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Dienstag, 22.10.2019
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 15. August 2019

Gerhard Richter will Kunstwerke nach Berlin geben

Der Künstler Gerhard Richter ist bereit, einige seiner Werke dem geplanten Museum der Moderne in Berlin zur Verfügung zu stellen. Das teilte Kulturstaatsministerin Grütters mit und bezeichnete die Zusage als Vertrauensbeweis und große Ehre für die Nationalgalerie. "Damit wird Gerhard Richters Werk dauerhaft und in einer weltweit renommierten Institution präsentiert, und zwar im Kontext anderer wegweisender Werke des 20. Jahrhunderts." Zuletzt hatte der Künstler ein eigenes Museum in seinem Wohnort Köln abgelehnt. Einen Teil seiner Kunstwerke will der 87-Jährige in seine Geburtsstadt Dresden geben, wo sich das Gerhard-Richter-Archiv befindet. Richter ist der höchstdotierte lebende Maler der Welt. Er gilt als derjenige, der die schon fast totgesagte Malerei in den 60er Jahren neu erfunden hat.

Tübinger Poetik-Dozentur mit Knausgård und Schalansky

Die Schriftsteller Karl Ove Knausgård und Judith Schalansky sind Gast der diesjährigen Tübinger Poetik-Dozentur im Dezember. Die literarische Veranstaltungsreihe findet zum 33. Mal statt, wie die Universität Tübingen mitteilte. Knausgård gilt als einer der einflussreichsten norwegischen Schriftsteller seiner Generation. Sein sechs Bände umfassender autobiografischer Romanzyklus "Min Kamp" erregte internationales Aufsehen und erhielt zahlreiche Preise. Schalanskys 2008 erschienenes literarisches Debüt "Blau steht dir nicht" erzählt von einer Kindheit an der Ostseeküste der DDR. 2009 wurde ihr aufwendig selbst gestaltetes Buch "Atlas der abgelegenen Inseln" von der Stiftung Buchkunst als "Schönstes deutsches Buch des Jahres" ausgezeichnet.

Bildungsstudie: Sachsen wieder auf dem ersten Platz

Sachsen steht im Vergleich der Bundesländer bei der Bildung weiterhin an der Spitze. Das geht aus dem "Bildungsmonitor 2019" hervor, den die wirtschaftsnahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) vorgelegt hat. Der Freistaat landete im jährlichen Länderranking zum 14. Mal in hintereinander auf Platz eins. Es folgen Bayern und Thüringen. Letzter im Bildungsvergleich ist Berlin. "Die Schlusslichter setzen die falschen Prioritäten, experimentieren herum, kümmern sich nicht genug um die Schwächsten", kritisierte INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr deren Bildungspolitik. Die Länder an der Spitze verfolgten dagegen seit Jahren eine kontinuierliche Bildungsstrategie. Eines der größten Probleme ist laut "Bildungsmonitor" die gestiegene Schulabbrecherquote in Deutschland. Innerhalb eines Jahres sei diese von 5,7 Prozent im Jahr 2016 auf 6,3 Prozent im Jahr 2017 gestiegen - unter Ausländern habe es sogar einen Anstieg von 14,2 auf 18,1 Prozent gegeben.

Konzert mit Domingo in Elbphilharmonie soll stattfinden

Die Hamburger Elbphilharmonie hält nach den Vorwürfen mehrerer Frauen gegen Opernstar Plácido Domingo an dem Konzert im November fest. "Vorbehaltlich weiterer Entwicklungen" werde Domingo am 27. November auftreten, teilte die Elbphilharmonie mit. "Als öffentliche Institution können wir sexuelle Übergriffe weder tolerieren noch verharmlosen, sind aber in unserem Handeln auch an rechtsstaatliche Prinzipien gebunden", sagte Intendant Christoph Lieben-Seutter. Für den Auftritt bestünden gültige Verträge mit dem Veranstalter des Konzertes. In den USA hatten die Oper in San Francisco und das Philadelphia Orchestra geplante Konzerte mit Domingo abgesagt. Die Salzburger Festspiele wollen ihn wie geplant im August singen lassen.

Ausländische Studierende zieht es nach Deutschland

Die Bundesrepublik ist einer Untersuchung zufolge zum beliebtesten nicht-englischsprachigen Gastland für Studiernde aus aller Welt aufgestiegen. Nach den USA, Großbritannien und Australien waren in Deutschland im Jahr 2016 die meisten ausländischen Studierenden eingeschrieben. Damit hat Deutschland Frankreich als viertbeliebtestes Land überholt. Das geht aus dem Bericht "Wissenschaft weltoffen 2019" hervor, den der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) vorlegen. Im Jahr 2016 haben demnach fast 252 000 sogenannte Bildungsausländer an deutschen Hochschulen studiert - rund 16 000 mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahlen sind auch in den Folgejahren weiter gestiegen.

