Seit 01:05 Uhr Tonart

Freitag, 15.11.2019
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Freitag, 30. August 2019

Wiener Staatsoper hält an Placido Domingo fest

Ungeachtet der Vorwürfe einiger Frauen wegen sexueller Belästigung hält auch die Wiener Staatsoper an den vereinbarten Engagements mit Opernstar Placido Domingo fest. Aus seiner Sicht gebe es keinen rechtlich haltbaren Grund, bestehende Verträge nicht zu erfüllen, sagte der Direktor der Staatsoper Dominique Meyer. Er könne die Vorwürfe nicht beurteilen und wolle sie auch nicht verharmlosen, meinte Meyer. "Gleichzeitig will ich auch Placido Domingo nicht vorverurteilen." Die geplanten Auftritte des 78-Jährigen als Macbeth im Oktober 2019 sowie als Nabucco und als Dirigent von "La traviata" im Juni 2020 blieben intakt.

Kassel vergibt Auszeichnung im Gedenken an NSU-Opfer

Kassel will im kommenden Jahr erstmals eine Auszeichnung zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds vergeben. Gewürdigt werden sollen herausragende wissenschaftliche und journalistische Arbeiten, die sich insbesondere mit Rechtsextremismus, Anti-Islamismus und Antisemitismus auseinandersetzen. "Die Opfer rechtsextremistischer Gewalttaten, unter ihnen der Kasseler Bürger Halit Yozgat und Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke, mahnen uns, konsequent gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit vorzugehen und wachsam zu sein", sagte Oberbürgermeister Christian Geselle von der SPD. Die jährliche Auszeichnung werde den Titel "Kasseler Demokratie-Impuls" tragen und mit 3000 Euro dotiert sein.

Böhmermann: Vier SPD-Unterbezirke stehen hinter mir

Der Satiriker Jan Böhmermann hat für seine angekündigte Bewerbung um den SPD-Vorsitz nach eigener Darstellung schon vier der fünf nötigen Unterbezirke hinter sich. Sie alle hätten ihm dafür ihre Unterstützung zugesichert, sagte der TV-Moderator in einer Online-"Bürgersprechstunde". Böhmermann nannte keine Namen. Es gibt deutschlandweit 393 Unterbezirke der Partei. Sollte der Komiker tatsächlich genug Unterstützer haben, wäre damit aber noch nicht sein Problem gelöst, erst SPD-Mitglied werden zu müssen. Kritiker werfen ihm vor, die Bewerbung nicht ernst zu meinen.

3.000 Jahre altes Schwert auf Mallorca gefunden

Archäologen haben auf Mallorca ein mehr als 3.000 Jahre altes Schwert aus Bronze entdeckt. Die bei Puigpunyent nordwestlich der Hauptstadt Palma entdeckte Waffe sei das erste Fundstück dieser Art, das fachgerecht datiert und eingeordnet werden kann, wie die "Mallorca-Zeitung" berichtet. Laut Fachleuten stammt das 96 Zentimeter lange Objekt aus der Zeit um 1200 v. Chr. Die schmuckvolle Verzierung am Knauf des Schwerts deute darauf hin, dass es sich nicht um eine Waffe für den Einsatz im Kampf, sondern eher um ein Statussymbol gehandelt habe, erklärten die Archäologen Jaume Deya und Pablo Galera, die die Ausgrabungen am Talaiot del Serral de ses Abelles bei Puigpunyent leiten.

Bund zurückhaltend bei Denkmal für polnische Opfer

Die Bundesregierung hat sich mit Blick auf ein Denkmal im Zentrum Berlins für die polnischen Opfer des NS-Vernichtungskrieges zurückhaltend geäußert. Wie etwa bei der Diskussion um das Mahnmal für die ermordeten Juden in Europa müsse es dazu zunächst eine Debatte im Bundestag sowie eine öffentliche Debatte geben, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Bereits jetzt gebe es aber zahlreiche Orte, die an die polnischen Opfer erinnerten.

Nächster Eurovision Song Contest in Rotterdam

Der nächste Eurovision Song Contest findet im Mai 2020 in der niederländischen Stadt Rotterdam statt. Dies teilte der niederländische Rundfunk NPO mit. Zuletzt stand auch Maastricht noch als Austragungsort für den weltweit größten Musikwettbewerb zur Auswahl. Nach dem Sieg des niederländischen Sängers Duncan Laurence mit der Ballade "Arcade" beim vergangenen Song Contest in Tel Aviv sind die Niederlande zum fünften Mal Gastgeberland.

