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Freitag, 13.12.2019
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 3. August 2019

Waldbrände bedrohen aramäische Klöster in der Türkei

Im Südosten der Türkei sind mehrere aramäische Dörfer und Klöster von Waldbränden bedroht. Laut Augenzeugen wurde ein Friedhof bereits von den Flammen zerstört. Viele Dörfer und Klöster im Südosten der Türkei waren erst in den vergangenen Jahren von den aramäischen Christen restauriert worden, überwiegend mit finanzieller Unterstützung deutscher Gemeinden. Das Gebiet nahe der syrischen Grenze gilt als eine Heimat der Urchristen. Dort befinden sich die ältesten Klöster der Welt. Schätzungsweise 3.000 syrisch-orthodoxe Christen leben heute noch in der Region.

Erster Kirchen-Neubau in der Türkei seit 1923

In der Türkei wird zum ersten Mal seit der Gründung der Republik im Jahr 1923 eine christliche Kirche gebaut. Das Gotteshaus der christlich-syrischen Minderheit entsteht in Istanbul und soll in zwei Jahren fertig sein. Es sei eine Bereicherung für die Türkei, sagte Staatspräsident Erdogan bei einer Zeremonie anlässlich des Baubeginns. Das Oberhaupt der syrisch-orthodoxen Kirche für Istanbul und Ankara, Yusuf Cetin, sprach von einem historischen Tag. Die Bevölkerung der Türkei ist zu mehr als 99 Prozent muslimisch. Seit der Republikgründung im Jahr 1923 durfte die christliche Minderheit ihre Kirchen zwar renovieren, ein Neubau war bislang aber noch nicht genehmigt worden.

Rapper Asap Rocky zurück in USA

Nach mehreren Tagen vor Gericht in Stockholm ist der amerikanische Musiker Asap Rocky zurück in den USA. Der 30 Jahre alte Rapper ("Praise the Lord") hob am späten Freitagabend mit einem Privatjet vom Flughafen Stockholm-Arlanda ab und landete einige Stunden später in Los Angeles, wie Aufnahmen schwedischer Medien sowie des US-Fernsehsenders CBSLA zeigten. Fotos hielten zuvor fest, wie der Musiker nach Verhandlungsende und der Bekanntgabe seiner Freilassung bis zur Urteilsverkündung freudestrahlend in einem Fahrzeug saß.

"Spiegel"-Autor nimmt Stellung zum Tod von Bloggerin

Nach dem Tod der deutschen Bloggerin Marie Sophie Hingst hat Martin Doerry seine Berichterstattung verteidigt. Der Reporter des Magazins "Spiegel" hatte aufgedeckt, dass sie erfundene Geschichten über angebliche jüdische Vorfahren sowie weitere Falschmeldungen verbreitet hatte und sie damit konfrontiert. "Wenn Marie Sophie Hingst während oder nach der Konfrontation angekündigt hätte, ihre Geschichte öffentlich zu korrigieren, wäre der Artikel in dieser Form nicht erschienen", so Doerry im aktuellen "Spiegel". Sie habe acht Tage ungenutzt verstreichen lassen und außerdem einen Fragenkatalog nicht genutzt, um in Ruhe Stellung dazu zu nehmen. Hingst, die 2017 zur Bloggerin des Jahres gekürt wurde, war Mitte Juli tot in ihrer Dubliner Wohnung aufgefunden worden. Die Polizei schließt ein Fremdverschulden aus.

Nobelpreisträgerin: Mehr Unterstützung für Jesiden

Die Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad hat mehr politische Unterstützung für ihr jesidisches Volk gefordert. Die Jesiden müssten in der Lage sein, sich selbst schützen zu können und ihre Heimat wiederaufzubauen, sagte sie bei einer Gedenkveranstaltung in Stuttgart zum fünften Jahrestag des Genozids an den Jesiden im Nordirak. Die 26-Jährige erhielt 2018 gemeinsam mit dem kongolesischen Gynäkologen Denis Mukwege den Friedensnobelpreis. Sie engagiert sich als UN-Sonderbotschafterin für die Opfer von Menschenhandel und sexueller Versklavung und war selbst 2014 im Irak vom IS verschleppt worden.

Instagram und WhatsApp ab jetzt "von Facebook"

Die Facebook-Apps Instagram und WhatsApp bekommen einen Namenszusatz, der ihre Zugehörigkeit zum Konzern deutlich macht. Sie sollen künftig "Instagram von Facebook" und "WhatsApp von Facebook" heißen, wie ein Sprecher des Online-Netzwerks der Nachrichtenwebsite "The Information" bestätigte. Der Schritt hätte keine Auswirkung auf die Funktionsweise der Apps, wäre aber ein politisches Signal. Kritiker fordern die Zerschlagung des Online-Netzwerks, und eine der angesprochenen Varianten dabei ist die Abspaltung von Instagram und WhatsApp.

