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Kulturnachrichten

Mittwoch, 15. August 2018

Renzo Pianos Kritik nach Brückeneinsturz

Architekt sieht als Ursache gewohnheitsmäßige Nachlässigkeit

Nach dem Einsturz der Morandi-Brücke in Genua sagte der italienische Architekt Renzo Piano der Tageszeitung "La Repubblica": "Das war kein Unfall." Er sieht als Ursache vor allem eine gewohnheitsmäßige Nachlässigkeit. Der Einsturz des Bauwerks aus den 60er Jahren hätte, so Piano, verhindert werden können. Der Architekt des Pariser Centre Pompidou findet harte Worte für die vernachlässigte Wartung: "Diesem Unglücksfall hat die Wissenschaft etwas entgegenzusetzen. Italien ist ein Land großer Architekten, brillanter Designer und Wissenschaftler, aber das wird nicht angewandt. Vor der Renovierung hätte eine Diagnose stehen müssen. Brücken und Häuser sollten wie lebende Organismen behandelt werden. In Italien wird moderne Ausrüstung dafür produziert —aber wir wenden sie nicht an."

Weitere Klage gegen Harvey Weinstein zugelassen

Ex-Filmmogul wegen sechs Sexualdelikten angeklagt

Auch die britische Schauspielerin Kadian Noble hat eine Klage gegen den einstigen Filmmogul Harvey Weinstein wegen sexuellen Missbrauchs durchgesetzt. Noble hatte vorgebracht, dass Weinstein sie 2014 in einem Hotelzimmer in Cannes zu einer gewerbsmäßigen sexuellen Handlung gezwungen habe. Demnach soll Weinstein der aufstrebenden Darstellerin zunächst eine Filmrolle versprochen haben. Anschließend habe er sie betatscht und zu sexuellen Handlungen gezwungen. Der 66-Jährige ist mittlerweile wegen sechs Sexualdelikten angeklagt, die er aber bestreitet. Bei einer Verurteilung droht ihm im schlimmsten Fall eine lebenslange Haftstrafe.

Nachlass von Peter Härtling geht nach Marbach

Manuskripte, Briefwechsel, Leserbriefe

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach erhält den Nachlass des Schriftstellers und Kinderbuchautors Peter Härtling. Dazu gehören neben Manuskripten auch Arbeiten für Zeitschriften und Rundfunkanstalten sowie Briefwechsel mit dem früheren Cheflektor des S. Fischer Verlages. Härtling pflegte einen regen Austausch mit Ilse Aichinger, Paul Celan, Hilde Domin, Günter Grass, Wolfgang Hildesheimer, Uwe Johnson, Wolfgang Koeppen, Hermann Lenz, Siegfried Lenz, Arno Schmidt, Gabriele Wohmann, Christa Wolf und Carl Zuckmayer. Zum Bestand gehören auch große Mengen an Leserbriefen - meist von Kindern und Jugendlichen. Der vielfach ausgezeichnete Autor war im vergangenen Jahr gestorben.

Ex-Verleger von Sarrazin kritisiert neues Buch

Vorbehalte wegen antimuslimischer Ressentiments

Zwei Wochen vor Erscheinen des neuen Buchs von Thilo Sarrazin über den Islam hat sich sein früherer Verleger kritisch über das Werk geäußert. Thomas Rathnow, Mitglied der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Random House und Verleger der DVA, begründete in der Wochenzeitung DIE ZEIT, warum er sich von Sarrazin getrennt habe und das Buch nicht herausbringt. In dem Buch werde ein Bild des Islams entworfen, das "einer Geißel der Menschheit gleichkommt". Auch werde Menschen mit einer korangeprägten Mentalität kaum eine individuelle Entfaltung zugestanden. Er habe deshalb die Gefahr gesehen, dass mit dem Buch antimuslimische Ressentiments verstärkt werden könnten und eine umfassende Überarbeitung gefordert. Sarrazin wies die Vorwürfe in der ZEIT zurück. "Alle Zitate in meinem Buch sind belegt, die Quellen sind renommiert." Einige SPD-Politiker hatten bereits angekündigt, nach dem Erscheinen des Buchs erneut Sarrazins Parteimitgliedschaft prüfen zu wollen. "Feindliche Übernahme - Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht" soll nun am 30. August im Finanzbuch-Verlag erscheinen.

