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Kulturnachrichten

Mittwoch, 8. August 2018

Der Filmhistoriker und -kritiker Enno Patalas ist tot.

Patalas galt als einer der wichtigsten Filmhistoriker Deutschlands

Wie das Filmmuseum München am Mittwoch mitteilte und gegenüber der Süddeutschen Zeitung bestätigte, sei Patalas bereits am Dienstag gestorben. Patalas galt als einer der wichtigsten Filmhistoriker Deutschlands. Von 1973 bis 1994 leitete er das Filmmuseum, wo er Retrospektiven kreierte und Pionierarbeit bei der Filmrestauration leistete; vor allem Stummfilme lagen ihm am Herzen. Besondere Beachtung fanden die Rekonstruktionen der Fritz-Lang-Filme "Metropolis", "M" und "Die Nibelungen". Außerdem baute er ein Archiv mit Tausenden Filmtiteln auf, darunter internationale Klassiker, neue deutsche Filme, deutsche Stummfilme und Münchner Filmgeschichte, zum Beispiel Karl Valentin. Enno Patalas, geboren 1929, hat die Zeitschrift "Filmkritik" gegründet, für die er auch viele Jahre als Redakteur arbeitete. Außerdem hat er Bücher über Lang und Alfred Hitchcock veröffentlicht. 1993 erhielt er den Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises für seine herausragenden Verdienste um den deutschen Film.

Ehrung für Ethan Hawke beim Filmfest Locarno

"Meine Arbeit ist mein Leben, sie ist ein Teil von mir"

Hollywood-Schauspieler Ethan Hawke ist beim Filmfestival Locarno mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet worden. Er nahm den Exzellence Award am Mittwochabend mit strahlendem Lächeln und Siegerpose entgegen. "Ich bin stolz auf diesen Ehren-Leoparden", sagte der 47-Jährige und fügte hinzu: "Ich liebe, was ich mache. Es ist toll, dafür ausgezeichnet zu werden. Das bestärkt mich darin, weiterzumachen, nicht aufzugeben." Außderdem sagte er: "Wie ich schon oft gesagt habe: Meine Arbeit ist mein Leben, sie ist ein Teil von mir. Da ist es fast so, als würde ich dafür ausgezeichnet, dass ich eine Nase, zwei Augen und einen Mund habe." Der Excellence Award wird seit 2004 an Schauspielerinnen und Schauspieler verliehen, die "durch ihr Schaffen und ihr Talent einen einzigartigen Beitrag zur Filmkultur leisten". Zu den bisherigen Preisträgern gehören Juliette Binoche, Isabelle Huppert und John Malkovich.

Antisemitismus-Beauftragter warnt vor BDS-Bewegung

Die Gruppe übe keine Kritik, sondern agiere antisemitisch

Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, warnt vor der gegen Israel gerichteten Boykott-Bewegung BDS. "Die BDS-Bewegung ist in ihren Methoden und Zielen antisemitisch", schreibt Klein in einem Gastbeitrag für die Tageszeitung "Die Welt" (Onlineausgabe Mittwoch). Er äußerte sich zur Diskussion um die Ruhrtriennale und die Haltung von Festival-Intendantin Stefanie Carp. Laut Klein streitet die BDS ("Boycott, Divestment, Sanctions") das Existenzrecht Israels ab. Zudem setze die 2005 gegründete Bewegung die israelische Politik mit jener der Nazis gleich. Die Gruppe übe keine Kritik, sondern agiere antisemitisch, so Klein. Auch israelische Staatsbürger, die kritisch gegenüber ihrer Regierung seien, würden von der BDS als Vertreter dieses Staates wahrgenommen. Auch das sei antisemitisch. "Die Sicherheit Israels ist Teil der deutschen Staatsräson - dazu gehört auch die Verteidigung des jüdischen Staates, wenn er durch BDS Stück für Stück delegitimiert werden soll", betont Klein. Die Forderungen der BDS seien "abstrus". Die Bewegung nutze Methoden aus der Nazi-Zeit, die "unerträglich sind und weder geduldet noch toleriert werden dürfen."

