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Mittwoch, 26.06.2019
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 29. August 2018

Grütters kritisiert Haltung der Musikbranche

Nach Echo-Eklat müsse sich Branche deutlicher zu Texten positionieren

Nach dem Skandal bei der Verleihung des Musikpreises Echo hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters eine stärkere Positionierung der Musikbranche gefordert. Die Branche müsse eine Haltung gegenüber Inhalten entwickeln, die die Grenzen der Kunstfreiheit mit zum Beispiel frauenfeindlichen, homophoben oder rassistischen Texten "auf unerträgliche Weise" strapazierten, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch in Köln. Sie eröffnete dort das Musikfestival "c/o Pop". Die Rapper Kollegah und Farid Bang waren trotz Antisemitismus-Vorwürfen im April mit dem Echo ausgezeichnet worden. Dies hatte schließlich zu seiner Abschaffung geführt. Etliche Musiker hatten zuvor ihre Echo-Preise aus Protest zurückgegeben.

Rund 100 Anzeigen gegen Tiroler Festspiele

Vorwurf der illegalen Beschäftigung

Nach Vorwürfen wegen angeblicher sexueller Übergriffe des Intendanten haben die Tiroler Festspiele Erl mit weiteren Anschuldigungen zu kämpfen. Es seien rund 100 Strafverfahren gegen die Festspiele anhängig, sagte Kufsteins Bezirkshauptmann der "Tiroler Tageszeitung". Dabei gehe es um den Verdacht der illegalen Beschäftigung von Ausländern und um nicht bezahlte Sozialabgaben. Zuletzt war bekannt geworden, dass den Festspielen bis Januar 2019 nach wiederholten Übertretungen die weitere Beschäftigung von Bürgern aus Nicht-EU-Staaten untersagt wurde. In Erl sind traditionell viele Musiker und Künstler aus Staaten wie Weißrussland beschäftigt. Intendant Gustav Kuhn muss sich seit einigen Monaten gegen Vorwürfe sexueller Übergriffe wehren. Fünf Musikerinnen hatten von "unerwünschten Küssen", dem "Griff zwischen die Beine" und "Mobbing, öffentlicher Bloßstellung, Demütigung und Schikane" berichtet. Der 72-Jährige bestreitet das, lässt aber bis zur Klärung des Falls seine Funktion als künstlerischer Leiter ruhen.

Fotograf Erich Lessing mit 95 Jahren gestorben

Zeitzeuge des Nachkriegseuropa

Der österreichische Fotograf Erich Lessing ist tot, wie die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) in Wien mitteilte. "Mit Erich Lessing verliert die Welt nicht nur einen herausragenden und vielseitigen Künstler, sondern auch einen außergewöhnlichen Menschen, einen Zeitzeugen und scharfen Beobachter", heißt es in einer Mitteilung der IKG. Lessing fotografierte unter anderem den Ungarn-Aufstand (1956) und wurde mit Bildern zum Wiederaufbau im Kommunismus bekannt. Sein Jugenhobby machte er zum Beruf und verdiente zunächst Geld mit Kindergarten- und Strandfotografien. Während des Zweiten Weltkriegs wurde er bei der britischen Armee als Fotograf verpflichtet. Nach dem Krieg arbeitete Lessing unter anderem für die legendäre Magnum Agentur. Lessing dokumentierte in den 1950er Jahren die politischen und sozialen Ereignisse im Nachkriegseuropa. Auf seinen Bildern hielt er den Besuch Charles de Gaulles in Algerien und die Unterzeichnung des österreichischen Staatsvertrags am Balkon des Belvedere in Wien fest. Später fotografierte Lessing vor allem Musiker, Poeten und andere Persönlichkeiten.

Umstrittener Abbau von Erdogan-Statue in Wiesbaden

Hessisches Staatstheater und Biennale reagieren mit Stellungnahmen

Mit indirekter Kritik haben das Hessische Staatstheater und die Kuratoren des Kunstfestivals Wiesbaden Biennale auf die Entscheidung der Stadt reagiert, eine überlebensgroße Statue des türkischen Staatspräsidenten Erdogan im Stadtzentrum abbauen zu lassen. Viele Menschen hätten vor der Statue diskutiert, heißt es in einer Erklärung von Theaterintendant Uwe Eric Laufenberg. In der Türkei sei das zurzeit nicht möglich. "In Deutschland ist das möglich und nötig", schreibt Laufenberg, ohne das Vorgehen der Stadt zu kommentieren. Die Kuratoren der Biennale, Maria Magdelena Ludewig und Martin Hammer stellen in ihrer Stellungnahme "in aller Entschiedenheit die Frage nach dem Preis und der Freiheit der Kunst."

