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Kulturnachrichten

Samstag, 10. August 2019

Nancy Reddin Kienholz gestorben

Die US-amerikanische Fotografin, Objektkünstlerin und Konzeptkünstlerin Nancy Reddin Kienholz ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Kienholz starb bereits am 7. August, wie heute bekannt wurde. Von 1972 arbeiteten sie und ihr Ehemann Edward zusammen als Künstlerpaar, wobei ihr Anteil an der gemeinsamen Arbeit zunächst nicht bekannt gemacht wurde. Erst 1981 gab Edward Kienholz bekannt, dass die ihm zugeschriebenen Arbeiten schon seit 1972 Gemeinschaftswerke waren. Die beiden gelten als zwei der führenden neodadaistischen Künstler. Ab dem Jahr 1973 lebte und arbeitete Nancy Kienholz abwechselnd in Deutschland (in Köln und Berlin) und in den USA. Nancy Kienholz arbeitete mit ihrem Ehemann bis zu dessen Tod im Jahr 1994 zusammen und inszenierte noch seine Beerdigungszeremonie als künstlerischen Akt.

Deutsches Kino beim Filmfestival Locarno

Beim Filmfestival in Locarno kommt das deutsche Kino bisher gut an. Die Firma "Komplizen Film" erhielt den "Premio Raimondo Rezzonico", eine der renommiertesten Ehrungen für Filmproduzenten. Der von der Produktionsfirma mitfinanzierte brasilianisch-französisch-deutsche Spielfilm "A Febbre" ("Fieber") läuft im Wettbewerb und dürfte Chancen bei der Jury haben. Beifall bekam auch "Das freiwillige Jahr" der Regisseure Ulrich Köhler und Henner Winckler. Patrick Vollrath zeigte sein Spielfilmdebüt "7500" außer Konkurrenz im Rahmen der Festival-Freiluftaufführungen für bis zu 8000 Zuschauer. Der Film hat eine Chance auf den begehrten Publikumspreis. Die deutsch-österreichische Ko-Produktion "Space Dogs" des Regie-Duos Elsa Kremser und Levin Peter kann auf eine Auszeichnung in der Nachwuchs-Sektion hoffen.

Homosexuelle demonstrieren in Prag

Tausende Menschen haben in Prag für mehr Akzeptanz von Schwulen und Lesben demonstriert. Sie zogen am Samstag mit vielen Regenbogenfahnen und in schrillen Kostümen durch die Altstadt der tschechischen Metropole. Die neunte "Prague Pride" rief unter dem Motto "Gemeinsam in nächster Nähe" zu mehr Toleranz für Zuneigungsbekundungen in der Öffentlichkeit auf. Streng christliche Gruppen hatten zu einer Gegendemonstration aufgerufen. Die Teilnehmer hielten Schilder hoch wie "Tschechien ist nicht Sodom und Gomorrha". Die Polizei war mit Anti-Konflikt-Teams vor Ort. Seit 2006 können sich gleichgeschlechtliche Paare in Tschechien in einer eingetragenen Partnerschaft binden. Eine Ehe für alle gibt es indes nicht.

Warnung vor neuer Qualität des Antisemitismus

Der Verwaltungschef der jüdischen Gemeinde in Düsseldorf, Michael Szentei-Heise, hat vor einer neuen Qualität des Antisemitismus gewarnt. Was früher nur anonym geäußert worden sei, geschehe heute "unter voller Namensnennung" samt akademischem Titel, sagte er im Deutschlandfunk. Mitverantwortlich dafür sei die AfD, die als "geistiger Brandstifter" fungiere. Sie sorge mit ihrem Auftreten und bestimmten Aussagen dafür, dass die Gesellschaft insgesamt verrohe und die Grenzen des Sagbaren verschiebe, so Szentei-Heise weiter. Außerdem warnte er, dass Worten Taten folgen könnten.

