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Mittwoch, 23.10.2019
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 30. August 2018

Schwedische Akademie: Drei Mitglieder kehren zurück

Sie kehren zurück, um neue Mitglieder zu wählen

Nach dem Streit in der Schwedischen Akademie, die jedes Jahr den Literaturnobelpreis vergibt, wollen drei ihrer Mitglieder wieder die Arbeit aufnehmen. Die frühere Ständige Sekretärin Sara Danius sowie Peter Englund und Kjell Espmark sagten der Tageszeitung "Svenska Dagbladet" am Donnerstag, sie wollten zur Akademie zurückkehren und helfen, neue Mitglieder zu wählen. Das Trio war im April aus Protest über den Umgang der Akademie mit einem Belästigungs- und Korruptionsskandal zurückgetreten. Nur neun der 18 auf Lebenszeit gewählten Akademiemitglieder waren vor der Sommerpause aktiv. Die Statuten schreiben vor, dass eine Gruppe von zwölf benötigt wird, um neue Mitglieder zu wählen. Die Vergabe des Literaturnobelpreises für dieses Jahr war abgesagt worden.

Iosif Kobson ist tot

Mit seiner Baritonstimme erlangte er in der Sowjetunion eine unerhörte Popularität

Der schillernde russische Sänger und kremltreue Politiker Iosif Kobson ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Präsident Wladimir Putin würdigte in einer Mitteilung Kobsons "aktives politisches, gesellschaftliches und karitatives Wirken". Kobson wurde 1937 im Donbass in der Ostukraine geboren und erlangte mit seiner Baritonstimme in der Sowjetunion eine unerhörte Popularität als Schlagersänger. Daneben war er seit Ende der 1980er Jahre politisch aktiv und gehörte erst dem sowjetischen, dann viele Jahre dem russischen Parlament an. Weil er sich ab 2014 aktiv für die separatistische Volksrepublik Donezk in der Ostukraine einsetzte, verhängte die EU Sanktionen gegen ihn.

Gomringer-Gedicht soll an Fassade von PEN-Zentrum

Peuckmann: "Das Gedicht von Gomringer hätte bleiben müssen"

Das umstrittene Gedicht "Avenidas" des Poeten Eugen Gomringer soll künftig die Fassade des neuen PEN-Zentrums in Darmstadt zieren. "So ist der Plan. Doch das bedarf noch der Zustimmung des Präsidiums und des Künstlers selber", sagte der Lyriker Heinrich Peuckmann, Präsidiumsmitglied der Schriftstellervereinigung, am Donnerstag. Das Gedicht "Avenidas" steht momentan groß an der Fassade der Berliner Alice-Salomon-Hochschule für Sozialarbeit. Dort soll es aber im Herbst stark verkleinert werden. Der haushohe Schriftzug soll mit einem eigens dafür geschaffenen Gedicht der Lyrikerin Barbara Köhler überschrieben werden. "Avenidas" hätten einige Beobachter als Angriff auf Frauen, sexistisch und chauvinistisch empfunden, sagte Peuckmann. "Barbara Köhler ist eine gute Lyrikerin", sagte Peuckmann der "taz". "Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass das Gedicht von Gomringer hätte bleiben müssen."

Kunstpreis der Böttcherstraße geht an Arne Schmitt

"Es geht um die Archäologie der Ökonomie unserer Gegenwart"

Die Jury des Kunstpreises der Böttcherstraße in Bremen spricht im Jahr 2018 Arne Schmitt den mit 30.000 Euro dotierten Preis zu. Die Preisverleihung findet am 23. September in der Kunsthalle Bremen statt. Die Werke des Preisträgers sowie der weiteren neun nominierten Künstlerinnen und Künstler sind noch bis zum 30. September in der Kunsthalle zu sehen. Die Jury begründet ihr Entscheidung für Arne Schmitt folgendermaßen: "Das Werk mit dem Titel 'Der heiße Frieden' über die chemische Industrie und eine deutsche Stadt behandelt das Thema multinationale Wirtschaft und Globalisierung am Beispiel eines Unternehmens, das großen Einfluss auf eine urbane Entwicklung und ihre Kultur genommen hat. Die scharfe und dabei trockene Analyse, die Verwendung historischer Dokumente in Form von Bildern und Texten haben in den Augen der Jury höchste Aktualität. Es geht um die Archäologie der Ökonomie unserer Gegenwart."

