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Kulturnachrichten

Dienstag, 28. August 2018

Robert-Gernhardt-Preis in Frankfurt am Main verliehen

Preisträger sind Julia Wolf und Florian Wacker

Die Schriftsteller Julia Wolf und Florian Wacker sind in Frankfurt am Main mit dem Robert-Gernhardt-Preis ausgezeichnet worden. Julia Wolf bekam die Auszeichnung für ihr Romanprojekt "Alte Mädchen". Dabei handelt es sich um den dritten Teil einer Romantrilogie, die die Autorin als eine poetische Erforschung eines kleinbürgerlichen, westdeutschen Milieus versteht. Florian Wacker wurde für sein Romanprojekt "Dikson" geehrt. Das Werk erzähle vom mysteriösen Verschwinden zweier Teilnehmer einer norwegischen Arktisexpedition zu Beginn der 1920er Jahre. Das Projekt verbinde souverän Elemente des Abenteuer- und des Kriminalromans mit der Geschichte einer Freundschaft an der Grenze des Todes, würdigte die Jury.

Juristischer Streit um Michael-Jackson-Musical

Nachlassverwalter wollen Musical in Berlin verhindern

Vor der Premiere eines Michael-Jackson-Musicals in Berlin gibt es juristischen Streit. Der Nachlassverwalter des 2009 gestorbenen Popstars will die Tournee von "Beat it! Die Show über den King of Pop" des Passauer Veranstalters COFO verhindern. Über seinen Münchner Anwalt Martin Diesbach klagt der Nachlassverwalter, die "Estate of Michael Jackson", auf Unterlassung. COFO-Geschäftsführer Oliver Forster sagte der Deutschen Presse-Agentur, er habe das Stück über die Gema lizenzieren lassen. Das Musical feiert am Mittwoch in Berlin Premiere. Forster erläuterte, wenn die aufgeführten Lieder nicht verändert würden, sei eine Lizenz über die Gema ausreichend. Diesbach sagte, die ersten Aufführungen ließen sich nicht mehr stoppen. Jedoch gehe er davon aus, dass es noch in diesem Jahr eine mündliche Verhandlung geben und der Veranstalter danach die weitere Aufführung unterlassen werde.

Professorinnen verlassen deutsch-israelische Stiftung

Wissenschaftler boykottieren Deutsch-Israelische Forschungsstiftung

Zwei deutsche Professorinnen sind aus Protest gegen eine Entscheidung Israels aus der Deutsch-Israelischen Stiftung für Forschung und Entwicklung (GIF) ausgetreten. Wissenschaftsminister Ofir Akunis von der rechtsgerichteten Regierungspartei Likud hatte die Ernennung der israelischen Neurologin Yael Amitai für die Stiftung gestoppt. Hintergrund war ihre Unterstützung einer Wehrdienstverweigerung in den von Israel besetzten Gebieten. In ihrem Rücktrittsschreiben solidarisierten sich Ute Frevert von der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin und Brigitte Röder von der Universität Hamburg mit israelischen Wissenschaftlern, die deswegen zum Boykott der Stiftung aufriefen. "Die Arbeit des GIF ist zu wichtig, um sie durch politische Scharmützel korrumpieren zu lassen", schrieben Frevert und Röder an das Ministerium für Bildung und Forschung. Sie forderten klare Regeln für die Ernennung der Beiratsmitglieder. Nach Angaben von Professor Nir Gov vom Weizmann-Institut in Rechovot haben mehr als 460 israelische Wissenschaftler eine entsprechende Petition unterzeichnet.

Fernsehmoderator Friedrich Moll gestorben

Langjähriger Moderator der rbb-"Abendschau"

Der Fernsehmoderator Friedrich Moll, ist tot. Nach Angaben des rbb starb er im Alter von 70 Jahren in Berlin. Moll war am 31. August 2007 in den Ruhestand gegangen und hatte bis dahin 17 Jahre lang die "Abendschau" präsentiert. In dieser Zeit habe er auf vorbildliche Weise Kompetenz und Seriosität des öffentlich-rechtlichen Rundfunks verkörpert, sagte rbb-Intendantin Patricia Schlesinger.

Museum Ludwig bekommt Fotosammlung

Ehepaar schenkt Kölner Museum rund 200 Fotos

"Sammeln ist 'ne Sucht, aber 'ne angenehme Sucht." Das sagt der Anwalt Kurt Bartenbach, der dem Kölner Museum Ludwig zusammen mit seiner Frau Ursula seine Sammlung dokumentarischer Fotografien geschenkt hat. Die rund 200 Werke werden von diesem Freitag an bis zum 6. Januar 2019 unter dem Titel "Doing the Document" ausgestellt. Darunter sind berühmte Werke wie der exzentrische "Junge Mann mit Lockenwicklern" von Diane Arbus aus New York. Andere Arbeiten stammen von August Sander, Walker Evans oder Wolfgang Tillmans. "Wir können gar nicht genug danken", sagte die Kölner Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach. Bartenbach räumte ein, es sei ihm "wahnsinnig schwer" gefallen, sich von seinen Schätzen zu trennen. Dass der Schritt dennoch richtig gewesen sei, habe ihm spätestens der Besuch der Ausstellung gezeigt: "Wir haben unsere Sammlung zum ersten Mal als Ganzes gesehen."

