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Kulturnachrichten

Dienstag, 10. August 2021

Filmfestspiele in Venedig zeigen Doku über Morricone

Die Filmfestspiele in Venedig wollen in diesem Jahr einen Dokumentarfilm über den italienischen Komponisten Ennio Morricone zeigen. Das Porträt "Ennio" von Regisseur Giuseppe Tornatore laufe außerhalb des Wettbewerbs, teilte die Biennale in Venedig mit. In der Doku sprechen unter anderem US-Rocker Bruce Springsteen, Regisseur Quentin Tarantino und der deutsche Filmkomponist Hans Zimmer über Morricone. Im vergangenen Jahr war Morricone im Alter von 91 Jahren in Rom gestorben. Besonders bekannt ist seine Musik zum Western-Film "Spiel mir das Lied vom Tod". Morricone schrieb die Musik für hunderte Filme und wurde mehrfach mit Oscars für seine Kompositionen ausgezeichnet. Er komponierte aber auch Kammermusik, Kantaten und Messen. Weltweit wurden mehr als 50 Millionen Alben von Morricone verkauft.

Neuer Generaldirektor beim ORF

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Österreich bekommt nach 15 Jahren einen neuen Chef. Zum neuen Generaldirektor des ORF wurde Roland Weißmann gewählt, wie ein Sprecher des Senders bekanntgab. Er soll sein Amt zum Jahresbeginn 2022 antreten. Die Wahl des ORF-Generaldirektors wird stark von der Politik beeinflusst. Die 35 Stiftungsräte sind zwar formell unabhängig, doch 24 von ihnen werden von der Regierung, den Bundesländern und den Parlamentsparteien entsandt. Weißmann wird eine gewisse Nähe zum konservativen Lager und der ÖVP von Bundeskanzler Kurz nachgesagt.

Schottlands Regierungschefin vergibt Konzilspreis

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon vergibt den Konstanzer Konzilspreis 2021. Sturgeon sei vom Preiskuratorium beauftragt worden, eine Person für die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für "europäische Begegnungen und Dialog" vorzuschlagen, teilte die Stadt mit. Sie rechnet damit, dass Sturgeon in den kommenden Wochen ihre Entscheidung treffen und den Preis am 10. Dezember überreichen werde. Der Konzilspreis ehrt Menschen, die sich für ein Europa der Begegnung engagieren. Die Auszeichnung erinnert zugleich an das von 1414 bis 1418 in der Bodenseestadt tagende Konstanzer Konzil. Damals rangen Kirchenführer und weltliche Fürsten um kirchliche Reformen. Die Versammlung war zugleich wichtiges Forum des internationalen Austauschs. Erster Preisträger war 2015 der Theatermacher Milo Rau; 2017 wurden der Theologe Peter Klasvogt und 2019 der Friedensaktivist Mohamed El Bachiri geehrt.

Berlin gibt 91 historische Bücher an Russland zurück

Russland hat zahlreiche Bücher zurückerhalten, die ein Wehrmachtsangehöriger im Zweiten Weltkrieg geraubt hatte. Die 91 historischen Bände wurden in Berlin feierlich an den Botschafter der Russischen Föderation übergeben. 1941 hatte sie ein Verwaltungsangesteller der Wehrmacht nach dem Überfall Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion in der Stadt Woronesch gestohlen. Sein Sohn war bei der Zeremonie anwesend. Er hatte die Rückgabe der Bücher in die Wege geleitet. Die Bücher gehen nun wieder an die Universität Woronesch, wo Bücher aus Privatbesitz nach der Oktoberrevolution 1917 "kollektiviert" worden waren. Davor hatten sie russischen Adeligen und Gutsbesitzern gehört. Zu den Werken gehören unter anderem eine Ausgabe der Werke von Puschkin sowie eine slawische Grammatik.

Amelie Deuflhard bleibt Kampnagel-Intendantin

Amelie Deuflhard (61) bleibt bis 2027 Intendantin auf Kampnagel in Hamburg. Der Aufsichtsrat habe die Verlängerung des Vertrages von Deuflhard um weitere fünf Jahre einstimmig beschlossen, teilte die Hamburger Kulturbehörde mit. Der Vertrag von Kerstin Evert, Leiterin des K3-Zentrums für Choreografie/Tanzplan Hamburg, wurde bis 2028 verlängert. Es sei schön zu wissen, dass mit Deuflhard und Evert zwei starke Persönlichkeiten die Kulturstadt Hamburg weiter fördern, inspirieren und beleben würden, sagte Kultursenator Carsten Brosda. Deuflhard leitet seit 2007 die Kulturfabrik Kampnagel. Die ehemalige Maschinenfabrik ist eines der größten deutschen Produktionshäuser für zeitgenössische darstellende Kunst.

