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Kulturnachrichten

Samstag, 29. August 2020

Prototyp für Verbindung zwischen Gehirn und Handy

Tech-Milliardär Elon Musk präsentierte den Prototypen eines Geräts, das Informationen zwischen Neuronen und einem Smartphone übermitteln kann. Es hat die Fläche einer Münze und soll im Schädel positioniert werden. Musks Firma Neuralink implantiert die Geräte bereits bei Schweinen. Potenzielle Anwendungsbereiche für die Technologie beim Menschen wären zum Beispiel bei der Bekämpfung von Schmerzen oder Sehstörungen, sowie bei Rückenmark-Verletzungen. In der Zukunft wäre denkbar, verletztes Nervengewebe mit Hilfe der Technologie zu überbrücken, etwa damit Menschen wieder laufen könnten, sagte Musk. Das Gerät im Kopf soll per Bluetooth-Funk mit einer App auf dem Smartphone kommunizieren und drahtlos aufgeladen werden.

Merkel würdigt 40 Jahre "Solidarnosc"

Bundeskanzlerin Merkel hat anlässlich des 40. Jahrestages die polnische Gewerkschaft Solidarnosc (Solidarität) gewürdigt. In ihrem Videopodcast sagte sie, mit ihrem mutigen Protest sei es den Menschen damals gelungen, Dinge zum Besseren zu verändern und sich mit ihrem Ruf nach Gerechtigkeit und Freiheit durchzusetzen: "Die Frauen und Männer der Solidarnosc sind europäische Freiheitshelden, die auch mich geprägt haben". Der Freiheitswille der Polinnen und Polen habe andere mittel- und osteuropäische Gesellschaften mitgerissen und "Steine ins Rollen gebracht, die letztlich die Berliner Mauer und den Eisernen Vorhang zu Fall brachten", so Merkel weiter. Wenn Deutschland in diesem Jahr den 30. Jahrestag der Deutschen Einheit feiere, gehöre die Erinnerung an die protestierenden Danziger unbedingt dazu. Die Gewerkschaft und Oppositionsbewegung Solidarnosc trug maßgeblich zur Überwindung des Kommunismus bei. Mit ihr wurde im Ostblock erstmals eine unabhängige Gewerkschaft anerkannt.

Sigmund Freud Museum in Wien wieder eröffnet

Nach mehrmonatiger Renovierung wird das Sigmund Freud Museum in Wien wieder eröffnet. Neben Freuds Praxis sind nach dem Umbau erstmals die Privaträume der Wohnung zugänglich. Es sind Erinnerungsräume ohne das Mobiliar, das Freud bei seiner Flucht nach London mitnehmen konnte. Fotos zeigen, wie es einst aussah. "Drei neue Dauerausstellungen und eine Kunstpräsentation vermitteln das vielschichtige kulturelle Erbe des berühmten Arztes und Theoretikers, außerdem eine Sonderschau zu den psychoanalytischen Schulen nach Freud. Sie sind seinem Leben und Werk gewidmet, der Entwicklung der Psychoanalyse in Theorie und Praxis und ihrer Bedeutung für die Bereiche Gesellschaft, Wissenschaft und Kunst“, sagt die Direktorin Monika Pessler. Sie sieht das Museum auch als Holocaust-Mahnmal, das aufgrund der Geschichte „Leerstellen“ habe. Knapp vier Millionen Euro wurden in die Sanierung und Erweiterung investiert.

US-Schauspieler Chadwick Boseman gestorben

Der US-Schauspieler Chadwick Boseman ist tot. Er erlag einer Darmkrebserkrankung, wie sein Agent mitteilte. Boseman hatte in dem Science-Fiction-Actionfilm "Black Panther" die Hauptrolle des Königs T'Challa gespielt. Der Film kam 2018 in die Kinos und wurde weltweit ein großer Erfolg. Es war der erste Superheldenfilm mit fast ausschließlich schwarzen Akteuren vor und hinter der Kamera. Boseman wirkte auch in Filmen wie "Avengers: Infinity War", "21 Bridges" und zuletzt unter der Regie von Spike Lee in "Da 5 Bloods" mit. Er wurde nur 43 Jahre alt. Boseman hatte vor vier Jahren die Krebsdiagnose erhalten. In der Öffentlichkeit sprach er nicht über seine Krankheit, stattdessen setzte er in Hollywood seine Arbeit an großen Filmprojekten fort.

