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Kulturnachrichten

Freitag, 28. August 2020

Erste Einblicke in Kölner NS-Raubkunst-Projekt

Provenienzforscher haben erste Einblicke in ein Projekt zur NS-Raubkunst am Museum für Angewandte Kunst Köln gegeben. Das Museum präsentierte einen vergoldeten Renaissance-Becher, dessen Geschichte nun weitgehend aufgeklärt werden konnte. Er sei die Initialzündung zu dem Mitte Juli gestarteten Projekt zur Provenienzforschung gewesen, das vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste gefördert wird, sagte die Leiterin der Dokumentation des Museums, Nuray Amrhein. Der Becher aus dem 16. Jahrhundert sei in den Fokus geraten, als ein Kunsthistoriker sich mit den Hinterglasmalereien auf dem Objekt beschäftigte, hieß es. Dabei sei aufgefallen, dass der Becher im Inventarbuch zunächst als Ankauf, dann als Schenkung des Luzerner Kunsthändlers Theodor Fischer ausgewiesen war. Fischer gilt als eine der zentralen Figuren des Handels mit NS-Raubkunst in der Schweiz. Im Rahmen des zweijährigen Forschungsprojektes an dem Kölner Museum soll die Herkunft von knapp 400 Objekten untersucht werden, die zwischen 1933 und 1944 in das Museum gelangten, darunter Porzellan, Gläser und Möbel.

Verschollene Werke von Anselm Kiefer sind wieder in Deutschland

Die in China wieder gefundenen Werke des deutschen Künstlers Anselm Kiefer sind in Deutschland eingetroffen. Nach Informationen des Südwestrundfunks befinden sich die sechs Kunstobjekte auf dem Flughafen Köln-Bonn, wo sie vom Zoll kontrolliert werden. Die Werke aus dem Koblenzer Ludwig-Museum waren vor rund einem Jahr bei einer Ausstellung in China verschwunden. Sie tauchten im Januar in einer Lagerhalle in Shenzhen wieder auf. Anselm Kiefer gilt als einer der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Künstler nach dem Zweiten Weltkrieg.

Humboldt Forum im Berliner Stadtschloss soll im Dezember öffnen

Das Humboldt Forum soll trotz Verzögerungen im Bauablauf zum Ende des Jahres in ersten Teilen eröffnet werden. Das sagte Bauvorstand Hans-Dieter Hegner während einer Besichtigung der Baustelle in Berlin. Die Eröffnung erfolgt in drei Schritten bis Ende 2021. Geplant ist, zunächst das Untergeschoss, das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss zu präsentieren. Gezeigt werden dann Exponate aus Asien, Afrika, Amerika und Ozeanien sowie Objekte zur Geschichte Berlins. 40 000 Quadratmeter umfasst das Humboldt-Forum. Die Fläche teilen sich die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit zwei ihrer Museen, das Land Berlin und die Humboldt-Universität.

Trickfilmzeichner Joe Ruby gestorben

Der Trickfilmzeichner und Miterfinder der Zeichentrickserie "Scooby-Doo", Joe Ruby, ist tot. Ruby sei im Alter von 87 Jahren im US-Bundesstaat Kalifornien gestorben, berichtete der Branchendienst "Variety" unter Berufung auf seinen Enkel und das Filmstudio Warner Bros. Der in Los Angeles geborene Ruby hatte nach einer Zeit bei der Armee seine gesamte Karriere in der Film- und Fernsehbranche verbracht. Ende der 60er Jahre erfand er gemeinsam mit Partner Ken Spears die Trickfilmserie "Scooby-Doo" rund um einen Hund und vier Detektive, die immer noch weltweit erfolgreich läuft.

Abramovic ist gegen strenge Zuschauerbegrenzung in Bayern

Kurz vor der Premiere ihres Bühnenwerks "7 Deaths of Maria Callas" hat sich die Performance-Künstlerin Marina Abramovic gegen die strenge Begrenzung der Zuschauerzahlen bei Kulturveranstaltungen ausgesprochen. Bei der Uraufführung ihres Werkes am 1. September in der Bayerischen Staatsoper werden nur 200 Zuschauer zugelassen - bei mehr als 2000 verfügbaren Plätzen. Das sei so wenig, dass man die Zuschauer von der Bühne aus nicht sehe, sagte Abramovic. "Es ist schrecklich, vor einem leeren Theater zu performen." In Bayern sind unabhängig von der Größe des Veranstaltungsortes momentan nur maximal 200 Zuschauer erlaubt. In anderen Bundesländern gilt diese strenge Deckelung nicht. Die mit Spannung erwartete Inszenierung sollte eigentlich schon im April auf die Bühne kommen. Wegen der Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie konnte der Termin aber nicht eingehalten werden.

