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Mittwoch, 11.12.2019
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 7. August 2019

Münchner Filmpreis für Gisela Schneeberger

Die Schauspielerin und Kabarettistin Gisela Schneeberger bekommt den Filmpreis der bayerischen Landeshauptstadt München. Das hat ein Stadtratsausschuss entschieden. Die Jury würdigte Schneeberger als "Münchner Stimme": "Manchmal a bisserl gschnappig, meist selbstbewusst, witzig und kritisch, wütend und empört, bayerisch und nahbar, sympathisch und liebenswert." Die Auszeichnung ist mit 10 000 Euro dotiert und soll im November verliehen werden. Schneeberger wurde vor allem durch ihre Zusammenarbeit mit Gerhard Polt bekannt, mit dem sie zahlreiche Sketche drehte.

"Prinzen"-Sänger Krumbiegel singt gegen Rechts

Der Sänger der Popband "Die Prinzen", Sebastian Krumbiegel, hat einen Popsong gegen Demokratiefeindlichkeit und Rechtspopulismus herausgebracht. Kurz vor den Landtagswahlen in den drei ostdeutschen Bundesländern Brandenburg, Sachsen und Thüringen hat Krumbiegel seinen Song "Die Demokratie ist weiblich" geschrieben. Er habe schon immer versucht, seine Bühne für mehr zu nutzen als für Herz und Schmerz, schrieb er auf seiner Homepage. In dem Musikvideo zu dem Lied wird Krumbiegel von über 60 Prominenten unterstützt, darunter Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer, Iris Berben und Till Schweiger.

Israel zeigt unveröffentlichte Kafka-Zeichnungen

Nach jahrelangem Rechtsstreit hat die israelische Nationalbibliothek bisher unveröffentlichte Zeichnungen des Schriftstellers Franz Kafka (1883-1924) präsentiert. Die Zeichnungen sind Teil des Nachlasses des Kafka-Freundes Max Brod (1884-1968). Darin sind Briefe, Manuskripte und Zeichnungen, die sich zuletzt in Banksafes in Zürich befunden hatten. Vor rund zwei Wochen habe man den letzten und damit den vielleicht wertvollsten Teil des Nachlasses von Max Brod bekommen, sagte der zuständige Archivar Stefan Litt in Jerusalem. Der Nachlass beinhaltet 60 Mappen mit Originaldokumenten, insgesamt mit Tausenden Seiten. Darunter habe sich auch ein bisher unbekanntes Heft mit Skizzen von Kafka befunden. Litt erhofft sich neue Erkenntnisse über Kafkas Persönlichkeit durch dessen Zeichnungen.

UN fordert Engagement für bedrohte Sprachen

Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen (UN) fordern eine Aktionsdekade zur Rettung indigener Sprachen. Viele dieser weltweit rund 7.000 Sprachen seien bedroht, vierzig Prozent seien in Gefahr, ganz zu verschwinden, heißt es in einer UN-Erklärung. Gründe dafür seien historische staatliche Politik, Diskriminierung und die Assimilierung von Minderheiten. Indigene Sprachen seien notwendig für die Wahrnehmung der Menschenrechte und Teil des reichen sprachlichen und kulturellen Erbes der indigenen Völker. Sprache sei für die Menschenwürde sowie für die kulturelle und politische Selbstbestimmung von entscheidender Bedeutung. Auch transportierte sie die Weisheit des traditionellen Umweltwissens und sei damit der Schlüssel zur Bekämpfung des Klimawandels und zum Leben in Frieden. Innerhalb weniger Jahre könne mit einer Aktionsdekade die Zerstörung bedrohter Sprachen rückgängig gemacht werden, so die UN-Experten. Die UN-Mitgliedstaaten sollten indigene Sprachen durch Gesetze und andere Strategien schützen und fördern.