Trojanisches Pferd in Stendal wieder begehbar

Das Trojanische Pferd aus Stendal ist nach einer umfangreichen Erneuerung wieder begehbar. Die gigantische Holzattraktion, rund 16 Meter hoh und 13 Meter lang, sollte ursprünglich ab April auf dem Außengelände des Winckelmann-Museums den Besuchern wieder zum Erkunden freigegeben werden. Coronabedingt verzögerte sich die Eröffnung jedoch. Seit 2003 gehört das Trojanische Pferd zum Stendaler Museum, das an das Leben und Werk des Archäologen und Aufklärers Johann Joachim Winckelmann (1717-1768) erinnert. 2016 musste das in die Jahre gekommene Exponat gesperrt werden, stand aber weiterhin zum Anschauen von Außen auf dem Gelände. Die Figur bietet einen Blick auf Stendal.

Jährliche Aschura-Feierlichkeiten beginnen

Am Abend beginnen die jährlichen Aschura-Feierlichkeiten. Für die schiitischen Musliminnen und Muslime ist das Aschura-Fest im "Trauermonat" Muharram die wichtigste religiöse Feier. Dabei gedenken die Gläubigen des Märtyrertodes des Imam Hussein, eines Enkels des Propheten Mohammed, vor mehr als 1.300 Jahren. Die Trauerriten umfassen Erzählungen, Prozessionen und die kultische Inszenierung des Martyriums Husseins. Tausende Gläubige ziehen durch die Straßen und empfinden die Leiden Husseins nach, bis hin zu blutigen Selbstgeißelungen. Die größten Feiern finden im Iran, Irak, Libanon und in Pakistan statt. Immer wieder wird Aschura von Anschlägen auf Schiiten überschattet.

Facebook löscht rechtes "Compact-Magazin"

Facebook und Instagram haben die Seiten des in der rechten Szene beliebten "Compact-Magazins" gesperrt. Das bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens dem WDR und dem NDR: "Wir verbieten Organisationen und Personen, unsere Dienste zu nutzen, wenn sie Menschen aufgrund von Merkmalen wie Herkunft, Geschlecht und Nationalität systematisch angreifen. Daher haben wir das "Compact-Magazin" von Facebook und Instagram entfernt." Das Magazin ist für rechte Verschwörungsmythen bekannt. Facebook steht seit Monaten unter massivem Druck. Zahlreiche Unternehmen weltweit hatten angekündigt, keine Werbung mehr zu schalten, wenn Facebook nicht konsequenter gegen Hass im Netz vorgeht.

Erste Einblicke in Kölner NS-Raubkunst-Projekt

Provenienzforscher haben erste Einblicke in ein Projekt zur NS-Raubkunst am Museum für Angewandte Kunst Köln gegeben. Das Museum präsentierte einen vergoldeten Renaissance-Becher, dessen Geschichte nun weitgehend aufgeklärt werden konnte. Er sei die Initialzündung zu dem Mitte Juli gestarteten Projekt zur Provenienzforschung gewesen, das vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste gefördert wird, sagte die Leiterin der Dokumentation des Museums, Nuray Amrhein. Der Becher aus dem 16. Jahrhundert sei in den Fokus geraten, als ein Kunsthistoriker sich mit den Hinterglasmalereien auf dem Objekt beschäftigte, hieß es. Dabei sei aufgefallen, dass der Becher im Inventarbuch zunächst als Ankauf, dann als Schenkung des Luzerner Kunsthändlers Theodor Fischer ausgewiesen war. Fischer gilt als eine der zentralen Figuren des Handels mit NS-Raubkunst in der Schweiz. Im Rahmen des zweijährigen Forschungsprojektes an dem Kölner Museum soll die Herkunft von knapp 400 Objekten untersucht werden, die zwischen 1933 und 1944 in das Museum gelangten, darunter Porzellan, Gläser und Möbel.

