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Samstag, 31.10.2020
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 21. August 2020

Bundesregierung fördert Kulturleben mit Millionen Euro

Die Bundesregierung fördert das Kulturleben in Deutschland mit rund 50 Millionen Euro. Wie Kultur-Staatsministerin Monika Grütters (CDU) in Berlin mitteilte, sollen Musikclubs und Livemusik-Spielstätten 27 Millionen Euro aus dem Rettungs- und Zukunftspaket "Neustart Kultur" erhalten. Mit rund 25 Millionen Euro sollen Buchhandlungen und Verlage unterstützt werden. Im Rahmen des Programms können Livemusik-Spielstätten Fördermittel in Höhe von bis zu 150.000 Euro erhalten. Im Mittelpunkt stehen dabei laut Bundesregierung Programme zur Wiederaufnahme des Betriebs sowie zur Nachwuchsförderung und zur Gleichstellung der Geschlechter. Verlage können aus dem Programm "Neustart Kultur" Druck- und Produktionskostenzuschüsse für eine Neuerscheinung in Höhe von bis zu 10.000 Euro beantragen. Für Buchhandlungen stehen zur Digitalisierung ihrer Vertriebswege Fördermittel von bis zu 7500 Euro pro Geschäft zur Verfügung.

Dokuzentrum Reichsparteitagsgelände wird ausgebaut

Das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg wird ab September ausgebaut. Nötig ist dies wegen der steigenden Besucherzahlen, teilte die Stadt mit. Anfangs besuchten etwa 100.000 Menschen das Zentrum, das 2001 eröffnet wurde und sich im nördlichen Kopfbau der unfertigen Kongresshalle der Nationalsozialisten befindet. Inzwischen sei die Zahl auf gut 300.000 jährlich gestiegen. Nun sollen die Ausstellungsflächen erweitert und ein neuer Saal für Vorträge und Seminare geschaffen werden. Außerdem würden die Besucherführung und die Barrierefreiheit verbessert. Der Ausbau kostet knapp 17 Millionen Euro und soll Anfang 2023 fertig sein, dann wird auch eine neue Dauerausstellung eröffnet.

Istanbuler Chora-Museum in Moschee umgewandelt

Mehrere Wochen nach der Umwandlung der Hagia Sophia ist nun auch die ehemalige Chora-Kirche in Istanbul eine Moschee. Das 1945 zum Museum erklärte Gebäude werde für das islamische Gebet geöffnet, hieß es in einem Dekret des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Im November 2019 hatte das Oberste Gericht der Türkei den Weg für die Umwandlung frei gemacht. Die Geschichte des Baus reicht offiziellen Angaben zufolge bis ins 6. Jahrhundert zurück und ist besonders wegen seiner Fresken und Mosaike eine beliebte Touristenattraktion. Er gilt als eines der wichtigsten byzantinischen Baudenkmäler Istanbuls. 1511 wurde die damalige Kirche von den Osmanen in eine Moschee umgewandelt. Im Juli hatte die Umwandlung des berühmten Wahrzeichens Hagia Sophia in Istanbul von einem Museum in eine Moschee international für viel Kritik gesorgt.

Berliner Mohrenstraße wird umbenannt

Die Berliner Mohrenstraße wird umbenannt. Das hat die Bezirksverordnetenversammlung Mitte beschlossen, teilte die SPD Berlin Mitte über Twitter mit. Demnach soll das zuständige Bezirksamt die Umbenennung unverzüglich einleiten. Die Straße soll in Anton-Wilhelm-Amo-Straße umbenannt werden. Wilhelm-Amo war der erste bekannte Philosoph und Rechtswissenschaftler afrikanischer Herkunft in Deutschland. Dem Beschluss war eine jahrzehntelange Debatte vorausgegangen, die im Zusammenhang der weltweiten Black-Lives-Matter-Proteste in den letzten Monaten dringender geworden war. CDU und AfD waren gegen eine Umbenennung, SPD, Linke und Grüne dafür.

