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Samstag, 31.10.2020
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 11. August 2020

Verleger Jimmy Lai in Hongkong wieder frei

Nach mehr als 40 Stunden Polizeigewahrsam ist der Medienunternehmer Jimmy Lai in Hongkong gegen Kaution wieder freigelassen worden. Beim Verlassen eines Polizeireviers wurde der Verleger von mehreren Dutzend Anhängern der Demokratiebewegung in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) bejubelt. Der Zeitung "South China Morning Post" zufolge musste Lai umgerechnet rund 32.000 Euro Kaution sowie eine zusätzliche Sicherheitszahlung hinterlegen. Auch mehrere andere Aktivisten kamen gegen Kaution frei. Lai und mehrere Mitstreiter waren am Montag bei einem großen Polizeieinsatz festgenommen worden. Es war der bislang größte Schlag gegen die Demokratiebewegung seit Einführung eines umstrittenen Sicherheitsgesetzes durch China Ende Juni.

Scharfe Kritik an Tansanias Mediengesetz

In Tansania hat ein neues Mediengesetz zu massiver Kritik geführt. Unter anderem ist es tansanischen Sendern ohne entsprechende Lizenz künftig verboten, internationale Inhalte auszustrahlen. Opposition und Medienvertreter vermuten darin einen Versuch der Regierung, vor den Wahlen im Oktober den Zugang zu Informationen einzuschränken. Betroffen von der Medienreform sind demnach unter anderem die britische Rundfunkanstalt BBC, die Sender Voice of America und Radio France International sowie die Deutsche Welle. Für ihren Betrieb über lokale Radio- und TV-Sender sei seit Anfang der Woche in Tansania nun eine Sondergenehmigung nötig.

Komiker Fips Asmussen mit 82 Jahren gestorben

Der Komiker Fips Asmussen ist mit 82 Jahren gestorben. Das bestätigte seine Lebenspartnerin. Ende des 1960er Jahre eröffnete Asmussen in Hamburg die Kabarett-Kneipe Violette Zwiebel, in der er sowohl die Gäste bewirtete, als auch als Interpret auftrat. Später war er sowohl im Hörfunk als auch im Fernsehen als Komiker sehr erfolgreich. Asmussen verkaufte sieben Millionen Platten, Kassetten und CDs und wurde mit 3 goldenen Schallplatten ausgezeichnet.

Programm des Filmfestivals von Venedig komplett

Das Festival von Venedig hat zwei weitere Filme außer Konkurrenz aufgenommen und damit das Programm für diesen Sommer komplettiert. Wie die Organisatoren mitteilten, werden neben den bislang bekannten Filmen auch "Run Hide Fight" vom US-amerikanischen Regisseur Kyle Rankin und der italienische Kurzfilm "Fiori, Fiori, Fiori!" von Luca Guadagnino gezeigt. Schon Ende Juli hatten die Veranstalter die 18 Werke im Rennen um den Goldenen Löwen präsentiert; darunter ist der Film "Und morgen die ganze Welt" der deutschen Regisseurin Julia von Heinz. Präsidentin der Jury beim 77. Internationalen Filmfestival vom 2. bis 12.
September ist die australische Schauspielerin Cate Blanchett.

Russischer Philosoph Valerij Podoroga gestorben

Der russische Philosoph Valerij Podoroga ist tot. Nach Medienberichten starb er bereits am Sonntag in Moskau im Alter von 74 Jahren. Podoroga leitete die Abteilung Analytische Anthropologie am Institut für Philosophie der Russischen Akademie der Wissenschaften und war Professor an der Russischen Staatlichen Universität für Geisteswissenschaften. Er verfasste mehr als 200 wissenschaftliche Artikel sowie zahlreiche Bücher zur Philosophie, Kunst und literarischen Erfahrung, in denen Anthropologie einen poetischen Sinn annimmt. Podoroga war Träger des Andrej-Bely-Preises.

