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Kulturnachrichten

Montag, 24. August 2020

Belarus: Autorin Alexijewitsch von Behörden einbestellt

In Belarus haben die Ermittlungsbehörden die Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch zur Vernehmung einbestellt. Sie gehört dem oppositionellen Koordinationsrat an, der nach der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Alexander Lukaschenko gegründet wurde, um einen Machtwechsel zu erreichen. Die Justiz leitete daraufhin Ermittlungen gegen den Rat ein. Die Behörden werfen ihm vor, illegal die Macht ergreifen zu wollen. In diesem Zusammenhang soll Alexijewitsch nach Angaben des Rates am Mittwoch vernommen werden. Allerdings ist nicht bekannt, ob die 72-jährige Autorin an einer der öffentlichen Sitzungen teilgenommen hat. Wenige Stunden zuvor waren bereits zwei prominente Oppositionelle und Mitglieder des Koordinationsrates festgenommen worden. Alexijewitsch erhielt 2015 den Literaturnobelpreis. Sie gilt als Chronistin der Zeitgeschichte und dokumentiert Kriege, Umbrüche und die neu gewonnene Freiheit.

Slawomir Elsner erhält Otto-Ritschl-Preis 2020

Der Otto-Ritschl-Preis 2020 geht an den Maler Slawomir Elsner. Der 1976 in Polen geborene und in Berlin lebende Künstler bekomme die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung für seine Beschäftigung mit Farbräumen, sagte Tom Sommerlatte vom Museumsverein Ritschl in Wiesbaden zur Begründung. So lege er zum Beispiel in seinen großformatigen, abstrakten Aquarellen Schicht um Schicht übereinander, um leuchtende Farbräume zu erschaffen. Der Preis ist nach dem Hauptvertreter der abstrakten Kunst in Deutschland, Otto Ritschl, benannt. Er wird im Abstand von rund fünf Jahren vom Museumsverein Ritschl in Kooperation mit dem Museum Wiesbaden verliehen.

Musiker Justin Townes Earle gestorben

Der US-Musiker Justin Townes Earle ist tot. Der Sohn des Country-Musikers Steve Earle sei im Alter von nur 38 Jahren gestorben, berichtete das Branchenmagazin "Rolling Stone" unter Berufung auf einen Sprecher seines Labels New West Records. Auch auf den Profilen des Sängers bei Instagram und Facebook wurde sein Tod bestätigt. Nähere Informationen, unter anderem zur Todesursache, gab es zunächst nicht. Zahlreiche Prominente wie der Autor Stephen King betrauerten via Kurznachrichtendienst Twitter den Tod des Musikers. Der 1982 in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee geborene Earle war 2007 mit seinem Debütalbum "Yuma" berühmt geworden, zuletzt hatte er 2019 das Album "The Saint of Lost Causes" veröffentlicht. Als Sänger und Songschreiber war Earle stark von den Musikrichtungen Folk, Blues und Country beeinflusst.

Corona-Soforthilfen nun auch für kleine Kulturbetriebe

Kleine und mittlere Kulturbetriebe ab zwei Beschäftigten können sich jetzt auch um Corona-Soforthilfen aus Mitteln des Berliner Senats bewerben. Der Jahresumsatz der Unternehmen dürfe dabei zehn Millionen Euro nicht überschreiten, teilte die Berliner Kulturverwaltung mit. Damit könne nun auch die kleinteilige Kulturszene unterstützt werden, erklärte Kultursenator Klaus Lederer (Linke). Die Soforthilfe IV 2.0 richtet sich demnach an Kultureinrichtungen und Betriebe mit landesweiter Ausstrahlung. Dazu zählen private Museen, Theater, Musikensembles, Clubs, Festivals, Kinos und Unternehmen aus dem Film- und Videobereich.

Heino gewinnt Prozess gegen Ex-Manager

Der Schlagersänger Heino hat vor dem Bonner Landgericht einen Prozess gegen seinen früheren Manager gewonnen. In dem Zivilstreit ging es nach Gerichtsangaben um ein Konzert am 23. Mai dieses Jahres auf einem Rittergut im sächsischen Landkreis Meißen, das der Manager am 12. August 2019 vereinbart hatte. Heino aber stimmte dem Termin laut Gericht nicht zu und kündigte dem Manager nach 16 Jahren die Zusammenarbeit. Der verklagte daraufhin den Sänger. Das Gericht wies die Klage als unbegründet ab, weil der Kläger nicht habe nachweisen können, dass es tatsächlich einen Vertrag über den Termin auf dem Rittergut gegeben hat. Da das Konzert wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde, wollte der Manager die Sache für erledigt erklären. Das aber lehnte Heino ab, weil sich die Parteien in diesem Fall die Kosten zu je 50 Prozent hätten teilen müssen. Der Streitwert war auf knapp 50.000 Euro festgelegt worden, die Gerichtskosten liegen bei rund 5.000 Euro. Die muss jetzt der Ex-Manager zahlen.

