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Kulturnachrichten

Dienstag, 25. August 2020

Kritik an Berlinale für genderneutralen Schauspielpreis

Das Gleichstellungs-Bündnis Pro Quote Film hat die Berlinale dafür kritisiert, Schauspieler nicht mehr getrennt nach Geschlecht auszuzeichnen. Der Preis sei ein "Feigenblatt für Innovation", erklärte die Vorsitzende Barbara Rohm. Bisher sei die Berlinale von Gendergerechtigkeit weit entfernt. Im Wettbewerb des Festivals liefen viel mehr Filme von Männern als von Frauen, wie Pro Quote betonte. Bisher wurden im Berlinale-Wettbewerb die "beste Darstellerin" und der "beste Darsteller" geehrt. In Zukunft sollen die Silbernen Bären für die beste Leistung in einer Haupt- und einer Nebenrolle vergeben werden. Auch der Bundesverband Schauspiel kritisiert die Entscheidung. Die Streichung von Geschlechter-Kategorien trage nicht dem Thema Diversität Rechnung, sondern gehe zu Lasten der Gleichberechtigung von Schauspielerinnen, erklärte Verbandschefin Leslie Malton in Berlin. Immer noch seien weibliche Rollen in deutschen Filmen halb so präsent wie männliche, hieß es. In dieser Situation den Preis für weibliche Rollen abzuschaffen, werde dazu führen, dass Schauspielerinnen für ihre Leistungen künftig ähnlich wenig gewürdigt werden, wie es bereits jetzt bei den Frauen in den anderen Kategorien der Berlinale-Auszeichnungen der Fall sei, so Malton.

Grütters sichert Kinos weitere fünf Millionen zu

Kulturstaatsministerin, Monika Grütters (CDU), hat weitere fünf Millionen Euro für die Förderung von Kinos in Deutschland zugesagt. Demnach wird das "Zukunftsprogramm Kino I" von 17 auf 22 Millionen Euro aufgestockt, teilte Grütters mit. Das Programm, das bereits Anfang März anlief, richtet sich an Arthouse-Kinos und kleinere Spielstätten im ländlichen Raum. So sollen die von der Coronakrise schwer getroffenen Kinos im Land unterstützt werden. Ein weiteres Programm, das sich an alle Kinos richtet, die die strukturellen oder kulturellen Antragsvoraussetzungen des "Zukunftsprogramm Kino I" nicht erfüllen, startete Anfang August. Mit ihm sollen beispielsweise Umbau-, Modernisierungs- und Ausstattungsmaßnahmen unterstützt werden, die durch die Pandemie-bedingten Hygieneregeln notwendig geworden sind.

Andrea Moses übernimmt Operndirektion in Weimar

Andrea Moses übernimmt ab der Spielzeit 2021/2022 die Operndirektion am Deutschen Nationaltheater (DNT) in Weimar. Die gebürtige Dresdnerin tritt die Nachfolge von Hans-Georg Wegner an, der als Generalintendant ans Mecklenburgische Staatstheater Schwerin wechselt, wie das DNT mitteilte. Moses studierte Schauspielregie und Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin und in Moskau. Von 2009 bis 2011 war sie Chefregisseurin für Oper und Schauspiel am Anhaltischen Theater in Dessau. Von 2011 bis 2014 gehörte sie als Leitende Regisseurin zum Team von Jossi Wieler an der Staatsoper Stuttgart.

Herzog-August-Bibliothek tätigt Millionen-Ankauf

Für rund 2,8 Millionen Euro hat die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel ein 400 Jahre altes Buch gekauft. Es handelt sich um das "Album Amicorum" des Augsburger Kaufmanns, Kunstvermittlers und Diplomaten Philipp Hainhofer (1578-1647), wie die Bibliothek und das niedersächsische Kulturministerium in Hannover mitteilten. Die Bibliothek erwarb das Werk, das als Kulturgut von nationalem Rang gilt, von einem privaten Sammler. Der Kauf wurde unter anderem vom Bund und der Kulturstiftung der Länder unterstützt. Das Land Niedersachsen finanziert außerdem mit 300.000 Euro ein dreijähriges Forschungsprojekt, das die Entstehung und Geschichte des Buchs und seiner künstlerischen Ausgestaltung untersuchen soll.

Filmfestival Venedig: Matt Dillon in Jury berufen

Der US-Schauspieler Matt Dillon zieht in die Jury des Filmfestivals in Venedig ein. Das teilten die Veranstalter mit. Der 56-Jährige werde den rumänischen Filmregisseur und Drehbuchautor Cristi Puiu ersetzen. Die Festivalmacher sprachen im Zusammenhang mit dem Ausscheiden in der Pressemitteilung von "unerwarteten Schwierigkeiten", ohne Details zu nennen. Puiu habe nicht kommen können, was mit den Reisemöglichkeiten und der Corona-Lage zu tun habe, erläuterte ein Sprecher. Das 77. Internationale Filmfestival startet offiziell am 2. September und läuft bis zum 12. September. Die Jury, die von der australischen Schauspielerin Cate Blanchett geleitet wird, besteht aus insgesamt sieben Mitgliedern. Darin sitzt auch der deutsche Filmemacher Christian Petzold. Im Wettbewerb um den Goldenen Löwen läuft der Film "Und morgen die ganze Welt" der deutschen Regisseurin Julia von Heinz.

