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Kulturnachrichten

Donnerstag, 1. August 2019

US-Behörde prüft Übernahme-Praxis von Facebook

Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC nimmt die Übernahme-Praxis von Facebook unter die Lupe. Die Behörde prüfe, ob der Internet-Riese frühzeitig potenzielle Rivalen schlucke, berichtet das "Wall Street Journal". Es gehe um die Frage, ob sich das weltgrößte soziale Netzwerk gezielt Tech-Start-Ups einverleibe, bevor sie zu einer Konkurrenz heranwachsen könnten. Die FTC und Facebook lehnten eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Facebook liegt mit der Verbraucherschutzbehörde seit einiger Zeit über Kreuz. In einem mit der FTC geschlossenen Vergleich zahlt Facebook eine Rekord-Geldbuße von fünf Milliarden Dollar. Damit kauft sich der Konzern von Vorwürfen frei, Informationen über 87 Millionen Kunden ohne deren Wissen an die ehemalige britische Beratungsfirma Cambridge Analytica weitergegeben zu haben. Darüber hinaus laufen weitere kartellrechtliche Ermittlungen, wie Facebook bei der Vorlage seiner jüngsten Quartalsbilanz einräumte.

Edward Snowden veröffentlicht seine Memoiren

Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden veröffentlicht seine Memoiren. Das Buch des für seine Enthüllungen über die Überwachungsmethoden der US-Geheimdienste bekannten Informanten erscheint am 17. September auch in Deutschland, wie der Fischer-Verlag bekannt gab. Gleichzeitig soll das Buch mit dem Titel "Permanent Record" in rund 20 weiteren Ländern erscheinen. Snowdens Erinnerungen werden weltweit vom US-Verlag Macmillan vertrieben. Der ehemalige Mitarbeiter der US-Dienste CIA und NSA habe "im Alter von 29 Jahren entschieden, seine eigene Zukunft dem Wohl des Landes zu opfern", teilte der Geschäftsführer von Macmillan Publishers USA, John Sargent, mit. Snowdens Biografie sei "eine unglaubliche amerikanische Geschichte". Snowden befindet sich seit seinen bahnbrechenden Enthüllungen im russischen Exil. Die US-Regierung wirft ihm Landesverrat vor.

Berliner Zoo feiert 175. Geburtstag

Mit dem Anschnitt einer riesigen Geburtstagstorte voller Tiermotive ist der Berliner Zoo in sein Jubiläumswochenende gestartet: Vor genau 175 Jahren, am 1. August 1844, wurde der älteste Zoo Deutschlands eröffnet. Einst vom preußischen König geschenkt, zeigt der Berliner Zoo auch einen Teil der deutschen Geschichte vom Kolonialismus bis zum aktuellen Artenschutz-Konzept. Heute ist der Zoo mit mehr als 20 000 Tieren nach eigenen Angaben die artenreichste Institution der Welt.

Ehrenpreis von Soundtrack Cologne für Klaus Doldinger

Der Musik-Kongress "Soundtrack Cologne" in Köln würdigt das Schaffen des Jazz- und Filmmusikers Klaus Doldinger mit seinem Ehrenpreis. Die undotierte Auszeichnung wird dem 83-jährigen Doldinger am 31. August zum Abschluss des viertägigen Kongresses verliehen, wie die Veranstalter mitteilten. Mit dem Preis werden "außergewöhnlichen Leistungen in der Kunst der Medienkomposition" honoriert. Zu Doldingers bekanntesten Stücken zählen die Titelmelodie für die Krimiserie "Tatort" aber auch die Filmmusik von Kinofilmen wie "Das Boot" (1981) und "Die unendliche Geschichte"(1984). Seine Karriere brachte dem gelernten Saxofonisten zahlreiche Preise ein - darunter der Grimme- und der Bayrische Fernsehpreis.

Schloss Wiepersdorf gehört jetzt zu neuer Kulturstiftung

Das Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf ist heute offiziell an die neu gegründete Kulturstiftung des Landes Brandenburg übergeben worden. Bislang war die deutsche Stiftung Denkmalschutz Hausherr. Derzeit wird das Gebäude saniert. Im kommenden Jahr soll es als Künstler- und Stipendiatenhaus wieder eröffnet werden. Das Brandenburger Kulturministerium stellt der Stiftung dann rund 720.000 Euro pro Jahr zur Verfügung. Die Zukunft des Schlosses war in Gefahr, weil die Stiftung Denkmalschutz die Kosten nicht mehr tragen konnte.