Florian Illies wird Verleger beim Rowohlt Verlag

Schriftsteller wird verlegerischer Geschäftsführer

Florian Illies, Journalist und Autor des Bestsellers "Generation Golf", wird zum 1. Januar 2019 neuer verlegerischer Geschäftsführer des Rowohlt-Verlages. Der 47-Jährige folgt damit Barbara Laugwitz, die das Haus zum Jahresende verlässt, teilten die Holtzbrinck Buchverlage in Hamburg mit. Florian Illies sei ein seltener Glücksfall für Rowohlt, sagte Vorstandsvorsitzender Joerg Pfuhl. Er kenne die Buchbranche aus der Sicht des Autors ebenso wie als Journalist. Illies hatte das Kunstmagazin "Monopol" gegründet und war zuletzt Geschäftsführer des Berliner Auktionshauses Grisebach. Außerdem ist er Mit-Herausgeber der Wochenzeitung "Die Zeit".

Autoren für alternativen Literaturnobelpreis nominiert

Weltweite Online-Abstimmung benennt vier Schriftsteller

Die Schriftsteller Haruki Murakami, Kim Thuy, Maryse Condé und Neil Gaiman konkurrieren um den alternativen Literaturnobelpreis. Die vier Autoren wurden bei einer weltweiten Online-Abstimmung und von schwedischen Bibliothekaren ausgewählt, teilte die Initiative "Den Nya Akademien" ("Die Neue Akademie") in Stockholm mit. Der neue Literaturpreis ersetzt in diesem Jahr einmalig den wegen einer Krise der Schwedischen Akademie abgesagten Literaturnobelpreis. Der Gewinner soll am 12. Oktober präsentiert und bei einer Feier am 10. Dezember ausgezeichnet werden.

Burgtheater Wien erzielt erneuten Einnahmerekord

Viertes Einnahmeplus in Folge

Das Burgtheater Wien hat in der laufenden Saison einen Einnahmerekord erzielt. Wie das Theater mitteilte, stiegen die Kartenerlöse von 9,4 Millionen Euro in der Saison 2016/2017 auf nun 9,52 Millionen Euro. Dabei verkaufte das Burgtheater rund 395 700 Karten, etwa 6600 mehr als in der Vorsaison. Nach eigenen Angaben hat das Burgtheater damit zum vierten Mal in Folge einen Rekord bei den Ticketeinnahmen erzielt. Die Auslastung des Hauses stieg von 76,5 auf 77,6 Prozent.

Kleist-Museum wird Landesstiftung

Gesetzentwurf für brandenburgische Gedenkstätte gebilligt

Das Kleistmuseum in Frankfurt (Oder) - die größte Literaturgedenkstätte Brandenburgs - wird ab 2019 eine Landesstiftung. Einen entsprechenden Gesetzentwurf habe das Kabinett gebilligt, teilte das Kulturministerium in Potsdam mit. Das Land wolle die finanzielle Unterstützung von bislang 248 000 auf rund 500 000 Euro pro Jahr aufstocken. Über den Beschluss müsse noch der Landtag entscheiden. Mit der Landesstiftung solle die wissenschaftliche Arbeit und die öffentliche Wahrnehmung des Museums gestärkt werden, betonte Kulturministerin Martina Münch (SPD). Das weltweit einzige Museum über Heinrich von Kleist (1777-1811) sei ein kulturelles Aushängeschild.

Robert Menasse erhält Zuckmayer-Medaille

Höchste Kulturehrung des Landes Rheinland-Pfalz

Der österreichische Schriftsteller Robert Menasse wird im kommenden Jahr mit der Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Menasse schaffe nicht nur unterhaltsame Literatur, sondern rege auch zum Nachdenken an, erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Menasse widmet sich zunehmend Themen wie Globalisierung und Europapolitik. Im vergangenen Jahr erhielt er für seinen Roman "Die Hauptstadt" über die EU-Bürokratie den Deutschen Buchpreis. Die Carl-Zuckmayer-Medaille wird seit 1979 am Todestag des rheinhessischen Dichters, dem 18. Januar, in Mainz überreicht.