Ausrichtung von Goethe-Archiv soll politischer werden

Der neue Direktor des Goethe- und Schiller-Archivs in Weimar, Marcel Lepper, will das traditionsreiche Haus auf eine politischere Ebene stellen. Dazu gehört die verstärkte Auseinandersetzung mit der Herkunft der Dokumente, aber auch mit den Inhalten, wie Lepper in Weimar sagte. Als ein erstes größeres Projekt solle es dabei um den Nachlass von Adolf Bartels (1862-1945) gehen, einem kulturpolitischen Wegbereiter des Nationalsozialismus. "Der Bartels-Bestand ist - wenn man so will - toxisch". Dieser "Giftschrank" solle nun ausgepackt werden, so Lepper. Es sei an der Zeit, dass sich das Haus dazu intensiver positioniere. Lepper ist seit Anfang Juli der neue Leiter des 1885 gegründeten Archivs. Das Haus ist laut Klassik Stiftung Weimar das älteste Literaturarchiv in Deutschland. Dort werden mehr als 150 Nachlässe von Denkern, Autoren und Künstlern bewahrt.

Römisches Pantheon veranstaltet Orgelfestival

Trotz der Corona-Pandemie findet im römischen Pantheon ein internationales Orgelfestival statt. Das teilte das Bistum Rom mit. Die Konzertreihe in dem antiken Kuppelbau wird am 5. September eröffnet von Jean-Christophe Geiser, Domorganist in Lausanne. In den folgenden Wochen gastieren Francesco Buccolieri vom Konservatorium Matera, Giancarlo Parodi aus Gallarate und Ignace Michiels, Organist an der Kathedrale von Brügge. Das Abschlusskonzert am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, gestaltet der Dresdner Domorganist Johannes Trümpler.

Bund fördert Hochschul-Digitalisierung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert über den Deutsch Akademischen Austauschdienst (DAAD) die Digitalisierung internationaler Hochschulkooperationen mit rund 5,5 Millionen Euro. Wie es in einer Pressemitteilung heißt, hätten während der Corona-Pandamie viele Hochschulen ihre digitalen Lehr- und Lernangebote ausgebaut. Um diesen Digitalisierungsschub auch in der internationalen Hochschulkooperation zu verankern, hat der DAAD rund 50 Projekte für das Programm "International Virtual Academic Collaboration" ausgewählt, die bist Ende 2021 gefördert werden.

British Museum stellt sich seiner Geschichte

Das renommierte British Museum hat eine Büste seines Gründungsvaters Hans Sloane, der Sklaven für sich arbeiten ließ, von seinem ursprünglichen Platz entfernt. "Wir haben ihn vom Sockel gestoßen, wo niemand ihn beachtet hat, und ihn ins Rampenlicht gestellt", sagte der deutsche Museumschef Hartwig Fischer dem "Telegraph". Man dürfe nichts verstecken, hieß es weiter. Die Büste steht nun gesichert an einem Ort des Londoner Museums, wo Sloanes Arbeiten im Kontext des British Empire erklärt werden. Die Entscheidung sei im Zuge der "Black Lives Matter"-Bewegung getroffen worden, so Fischer. Man müsse seine eigene Geschichte verstehen. Der 1660 in Irland geborene Mediziner und Biologe Sloane finanzierte sein Leben auch durch Zuckerrohrplantagen auf Jamaika, auf denen Sklaven arbeiteten. Er war ein leidenschaftlicher Sammler unter anderem von Fossilien, Gemälden, Münzen und Antiquitäten. Seine Sammlungen lieferten die Grundlage für das British Museum.

Jury der Autorentheatertage 2021 steht fest

Schauspielerin Fritzi Haberlandt, Musiker und Theatermacher Schorsch Kamerun und der Dramatiker und Büchner-Preisträger Lukas Bärfuss bilden die Jury der Autorentheatertage 2021. Für den Stückwettbewerb sucht das Deutsche Theater noch bis Mitte September nach neuen, deutschsprachigen Theatertexten. Neben der Uraufführung im Rahmen der "Langen Nacht der Autor_innen", bekommen die Preisträger 10.000 Euro. Die Autorentheatertage 2021 beginnen am 27. Mai 2021.

