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Kulturnachrichten

Dienstag, 18. August 2020

Keine Kulturhauptstadtbewerbung von Frankfurt/Oder und Slubice

Frankfurt/Oder und das polnische Slubice haben sich mit großem Bedauern von einer Bewerbung für den Titel Europäische Kulturhauptstadt 2029 verabschiedet. Er habe für das Projekt sehr gekämpft, sagte der Frankfurter Oberbürgermeister Wilke. Aber finanzielle Mittel in ein Projekt mit unsicherem Ausgang zu investieren, könne sich die Stadt aktuell nicht mehr erlauben. Mit dem Bürgermeister von Slubice, Olejniczak, sei er sich über die Entscheidung einig gewesen.

Augsburger Museum will Dauerausstellung überprüfen

Das Fugger und Welser Erlebnismuseum in Augsburg reagiert auf Kritik. "Missverständliche Museumsinhalte werden wir in Zukunft einfach besser erklären müssen, und das ein oder andere neu installieren", erklärte der Tourismusdirektor der Regio Augsburg Tourismus GmbH, Beck. Das Haus werde den Zusammenhang zwischen dem Reichtum einiger Familien und der Armut der Bevölkerung sowie die Zerstörung von Sozialstrukturen durch Geld und Gewalt im Fernhandel plakativer darstellen. Der Autor und Wissenschaftler Mark Terkessidis hatte den Veranstaltern vorgeworfen, die Kolonialgeschichte teilweise nicht aufgearbeitet zu haben.

Nationaltheater in Minsk nun auch ohne Ensemble

Nachdem der Intendant des ältesten Theaters von Minsk, Pawel Latuschko wegen Kritik am belarussischen Präsidenten Lukaschenko entlassen wurde, ist das Ensemble des Janka-Kupala-Nationaltheaters seinem Chef solidarisch gefolgt. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Der 47-Jährige Latuschko, der Lukaschenko als Botschafter in Polen, Frankreich und Spanien gedient hatte, zeitweise Sprecher des Außenministeriums und Kulturminister war, sagte: "Im Leben eines jeden Menschen gibt es eine Grenze, die nicht überschritten werden kann". Als er gesehen habe, wie Menschen aus den Gefängnissen kamen und über die Gewalt sprachen, habe er sich geschämt. Jetzt gehört er zum oppositionellen "Koordinierungsrat", der am Dienstag in Minsk gegründet wurde.

Haus der Wannsee-Konferenz unter neuer Leitung

Das Berliner Haus der Wannsee-Konferenz erhält eine neue Leiterin: Ab dem 1. Dezember steht die Politikwissenschaftlerin Deborah Hartmann an der Spitze der Gedenk- und Bildungsstätte, die über den Völkermord der Nationalsozialisten an den Juden informiert. Das gab die Senatsverwaltung für Kultur bekannt. Hartmann folgt Hans-Christian Jasch nach, der in das Bundesinnenministerium wechselte. Bislang leitete sie die deutschsprachige Abteilung der International School for Holocaust Studies Yad Vashem in Jerusalem. In der ehemaligen Fabrikantenvilla am Wannsee organisierten Spitzenvertreter des NS-Regimes am 20. Januar 1942 bei einer Konferenz die Ermordung der europäischen Juden.

Corona bringt Verlängerung für Kulturhauptstädte

Die Coronavirus-Pandemie bringt den Zeitplan für die europäischen Kulturhauptstädte der kommenden Jahre durcheinander. Die diesjährigen Titelträger Rijeka in Kroatien und Galway in Irland hätten ausnahmsweise die Möglichkeit, ihren Titel noch bis zum 30. April 2021 zu behalten, teilte die EU-Kommission mit. Beide Städte verdienten eine faire Chance, wieder auf die Beine zu kommen um ihre Widerstandsfähigkeit und Kreativität zu präsentieren, sagte EU-Kommissionsvize Margaritis Schinas. Auch die kommenden Kulturhauptstädte, Novi Sad (Serbien), Elefsina (Griechenland) und Timisoara (Rumänien) sollen nach dem Vorschlag der EU-Kommission mehr Zeit für die Vorbereitung bekommen.

