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Montag, 14.10.2019
 
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Kulturnachrichten

Montag, 26. August 2019

Haftstrafen gegen Journalistin und Schriftsteller im Iran

Im Iran sind Aktivisten zufolge eine Journalistin und ein Schriftsteller zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Die Frauenrechtlerin und Journalistin Marzieh Amiri sei wegen ihrer Teilnahme an einer Demonstration am 1. Mai von einem Gericht in Teheran am Samstag schuldig gesprochen worden, berichtete die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) am Montag. Sie müsse dem Urteil zufolge zehn Jahre in Haft und darüber hinaus 148 Peitschenhiebe über sich ergehen lassen. Zudem sei der Schriftsteller und Satiriker Kiumars Marzban wegen angeblicher Propaganda gegen den islamischen Staat zu insgesamt 23 Jahren Haft verurteilt worden. Die IGFM teilte mit, sie fordere die Freilassung der beiden "friedlichen Intellektuellen".

Banksys Brexit-Bild in Dover verschwunden

Ein meterhohes Wandgemälde des mysteriösen britischen Graffiti-Künstlers Banksy zum Brexit in der südenglischen Hafenstadt Dover ist nicht mehr zu sehen. An der Hauswand in der Nähe des Fährterminals war ein Gerüst aufgebaut, es sieht so aus, als sei die Wand weiß übertüncht worden. Das Bild von Banksy war im Frühjahr 2017 aufgetaucht. Es zeigte die EU-Flagge mit gelben Sternen und einen Arbeiter auf einer Leiter, der dabei war, einen der Sterne mit Hammer und Meißel zu entfernen. Der Künstler, der selbst nie in der Öffentlichkeit auftaucht, hatte auf Instagram bestätigt, dass es sein Werk sei. Das Bild wurde daraufhin auf einen Wert von rund 1,1 Millionen Euro geschätzt. Banksys Streetart taucht inzwischen in aller Welt auf, zuletzt im Mai in Venedig. Ob das aufgemalte Bild vor dem Übertünchen irgendwie konserviert worden ist, ist unklar.

Prozess gegen Ex-Filmmogul Weinstein verschoben

Der für September angesetzte Missbrauchsprozess gegen den früheren Filmproduzenten Harvey Weinstein wird wegen einer neuen Anklage verschoben. Das Gericht in New York entschied übereinstimmenden Medienberichten zufolge, dass die Verhandlung erst im Januar 2020 beginnen soll. Die Staatsanwaltschaft musste eine neue Anklage präsentieren, damit sie unter anderem den Fall eines anderen mutmaßlichen Opfers von Weinstein in den Prozess aufnehmen konnte. Der Strafprozess gegen Weinstein sollte eigentlich am 9. September starten. Mehr als 80 Frauen hatten dem 67-Jährigen seit 2017 sexuelle Übergriffe vorgeworfen, darunter auch namhafte Schauspielerinnen. Bei der Anklage in New York geht es allerdings nur um zwei Vorfälle aus den Jahren 2006 und 2013. Dem Ex-Filmmogul werden Vergewaltigung, kriminelle sexuelle Handlungen und räuberische sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Harvey Weinstein beteuert, jegliche sexuelle Handlungen hätten einvernehmlich stattgefunden.

NRW will Nationalität von Tatverdächtigen nennen

In Nordrhein-Westfalen soll künftig in Presseauskünften die Nationalität aller Tatverdächtigen genannt werden - soweit diese zweifelsfrei feststeht. Der Erlass zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Polizei in NRW werde derzeit entsprechend überarbeitet, teilte das Innenministerium in Düsseldorf mit. Er werbe seit seinem Amtsantritt um Transparenz, erklärte Innenminister Herbert Reul (CDU) die geplante Änderung. Das sollte in Zukunft auch in der Pressearbeit der Polizei noch konsequenter umgesetzt werde. Künftig solle gelten: "Wir nennen alle Nationalitäten von Tatverdächtigen, die wir sicher kennen - selbstverständlich auch die von deutschen Tatverdächtigen. Ich bin der festen Überzeugung, dass diese Transparenz das beste Mittel gegen politische Bauernfängerei ist", sagte Reul.

Wissenschaftler basteln an seltenem Nashorn-Baby

Wissenschaftler in einem Labor in Italien versuchen, mittels künstlicher Befruchtung das Nördliche Breitmaulnashorn vor dem Aussterben zu bewahren. Wie das verantwortliche Unternehmen Avantea bekannt gab, ist es gelungen, sieben von zehn zur Verfügung stehenden Eizellen der letzten beiden noch lebenden Nashorn-Weibchen dieser Art zu befruchten. "Wir rechnen damit, dass einige davon, sich zu einem Embryo entwickeln", sagte Avantea-Gründer Cesare Galli. Wissen werde man das aber erst in einigen Tagen. Das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn starb im März 2018 im Alter von 45 Jahren. Experten hoffen nun, dass sie mit zuvor eingefrorenem Sperma doch noch einen Nachkommen zeugen können. Den beiden Weibchen wurden vergangene Woche mehrere Eizellen entnommen. Die Forscher haben die Hoffnung, dass sie irgendwann wieder eine Herde von mindestens fünf dieser Rhinozerosse zeugen können.

Erster Possehl-Kunstpreis für Doris Salcedo

Die kolumbianische Künstlerin Doris Salcedo (*1958) erhält in Lübeck den Possehl-Preis für Internationale Kunst und wird mit einer Werkschau in der Kunsthalle St. Annen geehrt. Die international renommierte Künstlerin beschäftigt sich in Objekten, Skulpturen und großen ortsspezifischen Installationen mit den Auswirkungen von Gewalt und Ausgrenzung in ihrer Heimat Kolumbien und anderen Regionen der Welt. Ihre Werke waren bereits in der Londoner Tate Modern und im Guggenheim Museum in New York zu sehen. Die Jury befand, dass Doris Salcedo poetische Bilder für politische Herrschaftssysteme, Rassismus und systematische Ungleichbehandlungen finde und ihr Werk "von höchster Relevanz für unsere Gegenwart" sei. Der Possehl-Preis für Internationale Kunst wird in diesem Jahr erstmals vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert.

Katja Gehrmann erhält NRW-Kinderbuchpreis

Katja Gehrmann erhält den Kinderbuchpreis des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) für ihr Buch "Stadtbär". Das teilte die Kultur- und Wissenschaftsministerin des Bundeslandes, Isabel Pfeiffer-Poensgen, mit. In ihrem Buch erzähle die 51-jährige Autorin kindgerecht eine originelle Geschichte über Anpassung und Anderssein, sagte die Ministerin. Katja Gehrmann studierte Illustration in Mexiko, Spanien und in Hamburg. Für ihre Illustrationen hat sie zahlreiche Preise gewonnen, u.a. den "Goldenen Apfel" der Biennale in Bratislava. NRW zeichnet mit dem Kinderbuchpreis herausragende Bücher aus, die besonders für erste Leseerfahrungen von Kindern geeignet sind. Die Preisverleihung der mit 5000 Euro dotierten Auszeichnung findet im November in Hattingen statt. Nordrhein-Westfalen ist das einzige Bundesland, das einen eigenen Kinderbuchpreis zur Leseförderung auslobt.

Erstmals Youtuber mit mehr als 100 Millionen Followern

Der schwedische Youtuber PewDiePie hat als erste Einzelperson die Marke von mehr als 100 Millionen Abonnenten durchbrochen. PewDiePie, der mit bürgerlichem Namen Felix Kjellberg heißt, spielt Videogames und kommentiert die Aufnahmen. In jüngster Zeit hat PewDiePie vor allem Videos veröffentlicht, die sich mit dem populären Spiel Minecraft beschäftigen. Mit seinem Kanal soll er laut Schätzungen pro Jahr rund 13 Millionen Euro verdienen. Der Youtuber ist allerdings nicht unumstritten. Kritiker warfen ihm 2017 vor, er habe sich wiederholt rassistisch und antisemitisch geäußert. Kjellberg sagte damals zu den Vorwürfen, dass er Antisemiten und Neonazis "in keinster Weise" unterstütze. Auch YouTube befand, dass die betroffenen Clips nicht gegen die Richtlinien des Unternehmens verstoßen.

Israel verbietet Konzert nur für Männer

Ein Gericht in der israelischen Stadt Haifa verbietet ein Konzert, dass für ein ausschließlich männliches Publikum ausgelegt war. Die Stadt habe nicht überzeugend begründet, warum Frauen die Teilnahme an der Veranstaltung verweigert werde, zitiert die Zeitung "Haaretz" das dortige Bezirksgericht. Das Konzert wird aus städtischen Geldern finanziert. Solle Frauen die Teilnahme aus inhaltlichen Gründen verboten werden, müsse es angemessene rechtliche und sachliche Gründe dafür geben, so das Gericht. Dies habe die Stadt versäumt. Das Urteil folgt auf eine Petition der Frauenrechtsgruppe "Israels Women's Network" gegen die Stadt und zwei Musiker.