Berlinale-Schauspielpreise werden geschlechtsneutral

Die Schauspielpreise der Berlinale werden künftig geschlechtsneutral vergeben. Statt Silbernen Bären für den besten Darsteller und die beste Darstellerin sollen ab 2021 jeweils die beste schauspielerische Leistung in einer Haupt- und in einer Nebenrolle geehrt werden, wie die Internationalen Filmfestspiele Berlin mitteilten. Die Auszeichnungen nicht mehr nach Geschlechtern zu trennen, sei "ein Signal für ein gendergerechteres Bewusstsein in der Filmbranche", sagte das Leitungsduo Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian. Die beiden verkündeten zudem das endgültige Aus für den nach dem Gründungsdirektor des Filmfestivals, Alfred Bauer, benannten Silbernen Bären. Die Auszeichnung war bereits in diesem Jahr ausgesetzt worden, nachdem Recherchen über die Rolle des späteren Berlinale-Gründungsleiters in der NS-Filmpolitik veröffentlicht worden waren.

Heartbreakers-Gitarrist Walter Lure ist gestorben

Der Gitarrist des New Yorker Punk-Ensembles "The Heartbreakers" ist mit 71 Jahren gestorben. Wie unter anderem das US-Magazin "Spin" berichtet, starb er schon am Samstag an einer Krebserkrankung. Lure war bekannt dafür, bei seinen Auftritten bunte Krawatten, Nadelstreifenanzüge und zerbeulte Melonen-Hüte zu tragen. "The Heartbreakers" galt Mitte der Siebzigerjahre als eine der wildesten Rock'n'Roll-Bands und Erfinder des frühen Punks. Die Band war für Ektase und Abstürze bekannt. Lure hatte auch Gastauftritte bei den "Ramones" und startete schließlich mit "The Waldos" sein eigenes Ensemble. Walter Lure war der letzte Heartbreaker. Sänger Johnny Thunders starb schon 1991 an den Folgen seiner Heroinabhängigkeit, auch die übrigen Mitglieder sind schon verstorben.

Magdeburger Tänzer für Klassik-Preis nominiert

Die Magdeburger Breakdance-Truppe "Da Rookies" ist zusammen mit dem Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode für den diesjährigen Opus Klassik nominiert. Ihre Liveshow mit dem Untertitel "Klassik trifft Breakdance" zur Musik von Tschaikowskys Ballett-Musik "Der Nussknacker" gehört zu den acht Kandidaten für den Klassik-Preis in der Kategorie "Innovatives Konzert", wie das Management der Tanzgruppe mitteilte. Eigentlich wollten sie mit dem "Nussknacker"-Programm dieses Jahr auf Tour gehen, verschoben das wegen der Corona-Pandemie jedoch auf 2021, hieß es. Der Opus Klassik wurde von der Klassikbranche ins Leben gerufen und ersetzt den abgeschafften Echo-Preis. Der Preis soll am 18. Oktober im Konzerthaus in Berlin in 25 Kategorien verliehen werden.

PEN-Zentrum: Solidarität für Demokratiebewegung in Belarus

Das PEN-Zentrum Deutschland und der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller setzen sich für die Demokratiebewegung in Belarus ein. PEN Deutschland fordert den belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko auf, einen friedlichen Machtwechsel im Land zu ermöglichen, heißt es in einer Pressemitteilung. "Die Europäische Union erkennt das Ergebnis der Präsidentschaftswahl, die am 9. August 2020 endete, nicht an. Wir schließen uns dieser Haltung an", heißt es in der Erklärung. PEN Deutschland begrüße auch den Koordinationsrat, den die ins Exil geflüchtete Oppositionskandidatin Swetlana Tichanowskaja gegründet hat. Der Rat besteht aus etwa 70 Personen aus Politik, Wirtschaft und Kultur und könnte nach der Idee der Opposition als eine Art Übergangsregierung in Belarus fungieren. Lukaschenkos Regierung hat gegen die Mitglieder bereits ein Strafverfahren eingeleitet.

Chöre blicken mit Sorge in die Zukunft

Viele Chöre in Deutschland stehen angesichts der Corona-Pandemie vor einer ungewissen Zukunft. Das betreffe etwa die Frage nach möglichen Auftritten in den kommenden Monaten, sagte der Präsident des Cäcilien-Verbandes, Marius Schwemmer, dem Portal katholisch.de. Zusammen mit den Pueri Cantores will der Cäcilienverband anhand einer Umfrage einen aktuellen Überblick über die Lage gewinnen. Ein Ziel sei, kirchlichen und staatlichen Stellen aufzuzeigen, welche Unterstützung Chöre bräuchten, damit sie auch nach der Corona-Zeit Bestand hätten. Dem Deutschen Chorverband Pueri Cantores gehören rund 20.000 Sängerinnen und Sänger an; der Allgemeine Cäcilienverband zählt als Dachverband der katholischen Kirchenmusik in Deutschland rund 330.000 Mitglieder.