Grütters: Kunstfreiheit durch Rechtspopulismus in Europa bedroht

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sieht die Freiheit der Kunst durch zunehmenden Rechtspopulismus in Europa bedroht. Je schärfer der Wind der Globalisierung wehe, desto mehr erstarkten rechtspopulistische Bewegungen in Europa, auch in Deutschland, sagte Grütters in Münster. Presse- und Meinungsfreiheit, Unabhängigkeit der Justiz und die Freiheit der Kunst seien heute nicht mehr überall in Europa garantiert, sondern bedroht. Dabei könne gerade die Kunst eine wichtige Aufgabe bei der Suche nach Heimat und Identitätsstiftung übernehmen. Grütters betonte die Notwendigkeit einer Erinnerungskultur und warb für lebendige Orte der Verständigung, an denen Vielfalt, Toleranz und Weltoffenheit gelebt würden. Der Vortrag war Teil einer Veranstaltungsreihe des Bistums Münster unter dem Motto "Warum ich Europäer bin".

Forscher: "Fridays for Future" hat Parallelen zu Woodstock

Der Kultursoziologe Frank Hillebrandt sieht Parallelen zwischen der "Fridays for Future"-Bewegung und dem Musikfestival von Woodstock. Die Popmusik habe es ermöglicht, alternative Haltungen auszudrücken, sagte der Wissenschaftler im Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Heute sehen wir mit 'Fridays for Future' ein ähnliches Projekt, bei dem sich etwas Bahn bricht, das sich lange aufgestaut hat", so Hillebrandt. Viele Elemente der heutigen Alltagskultur wurzelten in der Hippiezeit, als deren Höhepunkt das Musikfestival gilt. "Das gemeinsame Machen, die flachen Hierarchien, die für neue Produktionsfelder auch sehr wichtig und heute eigentlich Standard sind, das alles kommt aus der Hippiekultur und auch mittelbar von Woodstock", so der Wissenschaftler, der an der Fern-Universität in Hagen zu Themen der Popkultur forscht.

US-Kleinstadt Bethel erinnert an 50 Jahre Woodstock

In Bethel im US-Bundesstaat New York hat heute vor 50 Jahren das Woodstock-Festival begonnen. Zu dem dreitägigen Open-Air-Konzert waren im August 1969 60.000 Besucher erwartet worden, aber es erschienen bis zu 500.000 Musikfans. Ab heute wird daran auf dem ehemaligen Festival-Gelände erinnert. Auftreten werden unter anderem Ringo Starr und die Musikgruppe Santana.

Erfolg für Koskys Operettendebüt in Salzburg

Die Neuinszenierung von Jacques Offenbachs Operette "Orpheus in der Unterwelt" ist bei den Salzburger Festspielen vom Publikum gefeiert worden. Regisseur Barrie Kosky, Intendant der Komischen Oper in Berlin, hatte alle Register des Bühnenhandwerks gezogen. Das Hauptaugenmerk seiner Inszenierung lag auf einem freizügigen Spiel mit Geschlechterrollen und primären Geschlechtsmerkmalen. Die ließen das Spektakel zuweilen zu einem schrillen Travestietheater werden. Im Orchestergraben saßen die Wiener Philharmoniker. Sie wurden vom italienischen Dirigenten Enrique Mazzola geleitet. Er ist der erste ständige Gastdirigent der Komischen Oper, die das Stück mit den Salzburger Festspielen koproduziert hat. Am Ende der dreistündigen Aufführung tobte das vollbesetzte Haus.

Kathedrale Notre-Dame immer noch einsturzgefährdet

Die brandgeschädigte Pariser Kathedrale Notre-Dame ist weiterhin vom Einsturz bedroht. Während der jüngsten Hitzewelle seien weitere Steine aus dem Gewölbe des Kirchenschiffs heruntergestürzt, teilte das französische Kulturministerium mit. Bei dem Brand am 15. April waren das Dach und der Spitzturm der gotischen Kathedrale zerstört worden. Hunderte Tonnen hochgiftiges Blei, die dort verbaut worden waren, schmolzen in der Hitze. Der Wind blies die Partikel weit über das Kirchengelände hinaus. Das französische Enthüllungsportal "Mediapart" hatte vor kurzem berichtet, das Ministerium habe Warnungen von Arbeitsschutzexperten zur Bleibelastung mehrfach ignoriert. Dies wies das Ministerium zurück. Auslöser des Brandes war Ermittlern zufolge vermutlich eine brennende Zigarette oder ein Kurzschluss. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Fahrlässigkeit.

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