Depardieu: Vorermittlungen wegen Vergewaltigung

Sein Anwalt weist alle Vorwürfe zurück

Nach einer Anzeige wegen Vergewaltigung hat der französische Schauspieler Gérard Depardieu die Vorwürfe zurückgewiesen. Depardieu bestreite jeglichen sexuellen Übergriff, jegliche Vergewaltigung, jegliches Vergehen, sagte sein Anwalt Hervé Temime am Donnerstag dem Sender BFMTV. Die Pariser Staatsanwaltschaft hatte zuvor Vorermittlungen wegen Vergewaltigung und sexueller Übergriffe eingeleitet, wie aus Justizkreisen bestätigt wurde. Das ist ein übliches Vorgehen nach einer Anzeige. Die Anzeige sei in der Region Aix-en-Provence eingereicht worden.

Trump fordert Entlassung von CNN-Chef

Mutterkonzern "sollte ihn sofort feuern, um die Glaubwürdigkeit zu retten"

US-Präsident Donald Trump hat seine scharfe Kritik an den US-Medien fortgesetzt und die Entlassung von CNN-Chef Jeff Zucker gefordert. "Little Jeff Z" habe seinen Job furchtbar gemacht und schlechte Zuschauerwerte, twitterte Trump am Donnerstag. Der Mutterkonzern des Nachrichtensenders, AT&T, "sollte ihn sofort feuern, um die Glaubwürdigkeit zu retten". In einem weiteren Tweet warf der Präsident zudem NBC News vor, ein Interview mit ihm im Mai 2017 manipuliert zu haben. Einen Beleg dafür präsentierte Trump nicht. Das Gespräch war wenige Tage nach der umstrittenen Entlassung des damaligen FBI-Chefs James Comey geführt worden und hatte auch die Russland-Ermittlungen zum Thema.

Laschet lässt Zukunft von Ruhrtriennale-Chefin offen

Isabel Pfeiffer-Poensgen soll "kluge Lösungen für eine starke Ruhrtriennale in der Zukunft zu entwickeln"

Nach dem Eklat um die Einladung einer israelkritischen Band zur Ruhrtriennale hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet die Zukunft von Intendantin Stefanie Carp offengelassen. "Kunstfreiheit ist ein hohes Gut, aber die hat eine bestimmte Grenze", sagte Laschet am Donnerstag in Düsseldorf. Er überlasse es NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen, "kluge Lösungen für eine starke Ruhrtriennale in der Zukunft zu entwickeln". Carp war gleich im ersten Jahr ihrer dreijährigen Ruhrtriennale-Intendanz politisch unter Druck geraten. Anlass war die umstrittene Einladung der Band "Young Fathers", die die israelkritische Boykott-Kampagne BDS unterstützt. Carp hatte die Gruppe zum Festival erst ein-, dann aus- und zuletzt wieder eingeladen. Die Gruppe sagte schließlich von sich aus ab.