Deutscher Musikrat sieht Musikunterricht in Gefahr

Der Deutsche Musikrat sieht coronabedingt den Musikunterricht an Schulen in Gefahr und ruft zu mehr Kreativität auf. "Wenn wir jetzt keine Wege finden, einen qualifizierten Musikunterricht unter den entsprechenden Hygiene-Auflagen in Schulen wieder zu ermöglichen, werden mittelfristig die ohnehin schon brüchigen Infrastrukturen der musikalischen Bildung noch weiter geschwächt", sagte Generalsekretär Christian Höppner in Berlin anlässlich des Schulbeginns in vielen Bundesländern. Seit Monaten fielen Unterricht und Aktivitäten wie Singen und Ensemblespiel aus.

DHM überarbeitet Kolonialismus-Ausstellung

Das Deutsche Historische Museum (DHM) in Berlin will künftig in seiner Dauerausstellung zur kritischen Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialgeschichte anregen. Dazu sei der Themenbereich überarbeitet worden, erklärte DHM-Chef Raphael Gross in Berlin. Die neue Ausstellungssequenz zeige bei freiem Eintritt auf 100 Quadratmetern rund 150 Sammlungsobjekte von den 1880er Jahren bis zum Ersten Weltkrieg. In Themenbereichen zu Wirtschaft, Gesellschaft und Herrschaft würden Rassismus, Ausbeutung und Gewalt bis hin zum Völkermord als Grundlage kolonialer Herrschaft offengelegt.

Bayern fördert Aerosol-Studie in Sachen Musik

Mit Wissenschaft zu wieder mehr Kultur - Bayern gibt 120.000 Euro für eine laufende Studie zur Ausbreitung von Corona durch Aerosole beim Singen und beim Musizieren mit Blasinstrumenten. Der Freistaat fördert das Projekt der Universitätskliniken München und Erlangen in Zusammenarbeit mit dem Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, teilte das Kunstministerium in München mit. Ziel der Untersuchung sei es, die maximale Ausbreitung der Aerosol- und Tröpfchenwolke nach dem Ausstoß direkt zu messen und so eine Grundlage für eine weitere Wiederaufnahme von Kulturveranstaltungen zu bekommen. Das Forschungsprojekt könne wertvolle Erkenntnisse darüber liefern, wie man den Kulturbetrieb weiter hochfahren und gleichzeitig Künstlerinnen und Künstler und das Publikum vor eine Covid-19-Ansteckung schützen könne, sagte Kunstminister Bernd Sibler.

Kinomittelstand fordert Bundeshilfe

Die mittelständischen Kinos in Deutschland bangen wegen Corona um ihre wirtschaftliche Zukunft. Durch die Schließung der Kinos Mitte März und die nur zögerliche Wiedereröffnung seit Mitte Mai verzeichneten alle Kinobetreiber massive Umsatzeinbrüche und befänden sich in einer teils dramatischen Liquiditätssituation. In einem offenen Brief an Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) fordern sie deshalb wirtschaftliche Hilfen sowie einen Kinogipfel. Der Brief wurde von 68 Unternehmen unterzeichnet, die nach eigenen Angaben deutschlandweit für rund 1300 Leinwände stehen und damit einen Marktanteil von 40 Prozent repräsentieren.

Börsenverein: Eifrigste Buchkäufer im Rhein-Main-Gebiet

Am meisten Geld für Bücher gaben die Bürgerinnen und Bürger von Bad Soden am Taunus mit 167 Euro pro Kopf aus, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt am Main mitteilte. Auf Platz zwei folgt Ingelheim am Rhein. Dort werden durchschnittlich 166 Euro für Bücher ausgegeben. Am Ende der Tabelle liegen das sächsische Zittau und die hessische Universitätsstadt Gießen mit 87 Euro pro Person.

Bundesregierung gründet neue Cyberagentur

Eine neue Bundesagentur mit einem Etat von mehreren hundert Millionen Euro soll die Cybersicherheit in Deutschland stärken: Die Bundesregierung gab mit der Unterzeichnung der Gründungsurkunde den "Startschuss" für die neue Cyberagentur, wie die Bundesministerien für Inneres und Verteidigung mitteilten. Aufgabe der Behörde ist es, vielversprechende neue Entwicklungen im Bereich der Cybersicherheit zu identifizieren und zu fördern. Die Ergebnisse soll sie der Bundesregierung zur Verfügung stellen. Im Oktober soll die Agentur feierlich eröffnet werden.