Musiker Stefan Gwildis wird Antarktisbotschafter

Kampagne für größtes Meeresschutzgebiet der Welt

Der Musiker Stefan Gwildis wird Antarktisbotschafter für Greenpeace. "Der Klimawandel bedroht die antarktischen Gewässer und der Mensch setzt durch Fischerei und Vermüllung diesen faszinierenden Lebensraum noch weiter unter Druck", erklärte der Hamburger in einer Mitteilung der Umweltorganisation. Jetzt biete sich die einmalige Chance, das größte Meeresschutzgebiet der Welt im Weddellmeer einzurichten. Greenpeace wirbt derzeit in rund 70 Städten Deutschlands mit gelben Schildern für den Schutz der Antarktis. Die Organisation will mit der Kampagne Unterschriften sammeln, um einen Antrag der Europäischen Union bei der Antarktis-Kommission CCAMLR zu unterstützen. Die Kommission wird im Oktober über ein mögliches neues Schutzgebiet im Weddellmeer entscheiden. Es geht um ein 1,8 Millionen Quadratkilometer großes Areal.

Berliner Künstler-Duo soll Humboldt-Foyer gestalten

Auftrag für das Foyer im Obergeschoss geht an Stefan Sous

Das Berliner Künstlerduo Christiane Dellbrügge & Ralf de Moll wird das Foyer im Erdgeschoss des Humboldt Forums künstlerisch gestalten. Die beiden gewannen einen ersten Preis beim Kunst-am-Bau-Wettbewerb für das rekonstruierte Berliner Schloss, die Jury empfahl ihre Arbeit "Die Architekten" einstimmig zur Realisierung. Danach wird sich ein Schriftband um den kubischen Raum ziehen, hinter dem sich die Vornamen der im Laufe der Jahrhunderte am Schloss beteiligten Baumeister verbergen. In einem zweiten Wettbewerb für das Foyer im Obergeschoss setzte sich Stefan Sous aus Düsseldorf mit seiner Wandinstallation "Zeitmaschine" durch. Das neue Museumsquartier Humboldt Forum soll im kommenden Jahr im Schloss öffnen. Die Wettbewerbsergebnisse für die Kunst am Bau würden in Kürze in einer Ausstellung vorgestellt, hieß es.

Potsdamer Schlössernacht ohne Feuerwerk

Laser statt Feuer wegen Trockenheit

Wegen der anhaltenden Trockenheit wird es bei der Potsdamer Schlössernacht in diesem Jahr kein Abschlussfeuerwerk geben. Man habe sich darauf verständigt, auf offenes Feuer zu verzichten und das Feuerwerk in diesem Jahr anders zu präsentieren, sagte der Marketingdirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Heinz Buri. Es werde dafür eine Inszenierung mit Licht- und Laserstrahlen geben, die von Musik umrahmt wird. Anlagen und Gebäude würden in ein fantastisches Licht gesetzt, so Buri. Die 20. Potsdamer Schlössernacht findet in diesem Jahr an zwei Abenden statt - am Freitag, dem 17. und am Sonnabend, dem 18. August.

Lautarchiv zieht ins Humboldt-Forum

Weltweit einzigartige Sammlung von Stimmen, Sprachen und Dialekten

Vom kommenden Jahr an soll das Lautarchiv der Berliner Humboldt-Universität im Humboldt-Forum zugänglich gemacht werden. Die weltweit einzigartige Sammlung von Stimmen, Sprachen und Dialekten bewahrt über 7500 Schellackplatten mit historisch wertvollen Tondokumenten - darunter Aufnahmen von Kriegsgefangenen aus aller Welt, die während des Ersten Weltkriegs in deutschen Lagern interniert waren. Dort entstanden mehr als 1600 Aufnahmen von Gefangenen in 250 Sprachen - von Algerisch bis Koreanisch, von Afghanisch bis Georgisch. "Wir erhoffen uns von dem Umzug einen Durchbruch", sagt der Sammlungsleiter Prof. Sebastian Klotz. Vor allem gehe es darum, in den Heimatländern der Gefangenen Partner zu finden, mit denen man gemeinsam die historischen und familiären Hintergründe erforschen könne. Die Sammlung gilt als ein Beispiel für gelungene Digitalisierung.