Schauspiel-Verband ehrt Nicole Heesters mit Theaterpreis

Die Schauspielerin Nicole Heesters erhält für ihre Solo-Leistung in dem Stück "Marias Testament" den Theaterpreis des Bundesverbands Schauspiel. Elmar Goerden hatte es für die Hamburger Kammerspiele inszeniert, es ist eine Bühnenfassung des gleichnamigen Romans von Colm Tóibín. Die 83-Jährige sei eine Inspiration, da sie in keinem Lebensalter je aufgehört habe zu suchen, begründete ihre Kollegin Katharina Abt als Preis-Patin die Wahl. Der Synchronpreis geht an Joachim Kerzel. Er gibt Schauspielern wie Jack Nicholson und Dustin Hoffman die deutsche Stimme. Den Ehrenpreis "Inspiration" bekommt das Dresdner Kabarett "Die Herkuleskeule". Der Deutsche Schauspielpreis wird am 11. September in Berlin verliehen und ist undotiert.

Zehn Künstler für hoch dotierten Kunstpreis nominiert

Zehn Künstler aus dem deutschsprachigen Raum sind für den zeitgenössischen "Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen" nominiert. Ihre Arbeiten sind von morgen an bis zum 1. November in der Bremer Kunsthalle zu sehen. Die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung wird in diesem Jahr zum 47. Mal verliehen und zählt zu den anerkanntesten und am höchsten dotierten Auszeichnungen, die im Bereich der zeitgenössischen Kunst in Deutschland vergeben werden. Die Preisverleihung ist für den 27. Oktober geplant. Nominiert sind in diesem Jahr Bani Abidi, Nevin Aladag, Anne Duk Hee Jordan, Henrike Naumann, Raphaela Vogel (alle Berlin), Jesse Darling (Berlin/London), Toulu Hassani (Hannover), Janine Jembere (Wien), Ulrike Müller (New York) sowie Stefan Vogel (Leipzig). Der Kunstpreis wird alle zwei Jahre ausgelobt. 2018 ging er an den Kölner Künstler Arne Schmitt für seine Fotoarbeit "Der heiße Frieden", die sich mit den städtebaulichen und architektonischen Spuren der Wirtschaftswunderzeit auseinandersetzt.

Schleswig-Holstein Musik Festival zieht positive Bilanz

Das Schleswig-Holstein Musik Festival hat eine insgesamt positive Corona-Bilanz gezogen. Unter dem Motto "Sommer der Möglichkeiten" seien insgesamt 74 Live-Konzerte mit rund 21.000 Besuchern realisiert worden, teilte das Festival mit. Die Auslastung lag bei 96 Prozent. Musiziert wurde an Spielstätten in ganz Schleswig-Holstein und in Hamburg, oft unter freiem Himmel. An diesem Sonntag geht es zu Ende. Seit der coronabedingten Absage des ursprünglich geplanten Festivals entstand binnen weniger Wochen ein neues Programm mit mehr als 100 Aktionen. Darunter waren zahlreiche neue Konzertformate wie die "LKW-Konzerte", der "Musikfest-Trecker" oder die "Konzerte in Wohnzimmern". Hinzu kamen Open-Air-Konzerte sowie Programme, die als Podcasts, Live-Streams und Aufzeichnungen ohne Live-Publikum umgesetzt wurden. In den kommenden Wochen sollen alle Beiträge in einer Mediathek zur Verfügung gestellt werden.

Preisträger der Goethe-Medaille 2020 geehrt

Die Goethe-Medaille 2020, das offizielle Ehrenzeichen der Bundesrepublik Deutschland, ist überreicht worden. Ausgezeichnet wurden die bolivianische Künstlerin und erste indigene Museumsdirektorin Elvira Espejo Ayca, der britische Schriftsteller Ian McEwan sowie die südafrikanische Schriftstellerin, Verlegerin und Kuratorin Zukiswa Wanner. Alle drei würden für die Freiheit des Dialogs stehen, so der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann. Der Festakt stand unter dem Motto: "Widerspruch ertragen - der Ertrag des Widerspruchs". Traditionell wird die Goethe-Medaille jedes Jahr am 28. August, an Goethes Geburtstag, in Weimar vergeben, wegen der Pandemie fand die Verleihung aber diesmal digital statt.

