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Dienstag, 22.10.2019
 
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Kulturnachrichten

Montag, 5. August 2019

Schöpfer der Village People stirbt mit 82 Jahren

Der französische Musikproduzent Henri Belolo ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Der Sohn des Miterfinders der Kultband Village People habe dessen Tod bestätigt, teilte die französische Musikrechte-Gesellschaft Sacem mit. Auf Twitter bekundete die Organisation ihre Trauer über den Tod des in Marokko geborenen Komponisten. Belolo war einer der Pioniere der Disko-Bewegung der späten 1970er Jahre. Zusammen mit seinem französischen Kollegen Jacques Morali stellte er nach dem Umzug der beiden nach New York die sechsköpfige Band Village People zusammen, die mit Hits wie "YMCA", "In the Navy" und "Macho Man" Erfolge feierte. Die Band mit den Figuren muskelbepackter Bauarbeiter, Biker, Cowboys und Soldaten wurde schnell zu einer Ikone der Popkultur, "YMCA" wurde zur Hymne der LGBT-Bewegung.

Deutscher Preis für Denkmalschutz wird vergeben

Der Deutsche Preis für Denkmalschutz geht in diesem Jahr an zwölf Persönlichkeiten und Gruppen. Die Preisträger haben sich "in besonderem Maße um die Erhaltung des baulichen und archäologischen Erbes verdient gemacht", wie das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz in Bonn mitteilte. Die Preise, die als höchste Auszeichnung auf diesem Gebiet in Deutschland gelten, werden am 28. Oktober in Naumburg verliehen. Der Karl-Friedrich-Schinkel-Ring geht demnach an Ernst Greten aus Niedersachsen. Je eine "Silberne Halbkugel" geht an: das Besucherbergwerk Förderverein F60 aus Brandenburg, die Gesellschaft der Freunde des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs aus Sachsen-Anhalt, die Stiftung Oldenburg Wall aus Schleswig-Holstein, die Schlosspatrioten Homberg an der Ohm aus Hessen, den Mediziner Volker Kielstein aus Thüringen und Patrice Wijnands aus Baden-Württemberg.

Jan van Munster erhält Deutschen Lichtkunstpreis

Der Niederländer Jan van Munster erhält den mit 10 000 Euro dotierten Deutschen Lichtkunstpreis 2020. Damit werde der 80-Jährige für sein herausragendes Lebenswerk geehrt, teilte das Kunstmuseum Celle mit. Van Munster setzt sich in seinem Schaffen intensiv mit dem Begriff der Energie auseinander. Häufig finden sich seine Installationen im öffentlichen Raum. Auf dem Heilbronner Wartbergturm etwa leuchtet seit 2002 die Lichtskulptur "Sonnenstrahl für Heilbronn". Zudem hatte er seit 1969 zahlreiche internationale Einzelausstellungen.

Frankfurt und Slubice wollen Kulturhauptstadt werden

Frankfurt (Oder) und die polnische Stadt Slubice wollen gemeinsam Kulturhauptstadt Europas werden. Die beiden Städte seien Leuchttürme, deshalb sei es sinnvoll sich zu bewerben, sagte Oberbürgermeister René Wilke am Rande eines Treffens mit Außenminister Heiko Maas und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke. Man erhoffe sich Unterstützung von Bund und Land, so Wilke. Maas und Woidke signalisierten Bereitschaft für das Projekt Kulturhauptstadt im Jahr 2029. Vier Jahre haben Frankfurt und Slubice Zeit, ein Konzept für die Kulturstadt Europas zu erstellen. Dieses Jahr teilen sich die Städte Plovdiv in Bulgarien und Matera in Italien den Titel.

Immer mehr indigene Sprachen bedroht

Immer mehr indigene Sprachen sind nach Angaben von Menschenrechtlern vom Aussterben bedroht. Diese Sprachen würden meist nur mündlich überliefert und nicht in der Schule gelehrt, teilte die "Gesellschaft für bedrohte Völker" in Göttingen mit. Zudem würden indigene Sprecher oft rassistisch diskriminiert. Das führe dazu, dass Eltern ihre Kinder zunehmend in der Mehrheitssprache erzögen, die Vermittlung der indigenen Sprache falle dann oft den Großeltern zu oder bleibe ganz aus. Insgesamt werden auf der Erde etwa 7.000 Sprachen gesprochen, 4.000 davon gelten als indigen.

