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Kulturnachrichten

Montag, 31. August 2020

Führung der Budapester Theater-Uni tritt zurück

Die gesamte Führung der angesehenen Budapester Universität für Theater- und Filmkunst ist zurückgetreten. Das erklärte der Rektor Upor Laszlo in Budapest. Grund für den Rücktritt ist ein Gesetz, das die Autonomie der Hochschule aufhebt. Es tritt morgen in Kraft. Dadurch gehen fast alle Leitungsbefugnisse des Rektorats, des Senats und der Dekanate auf ein neues Kuratorium über. Dieses ist ausschließlich mit Personen besetzt, die von der rechtsnationalen Regierung bestellt wurden.

Ramelow will Karneval und Weihnachtsmärkte erlauben

Thüringens Ministerpräsident Ramelow will trotz der Corona-Pandemie Karneval erlauben. Man kläre das "Wie" und nicht das "Ob", sagte der Linken-Politiker nach einem Treffen mit dem Thüringer Vorsitzenden des Landesverbandes der Karnevalsvereine. Der Verband habe bereits drei Konzepte vorgelegt, über die man nun sprechen wolle. Er könne sich Karneval und Weihnachtsmärkte vorstellen, weil er sich das Leben vorstellen wolle, machte Ramelow klar. Das Virus sei gefährlich, daher müsse man vermeiden, was ein leichtfertiges Weitergeben verursachen könne. Gestern hatte sich Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Laschet dafür ausgesprochen, auf Karneval zu verzichten.

Jonathan Jakubowicz bekommt Friedenspreis

Für den Film "Resistance" erhält der venezolanische Regisseur Jonathan Jakubowicz den nationalen Friedenspreis des Deutschen Films. Der Streifen erzählt vom französischen Widerstand im Zweiten Weltkrieg. Der US-Schauspieler Jesse Eisenberg stellt den Pantomimen Marcel Marceau dar. Der internationale Friedenspreis des Deutschen Films geht an den französische Regisseur Ladj Ly für seinen Film "Les Misérables", der schonungslos in Pariser Vorstädte blicke. "Les Misérables schreckt auf und verstört - und sensibilisiert so für die unkalkulierbaren Gefahren, die aus jeglicher Form der gesellschaftlichen Ausgrenzung entstehen", so die Jury. Der mit je 7500 Euro dotierte Friedenspreis des Deutschen Films ehrt künstlerisch wertvolle Filme mit humanistischer und gesellschaftspolitischer Dimension. Er wird seit 2002 vom Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds verliehen, in Erinnerung an den Filmemacher Bernhard Wicki und seinen Antikriegsfilm "Die Brücke".

Michael Armitage mit Kunstpreis ausgezeichnet

Der britisch-kenianische Maler Michael Armitage hat den mit 20 000 Euro dotierten Kunstpreis Ruth Baumgarte erhalten. Die Auszeichnung ist nach der 2013 gestorbenen Stifterin benannt, die mehr als 40 Mal auf den afrikanischen Kontinent reiste und sich dort als Künstlerin inspirieren ließ. Der 1984 in Nairobi geborene Armitage verbinde in seinen Ölgemälden Elemente der westlich-europäischen Kunstgeschichte mit der künstlerischen Tradition Afrikas und entwickele dabei einen ganz eigenen Stil, begründete die Jury.

Frauen dürfen Stadtbach ausfischen

Frauen in Memmingen dürfen laut Gerichtsbeschluss in Zukunft am traditionellen Fischertag den Stadtbach ausfischen. Ein entsprechendes Urteil fällte das Amtsgericht der Stadt im Allgäu. Demnach ist der Ausschluss von Frauen aus der Gruppe der Stadtbachfischer durch den veranstaltenden Verein eine unzulässige Diskriminierung. Geklagt hatte ein weibliches Mitglied. Die zuständige Richterin sagte, der gemeinnützige Verein mit rund 4500 Mitgliedern habe in Memmingen eine besondere soziale Machtstellung inne. Er sei trotz der Tradition, nur Männer zuzulassen, an den Grundsatz der Gleichberechtigung im Grundgesetz gebunden. Die Tradition sei kein zulässiger Grund für Diskriminierung.