Puhdys-Mitgründer Harry Jeske gestorben

Harry Jeske, der einstige Bassist der "Puhdys", ist gestorben, das berichtet der "Berliner Kurier". Er starb demnach gestern im Alter von 82 Jahren nach langen gesundheitlichen Problemen. Jeske gehörte 1969 zu den Gründern der Puhdys, die die erfolgreichste Band der DDR waren und zum Vorbild mehrerer Musikergenerationen wurden. Er galt als Organisationstalent und schrieb einige Puhdys-Hits, wie zum Beispiel den Song „Lied für Generationen“. Wegen Problemen mit seinem Gehör musste Jeske 1997 bei den Puhdys aufhören.

Barenboim ist gegen Streaming von Konzerten

Der Pianist und Dirigent Daniel Barenboim will sich mit Streaming-Alternativen zu Live-Konzerten und Opern vor Publikum auf Dauer nicht abfinden. Sonst drohe ein geistloser Zeitgeist, sagte Barenboim der Deutschen Presse-Agentur. Er könne zwar die Einschränkungen wegen der Pandemie nachvollziehen. Viele Regelungen finde er aber widersprüchlich und irritierend - gleichwohl für Musiker und Zuhörer. Zudem erinnere es ihn an die Zeit, als ihm als Kind auch nur wenige Leute zuhören wollten, so Barenboim. Der in Argentinien geborene Generaldirektor der Berliner Staatsoper spielte am 19. August 1950 im Alter von sieben Jahren in Buenos Aires sein erstes öffentliches Konzert.

Verlängerte Anmeldefrist für Konzertexperiment

Für ein Forschungsprojekt über Großveranstaltungen während der Corona-Pandemie können sich noch bis heute Teilnehmer anmelden. Die Frist für das für morgen geplante Konzert-Experiment mit dem Popsänger Tim Bendzko wurde verlängert. Damit reagierten die Veranstalter auf die zu geringe Zahl an Teilnehmern. Drei verschiedene Szenarien sollen in der Arena Leipzig erforscht werden. Zunächst ein Konzert, wie vor der Pandemie. Außerdem ein Szenario mit mehreren Eingängen in die Arena und größeren Abständen im Publikum. Das dritte Szenario sieht einen Mindestabstand von einem Meter 50 im Publikum vor. Mit dem Experiment in Leipzig wollen die Wissenschaftler des Universitätsklinikums Halle herausfinden, unter welchen Bedingungen kulturelle und sportliche Großveranstaltungen wieder möglich sein könnten.

Filmfest in Venedig schreibt Maskenpflicht vor

Die Organisatoren der Internationalen Filmfestspiele in Venedig haben die Corona-Richtlinien für das im September geplante Festival bekanntgegeben. Demnach gilt für die Kinobesucher während der Vorführungen eine Maskenpflicht. Außerdem müssen die Tickets über das Internet reserviert werden. Damit soll sichergestellt werden, dass jeder zweite Sitzplatz leer bleibt. Fans und Schaulustige werden vom Roten Teppich ferngehalten. Von außerhalb Europas eintreffende Besucher müssen sich vorab auf das Coronavirus testen lassen. Das Filmfest in Venedig wird die erste derartige Großveranstaltung seit Beginn der Pandemie, die nicht nur virtuell im Internet stattfindet.

Frankfurter Städel stellt Kunstwerke zum Download

Das Städel-Museum in Frankfurt am Main stellt mehr als 22.000 Kunstwerke in seiner Digitalen Sammlung zur freien Verfügung. Dies ermögliche es einer breiten an Kunst interessierten Öffentlichkeit, die gemeinfreien Abbildungen der Werke unter Nennung des Städel-Museums zu vervielfältigen, zu teilen sowie für beliebige Zwecke zu nutzen und zu bearbeiten, teilte das Museum mit. Damit stünden auch beliebte Kunstwerke des Städel, etwa Sandro Botticellis "Bildnis der Simonetta Vespucci als Nymphe" oder Franz Marcs "Liegender Hund im Schnee" zum freien Download bereit. Ziel sei es, die Sammlung des Städel der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und darüber hinaus die Teilhabe am gemeinschaftlichen Kulturgut zu stärken.

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