Fernsehkritikerin Simon-Zülch gestorben

Die Fernsehkritikerin und Publizistin Sybille Simon-Zülch ist tot. Sie starb nach Angaben ihres Mannes im Alter von 74 Jahren am Samstag in Bremen. Simon-Zülch schrieb seit Ende der 1970er Jahre Hörfunk- und Fernsehkritiken, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Rundschau und für epd medien. In der Stuttgarter Zeitung hatte sie zudem eine wöchentliche Fernsehkolumne. 1986 gehörte sie zu den Gründern der Bremer Lokalausgabe der taz, für die sie einige Jahre als Kulturredakteurin arbeitete. Simon-Zülch war Mitglied verschiedener Jurys für Fernsehpreise, darunter des Grimme Preises, des Deutschen Fernsehpreises und des Robert Geisendörfer Preises. Im Jahr 2000 wurde sie mit dem Deutschen Preis für Medienpublizistik, dem Bert Donnepp Preis, ausgezeichnet.

Immer weniger Videotheken in Deutschland

Die Zahl der Videotheken in Deutschland ist stark zurückgegangen. Das geht auf Angaben des Interessenverbandes des Video- und Medienfachhandels in Deutschland, IVD, zurück. Demnach gab es hierzulande 2014 noch mehr als 1.500 Videotheken, im vergangenen Jahr waren es weniger als 500. Als Grund sehen Experten vor allem den Trend zu Streaming-Diensten. Für IVD-Vorstand Jürgen Weinrich ist auch Online-Piraterie ein Problem. Illegale Seiten müssten effizienter gesperrt, Betreiber am Hochladen gehindert und verstärkt von der Polizei angegangen werden. Leider gingen daher nicht nur jüngere Leute weniger in Videotheken, so Weinrich. Das Durchschnittsalter der Kunden tendiere definitiv nach oben.

Plácido Domingo in Salzburg gefeiert

Opernstar Plácido Domingo ist bei seinem ersten Auftritt nach Bekanntwerden von Belästigungsvorwürfen begeistert empfangen worden. Bei den Salzburger Festspielen gab es laut Medienberichten Jubel und Applaus für den 78-Jährigen. Das Gesangsensemble der Verdi-Oper "Luisa Miller" betrat schon vor der Aufführung die Bühne. Das Publikum sei unter Bravo-Rufen nahezu geschlossen aufgestanden. Mehrere Frauen werfen Domingo sexuelle Belästigung und unangemessenes Verhalten vor. In den USA hatten die Oper in San Francisco und das Philadelphia Orchestra daraufhin geplante Konzerte abgesagt. Die Präsidentin der Salzburger Festspiele, Helga Rabl-Stadler, erklärte, sie halte es für sachlich falsch und menschlich unverantwortlich, zum derzeitigen Zeitpunkt endgültige Urteile und darauf beruhende Entscheidungen zu fällen.

Unterstützung für entlassene Kunstexpertin Hollberg

Nach der überraschenden Entlassung der deutschen Kunstexpertin Cecilie Hollberg von ihrem Posten in der Galleria Dell'Accademia in Florenz haben sich mehrere Museumsdirektoren hinter ihre Kollegin gestellt. Die Entscheidung, den Vertrag von Hollberg vorzeitig zu beenden und nicht zu verlängern, sei "zutiefst" bedauerlich, hieß es in der veröffentlichten Erklärung. Unterzeichnet wurde sie von 15 derzeitigen oder früheren Museumsdirektoren, darunter Anna Coliva von der Galleria Borghese in Rom und Peter Assmann vom Palazzo Ducale in Mantua. Sie lobten Hollberg für "die Kompetenz, den Einsatz, die Hingabe, die Kreativität, die Loyalität, die Erfolge", die sie in vier Jahren an der Galleria Dell'Accademia bewiesen habe. Die Galleria ist weltweit für Michelangelos David-Skulptur bekannt und gehört zu den meistbesuchten Museen in Italien. Hollberg ist nicht die einzige ausländische Museumsdirektorin, die nach einer Museumsreform der Regierung Italien verlässt.

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