Anna Herrhausen leitet Kunst & Kultur

Anna Herrhausen, Geschäftsführerin der Alfred Herrhausen Gesellschaft, leitet bei der Deutschen Bank jetzt die Abteilung Kunst, Kultur und Sport. Die 42-Jährige folgt dort auf Übergangs-Chefin Anke Hallmann, wie das Finanzunternehmen in Frankfurt mitteilte. Die Sparte kümmert sich um weltweite Förderprogramme und Initiativen der Deutschen Bank, darunter das Engagement für zeitgenössische Kunst. Die Abteilung betreut in Berlin die Partnerschaft mit den Philharmonikern sowie das Forum "PalaisPopulaire". Seit 2016 leitet Herrhausen die Gesellschaft, die nach ihrem Vater Alfred Herrhausen benannt ist, dem Deutsche-Bank-Chef, der 1989 bei einem RAF-Attentat ums Leben kam.

Picasso-Museum bekommt Miró-Kollektion

Die Sammlung des Picasso-Museums in Münster wächst um rund 70 Werke des spanischen Künstlers Joan Miró. Die bedeutende Kollektion bestehe mehrheitlich aus großformatigen Grafiken, die noch nie gerahmt oder ausgestellt waren, wie das Kunstmuseum mitteilte. Sie stammen aus der Pariser Galerie Maeght, die Miró seit 1948 unter Vertrag hatte und seine Werke verlegte. Der Sparkassenverband Westfalen-Lippe habe die Sammlung erworben und dem Museum als Dauerleihgabe überreicht. Die Arbeiten werden ab dem 19. September in der Jubiläumsausstellung "Picasso/Miró - Eine Künstlerfreundschaft" zu sehen sein.

Tag des offenen Denkmals nur digital

Der Tag des offenen Denkmals am 13. September soll in diesem Jahr wegen Corona nur digital stattfinden. So werde das Kulturevent in infektionsgefährdeten Zeiten ganz neu auf den Weg gebracht, teilte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Bonn mit. Der Aktionstag am zweiten Sonntag im September verzeichnete zuletzt mehr als drei Millionen Besucher. Die digitale Herangehensweise biete einige Vorteile: Zum einen sei man nicht auf die eigene Region festgelegt, sondern könne sich in allen Ecken Deutschlands umschauen. Zum anderen seien viele alte Baudenkmäler wie Kellergewölbe und Kirchtürme nicht barrierefrei, was im digitalen Raum natürlich keine Rolle spiele.

Bund unterstützt Gastspieltheater mit 20 Millionen Euro

Gastspiel- und Tournee-Theater sollen in der Corona-Pandemie bis zu 20 Millionen Euro an Unterstützung vom Bund erhalten. Einzelne Spielstätten können jeweils bis zu 200.000 Euro zur Wiederaufnahme ihres Tourneebetriebs bekommen, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters in Berlin mitteilte. In Deutschland gibt es nach ihren Angaben rund 400 Gastspielhäuser ohne eigenes Ensemble. Das Geld ist Teil des mit einer Milliarde Euro ausgestatteten Corona-Konjunkturprogramms "Neustart Kultur". Rund ein Viertel des Programmvolumens ist für coronabedingte Umbauten wie Schutzvorrichtungen oder Belüftungssysteme vorgesehen. Knapp die Hälfte soll kleinen und mittleren privaten Kulturstätten und -projekten dabei helfen, ihre künstlerische Arbeit wiederaufzunehmen.

Weitere Museen öffnen nach Corona-Zwangspause

Nach der monatelangen Zwangspause wegen der Corona-Pandemie öffnen weitere Berliner Museen für Besucher. So sind ab dem 5. September das Museum Berggruen und die Sammlung Scharf-Gerstenberg wieder zugänglich. Ab dem 18. September folgen die neue James-Simon-Galerie auf der Museumsinsel sowie ab Oktober das Bode-Museum, das Pergamonmuseum und die Friedrichswerdersche Kirche. In allen Häusern gelten weiter die Corona-Hygieneregeln, wie die Staatlichen Museen zu Berlin mitteilten. Der Besuch ist nur mit einem vorab gebuchten Zeitfensterticket möglich.