Hongkongs größte Lehrergewerkschaft löst sich auf

Hongkongs größte Lehrergewerkschaft mit rund 95.000 Mitgliedern will sich auflösen. Das teilte der Verband mit, nachdem er von chinesischen Staatsmedien kritisiert worden war und das Bildungsbüro der Stadt die Verbindungen zu ihr abgebrochen hatte. Der Gruppe wird vorgeworfen Schulen mit Politik zu infiltrieren und zur Teilnahme an rechtswidrigen Aktivitäten zu ermutigen. Schon im Juli hatte die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua die Gewerkschaft als "giftigen Tumor" verurteilt, der beseitigt werden müsse. Der Präsident der Gewerkschaft der Berufslehrer in Hongkong, Fung, sagte auf einer Pressekonferenz, die politische und soziale Lage in Hongkong sei bedrohlich geworden und man sei nicht in der Lage, eine Lösung zu finden. Die Auflösung sei eine schwierige und herzzerreißende Entscheidung. Peking geht hart gegen Gruppen vor, die von der staatlichen Meinung abweichen. Seit Inkrafttreten des neuen Sicherheitsgesetzes im letzten Jahr werden in Hongkong immer wieder Oppositionelle festgenommen und die autoritäre Kontrolle nimmt zu.

Erstmals interreligiöser Preacher-Slam

Am 22. August findet in Hamburg erstmals ein interreligiöser Preacher-Slam statt. Der Predigerwettbewerb wird von evangelischer, katholischer und muslimischer Jugendarbeit gemeinsam organisiert, wie der evangelische Kirchenkreis Hamburg-Ost mitteilte. Neun Slammerinnen und Slammer treten auf und haben maximal sieben Minuten Zeit für ihren Vortrag. Am Ende stimmt das Publikum über die beste Predigt ab. Man wolle jungen Menschen eine Bühne geben,‎ damit deren Stimmen besser gehört würden, sagte Doris Hamer, die Leiterin der Arbeitsstelle ev. Jugend im Kirchenkreis Hamburg-Ost. ‎Die Slammer*innen könnten Erfahrungen sammeln, vor Publikum frei sagen, was sie denken und zu gesellschaftlichen Diskursen, Glaubensfragen und zu alltäglichen Freuden und Sorgen Stellung nehmen. Vorbild für den Preacher-Slam ist der Poetry-Slam, ein Dichterwettstreit, bei dem Autorinnen und Autoren selbst geschriebene Texte vortragen.

Nur zehn Prozent Jugendliche in der Bevölkerung

In Deutschland gehörten zuletzt 10,1 Prozent der Bevölkerung zur Gruppe der 15- bis 24-Jährigen - ein neuer Tiefststand. Noch nie seit Beginn der Statistik im Jahr 1950 gab es so wenig Menschen in dieser Altersgruppe - sowohl absolut als auch anteilig an der Gesamtbevölkerung. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Von den 83,2 Millionen Menschen, die demnach zum Jahresende 2020 in Deutschland lebten, waren 8,4 Millionen zwischen 15 und 24 Jahre alt. In Bremen liegt im bundesweiten Vergleich der Anteil der Jugendlichen mit 11,1 Prozent am höchsten, in Mecklenburg-Vorpommern mit 8,2 Prozent am niedrigsten. Der EU-Schnitt lag etwas höher als in Deutschland, wie die Statistiker weiter mitteilten. Anfang 2020 habe der Anteil der 15- bis 24-Jährigen laut der EU-Statistikbehörde Eurostat bei 10,6 Prozent gelegen.

