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Kulturnachrichten

Donnerstag, 29. August 2019

Kulturrat und EKD wollen mehr Kolonialismus-Aufarbeitung

Der Deutsche Kulturrat und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) haben sich für eine umfassendere Aufarbeitung der Rolle der Kirchen im Kolonialismus ausgesprochen. Dazu solle eine gemeinsame Debatte in Gang kommen, kündigten der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, und der EKD-Kulturbeauftragte Johann Hinrich Claussen in Berlin an. Unter anderem sei dazu im Frühjahr 2020 in den Franckeschen Stiftungen in Halle eine gemeinsame Tagung mit zahlreichen Experten geplant. Wichtig sei, die Vielschichtigkeit der kirchlichen Missionsgesellschaften und deren Verstrickungen im Kolonialismus offenzulegen, sagte Zimmermann. Häufig hätten die Missionen eine ambivalente Rolle gespielt. Dies sei jedoch keine ausschließlich kirchliche Frage, betonte der Kulturrats-Geschäftsführer. Notwendig sei, dass sich auch weltliche Strukturen, etwa im Zusammenhang mit dem geplanten Humboldt Forum in Berlin, mit dem Thema befassen.

Almodóvar mit Ehrenlöwe beim Filmfest Venedig geehrt

Der spanische Regisseur Pedro Almodóvar ist beim Filmfestival Venedig mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Der 69-Jährige nahm den Ehrenlöwen heute entgegen. Almodóvar gewann bereits zwei Oscars: Im Jahr 2000 für die Tragikomödie "Alles über meine Mutter" als bester nicht-englischsprachiger Film und 2003 für das beste Original-Drehbuch zum Drama "Sprich mit ihr". Almodóvar sei "ein Filmemacher, der uns die facettenreichsten, kontroversesten und provokativsten Porträts aus dem post-Franco Spanien gegeben" habe, begründete Festivalleiter Alberto Barbera den Ehrenlöwen.

Rabbiner Nachama erhält Moses Mendelssohn Medaille

Der Rabbiner Andreas Nachama wird am 9. September in Berlin mit der Moses Mendelssohn Medaille ausgezeichnet. Die Laudatio hält Kulturstaatsministerin Monika Grütters, wie die Konrad-Adenauer Stiftung in Berlin mitteilte. Sie vergibt die Auszeichnung gemeinsam mit der Moses Mendelssohn Stiftung. Nachama ist seit 1994 geschäftsführender Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, zum Jahresende geht er in den Ruhestand. Seit 2016 ist er zudem jüdischer Vorsitzender des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Seit 1993 wird die Moses Mendelssohn Medaille an Persönlichkeiten verliehen, die sich im Sinne und in der Tradition des Denkens von Moses Mendelssohn für Toleranz und Völkerverständigung und gegen Fremdenfeindlichkeit engagiert haben.

Bundespräsident Steinmeier präsentiert DDR-Gemälde

Bundespräsident Steinmeier hat zum 30. Jubiläum des Mauerfalls eine Ausstellung von Gemälden von DDR-Künstlern im Schloss Bellevue eröffnet. Diese Bilder würden als eine Verbeugung vor Künstlern, aber auch vor anderen Kulturschaffenden in der DDR wie Schriftstellern, Musikern und Theaterleuten präsentiert, die etwas riskiert haben, sagte Steinmeier in Berlin. Die Gemälde sollen bis zum 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung im Oktober 2020 im Schloss Bellevue zu sehen sein. Ausgestellt werden unter anderem Gemälde von Hartwig Ebersbach, Angela Hampel und Trak Wendisch. Die in der Eingangsgalerie gezeigten Bilder "zeugen von der Energie, mit der der Wunsch nach Freiheit sich Bahn bricht - nach künstlerischer Freiheit und auch nach politischer Freiheit", erklärte Steinmeier.

Deutscher Kulturrat will auswärtige und innere Kulturpolitik zusammen organisieren

In der Debatte um die neue Ausrichtung der deutschen auswärtigen Kulturpolitik unterstützt der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, die Literaturwissenschaftlerin Sigrid Weigel. Diese plädiert in einer Studie unter anderem dafür, auswärtige und innere Kulturpolitik zusammen zu denken und keine unterschiedlichen Maßstäben anzusetzen. Diesen Gedanken finde er richtig, sagte Zimmermann im Deutschlandfunk Kultur. Es fasziniere ihn, dass jemand an den Grundfesten rüttele. Aber für Zimmermann ist es wichtig, darüber nachzudenken, ob die Struktur richtig sei - also dass auswärtige Kulturpolitik im Außenministerium angesiedelt ist und die innere Kulturpolitik bei der Kulturstaatsministerin im Kanzleramt. Für ihn sei die Studie von Sigrid Weigel ein schlagendes Argument, darüber nachzudenken, die auswärtige und die innere Kulturpolitik nicht nur zusammen zu denken, sondern auch strukturell zusammen zu organisieren.

