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Kulturnachrichten

Samstag, 17. August 2019

Türkischer Star-Pianist spielt gegen Abholzung von Wäldern

Große Proteste gegen die Abholzung von Wäldern durch eine kanadische Gold-Bergbaufirma in der Nordwesttürkei dürften am Sonntag noch einmal mehr Aufmerksamkeit bekommen: Der international bekannte türkische Pianist und Komponist Fazil Say will für die Demonstranten und gegen die massive Rodung in der Provinz Canakkale ein Konzert geben. Es würden mehr als 10.000 Besucher erwartet, sagte der stellvertretende Bürgermeister der Provinzhauptstadt. Say hatte via Twitter öffentlich zum Konzert geladen, das helfen soll "das Massaker an der Natur zu stoppen". Die Proteste hatten Anfang August begonnen. Die Demonstranten, die mitunter zu Tausenden kamen, sagen, dass für den Goldabbau weit mehr Bäume gerodet würden als ursprünglich vorgesehen. Die Zahlen variieren. Dem Forstwirtschaftsprofessor Doganay Tolunay von der Universität Istanbul und Aktivisten zufolge sollen in dem Goldgrubengebiet bereits rund 200.000 Bäume gefällt worden sein, viel mehr als in einem Umweltbericht von 2013 geplant.

Zeichentrickfilmer Richard Williams verstorben

Der Zeichentrickfilmer, Regisseur und Filmproduzent Richard Williams ist tot. Williams, der durch seine Arbeit an dem Film "Falsches Spiel mit Roger Rabbit" bekannt wurde und dafür zwei Oscars erhielt, wurde 86 Jahre alt. Die Karriere des Kanadiers spannte vom "Golden Age of Animation" in den 50er und 60er Jahren bis zur Beginn der Computeranimation in den 1990er Jahren. Sein Werk "Falsches Spiel mit Roger Rabbit" verband Live-Schauspiel mit Cartoon-Ausschnitten aus allen Ären. In seinem eigenen Studio, das er in England eröffnete, arbeiteten unter anderem die ehemaligen Disney-Angestellten Art Babbitt, der Schöpfer von Goofy, und Milt Kahl, der den Dschungelbuch-Tiger Shir Khan animierte.

Goldener Leopard für den Spielfilm "Vitalina Varela"

Den Goldenen Leoparden, den Hauptpreis des 72. Internationalen Filmfestivals Locarno, hat der Spielfilm "Vitalina Varela" des Regisseurs Pedro Costa aus Portugal gewonnen. Das gab die Jury unter Vorsitz der französischen Autorin und Regisseurin Catherine Breillat bekannt. Der von suggestiven Bildern geprägte avantgardistische Spielfilm schildert das Leben einer armen Frau von den Kapverdischen Inseln, die in Lissabon ums Überleben kämpft. Als beste Schauspielerin wurde die von den Kapverden stammende Vitalina Varela, die sich im Gewinnerfilm sozusagen selbst spielt, ausgezeichnet. Den Preis als Bester Schauspieler erhielt der Brasilianer Regis Myrupu, der in der brasilianisch-französisch-deutschen Koproduktion "A Febre" ("Fieber") die Hauptrolle eines indigenen Hafenarbeiters spielt. Die Auszeichnung für die beste Regie ging an den Franzosen Damien Malivel für "Les Enfants d'Isadora" ("Die Kinder von Isadora"). Der deutsche Beitrag "Das freiwillige Jahr" von Ulrich Köhler und Henner Winckler ging leer aus.

Schauspieler Peter Fonda mit 79 Jahren gestorben

Der amerikanische Schauspieler Peter Fonda, der durch den Kult-Film "Easy Rider" berühmt wurde, ist tot. Er sei am Freitag in seinem Haus in Los Angeles an den Folgen von Lungenkrebs gestorben, teilte die Familie des Schauspielers mit. Der Sohn von Hollywood-Star Henry Fonda und der jüngere Bruder von Jane Fonda wurde 79 Jahre alt.

Klage im Knabenchor-Streit abgewiesen

Das Berliner Verwaltungsgericht hat die Klage eines neunjährigen Mädchens zur Aufnahme in einen Berliner Knabenchor zurückgewiesen. "Die Ausrichtung des Klangbildes eines Chores gehört zur Kunstfreiheit", sagte der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung. Auch sah es das Gericht als erwiesen an, dass es einen "Knabenchorklang" gebe. Die Ablehnung sei insofern nicht an ein biologisches Geschlecht geknüpft. Bei der Klage, bei der das Recht auf Gleichbehandlung der Geschlechter gegen das Recht der Kunstfreiheit abzuwägen gewesen sei, handele es sich um einen "Pilotfall", hieß es. Dieser werde möglicherweise in höheren Instanzen weiter behandelt. Die Klägerin habe das Recht, Berufung einzulegen.

Gutachten entlastet Regisseur Serebrennikow

Im umstrittenen Prozess gegen den Moskauer Starregisseur Kirill Serebrennikow gibt es möglicherweise eine Wende. Eine von der Richterin in Auftrag gegebene zweite Expertise entlastet den Künstler und sein Team vom Vorwurf, staatliche Zuschüsse in Millionenhöhe veruntreut zu haben. Das teilte Serebrennikows Anwalt mit. Das neue Sachverständigen-Gutachten ergab demnach auch, dass Serebrennikows Theaterprojekt deutlich mehr gekostet habe als die bereitgestellten Fördergelder. Die Richterin stellte zudem fest, dass die Umsetzung des Projekts ein bedeutendes kulturelles Ereignis gewesen sei. Die Verteidigung fordert, das aus ihrer Sicht konstruierte Strafverfahren gegen Serebrennikow einzustellen. Die Anklage gegen den zuletzt auch an den Opern in Stuttgart und Hamburg gefeierten Künstler gilt als politisch motiviert.

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