China verbietet Teilnahme bei Filmfestival in Taiwan

Die Führung in Peking hat die Teilnahme chinesischer Filme und Schauspieler bei einem renommierten Filmfestival in Taiwan verboten. Zum Festival gehören auch die Golden Horse Awards im November, die zu den prestigeträchtigsten Preisen im asiatischen Filmgeschäft zählen. Die Ankündigung zum Verbot wurde als Kurzmitteilung einer der Regierung nahe stehenden Zeitung verbreitet. Ein Grund wurde nicht genannt. Vor wenigen Tagen hatte China ab September auch Individualreisen nach Taiwan untersagt, was als Versuch gewertet wird, dem Land finanziellen Schaden zuzufügen, um die Insel zu Gehorsam zu bewegen. Taiwan wird seit 1949 unabhängig von Festlandchina regiert, Peking sieht es als abtrünnige Provinz an. Zuletzt hatte die chinesische Regierung in Weißbüchern zur Militärstrategie festgehalten, sich eine Rückeroberung der Insel mit militärischen Mitteln vorzubehalten.

Internationales Filmfestival Locarno beginnt

Das Internationale Filmfestival Locarno in der Schweiz beginnt am Abend mit dem Debütfilm "Magari" der Italienerin Ginevra Elkann. Die 72. Ausgabe des renommierten Festivals setzt auch weiterhin statt auf große Namen auf Frische - junge Filmkünstler dominieren. Damit bleibt die neue Leiterin des Festivals, die Französin Lili Hinstin, dem Konzept verbunden, mit dem der Italiener Carlo Chatrian als künstlerischer Leiter in den vergangenen sieben Jahren enormen Erfolg hatte. Auf den Hauptpreis, den Goldenen Leoparden, hofft auch das deutsche Regie-Duo Ulrich Köhler ("Schlafkrankheit") und Henner Winckler ("Lucy"). Im Spielfilm "Das freiwillige Jahr" beleuchten sie ein Vater-Tochter-Drama im Spannungsfeld sozialer Entwicklungen. Insgesamt beteiligen sich 16 Filme aus aller Welt am Internationalen Wettbewerb, dem Herzstück des Festivals.

Metropolitan Museum will Plattform für Debatten sein

Der Direktor des Metropolitan Museum of Art in New York, Max Hollein (50), sieht in Ausstellungshäusern auch Plattformen für gesellschaftliche Debatten. Diskussionen über soziale Teilhabe oder kulturelles Erbe könnten dort "in einer strukturierten und informierten Form stattfinden", sagte er im Interview der "Süddeutschen Zeitung". Dabei zeigten sich auch unterschiedliche Wahrnehmungen von Kunst und Geschichte in verschiedenen Ländern, u.a. beim Umgang mit afrikanischen Kulturgütern. Die Wiedergutmachung von Kolonialgeschichte sehe er "im Großen nicht als ein Thema des enzyklopädischen Museums", sagte Hollein. Im Metropolitan Museum gehe es darum, die Kulturen der Welt in der besten Form darzustellen und mit so vielen Menschen wie möglich zu teilen. Jüngst sei vom Museum einen Sarkophag aus einer Raubgrabung an Ägypten zurückgegeben worden, doch "wenn ich entscheiden müsste, ob Kunst ein nationales Gut ist oder ein globales, bin ich immer für das globale" ergänzte er.

Weniger Jobs in der deutschen Games Branche

Die Anzahl der Beschäftigten in der deutschen Games-Branche ist rückläufig. Der Branchenverband Game teilte mit, dass die Zahl der Mitarbeiter bei Unternehmen, die Computer- und Videospiele entwickeln und vertreiben, im Vergleich zu 2018 um 5,9 Prozent auf rund 11000 zurückgegangen ist. Zähle man die Beschäftigten auch bei Dienstleistern, Händlern und Medien dazu, fiele der Rückgang allerdings mit 1,2 Prozent etwas geringer aus. Insgesamt gibt es in der Branche 28 000 Arbeitsplätze in Deutschland. Die Anzahl der Games-Unternehmen sei allerdings auf 614 Unternehmen gestiegen, im Vorjahr waren es nur 524. Vor allem Neugründungen kleiner Spiele-Entwickler hätte dazu beigetragen. Der Beschäftigten-Rückgang, zeige "wie groß der wirtschaftliche Druck auf Games-Unternehmen in Deutschland ist", erläuterte Game-Geschäftsführer Felix Falk.