Verschollene Schmetterlingsart wiederentdeckt

Schmetterlingsforscher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben eine verschollen geglaubte Schmetterlingsart wiederentdeckt: Nach 86 Jahren wurde erstmals im Südtiroler Nationalpark Stilfserjoch der "Wehrlis Gletscherspanner" gesichtet. Es handele sich um die einzige Schmetterlingsart der Alpen, die ausschließlich über der Schneegrenze lebt, teilte das Staatliche Museum für Naturkunde Karlsruhe am Dienstag mit. Forscher hatten befürchtet, dass der Schmetterling wegen der Klimaerwärmung und des Rückgangs der Alpengletscher verschwunden sein könnte. Der Fundort an einem Grat über einem Schneefeld in 3.250 Höhe habe viele offene Spalten und damit kalte Höhlen für den Schmetterling, hieß es. Das Verhalten der seltenen Schmetterlingsart ist noch wenig erforscht: Was die Raupen fressen, wie lange die Entwicklung zum Falter dauert und ob das Tier jedes Jahr zu finden ist, darüber herrscht noch Unklarheit.

Joel Sandelson gewinnt Karajan-Klassik-Award

Joel Sandelson hat in Salzburg den Herbert von Karajan Klassik Award für Nachwuchsdirigenten gewonnen. Der junge Brite habe beim Konzert mit der Camerata Salzburg damit überzeugt, dass er seine angeborene Musizierfreude in den Dienst der Musik stelle und seine musikalischen Vorstellungen deutlich durchgesetzt habe. Das sagte der Juryvorsitzende Manfred Honeck. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre an einen jungen Dirigenten bis 35 Jahre verliehen. Zum Preis gehört auch ein Festspielkonzert mit dem ORF Radio-Symphonieorchester. Beim diesjährigen Wettbewerb hatten sich 250 Musikerinnen und Musiker beworben.

Die Toten Hosen spielen Überraschungskonzert

Die Toten Hosen haben Fans in ihrer Heimatstadt Düsseldorf mit einem kurzen Livekonzert überrascht. Die Band spielte am Montagabend im Anschluss an eine Lesung von Sänger Campino das erste Live-Konzert seit 2 Jahren. Laut "Rheinischer Post" präsentierte die Rockband rund 45 Minuten lang Klassiker der Band-Geschichte. 900 Fans, die eigentlich wegen der Lesung ins Düsseldorfer Open Air-Kino gekommen waren, seien trotz vorigen Dauerregens begeistert gewesen.

"Deutsch als Fremdsprache" ohne Gendersternchen

Die Hersteller von Lehrmaterialien für "Deutsch als Fremdsprache" achten zwar auf eine gendergerechte Sprache - auf Sonderformen wie etwa das Sternchen oder Binnen-I wird aber meist verzichtet. Die geschlechter-gerechte Schreibung dürfe das Erlernen der geschriebenen deutschen Sprache keinesfalls zusätzlich erschweren, sagte eine Sprecherin des Klett-Verlags in Stuttgart. Um eine gute Lesbarkeit zu gewährleisten, würden Formen, die nicht laut gelesen werden können, vermieden. Allerdings gehe es bei "Deutsch als Fremdsprache" auch um die Vermittlung von Landeskunde, so ein Sprecher des Berliner Cornelsen-Verlags. Daher würden auch Formen für diverse Geschlechter verwendet, zum Beispiel die Abkürzung "m, w, d".

Jennifer Lopez tritt bei "Global Citizen Festival" auf

Neben vielen anderen Stars wird nun auch Jennifer Lopez im New Yorker Central Park für das "Global Citizen Festival "auf der Bühne stehen. Das gaben die Veranstalter bekannt. In den vergangenen Wochen waren bereits Weltstars wie Billie Eilish, Ed Sheeran, Coldplay, Shawn Mendes, Usher und die Boygroup BTS angekündigt worden. Die Veranstaltung findet am 25. September weltweit in mehreren Städten statt, darunter New York, Paris, London, Rio de Janeiro und Sydney. Mit Konzerten und politischen Beiträgen soll eine 24-stündige Show entstehen. Das Festival wirbt für mehr Engagement im Kampf gegen Armut und Krankheiten und setzt sich für Klima- und Umweltschutz ein.

Keine Verharmlosung von Verschwörungsmythen

Experten warnen eindringlich vor einer Verharmlosung von Verschwörungsmythen. Auch wenn diese teils "grotesk" anmuteten, seien sie gefährlich, "weil sie Gruppen oder Individuen identifizieren, gegenüber denen Gewalt als letztes Mittel und Notwehrmaßnahme scheinbar gerechtfertigt" sei, heißt es in einer am Montag vorgestellten Studie. Anhänger der jeweiligen Verschwörungserzählung sprächen sich mitunter auch "implizit oder explizit für neue Gewaltordnungen" aus. Das American Jewish Committee (AJC) Berlin Ramer Institute hatte die Studie in Auftrag gegeben, der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Rias) sie erstellt. Die Untersuchung trägt den Titel "Antisemitische Verschwörungsmythen in Zeiten der Coronapandemie. Das Beispiel QAnon". Die Studie hält fest, dass auch in aktuellen Verschwörungsmythen Juden zentral als vermeintlich Schuldige benannt würden, so auch bei QAnon.

