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Sonntag, 18.08.2019
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 26. August 2018

Sopranistin Inge Borkh gestorben

Ihre Paraderollen waren "Salome" und Elektra"

Die Sopranistin Inge Borkh ist tot. Sie gilt als Prototyp der singenden Schauspielerin. Ihre Bühnenkarriere begann sie am Sprechtheater und als Tänzerin, bevor sie zum Operngesang wechselte. In ihren Paraderollen "Salome" und "Elektra“ war sie ab Mitte der Fünfziger wegen ihrer Dramatik und Intensität eine Sensation. 1973 kehrte Inge Borkh der Oper den Rücken und arbeitete wieder als Schauspielerin. Sie starb am Samstag mit 97 Jahren in Stuttgart.

Journalistin Mesale Tolu ist zurück in Deutschland

Sie will sich für die Freilassung anderer Inhaftierter einsetzen

Die in der Türkei angeklagte Journalistin Mesale Tolu ist wieder in Deutschland. Am Sonntagmittag landete die deutsche Staatsbürgerin 16 Monate nach ihrer Festnahme gemeinsam mit ihrem dreijährigen Sohn auf dem Stuttgarter Flughafen. "Ich freue mich aber nicht wirklich über die Ausreise", sagte Tolu vor Journalisten. Die gebürtige Ulmerin wisse, dass sich in dem Land, in dem sie eingesperrt war, nichts verändert hat. Zahlreiche Kollegen, Oppositionelle, Anwälte, aber auch Studenten seien immer noch eingesperrt - unter ihnen auch Tolus Ehemann. Für deren Freilassung wolle Tolu sich weiter einsetzen. Ein türkisches Gericht hatte die Ausreisesperre für die Reporterin aufgehoben. Der Prozess gegen sie soll aber fortgesetzt werden.

Staatstheater Cottbus wird Vierspartenhaus

Leistungen des Balletts sollen mit eigener Sparte gewürdigt werden

Das Staatstheater Cottbus arbeitet künftig als Vierspartenhaus. Zu den bisherigen drei Fächern Oper, Schauspiel und Konzert kam das Ballett als eigene Sparte hinzu, wie die Brandenburgische Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder) mitteilte. Damit wolle man auch die Leistungen des Balletts in den vergangenen Jahren würdigen. Die Einnahmen über den Kartenverkauf an Brandenburgs einzigem Staatstheater stiegen in der vergangenen Spielzeit im Vergleich zu der vorigen kräftig, wie es von der Stiftung weiter hieß. Vor allem im Fach Oper habe es einen starken Zuwachs gegeben. Das krisengeschüttelte Theater versucht, weiter Ruhe in den eigenen Betrieb zu bringen. Vor Monaten war Kritik aus dem Ensemble am Führungsstil des Generalmusikdirektors Evan Alexis Christ immer lauter geworden. Die Krise führte dazu, dass Intendant Martin Schüler seinen Posten räumte - Christ und der Stiftungs-Chef erhielten Kündigungen. Christ wehrt sich juristisch dagegen, der Fall ist noch nicht abgeschlossen. Die Ausschreibungen für die Stellen des Generalmusikdirektors und des Intendanten laufen derzeit.

Broadway-Größe Neil Simon gestorben

Er war einer der erfolgreichsten US-Dramatiker

Der US-Dramatiker Neil Simon ist tot. Er starb an Komplikationen nach einer Lungenentzündung in einem Krankenhaus in Manhattan, wie sein langjähriger Freund Bill Evans mitteilte. Simon wurde 91 Jahre alt. Simons kreativem Kopf waren Erfolgskomödien wie "Sweet Charity", "The Odd Couple" und "Plaza Suite" entsprungen. Er gilt als erfolgreichster und produktivster Dramatiker des US-Theaters der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Drei reguläre Tony Awards gewann er ebenso wie denjenigen für besondere Leistungen. Auch einen Pulitzer-Preis und den Mark-Twain-Preis erhielt er. Mit seinen Drehbüchern war er außerdem mehrmals für den Oscar nominiert.

Raumfahrer Sigmund Jähn von Vereinen geehrt

Auszeichnung für Einsatz bei der Vermittlung der Faszination Raumfahrt

Der erste Deutsche im All, Sigmund Jähn, hat den Raumfahrtpreis "Silberner Meridian" bekommen. Der undotierte Preis wird von einer Initiative europäischer Raumfahrtverbände vergeben. Dem 81-jährigen Raumfahrtpionier wurde der Preis in seinem sächsischen Geburtsort Morgenröthe-Rautenkranz übergeben. Die Initiative dankte Jähn für seinen "unermüdlichen und uneigennützigen Einsatz bei der Vermittlung der Faszination Raumfahrt". Am 26. August 1978 war der DDR-Bürger Jähn als erster Deutscher ins All gestartet - heute jährte sich der Tag zum 40. Mal.

Israelischer Komponist Noam Sheriff gestorben

Seine Werke gelten als Meilensteine klassischer israelischer Musik

Der einflussreiche israelische Komponist und Dirigent Noam Sheriff ist mit 83 Jahren gestorben. Der 1935 geborene Musiker hatte unter anderem in Berlin und Wien studiert und feierte sein Debüt als 22-Jähriger mit der Premiere seines Werks "Festival Prelude", das Leonard Bernstein 1957 mit dem Israelischen Philharmonieorchester in Tel Aviv aufführte. In den 1980er Jahren unterrichtete Sheriff an der Kölner Musikhochschule und am Mozarteum in Salzburg. In Israel war er unter anderem Musikalischer Leiter des Symphonieorchesters Rischon Lezion und später des Israelischen Kammerorchesters in Tel Aviv. Seit 2004 leitete er als Musikdirektor das Haifa Symphony Orchestra. 2011 erhielt Sheriff, dessen eigene Werke westliche und östliche Einflüsse verbinden, den Israel-Preis für Musik. Seine Arbeiten, darunter "Mechaje Hametim", "Sephardische Passion" und "Psalmen von Jerusalem" gelten als Meilensteine der klassischen israelischen Musik.

Augsburg soll ein Medienmuseum erhalten

Bildungsangebote gegen "Fake-News" und Hass im Internet

Im Augsburger Glaspalast soll eine Außenstelle der Landeszentrale für Politische Bildung einziehen. Ihre Aufgabe sei es, Bildungsangebote gegen "Fake News" und hassgetriebene Diskussionen im Internet zu erarbeiten und anzukündigen. Dies hatte Ministerpräsident Markus Söder bei einem Besuch in Augsburg mitgeteilt. Außerdem kündigte er an, dass möglicherweise schon kommendes Jahr auch eine Art Museum zu digitalen Medien und zur Mediengeschichte in dem Gebäude eingerichtet werden solle. "Wir erleben eine Spaltung der Gesellschaft und einen Rückgang der Kompromissfähigkeit", sagte Söder. Wenn ein Teil der Bevölkerung in Filterblasen in sozialen Netzwerken nur noch das lese, was die eigene Meinung bestätigt, sei keine Diskussion mehr möglich. Zudem gebe es eine Verrohung der Diskussion.

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