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Kulturnachrichten

Sonntag, 16. August 2020

Kritik an renommierter Bildagentur "Magnum"

Die Bildagentur "Magnum" sieht sich vehementer Kritik aus der Fotografenszene ausgesetzt. Das berichten die FAZ und der britische Guardian. Anlass sind Bilder des Fotografen David Alan Harvey im Archiv der Agentur. In seiner Serie "Bangkok Prostitutes" aus den späten 80er-Jahren sollen unter anderem minderjährige Sexarbeiterinnen zu sehen sein. Die jugendlichen Prostituierten seien ohne ihr Einverständnis fotografiert worden, schreibt Andy Day von der Fotografie-Nachrichtenseite "Fstoppers". Die Bangkok-Serie wurde mittlerweile aus der Datenbank entfernt. Agenturchefin Olivia Arthur kündigte an, das gesamte Archiv mit externer Unterstützung einer Prüfung zu unterziehen, um dem Verdacht Rechnung zu tragen, dass es möglicherweise weitere Bilder gebe, die die sexuelle Ausbeutung Minderjähriger zeigen und deren Persönlichkeitsrechte verletzen.

Filmfest Locarno zieht positive Bilanz

Das schweizerische Filmfest Locarno hat eine positive Bilanz seiner ersten hybriden Ausgabe gezogen. Das Online-Programm habe vom 5. bis 15. August insgesamt 320.000 Besucher verzeichnet, teilte die Festivalleitung mit. In den erstmals seit dem Corona-Lockdown geöffneten Kinos habe es zudem knapp 6000 Besucher gegeben. Die Hauptpreise des Festivals gingen erstmals an Filme, die noch nicht abgedreht sind. Geehrt wurden die Filmemacherinnen Lucrecia Martel für "Chocobar" und Marí Alessandrini für "Zahorí". Festival-Präsident Marco Solari sagte, man habe ein klares Zeichen der Solidarität mit der Filmindustrie gesetzt. Dank des Online-Programms habe man die Digitalisierung des Festivals vorantreiben können.

Newsweek entschuldigt sich für Gastkommentar

Das US-Nachrichtenmagazin Newsweek hat sich für einen Gastkommentar entschuldigt, in dem die US-Staatsbürgerschaft der Senatorin Kamala Harris angezweifelt wird. Harris wurde vom Präsidentschaftskandidaten der Demokratischen Partei, Joe Biden, als Kandidatin für die Vizepräsidentschaft ausgewählt. Sie wäre für das Amt aber nicht wählbar, wenn sie keine US-Staatsbürgerschaft besäße. Harris ist jedoch im kalifornischen Oakland geboren und US-Staatsbürgerin. Man habe vollkommen die Art und Weise unterschätzt, in der der Kommentar interpretiert werden könnte und bitte um Entschuldigung, schrieben die Redaktionsleiter Josh Hammer und Nancy Cooper. Der Gastkommentar des rechtskonservativen Juristen John Eastman verbleibe jedoch auf der Homepage von Newsweek und werde lediglich mit einer redaktionellen Anmerkung versehen. Laut der Nachrichtenagentur AP habe US-Präsident Trump, von Journalisten auf den Fall angesprochen, gesagt, er nehme die „Gerüchte" sehr ernst, wonach Harris wegen ihrer unklaren Staatsbürgerschaft nicht wählbar sein könnte.

Carrie Lam gibt Uni-Mitgliedschaft auf

Im Streit um Freiheits- und Menschenrechte hat Hongkongs Peking-treue Regierungschefin Carrie Lam ihre Ehrenmitgliedschaft an einer Uni in Cambridge aufgegeben. Sie kappe alle Verbindungen zum Wolfson College, erklärte Lam, nachdem die Hochschule sich besorgt über die Lage der Menschenrechte und der Meinungsfreiheit in Hongkong gezeigt hatte. Das Wolfson College hatte sich nach eigenen Angaben bei Lam besorgt über ihre Haltung zum Schutz der Menschenrechte und der Meinungsfreiheit erkundigt. Der Aufsichtsrat der Uni wollte im kommenden Monat über Lams Ehrenmitgliedschaft beraten. Mit ihrem Schritt kam die Politikerin dem nun zuvor. In den vergangenen Wochen hatten die Hongkonger Sicherheitsbehörden ihr Vorgehen gegen die Demokratiebewegung in der chinesischen Sonderverwaltungszone deutlich verschärft.