Neue Direktorin für Stiftung Topographie des Terrors

Andrea Riedle wird neue Direktorin der Stiftung Topographie des Terrors in Berlin, wie die Berliner Kulturverwaltung mitteilte. Die 47-Jährige ist bisher stellvertretende Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau und wird den neuen Posten zum 1. Januar 2020 antreten. Sie folgt dem bisherigen Direktor der Stiftung, Andreas Nachama, der in den Ruhestand geht. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) nannte Riedle eine ausgewiesene Expertin in der Gedenkstättenarbeit. "Dass nun eine Frau die Leitung einer der wichtigen Einrichtungen zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus übernimmt, ist ein schönes und wichtiges Signal - auch über die Gedenkstättenlandschaft hinaus, in der Frauen in der Leitungsebene immer noch unterrepräsentiert sind." Die Stiftung wird vom Land Berlin und dem Bund finanziert und befindet sich auf dem Gelände nahe des Potsdamer Platzes. Dort waren von 1933 bis 1945 die wichtigsten Zentralen des nationalsozialistischen Terrors.

Größtes Rockfestival Polens ohne Eintritt beginnt

Im polnischen Küstrin (Konstrzyn) nördlich von Frankfurt/Oder hat eines der weltgrößten Rockfestivals mit freiem Eintritt begonnen. Unter dem Motto "Liebe, Freundschaft und Musik" werden beim Festival "Pol and Rock" (bis 2015 "Przystanek Woodstock") drei Tage lang rund 30 internationale Bands auf vier Bühnen auftreten, unter anderem die finnische Hardrockband Lordi. Seit 1995 wird das Festival durch die Stiftung "Großes Orchester der Weihnachtshilfe" (Wielka Orkiestra Œwiątecznej Pomocy) veranstaltet, die sich auch um Spendengelder kümmert und die Kosten übernimmt. Seinen Ursprung hatte das Event mit der Idee, sich bei allen Menschen, die in Polen bei der Sammlung von Spenden für Kinderkrankenhäuser mithelfen, zu bedanken. 2014 gab es mit 750000 Zuschauern den bisher größten Zuspruch für das Rockspektakel. In der Vergangenheit sind dort u.a. auch Die Toten Hosen, The Prodigy und Judas Priest aufgetreten.

Autor Bernhard Schlink bemängelt Politikdiskurs

Der Jurist und Schriftsteller Bernhard Schlink hat einen zu engen politischen Mainstream in Deutschland beklagt. Hierzulande werde eine Politik gemacht, die keine Alternativen und daher auch keine Kritik und keine Kontroverse kenne, schrieb er in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Der 75-Jährige sieht in der damit verbundenen Kommunikationslosigkeit mit den Rechten negative Folgen. Dies habe die Rechten und die AfD nicht schwächer gemacht, sondern gestärkt und habe auch dem Mainstream nicht gut getan. "Als er weit, offen, vielfältig war, war er lebendig - je enger er wurde, desto moralisch anmaßender und intellektuell langweiliger wurde er." Wenn Formen und Verfahren gewahrt werden, etwa auf Verunglimpfung und Hetze verzichtet wird, gebe es keinen guten Grund, die Kommunikation auch mit Rechten zu verweigern. Bernhard Schlink hat mehr als 10 Romane veröffentlicht. Bekannt ist er vor allem durch seinen Bestseller "Der Vorleser" (1995).