Deutsche hören immer mehr Podcasts

Die Deutschen hören immer mehr Podcasts. Die Forschungsgruppe Goldmedia hatte 13.000 Deutsche befragt, darunter 2.200 Podcast-Hörerinnen und -Hörer. Demnach hat mehr als die Hälfte der Nutzerinnen und Nutzer in den vergangenen 12 Monaten die Angebote intensiver genutzt als zuvor. 80 Prozent der Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren kennen laut der Umfrage Podcasts, ein Drittel hat sie bereits gehört. Mehr als 10 Millionen Deutsche sind demnach regelmäßige Hörer. Die beiden meistgehörten Podcasts im Juli waren das Comedy-Format "Gemischtes Hack" und "Das Coronavirus-Update mit Christian Drosten". Sie erreichten jeweils mehr als eine Million Menschen.

Russischer Journalist Schukow schwer verletzt

In Moskau ist der kremlkritische Aktivist und Journalist Jegor Schukow bei einem Angriff schwer verletzt worden. Der 22-Jährige musste wegen Platzwunden im Gesicht und wegen Verdachts auf ein Schädel-Hirn-Trauma in ein Krankenhaus. Das berichtete der Radiosender Echo Moskwy, bei dem Schukow arbeitet. Er sei aber inzwischen aus der Klinik entlassen worden. Schukow ist ein in Russland bekannter Blogger. Er arbeitet für Echo Moswy, seit ihm der Staat im vergangenen Jahr nach seiner Beteiligung an Oppositionsprotesten verboten hatte, einen eigenen Videokanal im Internet zu betreiben. Ein Gericht verurteilte ihn damals außerdem zu drei Jahren Haft auf Bewährung.

Wenige Brandschäden in Mykene

Ein Buschbrand in der berühmten archäologischen Stätte von Mykene hat nach Angaben der griechischen Kulturministerin nur leichte Schäden angerichtet. Lina Mendoni sagte im Fernsehen, die Stätte auf der griechischen Halbinsel Peloponnes werde jedoch für einige Tage geschlossen bleiben. Gestern war in der wichtigen Stadt des vorklassischen griechischen Altertums ein Buschbrand ausgebrochen. Die Feuerwehr setzte Hubschrauber ein, um die Flammen einzudämmen. Die Brandursache ist noch unklar. In Griechenland herrschen zurzeit Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius. Die Brandgefahr ist groß, teilte der Zivilschutz mit. 2007 hatte ein schwerer Waldbrand weite Teile der antiken Stätte von Olympia zerstört.

Magazin "Esquire" kommt als Heft zurück

Das Lifestylemagazin "Esquire" erscheint in Deutschland bald wieder als Printprodukt. Vier Ausgaben im Jahr seien geplant, teilte Hubert Burda Media in München mit. Das erste Heft soll am 29. Oktober herauskommen. Das Männermagazin kam 1933 in den USA erstmals auf den Markt und erscheint heute in vielen Ländern. In Deutschland hatte es bereits zwischen 1975 und 1992 eine gedruckte "Esquire" gegeben, damals hatten die Amerikaner aber andere deutsche Lizenzpartner gehabt. Im März dieses Jahres hatte Hubert Burda Media den Titel dann zunächst als Onlineauftritt wieder an den Start gebracht. Chefredakteur Dominik Schütte leitet das Redaktionsteam.

MTV Video Music Awards in New York verliehen

Bei den MTV Video Music Awards hat die US-Musikerin Lady Gaga fünf Auszeichnungen erhalten, unter anderem in der Kategogie "Künstler*in des Jahres". Gemeinsam mit Kollegin Ariana Grande bekam sie auch drei Preise für den Song "Rain On Me" und für das dazugehörige Video. Mit je neun Nominierungen waren die beiden Künstlerinnen als Favoritinnen ins Rennen um MTV Awards gegangen. Der kanadische Sänger "The Weeknd" wurde mit dem Hauptpreis geehrt, sein Titel "Blinding Lights" wurde als bestes Video des Jahres gekürt. Das erste große Live-Spektakel mit Auftritten und Auszeichnungen in den USA seit Beginn der Coronavirus-Pandemie fand auf mehreren Bühnen im Freien in New York statt, unter anderem auf einer Aussichtsplattform hoch über Manhattan und in einem Autokino im Stadtteil Brooklyn.

