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Kulturnachrichten

Donnerstag, 13. August 2020

Ellen-Auerbach-Stipendium für Ferhat Bouda

Der algerische Fotograf Ferhat Bouda wird mit dem Ellen-Auerbach-Stipendium geehrt. Die Auszeichnung der Berliner Akademie der Künste ist mit 20.000 Euro dotiert. Seine Bilder der Berber seien "von einer bewegenden menschlichen Suche geprägt, ein optisches Abtasten, das mit jeder Belichtung die Frage nach der Menschlichkeit stellt", ließ die Jury mitteilen. Bouda wurde 1976 in Algerien geboren, seit einigen Jahren lebt er in Frankfurt am Main. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre vergeben und soll am 25. Oktober überreicht werden.

Verlag präsentiert erstes Magazin in Leichter Sprache

Der Regensburger Verlag "Schnell & Steiner" hat ein Magazin in Leichter Sprache herausgebracht. Unter dem Titel "LeichtSinn" hat eine Redaktion aus Menschen mit und ohne Behinderung Themen wie den Umweltschutz, die Corona-Pandemie oder Menschenrechte aufbereitet, wie das Verlagshaus mitteilte. Den Angaben zufolge ist es bundesweit die erste Veröffentlichung dieser Art. Das 140 Seiten starke Magazin habe klassischen Zeitschriften möglichst ähnlich sein sollen. Dies fördere die Lesemotivation. Ob daraus eine regelmäßig erscheinende Zeitschrift werde, sei noch offen. Leichte Sprache, die vereinfachte Schriftsprache, hat das Ziel, Menschen mit Lernschwierigkeiten oder Behinderung die Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen.

Unesco will historische Bauten in Beirut retten

Die UN-Kulturorganisation Unesco will eine führende Rolle bei der Rettung und dem Wiederaufbau von historischen Gebäuden in der libanesischen Hauptstadt Beirut übernehmen. Das kündigte der Unesco-Vize-Generaldirektor für Kultur, Ernesto Ottone, bei einem Onlinetreffen zum Wiederaufbau des kulturellen Erbes in Beirut mit. Man arbeite gegenwärtig gemeinsam mit den Partnern im Libanon und weltweit an einem internationalen Aktionsplan. Die Explosion vom 4. August hat nach Angaben des Generaldirektors für Altertümer im libanesischen Kulturministerium mindestens 8.000 Gebäude beschädigt. Darunter sind 640 historische Gebäude, wichtige Museen sowie archäologische und religiöse Stätten.

NRW Großkonzert: Entscheidung bis vier Tage vorher

Ob das umstrittene Großkonzert in Düsseldorf stattfinden darf, entscheidet sich spätestens am 31. August - vier Tage vor dem eigentlichen Termin. Auf diesen Kompromiss einigten sich die Stadt Düsseldorf und die Landesregierung, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Entscheidend soll dann das aktuelle Corona-Infektionsgeschehen sein. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hatte das geplante Event mit 13.000 Zuschauern „kein gutes Signal“ in Zeiten steigender Corona-Infektionszahlen genannt. Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Geisel hatte die Veranstaltung zuvor genehemigt und auf das Hygienekonzept verwiesen.

GfdS gegen Gendersternchen

Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) rät von der Nutzung des Gendersternchens ab. Die GfdS befürworte zwar grundsätzlich eine diskriminierungsfreie Sprache, das sogenannte Gendersternchen wie bei "Leser*in" stelle aber aus sprachlicher Sicht kein geeignetes Mittel dar. Auch der Unterstrich oder der Doppelpunkt seien nicht mit den amtlichen Regeln deutscher Rechtschreibung vereinbar. Die GfdS bemängelte etwa, dass die Verwendung zu einer uneinheitlichen Rechtschreibung führe. Auch sei unklar, wie Worte wie "Leser*in" ausgesprochen werden sollen. Zudem entstünden bei der Verwendung grammatisch falsche Formen wie "Ärzt*in". Die vom Bund geförderte Einrichtung betonte, orthografische und grammatische Richtigkeit, sowie Einheitlichkeit, Lesbarkeit und die Verständlichkeit eines Texts stünden an erster Stelle.

Nobelpreisträgerin fordert Lukaschenkos Rücktritt

Die weissrussische Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch hat den autoritär regierenden Präsidenten Lukaschenko zum Rücktritt aufgefordert. Im Interview mit einem belarussischen Radiosender sagte die 72-Jährige, aus ihrer Sicht habe die Regierung dem Volk den Krieg erklärt. Polizisten hätten auf ein Auto geschossen, in dem sich ein kleines Kind befunden habe, eine schwangere Frau geschlagen und Frauen mit Blumen in den Händen attackiert. Die Schriftstellerin führte dieses Vorgehen der Polizei auf Anweisungen des Staatschefs zurück. Der solle sich verziehen, bevor es zu spät sei, so Alexijewitsch. Sie plädierte für ein „Komitee der nationalen Rettung“, das nach seinem Rücktritt das Land führen solle. Lukaschenko, der seit 26 Jahren autoritär regiert, war eine sechste Amtszeit zugesprochen worden. Beobachter vermuten Wahlbetrug.

Kulturstiftung gibt fünf Millionen für digitalen Austausch

Die Kulturstiftung des Bundes unterstützt mit fünf Millionen Euro Projekte für einen besseren digitalen Austausch im Kulturbereich. Kontakt und Austausch mit dem Publikum seien für Kultureinrichtungen der Schlüssel zum Erfolg, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Donnerstag in Berlin. In der derzeitigen Krise sei das eine große Herausforderung. Das Programm "dive in" richtet sich daher bundesweit an Kulturinstitutionen aller Sparten sowie an Gedenkstätten, Bibliotheken, Soziokulturelle Zentren, Archive mit Archivgut in künstlerischen Sparten und an Festivals. Gefördert werden digitale Formate wie beispielsweise Apps, Games, Virtual Reality oder interaktive Webseiten.

Mailand: Modehäuser planen Rückkehr auf den Laufsteg

Mehrere renommierte Modehäuser wollen bei der Mailänder Fashion Week im September ihre Kreationen wieder persönlich vorstellen - und nicht mehr virtuell. Giorgio Armani, Fendi, Prada und Versace zählen zu jenen, die laut dem Kalender der Milan Fashion Week wieder Models vor Publikum über den Laufsteg schicken wollen. 28 teilnehmende Modehäuser planen demnach, ihre Kollektionen für Frühjahr/Sommer 2021 persönlich zu präsentieren. Natürlich gibt es aber auch Corona-Auflagen. Sicherheitsabstände sollen eingehalten und Masken getragen werden. Weniger Gäste als üblich werden deshalb auch die Modeschauen miterleben können. An der Fashion Show von 23. bis 28. September wollen neben den 28 präsenten Modehäusern auch 24 virtuell teilnehmen.

Guttenberg hat wieder promoviert

Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist wieder Doktor. Der wegen einer Plagiatsaffäre um seine frühere Doktorarbeit im Jahr 2011 aus der Bundesregierung zurückgetretene frühere CSU-Politiker promovierte erneut. Das sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Den Doktortitel im Fachbereich Philosophie erwarb er an der englischen Universität von Southampton. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung schrieb Guttenberg eine Arbeit über die Historie und Zukunft von Korrespondenzbanken. Seinen ersten Doktortitel hatte Guttenberg an der Universität Bayreuth erworben. Er war ihm wegen der Plagiatsvorwürfe aberkannt worden.

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