Mehr Engagement der EU für Sinti und Roma gefordert

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) wirft der EU zu wenig Engagement und "Ideenlosigkeit" angesichts eines erstarkenden Antiziganismus vor. Das sagte der GfbV-Bundesvorsitzende Jan Diedrichsen am Donnerstag in Krakau bei der Gedenkfeier für die im Zweiten Weltkrieg getöteten Sinti und Roma. Obwohl die Roma-Dekade der EU liege nun fast fünf Jahre zurück liege, sei immer noch keine Strategie zu erkennen, wie die EU diese verfolgten europäischen Minderheiten schützen und fördern wolle. In manchen EU-Ländern sei die Lage der Sinti und Roma desaströs. Dass vor allem zivilgesellschaftliche Organisationen wie der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma das Thema immer wieder in die Öffentlichkeit bringe, sei nicht ausreichend. Es brauche viel mehr von der EU einen europaweiten Masterplan für Sinti und Roma, der den Kampf gegen Antiziganismus koordiniert, aber auch Kultur- und Sprachförderung umfasse und wirtschaftliche Perspektiven eröffnen müsse, forderte Diedrichsen.

Woodstock-Jubiläumsfestival abgesagt

Die geplante Neuauflage zum 50. Jubiläum des legendären Woodstock-Festivals ist zwei Wochen vor Beginn abgesagt worden. "Wir sind traurig, dass eine Reihe von unvorhergesehenen Rückschlägen es unmöglich gemacht hat, das Festival aufzuziehen", zitieren zahlreiche US-Medien den Organisator. Demnach hätten mehrere anvisierte Veranstaltungsorte und auch Investoren und Künstler abgesagt. Zuletzt hatten auch die Musiker Jay-Z und Miley Cyrus ihre Zusage für die Veranstaltung Woodstock 50 zurückgezogen, unter anderem weil ein neuer Veranstaltungsort nahe Washington D.C. geplant war. Die Absage von Woodstock 50 bedeutet aber nicht, dass das Jubiläum des legendären Hippie-Festivals nicht gefeiert wird: Am Ort des ursprünglichen Festivals in Bethel, rund 200 km nordwestlich von New York City, wird am Wochenende eine Art Erinnerungsfestival abgehalten. Angekündigt sind Ex-Beatle Ringo Starr, Santana und John Fogerty - letztere hatten auch am originalen Woodstock-Festival 1969 gespielt.

König des Broadway Musicals gestorben

Der legendäre Broadway-Regisseur und Produzent Harold Prince ist mit 91 Jahren gestorben. In seinen Shows hat er ungewöhnliche Stoffe auf die Bühne gebracht, u.a. "Das Phantom der Oper", "Sweeney Todd" und "Evita". Dafür hat er mit einigen der bekanntesten Musical-Komponisten wie Leonard Bernstein, Stephen Sondheim und Andrew Lloyd Webber zusammengearbeitet. Prince hat mehr als 21 Tony Awards bekommen.

Italiens Kulturminister legt sich mit McDonald's an

Nach Kritik von Archäologen, Kunsthistorikern und Personen des öffentlichen Lebens hat Italiens Kulturminister Alberto Bonisoli die Genehmigung für ein McDonald's-Restaurant bei den römischen Caracalla-Thermen zurückgezogen.
Nach italienischen Medienberichten hatte die Schnellimbisskette eine Niederlassung einschließlich McDrive auf einem Areal unmittelbar südöstlich der antiken Badeanlage errichten wollen.

Hollywood in Berlin: Tarantino stellt neuen Film vor

Zur Deutschlandpremiere seines neuen Films bringt Regisseur Quentin Tarantino gleich mehrere Stars mit. In Berlin werden am Donnerstag die Schauspieler Brad Pitt, Leonardo DiCaprio und Margot Robbie erwartet. Sie wollen "Once upon a time... in Hollywood" mittags bei einer Pressekonferenz vorstellen, abends ist die Deutschlandpremiere am Potsdamer Platz geplant.

Gerhard Richter braucht keinen Soloauftritt

In der Debatte um ein Gerhard-Richter-Museum in Köln hat sich der Künstler selbst zu Wort gemeldet. Für ein solches Museum gebe es keinerlei konkreten Pläne, sagte Richter im Deutschlandfunk. Die Stadt sei zwar verschiedentlich mit einer entsprechenden Idee an ihn herangetreten. Die Gespräche seien aber immer unverbindlich geblieben. Er sei in wichtigsten Museen auf der ganzen Welt vertreten und spiele gern im Orchester der Kunst, so der 87-Jährige. Den Soloauftritt durch ein Einzelmuseum brauche er aber gar nicht.

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