstler sind am Sonntag auf Schloss Neuhardenberg mit dem 18. Brandenburgischen Kunstpreis ausgezeichnet worden. Der mit 10.000 Euro dotierte "Ehrenpreis des Ministerpräsidenten für ein Lebenswerk" ging an die Potsdamer Malerin Barbara Raetsch. Ministerpräsident Dietmar Woidke würdigte die 84-Jährige als "Künstlerin und Kämpferin, die in ihren Kunstwerken das Persönliche und Gesellschaftliche immer wieder auf besondere Weise verschmelzen lässt". Weitere Preisträger der von "Märkischer Oderzeitung" und der Stiftung Schloss Neuhardenberg ausgelobten Auszeichnung sind Adelheid Fuss (Kategorie Grafik), Manfred Zoller (Kategorie Malerei), Anna Franziska Schwarzbach (Kategorie Plastik) und Hans Jörg Rafalski (Kategorie Fotografie).

Schlag gegen regierungskritische Zeitung in Nicaragua

In Nicaragua sind die Behörden gegen die letzte verbliebene regierungskritische Zeitung vorgegangen. Die Polizei durchsuchte die Räumlichkeiten von "La Prensa" nach Vorwürfen von Zollbetrug und Geldwäsche. Anschließend wurde ein hochrangiger Journalist des Blattes festgenommen. Der linksgerichtete Staatschef Ortega begründete das harte Vorgehen gegen andere Oppositionelle mit dem Kampf gegen den "Terrorismus". Die Zeitung hatte nach eigenen Angaben schon am Donnerstag ihren Betrieb eingestellt, weil die Zollbehörden den Import von Zeitungspapier verhindert hatten. Die 95 Jahre alte "La Prensa" gilt als letzte unabhängige Zeitung Nicaraguas.

Mitmach-Ausstellung zu 25 Jahre Smartphone

Heute vor 25 Jahren hat Nokia auf der Computermesse CeBIT sein Modell 9000 Communicator vorgestellt - das erste Smartphone. Aus diesem Anlass sucht die Sammlung der Museumsstiftung Post und Telekommunikation in Frankfurt am Main persönliche Geschichten und Erlebnisse – um den kulturellen Wandel und die Veränderungen des Kommunikationsverhaltens zu dokumentieren. Erste Erkenntnisse sind in einer Ausstellung zu sehen, die am Sonntag eröffnet wurde. Kurator Joel Fischer, sagte im Deutschlandfunk Kultur, vor 25 Jahren sei unabsehbar gewesen, dass das Smartphone in so kurzer Zeit einen solchen Siegeszug hinlegen würde. Unsere Kommunikation habe seitdem rasant zugenommen und sei deutlich vielfältiger geworden - etwa durch Textnachrichten oder Videocalls.

Eifrigste Buchkäufer weiterhin im Rhein-Main-Gebiet

In Deutschland haben Leserinnen und Leser im Rhein-Main-Gebiet im vergangenen Jahr erneut am meisten Geld für Bücher ausgegeben. Das teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt am Main mit. Danach investierten nach Berechnungen des Marktforschungsinstituts "Nexiga" die Bürgerinnen und Bürger von Bad Soden am Taunus durchschnittlich 168 Euro pro Kopf in Literatur. Einen Euro mehr als 2019. Gefolgt von den Bad Homburgern, die jeweils für 167 Euro Bücher kauften. Deutschlandweit zeigt sich bei den Buchkäufen ein ähnliches Gefälle wie bei der Kaufkraft insgesamt. Am meisten Geld für Bücher wird in den Ballungsräumen ausgegeben.

