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Samstag, 31.10.2020
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 22. August 2020

Ex-Gitarrist der Red Hot Chilli Peppers ist tot

Jack Sherman ist tot. Der ehemalige Gitarrist der Red Hot Chili Peppers verstarb im Alter von 64 Jahren. Die Todesursache ist bislang nicht bekannt. Die Band selbst nahm in einem Posting Abschied von ihrem ehemaligen Kollegen. "Wir von der RHCP-Familie wünschen Jack Sherman eine gutes Segeln in die jenseitige Welt, denn er ist von uns gegangen", schreibt die Band in ihren sozialen Netzwerken. "Jack spielte sowohl auf unserem Debütalbum als auch auf unserer ersten Tournee durch die USA. Er war ein einzigartiger Kerl, und wir danken ihm für alle guten, schlechten und dazwischen liegenden Zeiten. Frieden auf der Boogie-Plattform." Sherman war 1983 zur Band gestoßen, als Gitarrist Hillel Slovak die Band kurz vor der Produktion des Debütalbums verlassen hatte. Er ist somit auf dem 1984er-Album "The Red Hot Chili Peppers" zu hören und ist auf mehreren Stücken als Autor genannt. Auch für das nächste Album, "Freaky Styley" hatte er mitgeschrieben – wurde allerdings 1985 gefeuert, da Slovak zur Band zurückkehrte.

Forscher zufrieden nach Corona-Studien-Konzert

Nach dem Corona-Studien-Konzert in Leipzig haben sich die beteiligten Forscher und Künstler zufrieden gezeigt. Studienleiter Stefan Moritz sagte, er sei positiv überrascht von der Disziplin der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Er habe keine verrutschten Masken gesehen. Insgesamt hatten 1500 Besucher an der Studie teilgenommen. Erste Ergebnisse sollen in vier bis sechs Wochen vorliegen. Der Sänger Tim Bendzko hatte für die Studie heute drei Konzerte gegeben. Er betonte danach, wie wichtig und dringend es sei, eine sichere Lösung für Publikum, Künstler und Veranstalter zu finden. Zwar dürften Künstler jetzt wieder auftreten, aber vor sehr kleinem Publikum. "Aber der Applaus zahlt leider keine Miete", so Bendzko bei der anschließenden Pressekonferenz. "Deshalb ist es eklatant wichtig, dass wir schnellstmöglich wieder mit Kapazitäten spielen können, die das für alle wirtschaftlich machen und gleichzeitig für alle so sicher wie möglich."

Apple gerät wegen App-Stores weiter unter Druck

Nach einer Klage vor einem kalifornischen Gericht gerät Apple wegen seiner App-Stores weiter unter Druck. Der Spiele-Hersteller Epic-Games hatte dagegen geklagt, dass Nutzer von iPhones gezwungen sind, Apps exklusiv bei Apple zu kaufen und dass der Konzern dabei 30 Prozent vom Kaufpreis einbehält. Apple wolle den Markt kontrollieren und den Wettbewerb behindern. Auch in der EU läuft seit Juni ein Verfahren gegen Apple. Der Direktor am "Duesseldorf Institute for Competition Economics", Justus Haucap, sagte im Deutschlandfunk Kultur, die EU könnte die Geschäfts-Praktiken von Apple für wettbewerbswidrig erklären. Die EU-Kommission sei nicht zögerlich, auch Internet-Giganten die Stirn zu bieten. "Von daher kann ich mir schon vorstellen, dass es da eine Entscheidung gegen Apple geben wird. Das könnte dann natürlich so aussehen, dass man sagt, ihr müsst alternative App-Stores zulassen in eurem System, damit ein gewisser Wettbewerb entsteht und die Nutzer eine größere Wahlmöglichkeit haben", so Haucap.