Trickfilmzeichner Joe Ruby gestorben

Der Trickfilmzeichner und Miterfinder der Zeichentrickserie "Scooby-Doo", Joe Ruby, ist tot. Ruby sei im Alter von 87 Jahren im US-Bundesstaat Kalifornien gestorben, berichtete der Branchendienst "Variety" unter Berufung auf seinen Enkel und das Filmstudio Warner Bros. Der in Los Angeles geborene Ruby hatte nach einer Zeit bei der Armee seine gesamte Karriere in der Film- und Fernsehbranche verbracht. Ende der 60er Jahre erfand er gemeinsam mit Partner Ken Spears die Trickfilmserie "Scooby-Doo" rund um einen Hund und vier Detektive, die immer noch weltweit erfolgreich läuft.

Verschollene Werke von Anselm Kiefer sind wieder in Deutschland

Die in China wieder gefundenen Werke des deutschen Künstlers Anselm Kiefer sind in Deutschland eingetroffen. Nach Informationen des Südwestrundfunks befinden sich die sechs Kunstobjekte auf dem Flughafen Köln-Bonn, wo sie vom Zoll kontrolliert werden. Die Werke aus dem Koblenzer Ludwig-Museum waren vor rund einem Jahr bei einer Ausstellung in China verschwunden. Sie tauchten im Januar in einer Lagerhalle in Shenzhen wieder auf. Anselm Kiefer gilt als einer der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Künstler nach dem Zweiten Weltkrieg.

Humboldt Forum im Berliner Stadtschloss soll im Dezember öffnen

Das Humboldt Forum soll trotz Verzögerungen im Bauablauf zum Ende des Jahres in ersten Teilen eröffnet werden. Das sagte Bauvorstand Hans-Dieter Hegner während einer Besichtigung der Baustelle in Berlin. Die Eröffnung erfolgt in drei Schritten bis Ende 2021. Geplant ist, zunächst das Untergeschoss, das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss zu präsentieren. Gezeigt werden dann Exponate aus Asien, Afrika, Amerika und Ozeanien sowie Objekte zur Geschichte Berlins. 40 000 Quadratmeter umfasst das Humboldt-Forum. Die Fläche teilen sich die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit zwei ihrer Museen, das Land Berlin und die Humboldt-Universität.

Abramovic ist gegen strenge Zuschauerbegrenzung in Bayern

Kurz vor der Premiere ihres Bühnenwerks "7 Deaths of Maria Callas" hat sich die Performance-Künstlerin Marina Abramovic gegen die strenge Begrenzung der Zuschauerzahlen bei Kulturveranstaltungen ausgesprochen. Bei der Uraufführung ihres Werkes am 1. September in der Bayerischen Staatsoper werden nur 200 Zuschauer zugelassen - bei mehr als 2000 verfügbaren Plätzen. Das sei so wenig, dass man die Zuschauer von der Bühne aus nicht sehe, sagte Abramovic. "Es ist schrecklich, vor einem leeren Theater zu performen." In Bayern sind unabhängig von der Größe des Veranstaltungsortes momentan nur maximal 200 Zuschauer erlaubt. In anderen Bundesländern gilt diese strenge Deckelung nicht. Die mit Spannung erwartete Inszenierung sollte eigentlich schon im April auf die Bühne kommen. Wegen der Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie konnte der Termin aber nicht eingehalten werden.

Schauspiel-Verband ehrt Nicole Heesters mit Theaterpreis

Die Schauspielerin Nicole Heesters erhält für ihre Solo-Leistung in dem Stück "Marias Testament" den Theaterpreis des Bundesverbands Schauspiel. Elmar Goerden hatte es für die Hamburger Kammerspiele inszeniert, es ist eine Bühnenfassung des gleichnamigen Romans von Colm Tóibín. Die 83-Jährige sei eine Inspiration, da sie in keinem Lebensalter je aufgehört habe zu suchen, begründete ihre Kollegin Katharina Abt als Preis-Patin die Wahl. Der Synchronpreis geht an Joachim Kerzel. Er gibt Schauspielern wie Jack Nicholson und Dustin Hoffman die deutsche Stimme. Den Ehrenpreis "Inspiration" bekommt das Dresdner Kabarett "Die Herkuleskeule". Der Deutsche Schauspielpreis wird am 11. September in Berlin verliehen und ist undotiert.

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