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Freitag, 07.08.2020
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 7. August 2020

Trump verbietet Geschäfte mit TikTok-Eigentümern

US-Präsident Trump verbietet US-Bürgern, Geschäfte mit den Eigentürmern der populären chinesischen Video-Plattform Tiktok zu machen. Das Verbot tritt in 45 Tagen in Kraft, wie das Weiße Haus am Freitag mitteilte. Trump beschuldigt das chinesische Unternehmen ByteDance, über TikTok Spionage für die Regierung in Peking zu betreiben. Deshalb sieht Trump in der Video-Plattform eine "Bedrohung der nationalen Sicherheit": Die App sammle gewaltige Mengen an Nutzer-Daten und könne es damit der kommunistischen Partei Chinas ermöglichen, auch USAmerikaner auszuspionieren, so Trump. Der US-Softwarekonzern Microsoft äußerte die Bereitschaft, das US-Geschäft von TikTok zu übernehmen.

Italienische Forscher rekonstruieren Raffaels Gesicht

Das Gesicht des Renaissance-Malers Raffael (1483-1520) haben Forscher aus einem Gipsabdruck seines Schädels rekonstruiert. Dank der 3D-Nachbildung könne "zum ersten Mal" mit Sicherheit gesagt werden, dass die im Grab des römischen Pantheons aufbewahrten Überreste tatsächlich zu Raffael gehörten, hieß es in einer Pressemitteilung der Universität Tor Vergata in Rom. Eine spezielle Technik ermöglichte es den Wissenschaftlern, nur auf Grundlage der Morphologie des Schädels das Gesicht eines Menschen zum Zeitpunkt seines Todes nachzubilden. Das entstandene Abbild des im Alter von 37 Jahren in Rom verstorbenen Malers stimme klar überein mit den Selbstporträts des Künstlers sowie Raffael-Porträts von anderen Malern, sagte der Molekularbiologe Mattia Falconi. Die neu geschaffene Büste Raffaels soll nun im Geburtshaus des Malers im italienischen Urbino ausgestellt werden.

Twitter versieht staatsnahe Konten mit Symbolen

Twitter versieht eine Reihe von Nutzerkonten mit Verbindung zu Regierungen künftig mit Symbolen, um seinen Usern eine bessere Orientierung zu bieten. So würden kleine Flaggen ab sofort anzeigen, wenn es sich um den Account von Mitgliedern von Regierungen oder Spitzendiplomaten handele, teilte der Kurzmitteilungsdienst mit. Betroffen seien auch staatsnahe Medien sowie deren Herausgeber oder hochrangige Journalisten. Solche Medienkonten würden ab sofort von Twitter auch nicht mehr für andere Nutzer für Abonnements empfohlen.
Beispielsweise führte das Unternehmen aus San Francisco die chinesische Staatsagentur Xinhua mit dem Label "Staatsnahe Medien in China", das russische Medium RT bekam den Hinweis "Staatsnahe Medien in Russland". Laut Twitter sollen die Maßnahmen der besseren Einordnung von Informationen im öffentlichen Gespräch dienen.

NRW hilft Laienmusikvereinen in Coronakrise

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat wegen der Coronakrise ein Sonderhilfsprogramm für Laienmusikvereine in Höhe von 500.000 Euro aufgelegt. Dies entspreche einer Erhöhung um 35 Prozent der regulären Landesförderung von rund 1,4 Millionen Euro, teilte das Kulturministerium in Düsseldorf mit. Die Mittel kämen gemeinnützigen Chören und Musikvereinen zu Gute, die durch Ausfälle von Proben und Auftritten während der Pandemie in finanzielle Engpässe geraten sind. Der Landesmusikrat NRW hat laut Ministerium mit den Dachverbänden der Laienmusik drei Stufen für pauschale Zuschüsse definiert: Chöre erhielten 400 Euro, Instrumentalvereine 800 Euro und größere Oratorienchöre 2.500 Euro. So könne etwa der Honorarausfall einer Ensembleleitung teilweise aufgefangen werden.

Kölner Sängerin bleibt in der Türkei inhaftiert

Die in der Türkei vor zwei Jahren wegen Terrorvorwürfen verurteilte Sängerin mit dem Künstlernamen Hozan Cane muss weiter im Gefängnis bleiben. Bei einer Neuverhandlung des Falls im westtürkischen Edirne ordneten die Richter eine Fortsetzung der Untersuchungshaft an. Sie kamen damit der Forderung der Staatsanwaltschaft nach. Nächster Gerichtstermin ist der 3. September. Im November 2018 war Cane wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation zunächst zu sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Ein Berufungsgericht hatte das Urteil jedoch nicht bestätigt und eine Neuverhandlung angeordnet, weil es keine klaren Beweise für den Vorwurf gab. Die Anklage hatte sich unter anderem auf Inhalte von Facebook- und Twitter-Profilen gestützt. Der Fall wurde nun neu aufgerollt. Cane hat kurdische Wurzeln und besitzt nur die deutsche Staatsbürgerschaft.

NDR Chor protestiert gegen Privatisierung

Der Chor des NDR wehrt sich gegen eine schrittweise Umwandlung in eine GmbH. Dort würden laut der Deutschen Orchestervereinigung DVO frei werdende Chorstellen nicht mehr besetzt. Außerdem wären die Sängerinnen und Sänger nur noch auf Honorar-Basis beschäftigt und könnten jederzeit entlassen werden. Das sei laut DVO keine Berufsperspektive für den professionellen Chornachwuchs. Die mehrwöchige Protestaktion startete heute mit einem gemeinsamen Singen vor der Hamburger Elbphilharmonie. Nächstes Jahr feiert der NDR Chor sein 75-jähriges Bestehen.

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