Ausstellung mit Bildern und Zeichnungen von Otto

Seine Gemälde sind Hommagen an Künstler wie da Vinci, Lichtenstein oder Picasso

Eine Auswahl des bildnerischen Werks von Otto Waalkes ist ab dem 14. September im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zu sehen. "Otto. Die Ausstellung" zeigt unter anderem Zeichnungen, Bildgeschichten und Cartoons des Komikers. Unter den mehr als 200 Exponaten seien auch Spickzettel für seine Bühnenauftritte und Bühnenelemente sowie ein Nachbau des Pilsumer Leuchtturms oder ein riesiger "Ottifant" aus Plüsch, hieß es. Zudem würden Ausschnitte aus den Otto-Shows von 1974 bis 1982 gezeigt. Waalkes, der 1970 ein Studium der Kunstpädagogik an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg (HFBK) begonnen habe, besinne sich seit einigen Jahren wieder auf die bildende Kunst, hieß es. Seine Gemälde seien Hommagen an Künstler wie Leonardo da Vinci, Edward Hopper, Roy Lichtenstein, David Hockney, Pablo Picasso, Edvard Munch oder Max Liebermann, die den Komiker zu Pastiches und Parodien inspirierten. Die Ausstellung ist bis zum 17. Februar 2019 zu sehen.

Seyran Ates weist Kritik von Konservativen zurück

"Es muss möglich sein, im Glauben auf der Suche zu sein"

Moscheegründerin Seyran Ates wehrt sich gegen Kritik aus konservativen islamischen Kreisen. "Sie nehmen die Religionsfreiheit für sich in Anspruch und müssen erklären, warum sie diese für unsere liberale Gemeinde nicht akzeptieren und uns als Ungläubige bezeichnen", sagte sie im Interview mit der evangelischen Zeitschrift "chrismon". 2017 gründete Ates in Berlin die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee und lehrt dort auch als Imamin. Seither erhält sie nach eigenen Angaben Morddrohungen aus fundamentalistischen Kreisen und nimmt die Hilfe von Personenschützern in Anspruch. Liberalen Muslimen wie ihr werde häufig entgegnet, ihr Islam sei nicht der wahre Islam, sagte sie. "Es muss möglich sein, im Glauben auf der Suche zu sein", antwortete sie ihren Kritikern.

Kirche im Zentrum Roms eingestürzt

Menschen kamen nicht zu Schaden

Im Zentrum von Rom ist eine historische Kirche eingestürzt. Menschen kamen nach ersten Berichten nicht zu Schaden. Laut Online-Medien brach das Gewölbe der einschiffigen Basilika San Giuseppe dei Falegnami nahe des Kapitols am Donnerstagnachmittag nahezu vollständig ein. Das 1663 vollendete Gotteshaus am Rand des Forum Romanum, war zu dem Zeitpunkt für Besucher geschlossen. Die Kirche wird gern für Hochzeiten genutzt. Die Einsturzursache ist noch unbekannt. Unter der Kirche liegt der sogenannte Mamertinische Kerker, ein antikes Gefängnis, in dem der Überlieferung zufolge auch der heilige Petrus inhaftiert war. Ob die archäologische Stätte in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist noch unklar.

Grütters fordert mehr Haltung der Musikbranche

"Echo"-Skandal mache Positionierung notwendig

Nach dem Eklat bei der Verleihung des Musikpreises Echo hat Kultur-Staatsministerin Monika Grütters eine stärkere Positionierung der Musikbranche gefordert. Die Branche müsse eine Haltung gegenüber Inhalten entwickeln, die die Grenzen der Kunstfreiheit mit zum Beispiel frauenfeindlichen, homophoben oder rassistischen Texten "auf unerträgliche Weise" strapazierten, sagte die CDU-Politikerin mit Blick auf das Musikfestival "c/o Pop". Die Gangster-Rapper Kollegah und Farid Bang waren trotz Antisemitismus-Vorwürfen mit dem Echo ausgezeichnet worden. Dies hatte schließlich zu seiner Abschaffung geführt. Bis Sonntag werden bei der 15. Ausgabe der "c/o Pop" rund 180 Künstler auftreten. Die Veranstalter rechnen insgesamt mit rund 30 000 Besuchern.