Gestohlene Johannesfigur zurück in Klosterkirche

Zwei Jahre nach ihrem Verschwinden kehrt eine barocke Figur des Heiligen Johannes in die Klosterkirche Schöntal zurück. Sie stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde 2018 aus der Kirche gestohlen. Ermittler fanden sie bei einem einschlägig vorbestraften Kunstdieb in Frankreich und gaben sie zurück, wie das Landeskriminalamt Baden-Württemberg in Stuttgart mitteilte. Die Ermittler fanden die Figur sowie 25 weitere Kunstobjekte, darunter 20 aus Baden-Württemberg, bei einem 49-Jährigen in Frankreich. Der Beschuldigte soll jahrelang am helllichten Tag während der regulären Öffnungszeiten Kunst aus Museen, Kirchen und Galerien gestohlen haben.

Drei Produzenten verlassen Ellen DeGeneres Show

Nach Vorwürfen des sexuellen Fehlverhaltens und Rassismus am Set der Talkshow von US-Moderatorin Ellen DeGeneres haben drei Produzenten ihren Hut genommen. Das teilte ein Sprecher der Film- und TV-Gesellschaft Warner Bros. mit. Ins Rollen kam die Sache durch einen Bericht der Nachrichtenwebsite BuzzFeed über eine vergiftete Arbeitsatmosphäre am Set der "The Ellen DeGeneres Show". Darin beschwerten sich 36 ehemalige Mitarbeiter über sexuelle Belästigung, fragwürdige Bemerkungen über ethnische Minderheiten und Mobbing beschwert oder gaben an, solche Vorfälle mitbekommen zu haben. Die meisten Vorwürfe betrafen ausführende Produzenten und Top-Manager der Show, darunter auch die drei, die die Sendung verlassen haben.

Charité-Führung kritisert eigene Corona-Empfehlungen

Die Berliner Charité-Führung hat sich von einer Empfehlung zweier ihrer Institute distanziert, die volle Konzert- und Opernhäusern für verantwortbar erklärten. Der Vorstand der Klinik schrieb auf Twitter, das Papier sei nicht abgestimmt und gebe nicht die Position der Geschäftsführung wieder. Der Entwurf berücksichtige nicht die aktuelle Dynamik des Infektionsgeschehens und der damit verbundenen Risiken.

Schlöndorff erwägt Verlagerung seiner Sammlung

Der Regisseur Volker Schlöndorff erwägt, seine filmische Sammlung nach Potsdam zu geben. Diese befinde sich zwar seit 30 Jahren im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt am Main, sagte der Oscar-Preisträger der "Märkischen Allgemeinen Zeitung". Es wäre jedoch "eigentlich ein logischer Schritt", sie dem Potsdamer Filmmuseum zu übergeben. Der 81-Jährige lebt seit rund 30 Jahren in Potsdam-Babelsberg und war in den 90er Jahren Geschäftsführer der Filmstudios Babelsberg.

New Yorker MoMa öffnet wieder

Das Museum of Modern Art in New York wird nach mehr als fünf Monaten am Donnerstag, den 27. August, wieder geöffnet. Dabei ist der Eintritt einen Monat lang frei. Das MoMa war erst im Oktober nach viermonatigem Umbau neu eröffnet worden und musste im März wegen der Corona-Pandemie wieder schließen. Der Museumsstandort MoMA PS1 in Queens bleibt weiterhin geschlossen. Durch kostenlose Online-Kurse, virtuelle Künstlergespräche und einen Podcast hatte das MoMa versucht, den Kontakt zu Kunstliebhabern zu halten. Das vor 90 Jahren gegründete Haus verfügt über eine der bedeutendsten Sammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst. Mit rund 2,8 Millionen Besuchern jährlich gehört es zu den meistfrequentierten Museen der Welt.

Jüdisches Museum eröffnet neue Dauerausstellung

Nach rund zweieinhalb Jahren Umbau eröffnet im Jüdischen Museum Berlin am kommenden Sonntag eine neue Dauerausstellung. Museumsdirektorin Hetty Berg erklärte, die kommende Ausstellung "Jüdische Geschichte und Gegenwart in Deutschland" reagiere nicht nur auf veränderte Sehgewohnheiten, sondern auch auf Erwartungen der Besucher sowie einen neuen Forschungsstand. Es gebe viel mehr Original-Exponate aus der Sammlung. Außerdem sei die Ausstellung nicht mehr so überladen wie bisher. Von den mehr als 1.000 präsentierten Objekten stammten rund 70 Prozent aus dem eigenen Bestand. Die bisherige Schau hatte von der Eröffnung des Museums 2001 bis 2017 mehr als elf Millionen Besucher.