Knorr benennt "Zigeunersauce" um

Der Lebensmittelhersteller Knorr wird seine "Zigeunersauce" umbenennen. Hintergrund ist die aktuelle Diskussion über rassistische Namen und Begriffe. Die Sauce werde man in ein paar Wochen unter dem Namen "Paprikasauce Ungarische Art" in den Regalen finden, teilte der Mutterkonzern "Unilever" auf Anfrage der "Bild am Sonntag" mit. Die Diskussion über den Produktnamen wurde seit Jahren geführt. 2013 hatte Knorr eine Umbenennung noch abgelehnt. Der Zentralrat der Deutschen Sinti und Roma begrüßte die jetzige Umbenennung. Es sei gut, dass man auf die Beschwerden vieler Menschen reagiere, sagte der Vorsitzende Romani Rose. Allerdings sei der wachsende Antiziganismus in Europa viel besorgniserregender als die Bezeichnung einzelner Lebensmittel.

Trump prüft Verbot des Technologiekonzerns Alibaba

US-Präsident Donald Trump prüft nach eigenen Angaben ein Verbot des chinesischen Technologie- und Handelskonzerns Alibaba in den USA. Das sagte der US-Präsident auf einer Pressekonferenz in seinem Golfclub in Bedminster in New Jersey. Trump nimmt damit ein weiteres chinesisches Unternehmen ins Visier. Er hatte auch schon damit gedroht, die Videoplattform TikTok in den USA zu verbieten. Damit droht eine weitere Verschärfung des Konflikts mit China. Die USA befinden sich seit Beginn der Trump-Präsidentschaft in einem Handelsstreit mit der Volksrepublik. Auch Chinas Hongkong-Politik und der Umgang mit der Coronavirus-Krise sind Streitpunkte zwischen den beiden Ländern.

Ariane-5-Rakete ist erstmals wieder ins Weltall gestartet

Zum ersten Mal seit dem Corona-Lockdown ist wieder eine Ariane-5-Rakete ins Weltall gestartet. In der vergangenen Nacht hob sie vom Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana ab. Wie der europäische Betreiber Arianespace mitteilte, sind zwei Telekommunikationssatelliten sowie ein nachrüstbarer Antrieb für geostationäre Satelliten an Bord. Damit könne die Lebensdauer von Satelliten verlängert werden, hieß es. Wegen der Corona-Krise waren die Aktivitäten auf dem Weltraumbahnhof zeitweise komplett unterbrochen worden. Trägerraketen und Satelliten wurden in einen sicheren Bereitschaftszustand gebracht.

Der britische Gitarrist und Lautenist Julian Bream ist tot

Der klassische Gitarrist und Lautenist Julian Bream ist tot. Der Brite starb bereits am Freitag im Alter von 87 Jahren, wie sein Management mitteilte. Er sei friedlich in seinem Zuhause gestorben, hieß es auf der Webseite der Agentur James Brown. Bream lebte in der Grafschaft Wiltshire, westlich von London. In den Nachkriegsjahren galt er als Wunderkind an der Gitarre und Laute. Ihm wird zugeschrieben, das bereits beinahe in Vergessenheit geratene Instrument wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gebracht zu haben. Vier Mal wurde Bream für seine Aufnahmen mit einem Grammy geehrt.

Facebook kritisiert Apple für seine Provisionsregelung.

Facebook kritisiert Apple für seine Provisionsregelung. Das soziale Netzwerk stellte am Wochenende eine neue Funktion vor: so können nun kostenpflichtige Veranstaltungen wie Yoga-Stunden oder Kochkurse über Facebook organisiert werden. Facebook will nach eigenen Angaben den gesamten Erlös an die Unternehmer weitergeben. Das gilt jedoch nicht für Nutzer von Apple-Geräten. Apple verlangt nämlich 30 Prozent der Einnahmen. Die Bitte von Facebook, diese Gebühr zu reduzieren, habe Apple abgelehnt, hieß es von Facebook.

Ex-Kulturstaatssekretär Renner will in den Bundestag

Der ehemalige Berliner Kulturstaatssekretär Tim Renner will bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr für die SPD in Neukölln antreten. Die frühere Bezirksbürgermeisterin, Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, habe ihn darum gebeten, schrieb Renner auf seiner Facebook-Seite. Er sei zwar noch kein richtiger Neuköllner, aber in dem Bezirk gehe es um die Zukunft von Berlin. Er wolle sich für die Leute einsetzen, die sich von Job zu Job hangeln oder mit befristeten Verträgen als freie MitarbeiterInnen leben müssten. Weil die Digitalisierung alles durcheinander wirbele, müssten viele Menschen vor Ausbeutung geschützt werden. Bei der Bundestagswahl 2017 hatte der gebürtige Hamburger im Wahlkreis Charlottenburg-Wilmersdorf ein Mandat knapp verpasst.

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