Änderungen bei den Oscars ab 2020

Die Zeremonie soll 2020 am 9. Februar ausgestrahlt werden und drei Stunden dauern

Die Verleihung der Oscars soll 2020 zu einem früheren Termin im Februar stattfinden, kürzer sein und eine neue Kategorie zur Ehrung beliebter Filme enthalten. Der vor kurzem wiedergewählte Präsident der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, John Bailey, schrieb in einer E-Mail an Mitglieder der Akademie am Mittwoch, dass der Vorstand am Dienstagabend zusammengekommen sei, um den drei großen Änderungen zuzustimmen. Die Filmpreiszeremonie soll 2020 am 9. Februar ausgestrahlt werden und drei Stunden dauern. Welche Filme für die neue Kategorie in Frage kommen, soll noch mitgeteilt werden. Die Verleihung der Oscars soll 2019 am 24. Februar abgehalten werden.

Kurt-Schwitters-Preis für Argentinierin Rottenberg

Absurde Satire spreche "die dringenden Fragen unserer Zeit messerscharf an"

Die argentinische Video- und Installationskünstlerin Mika Rottenberg erhält den Kurt-Schwitters-Preis 2019 der Niedersächsischen Sparkassenstiftung. Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert und wird dieses Jahr zum 12. Mal vergeben, wie die Stiftung in Hannover mitteilte. In ihren Installationen und Videoarbeiten nehme Rottenberg auf humorvolle Weise die Frau als Produktionsmittel im Kapitalismus in den Fokus, hieß es zur Begründung. Mit ihrer absurden Satire spreche die Künstlerin "die dringenden Fragen unserer Zeit messerscharf an". Ihre Werke fänden internationale Beachtung und würden vielfach ausgestellt. Rottenberg wurde 1976 in Buenos Aires geboren, sie lebt und arbeitet in New York.

Ruhrtriennale-Intendantin bedauert Absage von Laschet

Sie nehme die Gründe des CDU-Politikers Ernst, so die Intendantin

In der Antisemitismus-Debatte hat die stark kritisierte Intendantin der Ruhrtriennale, Stefanie Carp, die Besuchsabsage von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet als "sehr bedauerlich" bezeichnet. "Ich nehme seine Gründe ernst", erklärte Carp der Deutschen Presse-Agentur. Der Ministerpräsident hatte am Vortag seine Teilnahme an dem Kulturfest abgesagt. Grund ist die Haltung der neuen Intendantin Carp zu Israel. Entzündet hatte sich der Streit an der Ein-, Aus- und Wiedereinladung der schottischen Band "Young Fathers". Sie steht der BDS-Bewegung nahe, die für einen Boykott Israels eintritt (auf Deutsch: Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen). Carp erklärte, sie werde sich am 18. August in Bochum einer Debatte stellen. An dem Tag sollte ursprünglich das Konzert der "Young Fathers" stattfinden.

Deutsches Auswandererhaus langfristig gesichert

Kooperationsvertrag bis 2035 verlängert

Die Zukunft des 2005 eröffneten Deutschen Auswandererhauses in Bremerhaven ist langfristig gesichert. Privater Betreiber und Stadt verlängerten einen Kooperationsvertrag, der zunächst bis 2020 gültig war und nun bis zum Jahr 2035 läuft. Deutschlands einziges Migrationsmuseum habe sich zu einem politischen Haus und einer Forschungsstätte mit einem hoch aktuellen Thema entwickelt, sagte Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz. Debatten und Konflikte in der Gesellschaft rund um Flucht und Migration zeigten: "Die Arbeit war nie wichtiger als heute", so der SPD-Politiker. Seit Eröffnung vor 13 Jahren am 8. August 2005 kamen fast 2,5 Millionen Besucher in die Einrichtung, die 2007 als Europas "Museum des Jahres" ausgezeichnet wurde.

Nobelpreisträger Pamuk beim Göttinger Literaturherbst

Einzige Lesung in Deutschland

Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk ist mit seiner einzigen Lesung in Deutschland zu Gast beim Göttinger Literaturherbst. Der Autor präsentiere am 14. Oktober in zwei Neuerscheinungen seinen persönlichen Blick auf die Türkei, teilten die Festivalveranstalter mit. In "Istanbul - Erinnerungen und Bilder einer Stadt" ergründe er die Geheimnisse der eigenen Familie. Der Bildband "Balkon" enthält Fotografien des Bosporus vom Balkon seiner Istanbuler Wohnung. Im Günter Grass Archiv in Göttingen ist zudem eine Ausstellung mit von Pamuk künstlerisch bearbeiteten Aufnahmen aus dem Bildband zu sehen.