Steinmeier hält Laudatio auf Friedenspreisträger Sen

Bei der Verleihung des diesjährigen Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an den indischen Wirtschaftswissenschaftler und Philosophen Amartya Sen wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Laudatio halten. Das gab der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt bekannt. Die Verleihung findet während der Frankfurter Buchmesse am 18. Oktober in der Paulskirche statt und wird live in der ARD übertragen. Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ist mit 25.000 Euro dotiert und wird seit 1950 vergeben. Geehrt werden Persönlichkeiten, die in Literatur, Wissenschaft oder Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen haben.

Laschet kritisiert Großkonzert in Düsseldorf

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat den Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) wegen eines geplanten Großkonzerts mit 13 000 Fans kritisiert. Er warf ihm Profilierungsversuche vor. "Ich hätte hier etwas mehr Sensibilität vom Oberbürgermeister erwartet", sagte Laschet, da die Stadt vor der Ankündigung nicht auf das Land zugegangen sei. Laschet hält das geplante Event "für kein gutes Signal". Das Konzert mit Bryan Adams, Sarah Connor und anderen Künstlern soll am 4. September in Düsseldorf stattfinden.

Hongkonger kaufen aus Protest "Apple Daily"

Aus Protest gegen die Festnahme des Verlegers Jimmy Lai und anderer Aktivisten haben Hongkonger massenhaft die Tageszeitung "Apple Daily" gekauft. Bereits am Vormittag war das pro-demokratische Blatt, das zum Konzern von Lai gehört, in einigen Geschäften ausverkauft. Vor anderen Läden bildeten sich lange Schlangen. Die Zeitung berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe ausführlich über die Verhaftungswelle und die Durchsuchung ihrer Räume, an der mehr als 200 Polizisten beteiligt waren. Die Festnahmen waren der bislang größte Schlag gegen die Hongkonger Demokratiebewegung seit Einführung eines umstrittenen Sicherheitsgesetzes durch China Ende Juni.

Auch viele Baudenkmäler in Beirut zerstört

Die Explosionen in Beirut vor einer Woche haben auch zahlreiche ohnehin schon jahrzehntelang vernachlässigte Baudenkmäler zerstört oder stark beschädigt. Das betrifft viele bedeutende Bauwerke der libanesischen Haupstadt aus osmanischer Zeit und der des französischen Mandats, die in der Nähe des Hafens liegen und durch die Detonationen schwer getroffen wurden. Die Wiederherstellung werde "hunderte Millionen Dollar" kosten, sagte Kulturminister Abbas Mortada nach einer ersten Inspektion. Er hoffe dabei auf Unterstützung aus dem Ausland, insbesondere aus Frankreich. Man müsse schnellstmöglich mit den Renovierungsarbeiten beginnen, denn wenn man vor dem Winter nicht fertig sei, bestehe große Gefahr, so Mortada.

22-jähriger Sänger in Nigeria zum Tode verurteilt

In Nigeria ist der 22-jährige Sänger Yahaya Sharif-Aminu wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt worden. Wie die nigerianische Zeitung "The Guardian" berichtet, sah es ein Scharia-Gericht als erwiesen an, dass sich Sharif-Aminu in einem seiner Lieder abfällig über den Propheten Mohammed geäußert hat. Der Sänger sei in Haft und könne gegen das Urteil Berufung einlegen. Sein Lied war im März vorwiegend über WhatsApp geteilt worden. Darin habe der 22-Jährige einen Imam über alle Maßen gelobt und ihn damit über den Propheten gestellt. Das sei Gotteslästerung, entschied das Gericht. Zwischenzeitlich war Sharif-Aminu untergetaucht. Demonstranten hatten das Haus seiner Familie niedergebrannt.

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