Piotr Beczała besorgt über Politik in Polen

Laut polnischem Tenor werde in Polen versucht Geschichte umzuschreiben

Der polnische Tenor Piotr Beczala, der gerade bei den Bayreuther Festspielen den "Lohengrin" singt, ist besorgt über die politische Entwicklung in seinem Heimatland. Die Leute unterschätzten die Entwicklung, sagte der Sänger dem Nordbayerischen Kurier. Derzeit werde in Polen versucht, die Geschichte umzuschreiben. Es wiederhole sich, was in Polen schon einmal der Fall war. Nach der Justizreform der Regierungspartei PiS werden Polens oberste Richter früher pensioniert. Kritiker sagen, mit dem neuen Gesetz wolle PiS missliebige Richter loswerden. Beczała fügte hinzu, dass damit die Verdienste von Lech Wałesa vergessen gemacht würden. Der einstige Anführer des Solidarnosc-Bewegung galt bislang in Polen als Symbol des Widerstandes gegen den Kommunismus.

Clubsterben in Deutschland nimmt zu

Großraumdiskotheken haben es schwerer als kleine Clubs

Zum heutigen Auftakt des Berliner Festivals „Pop Kultur" wird über das zunehmende Clubsterben in Deutschland diskutiert. Schwer haben es vor allem Großraumdiskotheken. Der Jugendkulturforscher Philip Ickrat sieht die Gründe weniger in der Gentrifizierung, in steigenden Mieten und komplizierten Lärmschutzauflagen als vielmehr in der Beziehung der Jugend zur Musik. Im Deutschlandfunk Kultur sagte er, es hörten zwar alle Leute Musik, aber sie sei für die einzelnen Gruppen nicht mehr so identifikationsstiftend wie noch in den 90er Jahren. Das Festival „Pop Kultur" findet vom 15.-17. August in der Berliner Kulturbrauerei statt.

Vorerst letzte Messe in St. Hedwigs-Kathedrale

Umbau soll bis 2023 dauern und 43 Millionen Euro kosten

Begleitet von Protesten hat der Berlins Erzbischof Heiner Koch seine letzte Messe in der Berliner St. Hedwigs-Kathedrale gefeiert. Die Bischofskirche wird von September an für mehrere Jahre geschlossen und grundlegend umgebaut. Die Kosten werden auf rund 43 Millionen Euro beziffert. Während des Umbaus wird voraussichtlich bis 2023 die katholische Kirche St. Joseph in Berlin-Wedding als Berliner Bischofskirche dienen. Rund 60 Gegner des Umbaus protestierten vor der St. Hedwigs-Kathedrale gegen die Pläne des Erzbistums. Ihrer Ansicht nach handle es sich um die Zerstörung eines Kulturdenkmals und einen bautechnisch und liturgisch unnötigen Umbau einer intakten Kathedrale. Protestteilnehmer forderten, «diese Ikone der gesamtdeutschen Kulturgeschichte zu erhalten». Auch der frühere Präsident des Zentralrats der Katholiken und langjährige sächsische Wissenschaftsminister Hans Joachim Meyer beteiligte sich an dem Protest.

"Hamburger Erklärung" zur Leseförderung

Petition auf der Online-Plattform change.org

Knapp ein Fünftel der Viertklässler in Deutschland kann einfache Texte nicht verstehen. Doch bislang hat die Politik nicht auf die Ergebnisse der letzten IGLU-Studie reagiert. Deshalb hat die Kinderbuchautorin und frühere Lehrerin Kirsten Boie die "Hamburger Erklärung" zur Leseförderung initiiert. Seit heute kann man die Petition auf der Online-Plattform change.org unterschreiben. Ziel sei, erfolgreiche Maßnahmen aus einzelnen Bundesländern zu bündeln und bundesweite Standards in der Leseförderung zu etablieren. Zu den 25 prominenten Erstunterzeichnern gehören die Schriftstellerin Ulla Hahn, der Liedermacher Rolf Zukowski und der Journalist Ulrich Wickert.

Kinderbuchautor Eduard Uspenski gestorben

Vater des Fabeltiers Tscheburaschka

Der russische Kinderbuchautor Eduard Uspenski ist im Alter von 80 Jahren in der Nähe von Moskau gestorben. Bekannt wurde Uspenski mit seinen humorvollen Geschichten über das Fabeltier Tscheburaschka. Das Fantasiewesen mit freundlichem Gesicht und braunem Zottelfell ist die Hauptfigur mehrerer Bücher und Trickfilme. Uspenski zählte zu den beliebtesten Schriftstellern in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Medienberichten zufolge er nach einer schweren Erkrankung bewusstlos in seinem Haus gefunden.

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