Immer mehr Strandbibliotheken an Frankreichs Küste

Schmökern zwischen Schwimmen und Sonnenbad

An der nordfranzösischen Küste gibt es immer mehr Strandbibliotheken.
Inzwischen haben zwölf Seebäder in der Normandie Mini-Bibliotheken am Meer eingerichtet. Die Holzhütten haben den ganzen Sommer geöffnet und wurden jeweils mit eintausend Büchern ausgestattet. Der Besuch ist kostenlos, eine Anmeldung nicht nötig. Ausleihen darf man die Bücher nicht, dafür gibt es sogar Bücher auf Deutsch, Englisch und Italienisch.

Buchbranche startet Kampagne für Menschenrechte

Unterstützt von den Vereinten Nationen und Amnesty International

Die Frankfurter Buchmesse und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels haben zusammen mit verschiedenen Medien eine internationale Kampagne für Menschenrechte gestartet. Das Recht auf freie Meinungsäußerung sei für die Buchbranche grundlegend, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, Alexander Skipis, in Frankfurt. "Dort, wo die Menschenrechte angegriffen, wo Menschen allein aufgrund ihres Glaubens weggesperrt oder wegen ihrer schriftstellerischen Tätigkeit vom Staat drangsaliert werden, da dürfen wir nicht wegschauen", so Skipis. Gemeinsam mit Arte, ZDF und dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" haben sich Buchmesse und Börsenverein zu einem Aktionsbündnis für die Kampagne "On The Same Page" (Auf derselben Seite) zusammengeschlossen. Es wird von den Vereinten Nationen und der Menschenrechtsorganisation Amnesty International unterstützt.

Restaurator wegen ruinierter Ölgemälde verurteilt

Bilder mit zu scharfen Lösungsmitteln gereinigt

Weil er vier Ölgemälde mit seiner Arbeit beschädigt hat, soll ein Restaurator einem Galeristen 26 000 Euro zahlen. Das Oberlandesgericht München bestätigte weitgehend ein früheres Urteil des Landgerichts Traunstein, das der Restaurator angefochten hatte. Die dortigen Richter waren der Argumentation des Galeristen bei drei Bildern teilweise gefolgt und hatten Ansprüche gegen den Beklagten anerkannt. Unter den Bildern ist auch das Gemälde "Der Schreiber" des Malers Carl Spitzweg. Es soll vor der Restaurierung einen Zeitwert von 20 000 bis 25 000 Euro gehabt haben. Nachdem der Mann das Bild mit zu scharfen Lösungsmitteln gereinigt habe, sei der Verkaufswert auf 5500 Euro gesunken - so der Vorwurf. Eine Revision gegen das Urteil ließ der Senat nicht zu. Der Restaurator kann dagegen aber eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof einlegen.

Die meisten antisemitischen Delikte gibt es in Berlin

80 Straftaten im ersten Halbjahr

Berlin ist einem Medienbericht zufolge das Bundesland mit dem meisten antisemitischen Straftaten. Die Polizei meldete für das erste Halbjahr dieses Jahres 80 Straftaten von Judenhassern, wie der "Tagesspiegel" berichtete. Das seien fast doppelt so viele wie in Bayern, das mit 43 antisemitischen Delikten in der bundesweiten Bilanz auf Platz zwei stehe. Bundesweit registrierte die Polizei im ersten Halbjahr 401 antisemitische Straftaten, darunter zwölf Gewaltdelikte. Die Zahlen stehen in Antworten der Bundesregierung auf quartalsweise Anfragen von Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke) und der Linken-Fraktion zu antisemitischen Straftaten in Deutschland. Die Gesamtzahl der Taten werde sich wahrscheinlich noch erhöhen, da die Polizei erfahrungsgemäß viele Straftaten nachmelde, hieß es.