Kultusministerkonferenz weist Kritik zurück

Präsident der Kultusministerkonferenz sieht keinen Bildungsnotstand

In der von Unionsfraktionschef Peter Kauder angestoßenen Debatte um einen mutmaßlichen Bildungsnotstand in Deutschland hat der Präsident der Kultusministerkonferenz, Thüringens Bildungsminister Helmut Holter, Kritik an den Ländern zurückgewiesen. Ursache der Situation sei "das Mantra des Personalabbaus im öffentlichen Dienst" seit Beginn der 2000er Jahre, sagte Holter der "Passauer Neuen Presse". "Alle Bundesländer stehen bei der Unterrichtsabsicherung vor großen Herausforderungen", so der Minister. Die Situation sei Folge des früheren Personalabbaus. Einen "Bildungsnotstand" sehe er bislang nicht, betonte er. Der Bildungsforscher Klaus Klemm sagte der "Passauer Neuen Presse", er rechne damit, dass die Lage "noch dramatischer" werde. "Jahrelang wurden die Kapazitäten heruntergefahren. Zugleich steigen die Schülerzahlen", sagte der Experte der Universität Duisburg-Essen. Falls sich die Absolventenzahlen an den Unis nicht änderten, fehlten bis 2025 in Deutschland allein 35.000 Grundschullehrer.

Sibylle Berg erhält Literaturpreis für grotesken Humor

Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor ist mit 10.000 Euro dotiert

Die Schriftstellerin Sibylle Berg erhält in diesem Jahr den "Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor". Wie die Stiftung Brückner-Kühner und die Stadt Kassel mitteilten, wird die Autorin damit für ihren "grotesk-komischen und aufklärerischen Katastrophenschutz" ihrer Romane, Theaterstücke und Kolumnen geehrt. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird am 9. März im Kasseler Rathaus verliehen. Laudatorin wird die Schauspielerin Katja Riemann sein. Bergs Texte seien "Meisterwerke der aufklärerischen Groteske" begründet der Stiftungsrat seine Entscheidung. Sibylle Berg wurde 1962 in Weimar geboren. Im Jahr 1984 beantragte sie ihre Ausreise aus der DDR und verlor daraufhin ihren Arbeitsplatz. Seit 1995 lebt sie in Zürich und Tel Aviv und hat die Schweizer Staatsbürgerschaft. 2016 erhielt sie den "Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis" für ihr Gesamtwerk.

Kunst-Biennale provoziert mit Erdogan-Statue

"Ausländer rein, Deutsche raus"-Aufschrift sorgt für Irritationen

Eine Kunstaktion der Wiesbaden-Biennale sorgt für Aufregung: Seit Montagabend steht eine rund vier Meter hohe, goldfarbene Statue des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan auf dem Platz der Deutschen Einheit in Wiesbaden. Der Magistrat der Stadt habe sich am Dienstag mit der Kunstaktion befasst, da sie "für zahlreiche Irritationen gesorgt" habe, teilte die Stadt mit. Die Statue hat den rechten Arm erhoben und den Zeigefinger ausgestreckt. Neben der Statue steht ein roter Container, auf der einen Seite mit der Aufschrift "Deutsche raus", auf der anderen Seite "Ausländer rein". Die Polizei beobachte die Situation vor Ort. Sollte eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung von dem Kunstwerk ausgehen, würden die Behörden einschreiten.

Goethe-Medaillen in Weimar verliehen

Undotierte Auszeichnung will internationalen Kulturausstausch fördern

Bürgerkrieg, Kalter Krieg, Vertreibung - für ihren Umgang mit diesen Themen haben vier internationale Künstler heute in Weimar die Goethe-Medaille 2018 erhalten. Es sind die kolumbianischen Theatermacher Heidi und Rolf Abderhalden vom Kollektiv Mapa Teatro, die schweizerisch-brasilianische Fotografin und Menschenrechtlerin Claudia Andujar sowie der ungarische Komponist und Dirigent Péter Eötvös. Die undotierte Auszeichnung geht an Menschen, die sich um den internationalen Kulturaustausch verdient gemacht haben.

"DAU Freiheit" will an Berliner Mauer erinnern

Immersives Kunstprojekt beansprucht Platz in Berlins Mitte

In Berlin wurde das Mauer- und Kunstprojekt "DAU Freiheit" des russischen Künstlers Ilya Khrzhanovsky vorgestellt: Im Zentrum der Hauptstadt soll vom 12. Oktober bis 9. November ein ganzes Straßenviertel abgesperrt werden. Khrzhanovsky will mit dem Experiment das Leben in einer Diktatur nachempfinden. Auch Künstler wie der Filmemacher Tom Tykwer, die Performerin Marina Abramovic und Streetart-Legende Banksy sollen beteiligt sein. Veranstalter sind die Berliner Festspiele. Als Areal für das Projekt haben sie die Straßen und Plätze rund um das Kronprinzenpalais beantragt - einschließlich Staatsoper, Bauakademie und Schinkelplatz. Dort soll eine Art Stadt in der Stadt entstehen.

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