50 Journalisten in Belarus vorübergehend festgenommen

Bei den Protesten in Belarus gegen den umstrittenen Präsidenten Lukaschenko sind in Minsk und anderen Städten in der vergangenen Nacht etwa 260 Menschen festgenommen worden. Das teilte das Menschenrechtszentrum Wesna mit. Nach Angaben des belarusischen Journalistenverbandes waren darunter auch 50 Journalisten. Die meisten seien nach einer Überprüfung ihrer Dokumente wieder freigekommen. Unter ihnen seien auch ausländische Reporter gewesen, zum Beispiel eine Korrespondentin der Deutschen Welle. Ein schwedischer Journalist soll heute ausgewiesen werden. Die Behörden der Ex-Sowjetrepublik hatten zuletzt ausländische Journalisten bereits am Flughafen in Minsk zurückgewiesen.

Große Gorilla-Statue in New York aufgestellt

Ein Künstlerpaar hat in New York eine riesige Gorilla-Skulptur aufgestellt. Mit dem Werk, das "King Nyani" heißt, will das britisch-australische Künstlerduo "Gillie and Marc" für den Schutz der vom Aussterben bedrohten Tierart werben. Die Skulptur, die einen liegenden Gorilla zeigt, wurde in einem Park im Westen Manhattans sofort zum beliebten Fotomotiv - Kinder und Erwachsene posierten vor allem in der rechten Hand des Tieres, die es vor dem Körper hält. Vor einigen Jahren hatte das Künstlerpaar mit einer Nashorn-Skulptur für Aufmerksamkeit gesorgt. Damals ging es um das Schicksal der wenigen letzten Exemplare des Nördlichen Breitmaulnashorns.

Hersteller von Musikinstrumenten leiden unter Corona

Auch Deutschlands Hersteller und Händler von Musikinstrumenten leiden unter Corona. Mit 30 Prozent Umsatzeinbußen rechnet der Bundesverband der deutschen Musikinstrumentenhersteller seit Beginn der Pandemie. Geschäftsführer Winfried Baumbach kritisierte im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur, dass der Staat den Musikunterricht an Schulen immer weiter zurückschraube. Viele Berufsmusiker hätten zuletzt kaum Auftritte gehabt, Musikschulen hatten geschlossen und in den allgemeinbildenden Schulen sei der Musikunterricht vielerorts ganz weggefallen. "Deshalb waren die Anreize, sich ein neues Instrument zu kaufen, eher gering", so Baumbach. Auch beim Export gab es laut Geschäftsführer große Einbrüche. Nach den jüngsten, für 2018 vorliegenden Zahlen erzielte der Fachhandel in Deutschland mit Musikinstrumenten und Musikalien einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro. Die rund 1.300 Hersteller von Musikinstrumenten machten einen Umsatz von 707,9 Millionen Euro.

Digitale Spielemesse Gamescom gestartet

Am Abend ist die Spielemesse Gamescom eröffnet worden. Sie gilt als größte Messe für Computer- und Videospiele der Welt. Wegen der Corona-Pandemie findet sie erstmals nicht auf dem Messegelände in Köln, sondern ausschließlich digital statt. Bis Sonntag haben Online-Besucher die Möglichkeit, neue Games-Titel über die Cloud zu spielen, Talkrunden zuzuhören und Neuigkeiten aus erster Hand zu erfahren. Außerdem gibt es Turniere, in denen mehrere Spieler in ausgewählten Spielen mit- und gegeneinander antreten können.

New Yorker MoMA ist wieder geöffnet

Nach fast sechsmonatiger Schließung in der Corona-Krise hat das New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) seine Türen wieder für Besucher geöffnet. Allerdings wurde die Einlasskapazität um rund drei Viertel verringert. Es gelten Hygiene-, Abstands- und Maskenregeln. Erst seit Montag dürfen die Museen in New York, die fast alle seit März geschlossen hatten, offiziell unter strengen Auflagen wieder öffnen. Sie tun dies jedoch nur nach und nach. Auf das MoMA will am Wochenende das Metropolitan Museum folgen. Das Whitney Museum für amerikanische Kunst will am 3. September nachziehen, das Guggenheim-Museum sogar erst am 3. Oktober.

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