US-Investor KKR steigt bei Springer ein

Der US-Finanzinvestor KKR steigt beim deutschen Medienkonzern Axel Springer ein. Mindestens 20 Prozent der Springer-Aktionäre hätten das Übernahmeangebot von KKR angenommen, teilten die beiden Parteien mit. Diese Quote hatte der Finanzinvestor zur Bedingung für einen Einstieg gemacht. KKR könnte insgesamt 54,6 Prozent der Anteile an Springer übernehmen. Die Gesellschaft aus New York baut zusammen mit dem Medienmanager Fred Kogel ein neues deutsches Unternehmen im Film- und Fernsehbereich auf.

Bayern gibt Nazi-Raubkunst-Werke zurück

Bayerns Kunstminister Sibler hat neun Nazi-Raubkunstwerke an eine jüdische Familie zurückgegeben. Am Vormittag nahm ein Vertreter der Erben der ursprünglichen Eigentümer Julius und Semaya Davidsohn in München die Werke in Empfang. Es handelt sich nach Ministeriumsangaben um fünf Gemälde, drei Farbstiche und eine Holztafel mit Elfenbeinreliefs. Sie seien im November 1938 im Rahmen einer staatlichen Kunstraubaktion von der Geheimen Staatspolizei beschlagnahmt worden. 1955 seien sie dann in bayerischen Besitz gelangt. Das jüdische Ehepaar Julius und Semaya Davidsohn lebte seit 1917 in München. Die Nationalsozialisten deportierten beide nach Theresienstadt, wo sie ermordet wurden.

Denkmal für verfolgte Homosexuelle beschädigt

Das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen ist nach Angaben des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg beschädigt worden. Das Sichtfenster sei "intensiv mit weißer Farbe beschmiert" worden, teilte der Verband mit. In dieser Öffnung des 2008 im Berliner Tiergarten eröffneten Denkmals ist ein Film mit einer Kuss-Szene zu sehen. Der Verband habe Anzeige erstattet. Das Denkmal sei in der Vergangenheit bereits mehrfach beschädigt worden. Die Berliner Polizei bestätigte den Eingang der Anzeige. Der Fall werde geprüft, hieß es.

Einblicke in die Restaurierung von Tutanchamuns Sarg

Ägypten hat einen Einblick in die Restaurierung des Sarkophags des Pharaos Tutanchamun gewährt. Bei dem Sarkophag handele es sich um "ein einzigartiges historisches Artefakt, nicht nur für Ägypten, sondern für die ganze Welt", sagte der Minister für Altertümer, Chaled al-Enani, bei einer Pressekonferenz im Großen Ägyptischen Museum in Kairo. Er wird erstmals seit seiner Entdeckung 1922 restauriert. Mitte Juli hatten Experten mit den Arbeiten an den insgesamt drei Särgen begonnen. Die Restaurierung wird voraussichtlich acht Monate dauern. Ende nächsten Jahres sollen die Särge zusammen mit anderen Artefakten des jungen Königs anlässlich der Eröffnung des neuen Museums nahe der berühmten Pyramiden von Gizeh ausgestellt werden.

Museumsverband meldet Zweifel an Schlösserstiftung

Die Gründung einer Mitteldeutschen Schlösserstiftung stößt beim Thüringer Museumsverband auf Skepsis. Das geplante Sonderinvestitionsprogramm von 200 Millionen Euro in Thüringen sei dringend nötig, das Konstrukt einer länderübergreifenden Stiftung mit Sachsen-Anhalt jedoch zu kompliziert, erklärte der Verband in Erfurt. Vertreter der rot-rot-grünen Regierungskoalition hatten im Landtag erklärt, sie nehme das komplizierte Konstrukt in Kauf, weil der Bund daran seine Zahlungen gebunden habe. Damit überwögen die Vorteile. Geplant ist, dass Thüringen und Sachsen-Anhalt je 100 Millionen Euro vom Bund erhalten, um den Sanierungsstau bei Schlössern und Gärten abzubauen. Beide Länder müssen jeweils weitere 100 Millionen Euro zur Gegenfinanzierung aufbringen.

Katholische Kathedrale von Christchurch vor Abriss

Mehr als acht Jahre nach ihrer Zerstörung durch ein Erdbeben soll die katholische Kathedrale von Christchurch in Neuseeland abgerissen werden. Das kündigte Bischof Paul Martin an. Pläne für einen Wiederaufbau des 113 Jahre alten Gebäudes seien wegen ausufernder Kosten gescheitert. Stattdessen werde nun ein Neubau an anderer Stelle angestrebt, sagte der Bischof. Einen festen Zeitplan gebe es allerdings noch nicht. Die Kathedrale, die auch als Christchurch Basilica bekannt ist, war 2011 durch ein Erdbeben zerstört worden. Bei dem Beben der Stärke 6,3 starben 185 Menschen.

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