Schutzglocke um Pariser Notre Dame abgelehnt

Der stellvertretende Bürgermeister von Paris, Emmanuel Grégoire, hat die Forderung von Verbänden und Gewerkschaften nach einer Schutzglocke um die Kathedrale Notre Dame abgelehnt. Bei dem Brand Mitte April waren Hunderte Tonnen Blei des Daches geschmolzen und erhöhte Bleiwerte in der Umgebung gemessen worden. Grégoire sagte in einem Radiointerview mit dem Sender LCI, dass eine Schutzglocke rund um die Kirche aus technischer und finanzieller Sicht schwer realisierbar sei. Zudem sei der französische Staat, nicht die Stadt für das Kirchengrundstück zuständig. Bisher verweisen die Behörden auch darauf, dass bei städtischen Mitarbeitern, die in der Nähe der Kathedrale arbeiten, keine auffälligen Blutwerte festgestellt wurden.

Sitzverbot für Spanische Treppe in Rom

Touristen dürfen nicht mehr auf der Spanischen Treppe in Rom sitzen. Polizisten vertrieben mit Trillerpfeifen Besucher, die sich im historischen Zentrum der italienischen Hauptstadt ausruhen wollten. Der Stadtrat hatte einen Erlass verabschiedet, der es untersagt, sich auf Monumente zu setzen. Bei Zuwiderhandlungen drohen Strafen von bis zu 400 Euro. Verboten wurden auch weitere Verhaltensweisen, die der römische Stadtrat für nicht angemessen hält - etwa das Baden in Brunnen und das Spazierengehen ohne T-Shirt oder Hemd. Rom will damit die Auswirkungen des Massentourismus unter Kontrolle bringen. Die im 18. Jahrhundert errichtete Spanische Treppe, die zur Kirche Trinita dei Monti führt, ist eine der berühmtesten Touristenattraktionen Roms. 2016 wurden sie für 1,5 Millionen Euro renoviert. Die Freitreppe war nicht nur durch Luftverschmutzung, sondern auch durch Kaugummis, Kaffee- und Rotweinflecken in Mitleidenschaft gezogen worden.

Die Dresdner Sempergalerie ist frisch saniert

Nach sechs Jahren Bauzeit ist die Sanierung des Domizils der weltberühmten Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden abgeschlossen. Der Semperbau am Zwinger wird am Vormittag an die Staatlichen Kunstsammlungen übergeben. Das im 19. Jahrhundert nach Entwürfen des Architekten Gottfried Semper errichtete Ausstellungsgebäude wurde seit Herbst 2013 in Etappen renoviert. Das Land Sachsen investierte knapp 50 Millionen Euro. In den nächsten Wochen wird die Sempergalerie neu eingerichtet. Im Dezember wird dann die Wiedereröffnung gefeiert.

Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison ist tot

Die Nobelstiftung in Stockholm hat sie als eine "der stärksten und einflussreichsten literarischen Kräfte unserer Zeit" gewürdigt: Die im Alter von 88 Jahren verstorbene Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison. Die in Ohio geborene Autorin war eine der bedeutendsten Vertreterinnnen afroamerikanischer Literatur, der 1993 der Literaturnobelpreis zugesprochen worden war. In der Begründung hieß es damals: Mit ihren Dialogen und der genauen Beschreibung ihrer Darsteller erwecke sie "einen wichtigen Teil der amerikanischen Realität zum Leben.“ Meist stehen schwarze Frauen im Mittelpunkt ihrer 11 Romane, mit denen sie Rassismus in den USA anprangerte. 1970 war - nach dem Studium und der Arbeit bei einem Verlag - ihr Debüt unter dem Titel "The Bluest Eye" ("Sehr blaue Augen") erschienen. Morrisons erster großer Erfolg folgte sieben Jahre später mit "Song of Solomon" ("Solomons Lied"). "God help the Child" ("Gott hilf dem Kind") war ihr letzter Roman, der 2014 erschien.