Neue Villa-Massimo-Direktorin will politische Signale setzen

Die neue Direktorin der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom, Julia Draganovic, will politische Signale setzen. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte sie, sie wolle ihr Pogramm ausdrücklich gegen Populisten und ihr auf Abgrenzung fokussiertes Kulturverständnis ausrichten. Sie sei der Ansicht, dass kulturelle Ausdrucksformen und Austausch von Wissen ein Gegenmittel gegen Populismus seien, weil dadurch ermöglicht werde, die Welt aus anderen Standpunkten zu sehen. Deshalb werde sie auch Künstler in die Villa Massimo einladen, die nicht unbedingt einen deutschen Pass besitzen, aber in der deutschen Kulturszene einen Einfluss haben und in Deutschland leben. Die Villa Massimo ist eine Einrichtung der Bundesrepublik zur Förderung herausragender Künstler der bildenden Künste, der Architektur, Literatur und Musik.

Münchner Kammerspiele "Theater des Jahres"

Die Münchner Kammerspiele sind das "Theater des Jahres" und haben mit "Dionysos Stadt" von Christopher Rüping auch die beste Inszenierung des Jahres auf die Bühne gebracht. Das ist das Ergebnis der jährlichen Umfrage des Fachmagazins "Theater heute", für die mehr als 40 Kritiker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurden. Die Auszeichnung als Theaterstück des Jahres erhielt Elfriede Jelineks "Schnee Weiss". Zur besten Schauspielerin wurde Sandra Hüller gekürt, bester Schauspieler wurde Nils Kahnwald.

Fernsehfilm "Lotte im Bauhaus" in Seoul ausgezeichnet

Im Jubiläumsjahr hat die ARD-Produktion "Lotte im Bauhaus" beim größten Fernsehfilmfestival Asiens zwei Preise erhalten. In der Reihe "Bester Fernsehfilm" und der Kategorie "Beste Schauspielerin". Geehrt wurde damit Alicia von Rittberg, die die Titelfigur verkörperte. Für die "Seoul International Drama Awards" waren nach Mitteilung des Veranstalters 270 Produktionen aus 61 Ländern ins Rennen gegangen.

Tartu wird 2024 Kulturhauptstadt

Tartu, die zweitgrößte Stadt von Estland, wird 2024 "Europäische Kulturhauptstadt". Das teilte das Kulturministerium in der Hauptstadt Tallinn mit, die 2011 selbst diesen Titel trug. Die Universitätsstadt Tartu mit knapp 100.000 Einwohnern wird sich den Titel mit einer österreichischen Stadt teilen. Welche das sein wird, steht noch nicht fest.

Filmfestspiele Venedig eröffnet

In Venedig haben die Internationalen Filmfestspiele begonnen. Eröffnet wurde die 76. Ausgabe mit dem Drama "Die Wahrheit" von Kore-eda Hirokazu aus Japan. Die Hauptrollen spielen Catherine Deneuve und Juliette Binoche. Mit besonderer Spannung wird verfolgt, wie Hollywood sich gegen den Gewinner des Goldenen Löwen im vergangenen Jahr aufgestellt hat: 2018 war er erstmals an eine Produktion von Netflix gegangen.

Richard-Wagner-Festspiele sind zuende gegangen

In Bayreuth sind am Abend die Richard-Wagner-Festspiele zu Ende gegangen. Zum Abschluss stand noch einmal "Tristan und Isolde" in der Regie von Festspiel-Chefin Katharina Wagner auf dem Programm. Zufrieden mit den Festspielen, hatte nur die "Tannhäuser"-Neuinszenierung von Regisseur Tobias Kratzer für Aufsehen gesorgt. Auch im kommenden Jahr sollen vor allem junge Regisseure zum Zuge kommen. Dann wird der 30-jährige Österreicher Valentin Schwarz Wagners "Der Ring des Nibelungen" inszenieren.

Nussbaum-Stiftung erhält 700.000 Euro

Die Felix-Nussbaum-Foundation in Osnabrück hat eine Spende von 700 000 Euro erhalten. Dadurch werde es der Stiftung in Zukunft "mehr als je zuvor möglich sein, das Werk des jüdischen Malers Felix Nussbaum (1904-1944) national und international bekannter zu machen", teilte das Museumsquartier in Osnabrück mit. Die Summe stamme aus dem Nachlass einer Verwandten. Die Foundation wurde 2001 vom Sammlerehepaar Hubert und Irmgard Schlenke gegründet worden. Ziel der Stiftung ist es, die Werke des in Auschwitz ermordeten Felix Nussbaums und anderer Künstler des Exils und Widerstandes in den Jahren 1933-1945 zu erhalten.

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