Chile fordert vom British Museum Moai-Statue zurück

Ureinwohner reklamieren ihr kulturelles Erbe

Die chilenische Regierung unterstützt die Forderung der Ureinwohner auf der Osterinsel an das British Museum in London, eine der weltbekannten Moai-Steinstatuen zurückzugeben. Der Minister für Nationalgüter, Felipe Ward, sagte der Nachrichtenagentur AFP, das Anliegen scheine angemessen angesichts der "neuen Maßnahmen zur Koordinierung und Konservierung" der Statuen auf der Insel. Das chilenische Außenministerium werde sich der Sache annehmen. Seit dem vergangenen Dezember hat die Volksgruppe der Rapa Nui die Konservierung und den Denkmalschutz für ihr archäologisches Erbe auf der Osterinsel übernommen. Die 2,4 Meter hohe Skulptur wurde im Jahr 1868 vom Kommandanten Richard Powell als Geschenk für Königin Victoria nach Großbritannien gebracht - illegal, wie die Ureinwohner sagen. Die Moai mit ihrer charakteristischen länglichen Kopfform, den langen Ohrläppchen, den großen Nasen und dem steinernen Hut stellen vermutlich Häuptlinge oder allseits verehrte Ahnen der Ureinwohner dar. Trotz umfangreicher Forschungen ist ihr eigentlicher Zweck und die genaue Zeit ihrer Errichtung bis heute umstritten. Die Rapa Nui messen den Riesen magische Kräfte bei.

Trumps Stern auf "Walk of Fame" soll verschwinden

West Hollywood protestiert damit gegen Politik des US-Präsidenten

Der Stern von US-Präsident Trump auf dem "Walk of Fame" in Hollywood wird möglicherweise verschwinden. Der Gemeinderat von West Hollywood beschloss einstimmig, dass die Ehrung entfernt werden sollte. Die Entscheidung sei ein Protest gegen Trumps diskriminierende Haltung gegenüber Frauen und Minderheiten, so der Gemeinderat. Das Gremium kann jedoch nicht allein entscheiden. Das letzte Wort hat Hollywoods Handelskammer, die die Sache prüfen wolle.

Europäischer Gerichtshof stärkt Online-Urheberrecht

Zustimmung der Urheber von Fotos muss bei jeder Veröffentlichung erfolgen

Im Internet frei zugängliche Fotos dürfen nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes nicht ohne Zustimmung des Fotografen auf anderen Websites gezeigt werden. Die Richter stellten sich damit im Streit um ein Bild, das eine Schülerin in Nordrhein-Westfalen auf die Homepage ihrer Schule gestellt hatte, auf die Seite des Fotografen. Durch die Veröffentlichung auf einer anderen Seite werde das Bild einem neuen Publikum zugänglich gemacht und dafür sei die Zustimmung des Urhebers nötig, schrieben die Richter. Dass die Nutzung des Bildes zuvor nicht eingeschränkt wurde, spiele dafür keine Rolle. Fotos die mittels Hyperlinks auf die Seiten verweise, auf der Bilder ursprünglich veröffentlicht wurden seien allerdings von dem Urteil ausgenommen: Dies trage zum guten Funktionieren des Internets bei. Die Schülerin hatte das Foto von der Homepage eines Reisemagazins heruntergeladen. Der Fotograf hatte dagegen geklagt und geltend gemacht, dass er das Nutzungsrecht nur dem Magazin gewährt habe.

documenta-Künstler Oguibe verhandelt über Obelisk

Zukünftiger Standort des Kunstwerks in Kassel noch ungewiss

Der documenta-Künstler Olu Oguibe will am Mittwoch Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle treffen, um über den Verbleib seines Kunstwerks Obelisk zu verhandeln. Das sagte Oguibe bei einem öffentlichen Treffen von Kunstschaffenden und Bürgern in der Innenstadt. Mehr als 100 Menschen demonstrierten dort für die Freiheit der Kunst und für den Erhalt des Obelisken. Die Steinsäule, die sich mit dem Thema Flucht beschäftigt, ist ein umstrittenes Kunstwerk der vergangenen documenta. Die Stadt will es kaufen, aber die Verhandlungen scheiterten zuletzt an der Standortfrage. Viele Unterstützer wünschten sich, dass sein Kunstwerk auf dem Königsplatz in der Innenstadt bleiben soll, betonte Oguibe. Die Stadt will das Kunstwerk aber vor das künftige documenta-Institut verlegen, das allerdings noch nicht gebaut ist. Bei einer Spendenaktion waren in Kassel 126 000 Euro für den Ankauf des Kunstwerks gesammelt worden. Obwohl ursprünglich 600 000 Euro als Kaufpreis das Ziel gewesen waren, hatte Oguibe sich bereit erklärt, der Stadt das Kunstwerk zu überlassen - eine Einigung in der Standortfrage vorausgesetzt.

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