Warnung vor nationalem Kurs in Italiens Kulturpolitik

Der scheidende Leiter des Museums Palazzo Ducale in Mantua, Peter Assmann, beklagt eine Nationalisierung in der italienischen Kulturpolitik. Auf Reformen der Vorgängerregierung mit dem Ziel einer stärkeren Internationalisierung sei unter dem jetzigen Kulturminister der Fünf-Sterne-Bewegung eine "Kehrtwendung" erfolgt, sagte der 55-Jährige in Rom. Wörtlich sprach er von einem kulturpolitischen Motto des "Ausländer raus". Der italienische Kulturbetrieb habe eine Zentralisierung erfahren, wie er sie "eigentlich nur aus der DDR" kenne. Assmann und sein Landsmann Peter Aufreiter, Direktor der Galleria Nazionale delle Marche in Urbino, beenden Ende Oktober ihr vierjähriges Mandat. Auch der Deutsche Eike Schmidt gibt seinen Leitungsposten in den Uffizien in Florenz auf. Alle drei wechseln an Museen in Österreich.

Netrebko wird auch 2020 nicht in Bayreuth singen

Nach ihrer Absage, am 14. August bei den Bayreuther Festspielen die Elsa in Wagners "Lohengrin" zu singen, wird es auch im kommenden Jahr keinen Auftritt von Anna Netrebko auf dem Grünen Hügel geben. Sprecher Peter Emmerich sagte, die Planungen für 2020 seien bereits vollständig. Ein Engagement der 47-Jährigen Sopranistin in Bayreuth "können wir ausschließen". Netrebko hatte als Grund für ihre Absage Erschöpfung angegeben. Zuvor hatte sie aus gesundheitlichen Gründen bereits auf einen Auftritt bei den Salzburger Festspielen verzichtet.

Bayerische Staatsbibliothek erhält Fotoarchiv des "Stern"

15 Millionen Abzüge, Negative und Dias aus den Jahren 1948 bis 2001 wechseln den Besitzer. Gruner + Jahr hat das Archiv des Magazins "Stern" der Bayerischen Staatsbibliothek geschenkt. Es stelle das "visuelle Gedächtnis der Bundesrepublik und des weltpolitischen Geschehens in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts" dar, sagte Wissenschafts- und Kunstminister Bernd Sibler (CSU) dazu in München. Frank Thomsen vom "Stern" sprach von einem "einzigartigen", aber "ungehobenen Kulturschatz". Denn es wird jetzt an der BSB sein, die Bilder zu digitalisieren, Nutzungsvereinbarungen mit den Fotografen zu schließen und das Material sowohl der Forschung als auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Geschenk aus Hamburg umfasst acht Lkw-Ladungen.

Deutsche Kinder lesen nach wie vor gerne

Das Lesen gehört einer repräsentativen Studie zufolge nach wie vor zu den liebsten Beschäftigungen von Kindern. In Deutschland lesen 74 Prozent der Mädchen und Jungen zwischen 6 und 14 Jahren mindestens eine von 46 abgefragten Kinderzeitschriften, heißt es in der Kinder-Medien-Studie 2019. Damit bleibe die Gesamtreichweite stabil auf hohem Niveau. Insgesamt sei die Nutzung von Zeitschriften, Comics oder Büchern bei den sechs- bis 13-Jährigen auf 76 Prozent im Jahr 2019 gestiegen, 2018 habe der Wert bei 74 Prozent gelegen, 2017 bei 71 Prozent. Außerdem halten laut der Studie mehrerer Verlage die jungen Mediennutzer eine gute Balance zwischen der digitalen und der analogen Welt.

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