Erster öffentlicher Auftritt von Kevin Spacey

US-Schauspieler Kevin Spacey ist erstmals nach den Missbrauchsvorwürfen gegen ihn wieder öffentlich aufgetreten. Der 60-Jährige las in einem Museum in Rom ein Gedicht über einen ermüdeten Boxer. Im Palazzo Massimo rezitierte Spacey die Verse des Dichters Gabriele Tinti: "Je schwerer du verletzt bist, desto besser bist du", zitierte er auf Englisch, "sie haben mich für ihre Unterhaltung benutzt." Seit Herbst 2017 wurden in mehr als 30 Fällen Vorwürfe zu sexuellen Übergriffen und Belästigungen gegen Spacey vorgebracht. Im Juli wurde ein Prozess wegen sexueller Nötigung eingestellt, weil das mutmaßliche Opfer, ein 21-jähriger Mann, nicht vor Gericht aussagen wollte.

Brand unterbricht Hamburger CSD-Umzug

Auf der Hamburger Demo zum Christopher-Street-Day ist ein Umzugswagen in Brand geraten. Die CSD-Parade wurde am Nachmittag für rund eine Stunde gestoppt. Laut Veranstalter gab es vier Leichtverletzte. Dekomaterial und ein Stromgenerator waren nach Angaben der Feuerwehr in Brand geraten. Mehrere Feuerwehrwagen waren im Einsatz. Am Mittag war der Umzug durch die Hamburger Innenstadt gestartet. Die Demonstration steht in diesem Jahr unter dem Motto "Grundsätzlich gleich - für eine bessere Verfassung". Die Teilnehmer fordern, dass sexuelle Orientierung und die geschlechtliche Identität in das Diskriminierungsverbot im Grundgesetz aufgenommen werden.

Bühnenverein Ost eröffnet Theatertage in Senftenberg

Im brandenburgischen Senftenberg werden heute die 11. Theatertage des Deutschen Bühnenvereins Ost mit einem außergewöhnlichen Bühnenprogramm eröffnet. Das Stück "Fontane am Zug", eine Gemeinschaftsproduktion der Länder Brandenburg und Sachsen-Anhalt, geht auf eine Reise durch drei Bundesländer. Fontanes Bericht über seine Zeit als Kriegsgefangener im Deutsch-Französischen Krieg wird vom niedersächsischen Eisenbahntheater "Das letzte Kleinod" in historischen Eisenbahnwaggons inszeniert und an Bahnsteigen und Gütergleisen präsentiert. Der 200. Geburtstag des märkischen Dichters und Schriftstellers Theodor Fontane wird in Brandenburg mit rund 150 Veranstaltungen begangen.

Zentralrat der Juden kritisiert "Spiegel Geschichte"-Titel

Mit der Auswahl des Titelbildes und dem Titel "Jüdisches Leben in Deutschland - Die unbekannte Welt nebenan" würden Klischeevorstellungen bedient, teilte der Rat mit. Juden als etwas Fremdes oder Exotisches darzustellen, befördere antisemitische Vorurteile. Die jüdische Schriftstellerin Mirna Funk schloss sich der Kritik an. Sie sagte im Deutschlandfunk Kultur, es sei zwar richtig, dass die wenigsten Deutschen sich mit dem lebendigen Judentum heutzutage auskennen, aber selbst wenn der "Spiegel" versucht habe, diesem Problem entgegenzuwirken, sei das gewählte Bild kontraproduktiv. Es zeige kein lebendiges und kein authentisches Judentum. "Wir fühlen uns als Juden nicht gesehen und nicht erkannt", so Mirna Funk.

US-Sänger R. Kelly plädiert auf nicht schuldig

Der wegen sexuellen Missbrauchs angeklagte US-Sänger R. Kelly hat erneut seine Unschuld beteuert. Über seine Anwälte plädierte er vor einem Gericht in New York auf nicht schuldig. Ein Antrag auf Freilassung auf Kaution wurde abgelehnt. Die Staatsanwaltschaft wirft Kelly unter anderem sexuellen Missbrauch und Erpressung vor. Der 52-Jährige soll Mitarbeiter angestiftet haben, Mädchen für illegale sexuelle Handlungen zu gewinnen. Zuvor hatte bereits die Staatsanwaltschaft in Chicago Anklage gegen Kelly erhoben. Sie wirft ihm unter anderem die Produktion von Kinderpornografie und Behinderung der Justiz vor. Auch in dieser Anklage hatte Kelly auf nicht schuldig plädiert.

ASAP Rocky bis zur Urteilsverkündung auf freiem Fuß

Nach den Schlussplädoyers im Prozess gegen den US-Rapper ASAP Rocky hat das Gericht in Stockholm angeordnet, den Musiker vorläufig freizulassen. Der 30-Jährige kommt bis zur Verkündung des Urteils am 14. August auf freien Fuß. In dem Verfahren wegen Körperverletzung forderte die Anklage eine sechsmonatige Haftstrafe, die Verteidigung verlangte die Freilassung des Musikers. ASAP Rocky war am 30. Juni in Stockholm nach einem Konzert an einer Schlägerei beteiligt gewesen. Der Vorfall sorgte international für Aufsehen und für diplomatische Verwerfungen zwischen Washington und Stockholm. US-Präsident Donald Trump setzte sich für den Rapper ein und ging dabei auf Konfrontationskurs mit der schwedischen Regierung. Diese wies wiederholt auf die Unabhängigkeit der schwedischen Justiz hin.

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