Klassik-Branche startet eigenen Musikpreis

Bundesverband Musikindustrie ist nicht beteiligt

Nach dem Ende der Echo-Musikpreise verleiht die Klassik-Branche ihren Talenten und Stars einen eigenen Preis. Musikkonzerne, unabhängige Platten-Label, Verlage und Konzertveranstalter wollen am 14. Oktober erstmals den Opus Klassik in Berlin vergeben - unabhängig vom Bundesverband Musikindustrie (BVMI), der bisher für den Echo in den Sparten Pop, Jazz und Klassik verantwortlich war. Das ZDF wird die Preisgala aus dem Berliner Konzerthaus am selben Abend ausstrahlen, wie der neugegründete Verein zur Förderung der Klassischen Musik als Veranstalter mitteilte. Dem Verein gehören unter anderem die Deutsche Grammophon, Sony Music und Warner Music sowie der Verband der unabhängigen Label CLASS an.

Dänisches Wikingermuseum wird abgerissen

Sturmschäden sind irreparabel

Das berühmte Wikingerschiffmuseum in Dänemark wird abgerissen. Das Museum in Roskilde könne von der Liste der Gebäude entfernt werden, die erhalten werden sollten, sagte Kulturministerin Mette Bock. Ein Sturm hatte 2013 Schäden in Höhe von umgerechnet rund 1,5 Millionen Euro an dem Gebäude aus den 60er Jahren am Fjord von Roskilde verursacht. Die Schiffe blieben aber unbeschädigt. Das Museum hatte den Abriss beantragt, weil Reparaturen unmöglich seien. Was mit den Schiffen passiert, war zunächst unklar.

Henckel von Donnersmarck erneut für Oscar nominiert

German Films wählte Oscarpreisträger unter elf Kandidaten aus

Elf Jahre nach dem Oscar für "Das Leben der Anderen" geht Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck erneut ins Rennen um die begehrteste Film-Trophäe. Sein neuer Film "Werk ohne Autor" mit den Schauspielern Tom Schilling und Sebastian Koch soll den Oscar in der Kategorie bester nicht-englischsprachiger Film nach Deutschland holen. Eine unabhängige Jury wählte ihn aus insgesamt elf Kandidaten aus, wie German Films, die Auslandsvertretung des deutschen Films, in München mitteilte. Der Auslands-Oscar von 2007 ist der bisher letzte Erfolg für Deutschland in dieser Kategorie. Beworben hatten sich in diesem Jahr unter anderem noch das Romy-Schneider-Drama "3 Tage in Quiberon" und Michael "Bully" Herbigs erster ernster Film "Ballon".

Theater Basel zum "Theater des Jahres" gewählt

Deutschsprachige Theaterkritiker küren Preisträger in sechs Kategorien

Das "Theater des Jahres" steht in Basel. Im Bühnenranking der deutschsprachigen Kritiker kam das von Andreas Beck geleitete Theater auf Platz eins. Für die Bühne stimmten acht der insgesamt 43 befragten Theaterexperten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, wie die Fachzeitschrift "Theater heute" mitteilte. "Schauspielerin des Jahres" wurde Caroline Peters vom Wiener Burgtheater, "Schauspieler des Jahres" der freischaffende Schauspieler Benny Claessens. Zum "Stück des Jahres" wurde Elfriede Jelineks Drama "Am Königsweg" gekürt. Die am Deutschen Schauspielhaus Hamburg entstandene Uraufführung von Falk Richter mit Benny Claessens in der Hauptrolle ist zudem die "Inszenierung des Jahres", und die "Kostüme des Jahres" von Andy Besuch sind ebenfalls Teil der "Königsweg"-Inszenierung. Das "Bühnenbild des Jahres" bauten Vegard Vinge und Ida Müller für ihr in Berlin entstandenes Gesamtkunstwerk "Nationaltheater Reinickendorf".

Schloss Cecilienhof für zehn Millionen Euro saniert

Bauarbeiten nach vier Jahren abgeschlossen

Das Schloss Cecilienhof in Potsdam erstrahlt in neuem Glanz. Rund zehn Millionen Euro hat die Sanierung des letzten Hohenzollern-Schlosses gekostet, das vor rund 100 Jahren eingeweiht wurde. Seit 2014 wurden bei laufendem Besucherbetrieb tausende Dachziegel gesäubert und neu verlegt sowie rund 100.000 Mauerziegel ersetzt, teilte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Potsdam mit. Zudem seien die rund 550 Fenster überarbeitet, der Dachstuhl von Chemikalien aus den 60er Jahren dekontaminiert und rund 50.000 neue Dachlatten verlegt worden. Schloss Cecilienhof wurde als Wohnsitz des Kronprinzenpaares im englischen Landhausstil errichtet und war im Sommer 1945 Ort der Potsdamer Konferenz zur Neuordnung Europas nach dem Zweiten Weltkrieg.