Siebenpfeiffer-Preis für Journalistin Anja Reschke

Die Journalistin und ARD-Moderatorin Anja Reschke erhält den diesjährigen Siebenpfeiffer-Preis. Die Jury sehe Reschke als Kämpferin gegen die moderne Form der Zensur, die Bedrohung der Pressefreiheit durch "Hater" und Trolle im Netz, teilte der Saarländische Rundfunk in Saarbrücken mit. Die Journalistin bekommt den mit 10.000 Euro dotieren Preis am 10. November überreicht. Reschke hatte inmitten der aufgewühlten Stimmung im Zusammenhang mit der Flüchtlingspolitik 2015 in einem Kommentar einen "Aufstand der Anständigen" gegen die Anfeindungen Rechtsextremer gefordert. Daraufhin erhielt sie Hasskommentare und Drohungen im Netz. Den Siebenpfeiffer-Preis gibt es seit 1989. Er zeichnet alle zwei Jahre Journalisten aus, die sich "für die freiheitlichen Grundrechte und die demokratischen Grundwerte in herausragender Weise engagieren" ohne auf ihre Karriere Rücksicht zu nehmen.

"Sprachpanscher des Jahres" gewählt

Hannovers früherer Oberbürgermeister Stefan Schostok ist zum "Sprachpanscher des Jahres" gewählt worden. Mit der Negativauszeichnung würden Schostoks geschlechterneutrale Vorschriften zur hannoverschen Behördensprache kritisiert, teilte der Verein Deutsche Sprache in Dortmund mit. Der SPD-Politiker habe etwa mit der Regel, das Wort "jeder" durch "alle" zu ersetzen, die Bedeutung von Aussagen manipuliert. Lehrer seien zu "Lehrenden" geworden, Wähler zu "Wählenden", statt Rednerpulte solle es nur noch "Redepulte" geben. Platz zwei geht an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) für die Werbekampagne "Looks like shit. But saves my life". Auf dem dritten Platz landet das Model Heidi Klum wegen der Ausdrucksweise in der Fernsehsendung "Germanys Next Topmodel". So sei dort die Rede von "Challenges" statt Herausforderungen und "Personality" statt Persönlichkeit.

Myanmar: Hafturteil gegen Filmemacher

Ein Filmemacher in Myanmar ist wegen kritischen Facebook-Kommentaren über die Armee zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Ein Gericht sah es als erwiesen an, dass Min Htin Ko Ko Gyi die Streitkräfte diffamiert habe, sagte sein Anwalt. Die Posts seines Mandanten seien als mutmaßliche Anstiftung von Soldaten zur Meuterei oder zur Vernachlässigung ihrer Pflichten verstanden worden. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International verurteilte das Urteil. Es sei ein haarsträubendes Vorgehen gegen die Meinungsfreiheit. Besonders grausam sei die Strafe, weil der Filmemacher gravierende gesundheitliche Probleme wie Leberkrebs habe. Amnesty forderte dessen sofortige Freilassung.

Mehr Schutz für Medienschaffende gefordert

Mehrere Journalisten-Vereinigungen fordern in einem offenen Brief an Bundesinnenminister Seehofer mehr Schutz und Sicherheit für Medienschaffende. Eine der Initiatorinnen ist Sheila Mysorekar vom Verein "Neue deutsche Medienmacher". Sie will mehr Transparenz und Informationen über die Namen auf so genannten „Todeslisten" von Rechtsextremen. Viele Journalisten fühlten sich nicht ausreichend vor Gewalttaten geschützt, sagte sie im Deutschlandfunk Kultur.

Sorge um Freiheit der Kunst in Sachsen

Kulturschaffende in Sachsen sorgen sich angesichts der politischen Stimmung im Land zunehmend um die Freiheit der Kunst. "Viele wenden sich auch an mich und fragen, was kommt ganz konkret auf uns zu", sagte Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) kurz vor der Landtagswahl. Wenn Weltoffenheit, Toleranz oder auch Europa in Wahlprogrammen eingeschränkt werden, "dann ist das auch eine Einschränkung in Kunst und Kultur", so die SPD-Politikerin. "Wir müssen uns dafür einsetzen, dass die Freiheit der Kunst nicht in Gefahr gerät", sagte auch die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Marion Ackermann.

Kulturnachrichten hören

August 2018
MO DI MI DO FR SA SO
30 31 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31 1 2

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur