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Samstag, 31.10.2020
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 12. August 2020

Hilferuf: Britische Wahrzeichen rot angestrahlt

Mit nächtlicher roter Beleuchtung haben Kunststätten und andere bekannte Orte in Großbritannien auf die coronabedingte Krise der Kulturszene aufmerksam gemacht. In Anlehnung an das Motto "Red Alert" (Alarmstufe Rot) erstrahlten in London unter anderem Wahrzeichen wie die Galerie Tate Modern, die Millennium Bridge, das Southbank Centre und die Waterloo Bridge in rotem Licht. Mit der vom Branchenverband Plasa ins Leben gerufenen Aktion fordern Kulturschaffende auch finanzielle Unterstützung von der Regierung. Nach Angaben der Veranstalter sind mehr als eine Million Kulturschaffende in der Branche gefährdet, davon sollen rund 70 Prozent Freiberufler sein.

DJV mahnt deutsche Journalisten zur Vorsicht in Belarus

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) zeigt sich entsetzt über die Gewalt in Belarus gegen Journalisten nach der Präsidentschaftswahl. In der Nacht zu Mittwoch seien wiederholt in- und ausländische Journalisten mit Schlagstöcken verletzt und zeitweise inhaftiert worden, erklärte der Verband in Berlin. Deutsche Journalisten ruft er zu "äußerster Vorsicht" auf. Die Polizei geht laut DJV auch gezielt gegen Kamerateams vor, zerstöre Stative und zerre Speichermedien aus den Kameras. Bei der Präsidentschaftswahl in Weißrussland erhielt Präsident Alexander Lukaschenko nach offiziellem Wahlergebnis rund 80 Prozent der Stimmen. Das Ergebnis wird von Beobachtern angezweifelt.

Bude will documenta-Institut für Stadtgesellschaft

Der Gründungsdirektor des künftigen documenta-Instituts in Kassel, Heinz Bude, will die Einrichtung nach eigenen Worten auch zu einem Versammlungsort der Stadtgesellschaft machen. Dies sei neben der Beherbergung des documenta-Archivs und der Ansiedlung eines Forschungsinstituts für Ausstellungsstudien eine der drei Säulen, auf denen die neue Einrichtung ruhen solle, erklärte der 66-jährige Soziologe bei seiner Vorstellung in Kassel. Die hessische Kunstministerin Angela Dorn (Grüne) bezeichnete Budes Amtsantritt als großen Schritt hin zur Realisierung des documenta-Instituts. Die Berufung einer endgültigen Leitung werde zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Besucherzahlen auf Schloss Versailles brechen ein

Im Schloss Versailles bei Paris gibt es seit der Wiedereröffnung nach dem Corona-Lockdown einen mächtigen Besucherschwund. Vor allem die Zahl der ausländischen Touristen sei aufgrund der Reiseeinschränkungen nahezu vollständig eingestürzt, beklagte Catherine Pégard, Vorsitzende der Schlossverwaltung. Das Schloss der "Sonnenkönige" empfing vor der Pandemie zu 80 Prozent Touristen aus dem Ausland, es kamen bis zu 30.000 Menschen am Tag. Aktuell sind es im Durchschnitt noch 10.000 - hauptsächlich französische - Besucher. Trotz der bisherigen finanziellen Einbußen von rund 45 Millionen Euro sollten alle rund tausend Angestellten des Schlosses weiter beschäftigen werden, so Pégard.

Hermann Hesse Literaturpreis für Iris Hanika

Den mit 15 000 Euro dotierten Hermann Hesse Literaturpreis 2020 erhält die Schriftstellerin Iris Hanika für das Buch "Echos Kammern". Die Auszeichnung soll am 29. Oktober im Karlsruher Rathaus überreicht werden, wie die gleichnamige Stiftung bekannt gab. An Hanikas Roman besteche die verbindende Kraft einer in feinste Nuancen dringenden Sprache, lobte die Jury. Der mit 5000 Euro dotierte Hermann Hesse Förderpreis geht an Nadine Schneider für ihren Debütroman "Drei Kilometer". Der Karlsruher Hermann Hesse Literaturpreis wird alle zwei Jahre vergeben. Erster Preisträger war 1957 Martin Walser.

Düsseldorfs OB verteidigt Großkonzert

Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) hat das umstrittene geplante Großkonzert in der Arena der Landeshauptstadt im Deutschlandfunkkultur verteidigt. Gemessen am Alltag in der Großstadt könne er bei dem geplanten Konzert angesichts der getroffenen Vorkehrungen kein erhöhtes Infektionsrisiko erkennen. Das Hygienekonzept für das am 4. September geplante Konzert sei gründlich geprüft worden. Da die Veranstaltung nicht gegen die geltenden Gesetze verstoße, habe man sie genehmigen müssen. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte am Dienstag kritisiert, dass die Stadt vor der Ankündigung nicht auf das Land zugegangen sei und Geisel indirekt Profilierungsversuche vorgeworfen.

Anklage wegen Unterschlagung von antikem Schatz

Weil er einen rund 3100 Jahre alten Bronzeschatz illegal ausgegraben und zum Verkauf angeboten haben soll, muss sich ein Mann aus Sachsen-Anhalt vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Unterschlagung von Artefakten vor. Den Angaben nach handelt es um einen archäologischen Fund von unschätzbarem Wert. Die überdimensional große Tasse mit Verzierungen aus Bronze wurde vergraben, um den Göttern zu huldigen. Der Anklagte soll den Fund im Internet zum Kauf angeboten. Raubgräber sorgen bei Archäologen immer wieder für Entsetzen. Sie zerstören mit willkürlichen Grabungen zusammenhängende Fundstellen und machen sie so für die Wissenschaft unbrauchbar.

Neuauflage von "Der Prinz von Bel-Air" geplant

Die Hollywood-Karriere von Will Smith ("Independence Day", "Ali", "Men in Black") begann in den frühen 1990er Jahren mit der Comedy-Serie "Der Prinz von Bel Air". Nun soll die TV-Serie mit Smith als ausführenden Produzenten neu aufgelegt werden, wie die US-Branchenblätter "Variety" und "Hollywood Reporter" berichteten. Das Vorhaben werde derzeit Streamingdiensten wie Netflix und HBO Max angeboten. Smith spielte in der Original-Sitcom einen Jungen aus einem armen Viertel in Philadelphia, der zu seinen Verwandten in den kalifornischen Nobelort Bel Air geschickt wird. Das brachte lustige Verwicklungen mit sich. Die Neuauflage soll nun ernster werden. Vorbild ist ein vierminütiges YouTube-Video aus dem vergangenen Jahr von Nachwuchsregisseur Morgan Cooper, der dem Stoff einen dunkleren Ton verpasste.

Neuer Kuratoriumschef der Rundfunk-Orchester

Ernst Elitz, ehemaliger Intendant des Deutschlandradios, ist neuer Kuratoriumsvorsitzender der Rundfunk Orchester und Chöre Berlin (ROC). Der 79-Jährige folgt auf Rudi Sölch, der das Aufsichtsgremium des Klangkörperverbundes seit 1994 leitete, wie das Deutschlandradio als einer der Träger bekannt gab. Der ROC gehören das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (DSO), das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB), der Rundfunkchor Berlin und der RIAS Kammerchor Berlin an.

Dwayne Johnson erneut bestbezahlter Schauspieler

Der "Fast and Furious"-Star und Profi-Wrestler Dwayne "The Rock" Johnson hat auch in der Corona-Pandemie seinen Platz als Topverdiener Hollywoods behauptet. Laut dem US-Magazin "Forbes" verdiente Johnson binnen zwölf Monaten geschätzte 87,5 Millionen US-Dollar (rund 74,6 Millionen Euro). Es ist das dritte Mal, dass der 48-Jährige an der Spitze des Branchen-Rankings steht. Seinen Erfolg verdankt er demnach unter anderem einer Gage von 23,5 Millionen Dollar für den Action-Film "Red Notice". Auf Platz Zwei des Rankings schaffte es "Deadpool"-Schauspieler Ryan Reynolds (71,5 Millionen Dollar), Mark Wahlberg belegte den dritten Platz (58 Millionen Dollar).

"Zwarte Piet" von Facebook verbannt

Facebook verschärft die Gangart gegen rassistische und antisemitische Stereotypen und will deshalb Fotos von Weißen mit schwarzer Schminke im Gesicht sowie Behauptungen, dass Juden die Welt kontrollierten, von der Plattform verbannen.
Eine Folge ist nun, dass der umstrittene niederländische Nikolaushelfer "Zwarte Piet" künftig nicht mehr mit dicker schwarzer Schminke auf Facebook und Instagram gezeigt werden soll. In den sozialen Netzwerken wurde zum Teil heftig auf die Regelung reagiert. Anhänger der Pieten sprechen von einem "Angriff auf die Meinungsfreiheit". Anti-Rassismusorganisationen loben dagegen das "positive und ermutigende Signal".

Lisa Eckhart: "teilweise boshaftes Missverstehen"

Die österreichische Kabarettistin Lisa Eckhart hat Vorwürfe, sie bediene sich antisemitischer und rassistischer Klischees, deutlich zurückgewiesen. "Es gibt teilweise ein boshaftes Missverstehen", sagte Eckhart der Deutschen Presse-Agentur in Wien. Wenn man ihre Auftritte genau anschaue, trieften sie fast schon beschämend vor Humanismus und Feminismus. Eckhart, deren Debütroman "Omama" nächste Woche erscheint, war wegen Sicherheitsbedenken vom Hamburger Literaturfestival Harbourfront ausgeladen worden. Eine erneute Einladung lehnte sie ab. PEN-Präsidentin Regula Venske hatte die Ausladung scharf kritisiert.

Namibia lehnt deutsches Entschädigungsangebot ab

Die namibische Regierung hat ein deutsches Angebot einer Wiedergutmachung für die Gräueltaten während der Kolonialzeit abgelehnt. Deutschland und Namibia verhandeln seit 2015 über finanzielle Zahlungen und eine Entschuldigung für die Verbrechen an den Volksgruppen der Herero und Nama im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika. Namibischen Medienberichten zufolge erklärte sich die Bundesregierung bereit, zehn Millionen Euro an Namibia zu zahlen und eine vorbehaltlose Entschuldigung auszusprechen. Streitpunkt ist neben der Höhe der Wiedergutmachung auch deren Bezeichnung. Die Bundesregierung lehnt den Begriff Reparationen ab und spricht stattdessen von der Aufgabe, "Wunden zu heilen".

Der US-Sänger und Gitarrist Trini Lopez ist tot

Der US-Sänger und Gitarrist Trini Lopez ist tot. Er wurde 83 Jahre alt. Nach US-Medienberichten starb Lopez gestern in einem Krankenhaus in Kalifornien. Er sei mit dem Corona-Virus infiziert gewesen, berichtete ein Geschäftspartner. Lopez hatte seine größten musikalischen Erfolge in den 1960er Jahren, unter anderem mit seinen Interpretationen der Songs "If I Had a Hammer", "Lemon Tree" und "La Bamba". Lopez spielte auch in Hollywoodfilmen mit, darunter in Robert Aldrichs Kriegsfilm "Das dreckige Dutzend".

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