75. Filmfestival Venedig hat begonnen

21 Filme konkurrieren um den Goldenen Löwen.

Die Internationalen Filmfestpiele wurden Mittwoch Abend mit dem Film "First Man" von Damien Chazelle eröffnet. Er erzählt mit Ryan Gosling in der Hauptrolle von Neil Armstrong, der als erster Mensch den Mond betrat. Um die Hauptpreise im Wettbewerb, die von der Jury um Guillermo del Toro am 9. September vergeben werden, bewirbt sich auch der deutsche Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck mit "Werk ohne Autor". Der Film zeigt das Porträt eines Künstlers, der von Tom Schilling gespielt wird. Dieser wird nach der Flucht in den Westen von den Erinnerungen an die NS-Zeit und an das SED-Regime verfolgt. Als großer Clou gilt die Premiere von "The Other Side of the Wind". Regielegende Orson Welles drehte das Werk in den 1970er Jahren, konnte es aber nie beenden. 2017 kaufte dann der Streamingdienst Netflix die Rechte und vollendete den Film.

Kubanische Poetin Carilda Oliver gestorben

Schriftstellerin schrieb Gedicht über einstigen Guerillakämpfer Castro

Die kubanische Poetin und Schriftstellerin Carilda Oliver ist nach Angaben örtlicher Medien tot. Oliver, die für ihre erotische Poesie und ein Gedicht über den jungen Fidel Castro bekannt war, sei im Alter von 96 Jahren gestorben, berichtete die staatliche kubanische Nachrichtenagentur ACN. Die studierte Juristin veröffentlichte mehr als 40 Bücher. 1957 schrieb sie das Gedicht "Canto a Fidel" über den jungen Guerilla-Kämpfer Castro. Sie erhielt zweimal den kubanischen Literaturpreis. Dennoch hatte es ihr Werk in ihrem Heimatland stets schwer, da sich die Autorin nicht dem sozialistischen Literaturkanon anpassen wollte.

Fotograf Erich Lessing mit 95 Jahren gestorben

Zeitzeuge des Nachkriegseuropa

Der österreichische Fotograf Erich Lessing ist tot, wie die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) in Wien mitteilte. "Mit Erich Lessing verliert die Welt nicht nur einen herausragenden und vielseitigen Künstler, sondern auch einen außergewöhnlichen Menschen, einen Zeitzeugen und scharfen Beobachter", heißt es in einer Mitteilung der IKG. Lessing fotografierte unter anderem den Ungarn-Aufstand (1956) und wurde mit Bildern zum Wiederaufbau im Kommunismus bekannt. Sein Jugenhobby machte er zum Beruf und verdiente zunächst Geld mit Kindergarten- und Strandfotografien. Während des Zweiten Weltkriegs wurde er bei der britischen Armee als Fotograf verpflichtet. Nach dem Krieg arbeitete Lessing unter anderem für die legendäre Magnum Agentur. Lessing dokumentierte in den 1950er Jahren die politischen und sozialen Ereignisse im Nachkriegseuropa. Auf seinen Bildern hielt er den Besuch Charles de Gaulles in Algerien und die Unterzeichnung des österreichischen Staatsvertrags am Balkon des Belvedere in Wien fest. Später fotografierte Lessing vor allem Musiker, Poeten und andere Persönlichkeiten.