Hunderte Fans verabschieden sich von Aretha Franklin

Leichnam der "Queen of Soul" in gold-glänzendem Sarg aufgebahrt

Hunderte Fans haben sich in Detroit von der gestorbenen US-Sängerin Aretha Franklin verabschiedet. In langen Schlangen warteten die Fans vor dem Charles-Wright-Museum für afro-amerikanische Geschichte in der Stadt im US-Bundesstaat Michigan. Dort war Franklins Leiche in einem gold-glänzenden Sarg aufgebahrt worden. Am Freitag soll es eine Trauerfeier im Greater Grace Temple in Detroit geben, zu der sich Wegbegleiter und Stars wie der frühere US-Präsident Bill Clinton, Soul-Sänger Smokey Robinson sowie Stevie Wonder und Faith Hill angesagt haben. Franklin war am 16. August im Alter von 76 Jahren in Detroit gestorben. Mit rund 75 Millionen verkauften Tonträgern gehört sie zu den erfolgreichsten Musikerinnen weltweit. Mit dem Otis-Redding-Song "Respect" interpretierte sie 1967 die Hymne der afroamerikanischen Freiheits- und Frauenbewegung.

Cate Blanchett ruft zu Hilfe für Rohingya auf

Australische Schauspielerin sprach vor dem UN-Sicherheitsrat

Hollywood-Star Cate Blanchett hat vor dem UN-Sicherheitsrat zu mehr Engagement für die rund 700 000 Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch aufgerufen. "Die Rohingya können nicht in dieselben Umstände zurückkehren, vor denen sie geflohen sind, sie können sich nicht auf unvollständige Lösungen einlassen", sagte Blanchett. Die Oscar-Preisträgerin berichtete auch von ihrer Reise in die Flüchtlingslager der Rohingya in Bangladesch. "Nichts hätte mich auf das Ausmaß und die Tiefe des Leids, das ich gesehen habe, vorbereiten können." Die Rohingya hätten "echte, tiefsitzende Angst" vor der Rückkehr nach Myanmar.

Robert-Gernhardt-Preis in Frankfurt am Main verliehen

Preisträger sind Julia Wolf und Florian Wacker

Die Schriftsteller Julia Wolf und Florian Wacker sind in Frankfurt am Main mit dem Robert-Gernhardt-Preis ausgezeichnet worden. Julia Wolf bekam die Auszeichnung für ihr Romanprojekt "Alte Mädchen". Dabei handelt es sich um den dritten Teil einer Romantrilogie, die die Autorin als eine poetische Erforschung eines kleinbürgerlichen, westdeutschen Milieus versteht. Florian Wacker wurde für sein Romanprojekt "Dikson" geehrt. Das Werk erzähle vom mysteriösen Verschwinden zweier Teilnehmer einer norwegischen Arktisexpedition zu Beginn der 1920er Jahre. Das Projekt verbinde souverän Elemente des Abenteuer- und des Kriminalromans mit der Geschichte einer Freundschaft an der Grenze des Todes, würdigte die Jury.

Goethe-Medaillen in Weimar verliehen

Undotierte Auszeichnung will internationalen Kulturausstausch fördern

Bürgerkrieg, Kalter Krieg, Vertreibung - für ihren Umgang mit diesen Themen haben vier internationale Künstler heute in Weimar die Goethe-Medaille 2018 erhalten. Es sind die kolumbianischen Theatermacher Heidi und Rolf Abderhalden vom Kollektiv Mapa Teatro, die schweizerisch-brasilianische Fotografin und Menschenrechtlerin Claudia Andujar sowie der ungarische Komponist und Dirigent Péter Eötvös. Die undotierte Auszeichnung geht an Menschen, die sich um den internationalen Kulturaustausch verdient gemacht haben.

Fernsehmoderator Friedrich Moll gestorben

Langjähriger Moderator der rbb-"Abendschau"

Der Fernsehmoderator Friedrich Moll, ist tot. Nach Angaben des rbb starb er im Alter von 70 Jahren in Berlin. Moll war am 31. August 2007 in den Ruhestand gegangen und hatte bis dahin 17 Jahre lang die "Abendschau" präsentiert. In dieser Zeit habe er auf vorbildliche Weise Kompetenz und Seriosität des öffentlich-rechtlichen Rundfunks verkörpert, sagte rbb-Intendantin Patricia Schlesinger.

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Fazit

Kritik an Karl-May-FestspielenDebatten statt Verbote
Nebendarsteller machen ein Selfie am Rande der Präsentation erster Szenen aus "Unter Geiern - Der Sohn des Bärenjägers" der Karl-May-Spiele. (picture alliance/Frank Molter/dpa)

"Professorin will diesen Winnetou abschaffen" titelte eine Boulevardzeitung nach Kritik an den Karl-May-Festspielen. So weit will niemand gehen, aber es gibt gute Gründe, die Darstellung von native americans zu verändern, findet Noa Ha von der Uni Dresden.Mehr

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