Filmfestival Locarno beendet

Zum Abschluss des 74. Internationalen Filmfestivals Locarno wurden am Samstagabend auf der Piazza Grande des Ferienortes am Schweizer Ufer des Lago Maggiore die bereits am Nachmittag verkündeten Preisträger vorgestellt. Dazu gehört die deutsche Schauspielerin Saskia Rosendahl. Sie wurde im Nachwuchs-Wettbewerb "Filmemacher der Gegenwart" für ihre Leistung in der deutschen Romanverfilmung "Niemand ist bei den Kälbern" ausgezeichnet. Der Hauptpreis Goldener Leopard ging in diesem Jahr an die von deutschen Geldgebern mitproduzierte Sozialstudie "Die Rache ist mein, alle anderen zahlen bar" aus Indonesien. Der 43-jährige indonesische Regisseur Edwin reflektiert in seinem Film die von Gewalt geprägte jüngere Geschichte seines Heimatlandes. Der per Zuschauer-Abstimmung vergebene Publikumspreis ging an den österreichischen Anti-Kriegs-Thriller "Hinterland" von Regisseur Stefan Ruzowizky. Zum Festival-Abschluss bekam der vor allem für zahllose Horrorfilme wie "Suspiria" (1977) bekannte italienische Filmregisseur Daria Argento (80) einen Ehrenleoparden für sein Lebenswerk. Er wurde ihm von der jetzt 71-jährigen Hollywood-Regie-Legende John Landis ("Blues Brothers"), der am Vorabend mit einem Ehrenpreis des Festivals ausgezeichnet worden war, überreicht.

Regisseur Ken Loach aus Labour-Partei geworfen

Der britische Filmemacher Ken Loach ist nach eigenen Angaben aus der sozialdemokratischen Labour-Partei ausgeschlossen worden. Grund sei, dass er sich nicht von anderen ebenfalls ausgeschlossenen Ex-Parteimitgliedern distanzieren wollte, teilte Loach heute per Twitter mit. Die Labour-Partei wollte sich zunächst nicht zu dem Vorgang äußern. Hintergrund sind jahrelange Antisemitismus-Vorwürfe gegen Teile des linken Parteiflügels, die auch bereits zum Rauswurf von Ex-Labourchef Jeremy Corbyn führten. Dessen Parteiausschluss im vergangenen Jahr wurde zwar wieder zurückgenommen, doch eine Rückkehr in die Fraktion wird ihm von seinem Nachfolger Keir Starmer weiterhin verwehrt. Der 85-jährige Filmemacher Loach, der unter anderem mit dem sozialkritischen Film "Ich, Daniel Blake" 2016 die Goldene Palme gewann, gilt als Corbyn-Unterstützer. In einer Reihe von Tweets warf er der Parteiführung vor, eine "Hexenjagd" zu veranstalten.

Wandel sichtbar nach MeToo

Die österreichischen Schauspielstars Birgit Minichmayr und Verena Altenberger sehen ein paar Jahre nach der MeToo-Debatte über Sexismus und Gewalt einen echten Wandel im Kultur- und Unterhaltungsgeschäft. Dieser Geniekult des weißen Mannes sei zum Glück wirklich vorbei. Dass sich einer wie die Axt im Walde benehmen könne, seine Schauspielerinnen und Schauspieler nur als Material sehe, die sich dem Genie unterzuordnen haben, habe sich erledigt, sagte Minichmayr dem Magazin "Der Spiegel". Für Ihre Schauspielkollegin Altenberger habe die MeToo Debatte vor allem den Zusammenhalt unter Frauen verändert und sie seien selbstbewusster geworden. Die beiden Schauspielerinnen Minichmayr und Altenberger standen beide schon als Buhlschaft bei den Salzburger Festspielen im "Jedermann" auf der Bühne - Altenberger ist die aktuelle Buhlschaft 2021.

Banksy bekennt sich zu Werken an Nordseeküste

Der britische Streetart-Künstler Banksy hat sich zu einer ganzen Reihe von kürzlich aufgetauchten Werken an der englischen Nordseeküste bekannt. In den vergangenen Tagen waren in Städten wie Great Yarmouth, Gorleston und Cromer Wandgemälde aufgetaucht, die dem Stil des Künstlers entsprachen.
Darunter waren ein tanzendes Paar über einer Bushaltestelle, ein kleiner Junge beim Sandburg-Bauen und eine Reihe von Einsiedlerkrebsen. Den Spekulationen über ihre Herkunft bereitete der Künstler am Freitag schließlich ein Ende, als er ein Video auf seinem Instagram-Auftritt veröffentlichte. Zu sehen ist darauf eine nicht identifizierbare Person, die mit dem Wohnwagen von Ort zu Ort fährt.Teilweise kann man auch beobachten, wie die Kunstwerke entstehen.

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