1.100 Jahre altes Goldmünzdepot in Israel gefunden

Jugendliche israelische Freiwillige haben in Holon bei Tel Aviv ein Depot mit 425 Münzen aus reinem Gold aus der Zeit der Abbasiden-Kalifen gefunden. Die Grabungen unter Leitung der israelischen Antikenbehörde (IAA) standen im Zusammenhang mit Bauarbeiten für ein Wohnviertel der Stadt, heißt es in einer IAA-Mitteilung. Nach Angaben der IAA-Grabungsleiter waren die rund 1.100 Jahre alten Goldmünzen in einem Tongefäß in der Erde vergraben und mit einem Nagel im Boden verankert worden. Den Fund von Goldmünzen bezeichneten sie als extrem selten. Die Münzen aus 24-karätigem Gold befanden sich demnach in einem herausragenden Erhaltungszustand und stammen mehrheitlich aus dem Ende des 9. Jahrhunderts. Mit einem Gesamtgewicht von 845 Gramm Gold stelle der Schatz eine "bedeutende Geldsumme in diesen Tagen" dar, ausreichend, um "ein Luxushaus in einer der besten Wohnlagen in der damaligen ägyptischen Hauptstadt Fustat zu kaufen".

Museen in New York dürfen wieder öffnen

Die New Yorker Museen dürfen nach der Corona-Pause wieder unter Auflagen öffnen. Dabei ist höchstens ein Viertel der sonst erlaubten Besucher zugelassen. Diese müssen sich anmelden, bekommen ein Zeitfenster und dürfen nur mit Maske auf vorgeschrieben Laufwegen gehen. Die großen Museen lassen sich bis zur Eröffnung noch ein paar Tage Zeit: Das Museum of Modern Arts (MoMA) kann ab Donnerstag besucht werden, das Metropolitan Museum folgt am Samstag.

Erstes Konzert in Elbphilharmonie seit fünf Monaten

Fünf Monate nach der coronabedingten Schließung sind am Sonntagabend in der Hamburger Elbphilharmonie erstmals wieder Musiker aufgetreten. Im Rahmen des 60. Bühnenjubliäums der Beatles musizierten Jazzpianistin Julia Hülsmann, Vibraphonist Christopher Dell und Posaunist Nils Wogram im Großen Saal. Der Abend mit der Hommage "Come together" galt als Testlauf für den Betrieb der Elbphilharmonie unter Corona-Bedingungen. Um die Hygienemaßnahmen umzusetzen, wurde lediglich 628 Menschen statt wie sonst 2100 Gästen der Eintritt gewährt. Dabei blieb jede zweite Sitzreihe frei, zwischen den einzelnen Zuschauern waren zudem jeweils zwei Sitze gesperrt. Vom Einlass bis zu ihrem Sitzplatz mussten Besucher einen Mund-Nasen-Schutz tragen und auf einen ausreichenden Abstand zu den anderen Anwesenden achten.

3200 Jahre alte Festung in Israel gefunden

Israelische Forscher haben die Überreste einer rund 3200 Jahre alten Festung gefunden. Die 18 mal 18 Meter große Anlage solle am Dienstag feierlich für Besucher geöffnet werden, teilte die Altertumsbehörde mit. Die Festung sei Mitte des 12. Jahrhunderts vor Christus von den Kanaanitern gebaut worden als Verteidigung gegen den damaligen Vormarsch der Philister. Der Fund erlaube einen Einblick in die geopolitische Realität, die im biblischen Buch der Richter beschrieben wird, in der Kanaaniter, Israeliten und Philister sich gegenseitig bekämpften.

Decolonize Berlin demonstriert gegen Humboldt Forum

Das Bündnis "Decolonize Berlin" hat in der Hauptstadt gegen das Humboldt-Forum protestiert. Anlass ist der Internationale Gedenktag an den Versklavungshandel und seine Abschaffung. Nach Angaben der Veranstalter nahmen etwa 300 Menschen an der Demonstration vor dem Schloss teil. Sie erinnerten unter anderem daran, dass minderjährige Versklavte afrikanischer Herkunft im Schloss der Hohenzollern dienen mussten und in der Schlosskapelle zwangsgetauft wurden. Außerdem wurde die geplante Ausstellung mit geraubten Kulturschätzen im Humboldtforum kritisiert. Zustimmung gab es unter den Demonstrierenden für eine Umbenennung der Mohrenstraße in Anton-Wilhelm-Amos Straße.

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