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Kulturnachrichten

Freitag, 2. August 2019

Brasiliens Wächter über Regenwald zurückgetreten

Der Präsident des brasilianischen Instituts für Weltraumforschung, Ricardo Galvao, ist zurückgetreten. Sein Bericht zur Regenwaldrodung, der sich auf Satellitenbilder des Instituts gestützt hatte, war zuvor in die Kritik geraten. Galvao hatte mehrfach die Satellitenauswertung verteidigt. Demnach gingen im Juni 920 Quadratkilometer Regenwald im Amazonas verloren - 88 Prozent mehr als im selben Monat des Vorjahres. Präsident Jair Bolsonaro hatte am Donnerstag den Verdacht geäußert, Mitglieder des Instituts hätten die Zahlen über die Rodung manipuliert, um seine Regierung schlecht aussehen zu lassen. Galvaos Amtszeit lief eigentlich bis 2020. Es war zunächst unklar, ob er zurückgetreten ist oder entlassen wurde.

ASAP Rocky bis zur Urteilsverkündung auf freiem Fuß

Nach den Schlussplädoyers im Prozess gegen den US-Rapper ASAP Rocky hat das Gericht in Stockholm angeordnet, den Musiker vorläufig freizulassen. Der 30-Jährige kommt bis zur Verkündung des Urteils am 14. August auf freien Fuß. In dem Verfahren wegen Körperverletzung forderte die Anklage eine sechsmonatige Haftstrafe, die Verteidigung verlangte die Freilassung des Musikers. ASAP Rocky war am 30. Juni in Stockholm nach einem Konzert an einer Schlägerei beteiligt gewesen. Der Vorfall sorgte international für Aufsehen und für diplomatische Verwerfungen zwischen Washington und Stockholm. US-Präsident Donald Trump setzte sich für den Rapper ein und ging dabei auf Konfrontationskurs mit der schwedischen Regierung. Diese wies wiederholt auf die Unabhängigkeit der schwedischen Justiz hin.

Christine Schorn wird für Lebenswerk ausgezeichnet

Die Schauspielerin Christine Schorn erhält bei der Verleihung des Deutschen Schauspielpreises den Ehrenpreis Lebenswerk. Sie berühre durch ihre unverwechselbare Schauspielkunst, sowohl auf der Bühne wie vor der Kamera, hieß es in der Begründung. Schorn gehört zum Ensemble des Deutschen Theaters in Berlin, sie wurde u.a. mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet. Verliehen wird die Würdigung für ihr Lebenswerk am 13. September in Berlin, die Laudatio hält der Filmkritiker und Radiojournalist Knut Elstermann.

Street-Art-Künstler restaurieren Mauer-Bilder

Die Street-Art-Künstler Kiddy Citny und Thierry Noir restaurieren 30 Jahre nach dem Fall der Mauer von ihnen gestaltete Teile des alten Grenzverlaufs zwischen Ost und West. Der in Stuttgart geborene Citny und der Franzose Noir begannen in Berlin, ihre Werke auf zwei denkmalgeschützten Mauersegmenten auf dem Leipziger Platz im Zentrum Berlins aufzuarbeiten. Die beiden Künstler hatten schon 1984 in Kreuzberg den Westteil eines Mauerverlaufs mit ihren großformatigen Figuren und Herzgesichtern bemalt.

Apple stoppt Auswertung von Siri-Aufnahmen

Apple hat weltweit die Auswertungen von Siri-Aufnahmen gestoppt. Vorerst sollen keine Mitschnitte des Sprachassistenten mehr ausgewertet werden, wie eine Sprecherin des US-Smartphone-Herstellers erklärte. Nutzer sollen künftig nach einem Softwareupdate explizit um Erlaubnis dafür gefragt werden. Der Konzern reagierte damit auf Kritik von Datenschützern, die die auch bei Amazon und Google gängige Praxis seit längerem scharf kritisieren. Die Google-Mutter Alphabet hat ähnliche Schritte angekündigt, allerdings bisher nur für Europa.