Mehrheit für Absage von Karneval

Zwei Drittel der Erwachsenen in Deutschland (67 Prozent) befürworten einer Umfrage zufolge wegen der Corona-Pandemie eine bundesweite Absage aller kommenden Karnevalsfeiern. Rund ein Viertel (23 Prozent) lehnt eine Absage ab, wie aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervorgeht. Befragt wurden fast 1200 Personen. Auch der Ministerpräsident von Nordrhein Westfalen, Armin Laschet, äußerte sich skeptisch. Den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte der CDU-Politiker: "Angesichts der aktuellen Infektionszahlen fällt es schwer, sich vorzustellen, dass wir den Karneval, so wie wir ihn kennen, feiern können." In Nordrhein Westfalen liegen viele Karnevalshochburgen. Bundesgesundheitsminister Spahn hatte sich nach Medienberichten vor wenigen Tagen dafür ausgesprochen, die kommende Karnevalssaison 2020/21 bundesweit komplett ausfallen zu lassen.

Zoo von Washington hat neues Panda-Baby

Der Zoo von Washington freut sich über einen seltenen Neuzugang: Das Riesen-Pandaweibchen Mei Xiang hat in der Nacht ein gesundes Junges zur Welt gebracht. Interessierte konnten die Geburt per Panda-Kamera live auf der Webseite des Zoos verfolgen. Es ist das vierte Junge, das die Panda-Mutter in Gefangenschaft zur Welt gebracht hat. Sie wurde per künstlicher Befruchtung schwanger und ist mit 22 Jahren eine der ältesten Panda-Mütter der Welt. Weltweit leben inzwischen weniger als 1600 Pandas in freier Wildbahn.

Gandhi-Brille für rund 288.000 Euro versteigert

Eine goldumrandete Brille des indischen Nationalhelden Mahatma Gandhi ist für umgerechnet rund 288.000 Euro im britischen Bristol versteigert worden. Das Auktionshaus East Bristol Auctions teilte mit, die Brille habe im Briefkasten zusammen mit einer Nachricht gelegen. Recherchen hätten ergeben, dass die Brille tatsächlich Gandhi gehört habe. Demnach hatte der Pazifist die Brille dem Onkel des Absenders in den 1920er oder 1930er Jahren während eines Aufenthalts in Südafrika geschenkt. Er habe das Auktionshaus gebeten, die Brille zu entsorgen, falls sie nicht zu gebrauchen sei. Das Stück geht nun an einen Bieter aus den USA.

Großversuch der Uni Halle mit Tim Bendzko

Mit Hilfe des deutschen Popstars Tim Bendzko wollen Forscher der Uni Halle heute in Leipzig herausfinden, unter welchen Bedingungen auch in der Corona-Pandemie Großveranstaltungen möglich sind. Bendzko wird in der Arena der Messestadt drei Konzerte spielen. Dabei sollen mehrere tausend Besucher anwesend sein. Die Wissenschaftler wollen mit Sensoren und anderen Hilfsmitteln deren Laufwege überwachen. Fluoreszierendes Desinfektionsmittel soll sichtbar machen, welche Flächen besonders oft angefasst werden. Auch der Flug der Aerosole - kleinste Partikel-Mischungen, die das Virus tragen können - soll nachvollzogen werden.

Zwei Monate Gefängnis für US-Schauspielerin Loughlin

Im Bestechungsskandal um die Zulassung zu einer Elite-Universität ist die US-Schauspielerin Lori Loughlin zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Ein Gericht in Boston verhängte zudem eine Geldstrafe von 150.000 Dollar. Außerdem muss sie 100 Sozialstunden leisten. Bekannt wurde Loughlin vor allem mit der Sitcom "Full House". Auch ihr Ehemann wurde bestraft: mit fünf Monaten Haft, 250.000 Dollar Geldstrafe und 200 Sozialstunden. Loughlin und ihrem Mann wird vorgeworfen, 500.000 Dollar gezahlt zu haben, um ihre beiden Töchter an der angesehenen University of Southern California unterzubringen.