Grütters kritisiert Haltung der Musikbranche

Nach Echo-Eklat müsse sich Branche deutlicher zu Texten positionieren

Nach dem Skandal bei der Verleihung des Musikpreises Echo hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters eine stärkere Positionierung der Musikbranche gefordert. Die Branche müsse eine Haltung gegenüber Inhalten entwickeln, die die Grenzen der Kunstfreiheit mit zum Beispiel frauenfeindlichen, homophoben oder rassistischen Texten "auf unerträgliche Weise" strapazierten, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch in Köln. Sie eröffnete dort das Musikfestival "c/o Pop". Die Rapper Kollegah und Farid Bang waren trotz Antisemitismus-Vorwürfen im April mit dem Echo ausgezeichnet worden. Dies hatte schließlich zu seiner Abschaffung geführt. Etliche Musiker hatten zuvor ihre Echo-Preise aus Protest zurückgegeben.

Rund 100 Anzeigen gegen Tiroler Festspiele

Vorwurf der illegalen Beschäftigung

Nach Vorwürfen wegen angeblicher sexueller Übergriffe des Intendanten haben die Tiroler Festspiele Erl mit weiteren Anschuldigungen zu kämpfen. Es seien rund 100 Strafverfahren gegen die Festspiele anhängig, sagte Kufsteins Bezirkshauptmann der "Tiroler Tageszeitung". Dabei gehe es um den Verdacht der illegalen Beschäftigung von Ausländern und um nicht bezahlte Sozialabgaben. Zuletzt war bekannt geworden, dass den Festspielen bis Januar 2019 nach wiederholten Übertretungen die weitere Beschäftigung von Bürgern aus Nicht-EU-Staaten untersagt wurde. In Erl sind traditionell viele Musiker und Künstler aus Staaten wie Weißrussland beschäftigt. Intendant Gustav Kuhn muss sich seit einigen Monaten gegen Vorwürfe sexueller Übergriffe wehren. Fünf Musikerinnen hatten von "unerwünschten Küssen", dem "Griff zwischen die Beine" und "Mobbing, öffentlicher Bloßstellung, Demütigung und Schikane" berichtet. Der 72-Jährige bestreitet das, lässt aber bis zur Klärung des Falls seine Funktion als künstlerischer Leiter ruhen.

Umstrittener Abbau von Erdogan-Statue in Wiesbaden

Hessisches Staatstheater und Biennale reagieren mit Stellungnahmen

Mit indirekter Kritik haben das Hessische Staatstheater und die Kuratoren des Kunstfestivals Wiesbaden Biennale auf die Entscheidung der Stadt reagiert, eine überlebensgroße Statue des türkischen Staatspräsidenten Erdogan im Stadtzentrum abbauen zu lassen. Viele Menschen hätten vor der Statue diskutiert, heißt es in einer Erklärung von Theaterintendant Uwe Eric Laufenberg. In der Türkei sei das zurzeit nicht möglich. "In Deutschland ist das möglich und nötig", schreibt Laufenberg, ohne das Vorgehen der Stadt zu kommentieren. Die Kuratoren der Biennale, Maria Magdelena Ludewig und Martin Hammer stellen in ihrer Stellungnahme "in aller Entschiedenheit die Frage nach dem Preis und der Freiheit der Kunst."

Florian Illies wird Verleger beim Rowohlt Verlag

Schriftsteller wird verlegerischer Geschäftsführer

Florian Illies, Journalist und Autor des Bestsellers "Generation Golf", wird zum 1. Januar 2019 neuer verlegerischer Geschäftsführer des Rowohlt-Verlages. Der 47-Jährige folgt damit Barbara Laugwitz, die das Haus zum Jahresende verlässt, teilten die Holtzbrinck Buchverlage in Hamburg mit. Florian Illies sei ein seltener Glücksfall für Rowohlt, sagte Vorstandsvorsitzender Joerg Pfuhl. Er kenne die Buchbranche aus der Sicht des Autors ebenso wie als Journalist. Illies hatte das Kunstmagazin "Monopol" gegründet und war zuletzt Geschäftsführer des Berliner Auktionshauses Grisebach. Außerdem ist er Mit-Herausgeber der Wochenzeitung "Die Zeit".

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