Reisefreiheit für saudische Frauen

Frauen im islamisch-konservativen Königreich Saudi-Arabien können künftig ohne Zustimmung eines Mannes reisen. Laut einem Dekret von König Salman erhalten Frauen ab dem Alter von 21 Jahren das Recht auf einen Pass und Reisefreiheit, wie die saudische Nachrichtenseite Okaz berichtete. Bislang brauchen Frauen dafür die Zustimmung eines männliches Vormunds. In den meisten Fällen ist das der Vater oder ein Bruder.

Richter-Museum möglicherweise in Berlin

Nachdem der Künstler Gerhard Richter ein eigenes Museum in Köln abgelehnt hat, verhandelt der 87-Jährige einem Zeitungsbericht zufolge offenbar über ein Museum in Berlin. Der Maler trifft sich nach Informationen der "Rheinischen Post" in der nächsten Woche mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters, um mit ihr über die Gründung eines Richter-Saals im künftigen Berliner Museum der Moderne zu beraten. Richter würde dort "in drei großen Räumen" Werke aus sämtlichen Schaffensperioden zeigen, wie es hieß.

Kritik an "Spiegel Geschichte"-Titelbild

Das Titelbild der neuen Ausgabe von "Spiegel Geschichte" steht in der Kritik. Wie der Deutschlandfunk berichtet, twitterte der Direktor der Bildungsstätte Anne Frank, Meron Mendel: "Unter 1.000 Jahren jüdischer Geschichte hätten Sie Nathan der Weise, Mendelssohn, Bertha Pappenheim, Buber oder Rosa Luxemburg abbilden können. Aber Sie haben sich für das Bild von Ostjuden aus dem Armenviertel in Berlin entschieden, bekannt aus der NS-Propaganda. Reiner Zufall?". Die jüdische Bloggerin Juna Grossmann kritisierte die Verbreitung von Stereotypen. Die Ausgabe von "Spiegel Geschichte" zeigt unter dem Titel "Jüdisches Leben in Deutschland - Die unbekannte Welt nebenan" ein schwarz-weiß Foto zweier orthodoxer Juden.

US-Sängerin Katy Perry muss Millionen-Strafe zahlen

Die US-Sängerin Katy Perry muss umgerechnet mehr als zweieinhalb Millionen Euro Strafe zahlen, weil sie Teile des Songs "Dark Horse" abgekupfert hat. Die Schuld hatte ein Gericht in Los Angeles bereits am Montag festgestellt, jetzt hat die Jury die Schadenssumme festgelegt. Zahlen müssen Katy Perry, ihre Mitarbeiter, die an dem Song beteiligt waren, sowie die Plattenfirma Capitol Records. Sie hatten auf "nicht schuldig" plädiert. Vor fünf Jahren hatten Marcus Gray und zwei Co-Autoren des christlichen Rap-Songs "Joyful Noise" Perry verklagt.

Premierenwoche der Wagner-Festspiele beendet

Mit dem Liebesdrama ist die Premierenwoche der Bayreuther Richard-Wagner-Festspiele zu Ende gegangen. Die Titelpartien sangen Stephen Gould und Petra Lang, Dirigent war der Musikdirektor der Festspiele, Christian Thielemann. Die Inszenierung von Festspielchefin Katharina Wagner stand in diesem Jahr zum letzten Mal auf dem Spielplan. Unter viel Beifall mischten sich auch Buhrufe. Die Bayreuther Festspiele waren am vergangenen Donnerstag mit einer Neuinszenierung des "Tannhäuser" eröffnet worden. Sie dauern bis zum 28. August.

Lehrerverband warnt vor Personalmangel

Der deutsche Lehrerverband hat vor Personalmangel im kommenden Schuljahr gewarnt. Wie Verbandschef Meidinger dem "Focus" sagte, werden bundesweit rund 15.000 Lehrerstellen unbesetzt bleiben. Das wären 5.000 mehr als im vergangenen Schuljahr. Meidinger zufolge werden zudem 40.000 Lehrerstellen mit Quereinsteigern und Pensionären besetzt. Den Ländern warf Meidinger vor, zu spät auf sich abzeichnende Engpässe reagiert zu haben.

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