Auftritt der Band Mashrou Leila verhindert

Eine der erfolgreichsten Bands der arabischen Welt, Mashrou Leila, darf heute nicht auf dem größten Musikevent des Libanon in Byblos auftreten. Der Leadsänger der Gruppe, Hamed Sinno, ist bekennender Homosexueller und setzt sich für die Rechte von Schwulen im Nahen Osten ein, wie der Westdeutsche Rundfunk berichtet. Dafür wird die Band regelmäßig von Christen kritisiert und bedroht. Maronitisch-katholische Geistliche werfen Mashrou Leila Gotteslästerung und eine Verletzung religiöser Gefühle vor. Zudem würden die vier Männer Zwietracht zwischen den Konfessionen sähen. Die Band selbst macht stets geltend, dass sie verschiedenen Glaubensrichtungen angehören. Aus Angst vor Ausschreitungen sagte der Veranstalter den Auftritt ab.

Wiederaufbau von Notre-Dame wird fortgesetzt

Die Wiederaufbauarbeiten an der Pariser Kathedrale Notre-Dame sollen am 19. August weitergehen, teilte die Präfektur der Region Ile-de-France mit. Die Arbeiten waren am 25. Juli unterbrochen worden, weil die Bleibelastung zu hoch war. Die neue Arbeitsausrüstung werde nach Behördenangaben verhindern, dass "verschmutzende Elemente nach außen" freigesetzt würden, hieß es. Die Pariser Behörden haben letzten Monat eine gründliche Reinigung und Entfernung gefährlicher Substanzen in Schulen in der Nähe der Kathedrale angeordnet. Diese wurden beim Brand im April schwer beschädigt, da Tonnen giftiger Bleipartikeln vom Metalldach in die Luft freigesetzt wurden. Die Dekontaminierungsarbeiten enden voraussichtlich, bevor die Kinder im September zur Schule zurückkehren.

Ehrenpreis für Hilary Swank beim Filmfest Locarno

Hollywood-Star Hilary Swank ("Million Dollar Baby", "Eleanor & Colette") ist auf dem 72. Internationalen Filmfestival Locarno mit einem "Leopard Club Award" ausgezeichnet worden. Der Ehrenpreis würdigt ihre schauspielerischen Leistungen. In ihrer kurzen Dankesrede sagte Hilary Swank, sie sei stolz auf den Preis, weil er ihr zeige, dass richtig und wichtig ist, was sie tue. Lili Hinstin, die künstlerische Leiterin des Festivals, bezeichnete Swank als "Schauspielerin, die das Bild der Frauen im Kino mit ihrer stets mutigen Rollenwahl entscheidend modernisiert hat."

Mädchen verklagt Knabenchor wegen Diskriminierung

Knabenchöre werden wegen möglicher Diskriminierung ein Fall fürs Gericht. In der kommenden Woche befasst sich das Verwaltungsgericht Berlin mit der Frage, ob der Berliner Staats- und Domchor ein reiner Knabenchor bleibt oder auch ein Mädchen aufnehmen muss. Geklagt hat den Angaben zufolge ein neunjähriges Mädchen beziehungsweise dessen Mutter.

Griechischer Objektkünstler Takis gestorben

Der griechische Objektkünstler Takis ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Takis, als Panagiotis Vassilakis geboren, war ein Pionier der kinetischen Kunst, die sich magnetischer Effekte bedient. Eine seiner bekanntesten Arbeiten ist die Installation "Lichtsignale" in La Défense bei Paris. Die griechische Kulturministerin Lina Mendoni würdigte Takis als "Pionier, dessen kindliche Neugier auf die Kräfte des Universums nie versiegte". Zurzeit würdigt ihn eine Einzelausstellung in der Tate Modern in London.

Intendant Canbay bei Einreise in Türkei festgenommen

Der Intendant des Hamburger Mut!Theaters, Mahmut Canbay, ist bei seiner Einreise in die Türkei festgenommen worden. Er sei acht Stunden lang verhört worden, sagte Canbay der Deutschen Presse-Agentur. Man habe ihn gezwungen, sein Smartphone zu entsperren und habe alle Mails, Kontakte und Chats überprüft. Unter anderem sei er zu einer Karikatur des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan befragt worden, die ihm ein Bekannter per Whatsapp zugeschickt hatte. Auf dieser wird Erdogan als Diktator dargestellt. Schließlich sei er in eine Maschine nach Köln gesetzt worden. Außerdem habe man ihm ein Einreiseverbot erteilt. Canbay wollte mit einer Jugendgruppe an einem Theaterfestival in der westtürkischen Metropole Izmir teilnehmen. Er ist Intendant des Mut!Theaters im Hamburger Schanzenviertel.

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