Wertvolle Gläser bald wieder zu sehen

Mehr als 20 Jahre nach einem Diebstahl aus einem Düsseldorfer Kunstmuseum sollen sechs wertvolle Glasobjekte Ende 2022 wieder im Kunstpalast ausgestellt werden. Das sagte der Leiter des Glasmuseums Hentrich, Dedo von Kerssenbrock-Krosigk, am Montag bei der Präsentation der zurückgegebenen Gläser. Zurzeit befinde sich das Glasmuseum noch im Umbau. Die Wiedereröffnung gebe die Möglichkeit, diese Gläser mit einzuplanen, sagte von Kerssenbrock-Krosigk. Insgesamt 14 Kunstwerke waren im Februar 2000 aus dem damaligen Kunstmuseum gestohlen worden. Im vergangenen Jahr hatte die italienische Polizei sechs der wertvollen Kunstobjekte bei einem arrangierten Treffen mit einem deutschen Paar in der Nähe von Turin sichergestellt und Anfang Juli 2021 an die deutsche Botschaft in Rom übergeben. Seit Ende Juli sind die sechs Glasobjekte wieder in Düsseldorf.

Lenbachhaus erwirbt Epstein-Gemälde

Das Münchner Lenbachhaus hat das Bild "Waldphantasie" (1928) von Elisabeth Iwanowna Epstein (1879-1956) für seine Sammlung angekauft. Möglich wurde dies durch die Eva-Margarete-Lückenhaus-Stiftung, teilte die Städtische Galerie am Montag mit. Epstein gehöre zu den wenigen Künstlerinnen, deren Werke auf der legendären ersten Blauen-Reiter-Ausstellung 1911/12 gezeigt worden seien. Obwohl sie zu den zentralen Figuren im Umkreis der Künstlergruppe zählte, sei ihr Werk heute kaum erschlossen. Dies sei dem Umstand geschuldet, dass der Verbleib ihrer Arbeiten aus dieser Zeit weitgehend unbekannt sei.

Weltkulturmuseum startet Provenienz-Projekte

Das Hamburger Weltkulturmuseum Markk am Rothenbaum startet zwei Projekte zur Provenienzforschung. Bisher durchgeführte Untersuchungen hätten gezeigt, welche Objekte aus den Westafrika-Sammlungen des Markk zwischen 1860 und 1920 durch koloniale Akteure nach Hamburg gelangten, hieß es. Dieser Ansatz solle nun in einer zweijährigen Verlängerung auf die Sammlungen aus Ozeanien angewandt werden. Zudem werden mit der Provenienzforschung zu NS-Raubgut am Markk erstmals ausgewählte Bestände systematisch überprüft. Zunächst sollen Judaica-Objekte und Objektüberweisungen öffentlicher Einrichtungen nach 1945 untersucht werden. Es solle geklärt werden, ob sie unter Zwang oder Verfolgung zwischen 1933 und 1945 erworben wurden oder den Besitzer wechselten. Zugleich sollen die Vorbesitzer und Überbringer ermittelt werden. Beide Projekte werden vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste gefördert.

Ridley Scott erhält Preis bei Filmfestspielen in Venedig

Der britische Regisseur Ridley Scott erhält von den Filmfestspielen der italienischen Lagunen-Stadt Venedig einen Preis für seinen prägenden Beitrag zum zeitgenössischen Kino. Seine persönliche Herangehensweise an Genre-Filme sei das markanteste Element von Ridley Scotts Filmen, sagte der Direktor des Filmfestivals, Alberto Barbera, am Montag in Venedig. Er hob den Streifen "Blade Runner" heraus, bei dem der heute 83 Jahre alte Brite 1982 Regie geführt hatte. Das Werk sei der einflussreichste Film in der modernen Science-Fiction und eine Messlatte für die kommenden Jahrzehnte gewesen. Die Veranstalter wollen Scott die Auszeichnung Cartier Glory to the Filmmaker bei den 78. Filmfestspielen vom 1. bis 11. September verleihen.

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