Rund 600.000 Euro für kulturelle Vielfalt in NRW

Mit rund 600.000 Euro unterstützt Nordrhein-Westfalen 2021 die kulturelle Vielfalt. Mit dem Programm "Künste im interkulturellen Dialog" werden künstlerische Projekte gefördert, die die Vielfalt des Landes sichtbar und erlebbar machen und den interkulturellen Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft unterstützen, heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW. Für die Förderung könnten sich kommunale und freie Kulturinstitutionen, Kulturträger sowie Künstlerinnen und Künstler bis Mitte Oktober bewerben.

US-Schauspieler Allan Rich gestorben

Der US-Schauspieler Allan Rich ist tot. Er starb Medienberichten zufolge im Alter von 94 Jahren in einem Seniorenheim im US-Staat New Jersey. Rich gab 1943 sein Broadway-Debüt und spielte in mehreren Theaterstücken mit. In den 1950er Jahren brach seine Karriere ein, nachdem der liberale Aktivist als Kommunist geächtet wurde und damit praktisch einem Arbeitsverbot unterlag. Später spielte er in Serien wie "Detektiv Rockford - Anruf genüg" und "Kojak" sowie in Filmen wie "Serpico" mit Al Pacino, "Amistad" von Steven Spielberg und "Quiz Show" von Robert Redford.

Jedes zweite Unternehmen nutzt soziale Medien

Fast die Hälfte der Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten in Deutschland hat im vergangenen Jahr soziale Medien wie Facebook, Xing, LinkedIn und Twitter für das eigene Marketing und den Kundenkontakt genutzt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren es 48 Prozent, 2015 waren es 38 Prozent. Bei Großunternehmen mit 250 und mehr Beschäftigen nutzen 79 Prozent solche Kanäle, kleine Unternehmen mit bis zu 49 Beschäftigten 44 Prozent. Am stärksten wurden die sozialen Medien in den Branchen "Information und Kommunikation" und "Gastgewerbe" genutzt, am wenigsten im Baugewerbe. Im europäischen Vergleich lagen die Unternehmen in Deutschland unter dem EU-Durchschnitt von 53 Prozent auf Platz 20. Auf den ersten Plätzen liegen (84 Prozent), Dänemark (75 Prozent) und die Niederlande (74 Prozent), auf den hintersten Polen (37 Prozent), Bulgarien (34 Prozent) und Rumänien (33 Prozent).

Belarus: Autorin Alexijewitsch von Behörden einbestellt

In Belarus haben die Ermittlungsbehörden die Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch zur Vernehmung einbestellt. Sie gehört dem oppositionellen Koordinationsrat an, der nach der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Alexander Lukaschenko gegründet wurde, um einen Machtwechsel zu erreichen. Die Justiz leitete daraufhin Ermittlungen gegen den Rat ein. Die Behörden werfen ihm vor, illegal die Macht ergreifen zu wollen. In diesem Zusammenhang soll Alexijewitsch nach Angaben des Rates am Mittwoch vernommen werden. Allerdings ist nicht bekannt, ob die 72-jährige Autorin an einer der öffentlichen Sitzungen teilgenommen hat. Wenige Stunden zuvor waren bereits zwei prominente Oppositionelle und Mitglieder des Koordinationsrates festgenommen worden. Alexijewitsch erhielt 2015 den Literaturnobelpreis. Sie gilt als Chronistin der Zeitgeschichte und dokumentiert Kriege, Umbrüche und die neu gewonnene Freiheit.

Slawomir Elsner erhält Otto-Ritschl-Preis 2020

Der Otto-Ritschl-Preis 2020 geht an den Maler Slawomir Elsner. Der 1976 in Polen geborene und in Berlin lebende Künstler bekomme die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung für seine Beschäftigung mit Farbräumen, sagte Tom Sommerlatte vom Museumsverein Ritschl in Wiesbaden zur Begründung. So lege er zum Beispiel in seinen großformatigen, abstrakten Aquarellen Schicht um Schicht übereinander, um leuchtende Farbräume zu erschaffen. Der Preis ist nach dem Hauptvertreter der abstrakten Kunst in Deutschland, Otto Ritschl, benannt. Er wird im Abstand von rund fünf Jahren vom Museumsverein Ritschl in Kooperation mit dem Museum Wiesbaden verliehen.

Corona-Soforthilfen nun auch für kleine Kulturbetriebe

Kleine und mittlere Kulturbetriebe ab zwei Beschäftigten können sich jetzt auch um Corona-Soforthilfen aus Mitteln des Berliner Senats bewerben. Der Jahresumsatz der Unternehmen dürfe dabei zehn Millionen Euro nicht überschreiten, teilte die Berliner Kulturverwaltung mit. Damit könne nun auch die kleinteilige Kulturszene unterstützt werden, erklärte Kultursenator Klaus Lederer (Linke). Die Soforthilfe IV 2.0 richtet sich demnach an Kultureinrichtungen und Betriebe mit landesweiter Ausstrahlung. Dazu zählen private Museen, Theater, Musikensembles, Clubs, Festivals, Kinos und Unternehmen aus dem Film- und Videobereich.

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