Longlist für den Deutschen Buchpreis veröffentlicht

Die Longlist für den Deutschen Buchpreis ist in Frankfurt bekanntgegeben worden. Unter den Nominierten findet sich neben Thomas Hettche ("Herzfaden"), Leif Randt ("Allegro Pastell") und Robert Seethaler ("Der letzte Satz") auch erneut Frank Witzel. Er hatte für "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969" bereits 2015 den Deutschen Buchpreis bekommen. Die Literaturexperten haben aus mehr als 200 Einsendungen die aus ihrer Sicht 20 besten Bücher des Jahres ausgewählt. Am 15. September wird die Liste auf sechs Titel - die Shortlist - verkürzt. Der Sieger wird am Vorabend der Frankfurter Buchmesse, am 12. Oktober, verkündet. Der Preis ist mit insgesamt 37 500 Euro dotiert: Der Sieger erhält 25 000 Euro, die übrigen Autoren der Shortlist jeweils 2500 Euro.

30 neue Tierarten vor den Galápagos-Inseln entdeckt

Ein internationales Team von Meeresforschern hat in der Tiefsee vor den Galápagos-Inseln 30 neue Tierarten entdeckt. Unter den Neuentdeckungen seien 14 Korallen, ein Seestern, elf Schwämme sowie vier bisher unbekannte Krustentiere, erklärte der Galápagos-Nationalpark. Die Forscher der Charles-Darwin-Stiftung erforschten in Zusammenarbeit mit der Stiftung für Ozeanforschung die Tiefsee um die Inselgruppe vor der Küste Ecuadors bis in Tiefen von 3400 Metern. Die Galápagos-Inseln, ein isoliert im Pazifik gelegenes Archipel, beherbergen weltweit die größte Zahl an endemischen Arten - also Arten, die nur dort vorkommen.

Tötung von Run-DMC-Mitglied nach 18 Jahren aufgeklärt

Nach 18 Jahren hat die New Yorker Polizei offenbar die Tötung des Hip-Hop-DJs Jam Master Jay der Gruppe Run-DMC aufgeklärt. Zwei Männer werden den Aussagen der Behörde zufolge beschuldigt, den Musiker, der mit bürgerlichem Namen Jason Mizell hieß, im Streit um einen Drogendeal im Oktober 2002 in seinem Studio im Stadtteil Queens ermordet zu haben. Einer der beiden mutmaßlichen Täter sitzt demnach bereits wegen eines anderen Verbrechens in Haft, der andere wurde in Gewahrsam genommen. Die Tötung Jam Master Jays war über Jahre ein Rätsel geblieben und zunächst unter anderem einem "Rap-Krieg" zwischen der West- und der Ostküste der USA zugerechnet worden. Auch Morde an Rappern wie Tupac Shakur und Notorious B.I.G. wurden nie aufgeklärt. Run-DMC gelten als Wegbereiter des Hip-Hop in den Vereinigten Staaten.

Volle Konzertsäle trotz Corona möglich

Der Direktor des Instituts für Sozialmedizin und Epidemiologie der Berliner Charité, Willich, hat im Deutschlandfunk Kultur noch einmal bekräftigt, dass er vollbesetzte Säle bei Klassikkonzerten und Opernvorstellungen trotz Corona für verantwortbar hält. Unter der Maßgabe, dass ein Mund-Nasen-Schutz von allen Besuchern korrekt getragen werde, sei das möglich. Er halte das für eine wichtige Diskussionsgrundlage, die natürlich mit den entsprechenden Handlungsempfehlungen und politischen Regularien abgeglichen werden müsse und sich nicht von Heute auf Morgen umsetzen lasse. Zuvor hatten sein Institut und das ebenfalls zur Charité gehörende Institut für Hygiene und Umweltmedizin eine entsprechende Stellungnahme veröffentlicht, die auch als Arbeitsgrundlage für andere Konzertveranstalter dienen könne.

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