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Samstag, 23.10.2021
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 14. August 2021

Filmfestival Locarno beendet

Zum Abschluss des 74. Internationalen Filmfestivals Locarno wurden am Samstagabend auf der Piazza Grande des Ferienortes am Schweizer Ufer des Lago Maggiore die bereits am Nachmittag verkündeten Preisträger vorgestellt. Dazu gehört die deutsche Schauspielerin Saskia Rosendahl. Sie wurde im Nachwuchs-Wettbewerb "Filmemacher der Gegenwart" für ihre Leistung in der deutschen Romanverfilmung "Niemand ist bei den Kälbern" ausgezeichnet. Der Hauptpreis Goldener Leopard ging in diesem Jahr an die von deutschen Geldgebern mitproduzierte Sozialstudie "Die Rache ist mein, alle anderen zahlen bar" aus Indonesien. Der 43-jährige indonesische Regisseur Edwin reflektiert in seinem Film die von Gewalt geprägte jüngere Geschichte seines Heimatlandes. Der per Zuschauer-Abstimmung vergebene Publikumspreis ging an den österreichischen Anti-Kriegs-Thriller "Hinterland" von Regisseur Stefan Ruzowizky. Zum Festival-Abschluss bekam der vor allem für zahllose Horrorfilme wie "Suspiria" (1977) bekannte italienische Filmregisseur Daria Argento (80) einen Ehrenleoparden für sein Lebenswerk. Er wurde ihm von der jetzt 71-jährigen Hollywood-Regie-Legende John Landis ("Blues Brothers"), der am Vorabend mit einem Ehrenpreis des Festivals ausgezeichnet worden war, überreicht.

Regisseur Ken Loach aus Labour-Partei geworfen

Der britische Filmemacher Ken Loach ist nach eigenen Angaben aus der sozialdemokratischen Labour-Partei ausgeschlossen worden. Grund sei, dass er sich nicht von anderen ebenfalls ausgeschlossenen Ex-Parteimitgliedern distanzieren wollte, teilte Loach heute per Twitter mit. Die Labour-Partei wollte sich zunächst nicht zu dem Vorgang äußern. Hintergrund sind jahrelange Antisemitismus-Vorwürfe gegen Teile des linken Parteiflügels, die auch bereits zum Rauswurf von Ex-Labourchef Jeremy Corbyn führten. Dessen Parteiausschluss im vergangenen Jahr wurde zwar wieder zurückgenommen, doch eine Rückkehr in die Fraktion wird ihm von seinem Nachfolger Keir Starmer weiterhin verwehrt. Der 85-jährige Filmemacher Loach, der unter anderem mit dem sozialkritischen Film "Ich, Daniel Blake" 2016 die Goldene Palme gewann, gilt als Corbyn-Unterstützer. In einer Reihe von Tweets warf er der Parteiführung vor, eine "Hexenjagd" zu veranstalten.

Wandel sichtbar nach MeToo

Die österreichischen Schauspielstars Birgit Minichmayr und Verena Altenberger sehen ein paar Jahre nach der MeToo-Debatte über Sexismus und Gewalt einen echten Wandel im Kultur- und Unterhaltungsgeschäft. Dieser Geniekult des weißen Mannes sei zum Glück wirklich vorbei. Dass sich einer wie die Axt im Walde benehmen könne, seine Schauspielerinnen und Schauspieler nur als Material sehe, die sich dem Genie unterzuordnen haben, habe sich erledigt, sagte Minichmayr dem Magazin "Der Spiegel". Für Ihre Schauspielkollegin Altenberger habe die MeToo Debatte vor allem den Zusammenhalt unter Frauen verändert und sie seien selbstbewusster geworden. Die beiden Schauspielerinnen Minichmayr und Altenberger standen beide schon als Buhlschaft bei den Salzburger Festspielen im "Jedermann" auf der Bühne - Altenberger ist die aktuelle Buhlschaft 2021.

Banksy bekennt sich zu Werken an Nordseeküste

Der britische Streetart-Künstler Banksy hat sich zu einer ganzen Reihe von kürzlich aufgetauchten Werken an der englischen Nordseeküste bekannt. In den vergangenen Tagen waren in Städten wie Great Yarmouth, Gorleston und Cromer Wandgemälde aufgetaucht, die dem Stil des Künstlers entsprachen.
Darunter waren ein tanzendes Paar über einer Bushaltestelle, ein kleiner Junge beim Sandburg-Bauen und eine Reihe von Einsiedlerkrebsen. Den Spekulationen über ihre Herkunft bereitete der Künstler am Freitag schließlich ein Ende, als er ein Video auf seinem Instagram-Auftritt veröffentlichte. Zu sehen ist darauf eine nicht identifizierbare Person, die mit dem Wohnwagen von Ort zu Ort fährt. Im Video kann man auch beobachten, wie Teile der Kunstwerke entstehen.