Berliner Friedrichstadtpalast unter Denkmalschutz

Der Friedrichstadtpalast in Berlin ist unter Denkmalschutz gestellt worden. Er sei ein Stück DDR-Geschichte, eine Mischung aus Plattenbau und Jugendstil, begründete die Senats-Kulturverwaltung diesen Schritt. Dem Architekten sei ein künstlerisch einmaliges Gebäude mit hohem Wiedererkennungswert gelungen. Der Friedrichstadtpalast sei ein Zeugnis der sozialistischen Postmoderne. Das Theater wurde 1984 eröffnet. Der Vorgängerbau war im Krieg stark zerstört worden und musste abgerissen werden.

Salzburger Festspiele sind zu Ende gegangen

Die Salzburger Festspiele sind zu Ende gegangen. Sie waren das einzige große Musikfestival, das in diesem Sommer stattgefunden hat. Wegen der Pandemieschutzmaßnahmen gab es statt der üblichen 200 Aufführungen nur etwas mehr als 100 in knapp 30 Tagen. Festspielintendant Markus Hinterhäuser äußerte sich dennoch zufrieden und sprach von einem wichtigen Signal für die Kunst- und Kulturbranche. Nur einen Corona-Fall habe es nach bisherigem Wissen im Zusammenhang mit den Festspielen gegeben. Das strenge Hygienekonzept habe offenbar sehr gut funktioniert, sagte Lukas Krepatz, der verantwortliche kaufmännische Direktor. Wirtschaftlich sind die Coronamaßnahmen jedoch eine Herausforderung für die Festspiele gewesen. Statt der üblichen 240.000 Karten wurden nur 76.000 verkauft.

Aktualisierte "Rote Liste" wegen Corona bedrohter Institutionen

Der Deutsche Kulturrat startet erneut eine Liste bedrohter Kulturinstitutionen. Wegen der Corona-Pandemie seien zahlreiche Institutionen, Vereine und Programme bedroht, teilte der Verband mit. 2018 hatte er seine "Rote Liste" eingestellt, auf der Einrichtungen vermerkt waren, um deren Fortbestand es schlecht aussah. Die Situation hatte sich damals zum Positiven gewandelt, erklärte der Kulturrat. Nun bedrohe die Corona-Pandemie erneut kulturelle Institutionen. Deswegen sei nun die "Corona Liste" eingeführt worden. Vermerkt werden Einrichtungen, die durch die Beschränkungen wegen der Pandemie um ihre künftige Finanzierung fürchten müssen. Als erste wurden in der Kategorie 1 (von Schließung bedroht) die Kammeroper Köln sowie der Club "Gretchen" und das Mitmach-Kindermuseum in Berlin auf die Liste genommen.

Wiedereröffnung des Metropolitan Museums in New York

Nach monatelanger Schließung wegen der Coronapandemie hat das berühmte Metropolitan Museum of Art in New York feierlich wiedereröffnet. Aus Infektionsschutzgründen galt eine Maskenpflicht. Besuchern wurde zudem die Temperatur gemessen. Während europäische Museen wie der Pariser Louvre bereits vor Wochen wiedereröffneten, musste das "Met" lange auf die Wiedereröffnung warten. Die Tickets sind an bestimmte Zeitfenster geknüpft. Durch das neue Corona-Schutzkonzept darf das Museum nur etwa ein Viertel seiner eigentlichen Kapazität an Besuchern aufnehmen. Über einen Zeitraum von 18 Monaten gesehen, werden sich die Verluste deshalb auf voraussichtlich 150 Millionen US-Dollar belaufen. Das Museum hat rund ein Fünftel seines Personals entlassen.

Laschet ruft Karnevalisten zu Verzicht auf

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat die Karnevalisten wegen der Corona-Pandemie zum Verzicht aufgerufen. "In diesem Corona-Jahr mussten und müssen wir alle auf Liebgewonnenes verzichten", sagte Laschet der "Bild am Sonntag". "Wenn Christen auf ein Osterfest in der Gemeinschaft, die Schützen auf ihr Schützenfest, Weintrinker auf ihr Weinfest, die Fußballfans auf ihre Stadionbesuche verzichten mussten, dann ist doch klar, dass auch der Karneval zur Disposition steht." Er wünsche sich eine gemeinsame Regel in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, die von den Vereinen mitgetragen werde, sagte der CDU-Politiker. Dann würden die Menschen verstehen, dass man mit dem Virus nicht so Karneval feiern könne wie üblich. Er wolle mit allen Beteiligten über mögliche Alternativen sprechen.

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