Istanbuler Chora-Museum in Moschee umgewandelt

Mehrere Wochen nach der Umwandlung der Hagia Sophia ist nun auch die ehemalige Chora-Kirche in Istanbul eine Moschee. Das 1945 zum Museum erklärte Gebäude werde für das islamische Gebet geöffnet, hieß es in einem Dekret des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Im November 2019 hatte das Oberste Gericht der Türkei den Weg für die Umwandlung frei gemacht. Die Geschichte des Baus reicht offiziellen Angaben zufolge bis ins 6. Jahrhundert zurück und ist besonders wegen seiner Fresken und Mosaike eine beliebte Touristenattraktion. Er gilt als eines der wichtigsten byzantinischen Baudenkmäler Istanbuls. 1511 wurde die damalige Kirche von den Osmanen in eine Moschee umgewandelt. Im Juli hatte die Umwandlung des berühmten Wahrzeichens Hagia Sophia in Istanbul von einem Museum in eine Moschee international für viel Kritik gesorgt.

Berliner Mohrenstraße wird umbenannt

Die Berliner Mohrenstraße wird umbenannt. Das hat die Bezirksverordnetenversammlung Mitte beschlossen, teilte die SPD Berlin Mitte über Twitter mit. Demnach soll das zuständige Bezirksamt die Umbenennung unverzüglich einleiten. Die Straße soll in Anton-Wilhelm-Amo-Straße umbenannt werden. Wilhelm-Amo war der erste bekannte Philosoph und Rechtswissenschaftler afrikanischer Herkunft in Deutschland. Dem Beschluss war eine jahrzehntelange Debatte vorausgegangen, die im Zusammenhang der weltweiten Black-Lives-Matter-Proteste in den letzten Monaten dringender geworden war. CDU und AfD waren gegen eine Umbenennung, SPD, Linke und Grüne dafür.

Bundesregierung fördert Kulturleben mit Millionen Euro

Die Bundesregierung fördert das Kulturleben in Deutschland mit rund 50 Millionen Euro. Wie Kultur-Staatsministerin Monika Grütters (CDU) in Berlin mitteilte, sollen Musikclubs und Livemusik-Spielstätten 27 Millionen Euro aus dem Rettungs- und Zukunftspaket "Neustart Kultur" erhalten. Mit rund 25 Millionen Euro sollen Buchhandlungen und Verlage unterstützt werden. Im Rahmen des Programms können Livemusik-Spielstätten Fördermittel in Höhe von bis zu 150.000 Euro erhalten. Im Mittelpunkt stehen dabei laut Bundesregierung Programme zur Wiederaufnahme des Betriebs sowie zur Nachwuchsförderung und zur Gleichstellung der Geschlechter. Verlage können aus dem Programm "Neustart Kultur" Druck- und Produktionskostenzuschüsse für eine Neuerscheinung in Höhe von bis zu 10.000 Euro beantragen. Für Buchhandlungen stehen zur Digitalisierung ihrer Vertriebswege Fördermittel von bis zu 7500 Euro pro Geschäft zur Verfügung.

Dokuzentrum Reichsparteitagsgelände wird ausgebaut

Das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg wird ab September ausgebaut. Nötig ist dies wegen der steigenden Besucherzahlen, teilte die Stadt mit. Anfangs besuchten etwa 100.000 Menschen das Zentrum, das 2001 eröffnet wurde und sich im nördlichen Kopfbau der unfertigen Kongresshalle der Nationalsozialisten befindet. Inzwischen sei die Zahl auf gut 300.000 jährlich gestiegen. Nun sollen die Ausstellungsflächen erweitert und ein neuer Saal für Vorträge und Seminare geschaffen werden. Außerdem würden die Besucherführung und die Barrierefreiheit verbessert. Der Ausbau kostet knapp 17 Millionen Euro und soll Anfang 2023 fertig sein, dann wird auch eine neue Dauerausstellung eröffnet.

Puhdys-Mitgründer Harry Jeske gestorben

Harry Jeske, der einstige Bassist der "Puhdys", ist tot. Er starb gestern im Alter von 82 Jahren nach langen gesundheitlichen Problemen. Jeske gehörte 1969 zu den Gründern der Puhdys, die die erfolgreichste Band der DDR waren und zum Vorbild mehrerer Musikergenerationen wurde. Er galt als Organisationstalent und schrieb einige Puhdys-Hits, wie zum Beispiel den Song „Lied für Generationen“. Wegen Problemen mit seinem Gehör musste Jeske 1997 bei den Puhdys aufhören.

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