Ruhrtriennale startet mit "Konzert im Morgengrauen"

Mit einem "Konzert im Morgengrauen" hat in der Maschinenhalle Zweckel in Gladbeck die neue Ruhrtriennale begonnen. Zu hören war unter anderem Klaviermusik von Maurice Ravel. Das renommierte Opern-, Schauspiel- und Musikfestival findet in alten Industriehallen in Bochum, Duisburg, Essen und Gladbeck statt und zählt mit einem Etat von rund 16 Millionen Euro bundesweit zu den großen Festivals. Geleitet wird es in diesem und den kommenen beiden Jahren von der früheren Intendantin des Züricher Schauspielhauses, Barbara Frey. Bis zum 25. September sind insgesamt 110 Veranstaltungen mit 37 Produktionen und Projekten geplant.

US-Sängerin Nanci Griffith ist tot

Die US-amerikanische Country- und Folksängerin und Songschreiberin Nanci Griffith ist im Alter von 68 Jahren gestorben. Das teilte ihr Management mit. Griffith war unter anderen bekannt für ihre Aufnahme des Songs "From a Distance", mit dem Bette Midler später einen Welthit hatte. 1994 bekam Griffith einem Grammy für das beste zeitgenössische Folkalbum "Other Voices/Other Rooms", das mit seinem Titel Bezug auf die gleichnamige Novelle von Truman Capote nimmt. Darauf singt sie traditionelle Folksongs mit Harris, John Prine, Arlo Guthrie and Guy Clark.

Wim Wenders erhält Ehren-Herz von Sarajevo für sein Lebenswerk

Der deutsche Filmregisseur Wim Wenders hat für sein Lebenswerk das Ehren-Herz von Sarajevo erhalten. Der Autorenfilmer übernahm die Auszeichnung am Freitag Abend zum feierlichen Auftakt des 27. Sarajevo-Filmfestivals im Nationaltheater der bosnischen Hauptstadt. "Wir sind mehr als glücklich, dass wir einer der zentralen Persönlichkeiten des Weltkinos Tribut zollen können", erklärte Festivaldirektor Purivatra bei der Ehrung. Als herausragender Filmemacher bezaubere Wenders sein Publikum immer wieder mit unvergesslichen Geschichten und Emotionen, hieß es in der Begründung. Dem 76-Jährigen ist im Rahmen des Festivals eine Retrospektive gewidmet, außerdem wird er in den kommenden Tagen eine Meisterklasse leiten. Das Sarajevo-Filmfestival entstand 1995 während der serbischen Belagerung der Stadt im Bosnienkrieg. Damit brachten Filmschaffende und Zivilbevölkerung ihren Protest gegen Nationalismus und Krieg zum Ausdruck. Inzwischen hat es sich zum wichtigsten Filmfestival Südosteuropas entwickelt. Der Fokus liegt heute vor allem auf dem südosteuropäischen Film.

Mexiko erinnert an den Untergang des Azteken-Reichs

Mexikos Präsident Präsident Andrés Manuel López Obrador hat an den Untergang des Azteken-Reichs vor 500 Jahren erinnert. Der links-nationalistische Staatschef bat die Opfer der spanischen Eroberung um Verzeihung. So etwas dürfe nie wieder vorkommen, sagte er bei einer Gedenkfeier in Mexiko-Stadt vor Vertretern indigener Völker. Zum Jahrestag des Falls der Aztekenhauptstadt Tenochtitlan am 13. August 1521 ließ die Regierung eine kleinere Nachbildung des Haupttempels der Azteken errichten. Archäologen des Landes lehnten das allerdings ab. Wenige Meter entfernt von den Überresten des echten Templo Mayor sei dies einfach nur Effekthascherei, sagte der renommierte Azteken-Experte Eduardo Matos Moctezuma. Mehrere Wissenschaftler wollen mit einer mehrtägigen Vortragsreihe einen Kontrapunkt zum offiziellen Regierungsprogramm setzen und ihrerseits an den Untergang des Aztekenreichs erinnern.

Strenge Maßstäbe bei Kulturgüter-Einfuhr

Wer Kulturgut nach Deutschland einführt, muss nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts München nachweisen, wann es den Herkunftsstaat rechtmäßig verlassen hat. Andernfalls sei die Sicherstellung "eine geeignete und erforderliche behördliche Maßnahme", entschieden die Verwaltungsrichter.
Dem am Freitag veröffentlichten Urteil liegt eine Sicherstellung von antiken Münzen durch ein Hauptzollamt zugrunde, die der Kläger bei einer Auktion in den USA erworben hatte. Die Islamische Republik Iran hatte Ansprüche an den Münzen geltend gemacht. Dem Kläger zufolge stammen sie aus einer schon in den 1960er Jahren begonnenen bekannten amerikanischen Sammlung. Es sei nicht einmal klar, ob die Münzen - "Allerweltsgeld mit geringem wissenschaftlichen Interesse" - tatsächlich aus dem heutigen Iran stammten. Auch hätten sie bereits vor Jahrhunderten ihr Herkunftsgebiet verlassen. Ein Nachweis über den genauen Zeitpunkt der Ausfuhr und deren Rechtmäßigkeit sei bei solchen Kleinobjekten nicht mehr möglich.

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